Gunther Sosna Transformation

Verstand gefaltet auf DIN-A4-Format

Das System Schule behindert die Entfaltung der individuellen Potentiale. Die stille Revolution der Potentialentfaltung kann den freien Geist und die Gesellschaft vor der Zerstörung retten.
Wie die stille Revolution der Potentialentfaltung den freien Geist und die Gesellschaft vor der Zerstörung retten kann.

Wir müssen dringend miteinander reden. Bitte nehmen Sie sich eine halbe Stunde Zeit. Es geht um das System Schule und die Opfer der digitalen Revolution. Das ist ein sehr ernstes Thema. Bleiben wir also beim Sie. Das Warum erfahren Sie gleich. Vielleicht biete ich Ihnen später das Du an. Vorher werfe ich Ihnen eine Banalität hin: Die Grundschüler von heute stehen im globalen Wettbewerb um die Arbeitsplätze von morgen.

Das bringt der Fortschritt mit seiner weltweiten Vernetzung mit sich und ist keine Überraschung. Traurig allein ist das Resultat. Ein Großteil von diesen Kindern wird sich auf dem Weg in die neue Arbeitswelt unglaublich anstrengen, um schließlich erbärmlich zu scheitern. Und wir … Sie und ich sind daran schuld!

Das Gebräu aus Fleiß, Ordnung und Gehorsam

Schauen Sie nicht so verdattert. Sie wissen es. Ich weiß es. Jeder Lehrer weiß es. Und jeder Schüler, der sich morgens aus dem Bett quält, um sich in einer staatlichen Bildungseinrichtung seine Ration Wissen abzuholen, fühlt es. Schule ist eine Maschine, die wenig mit Bildung zu tun hat und erst recht nichts mit der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts.

Wie sollte es auch anders sein. Das System ist 100 Jahre alt und mixt unverändert die preußischen Tugenden Fleiß, Ordnung und Gehorsam in den pädagogischen Cocktail. Dazu ein ordentlicher Schuss Leistungsdruck, ein gehäufter Löffel Kontrolle und die Angst vor der Fünf als Crushed-Ice. Würden Sie das Gebräu freiwillig noch einmal trinken oder darf ich Ihnen etwas anständiges anbieten? Was ich empfehle? Potentialentfaltung durch Kooperation, Anerkennung und Wertschätzung.

Der individualisierte Konkurrenzkampf, der kaum kreative Kraft freisetzt und sich dennoch wie ein roter Faden durch die Schulzeit und das Leben zieht, ist eine heilige Kuh des Bildungs- und Wirtschaftssystems der Industriestaaten. Dieses Rindvieh, was Sie und ich durch immer bessere Leistungen gemästet haben, müssen wir schlachten. Wie das gehen soll? Morgen früh könnten Sie damit anfangen. Ich skizziere Ihnen später, wie das Vorhaben gelingt.

Wo sind die Querdenker

Es gab hin und wieder Schulreformen, sagen Sie? Die gab es. Was hat sich dadurch grundlegend verändert? Wurde ein Heer aus Querdenker hervorgebracht, die uns und die Welt täglich mit einem Feuerwerk aus Erfindungen, Innovationen und frischen Ideen überraschen? Nö. Es werden wie gehabt angepasste Ja-Sager und Mitläufer produziert, deren Köpfe mit gigantischen Mengen Wissen zwangsernährt werden.

Oh … Das war jetzt eine böse Aussage. Die Begründung liefere ich nach. Aber keine Sorge: Ich mag Schule und ich mag Bildung. Sie mag ich übrigens auch, weil Sie offenbar neugierig sind und Ihre Zeit nutzen, um das hier zu lesen. Das finde ich super. Eine Frage habe ich noch. Gehören Sie zur Generation Y? Dann sind wir eigentlich Konkurrenten, wenn es um die Arbeitsplätze und die Moneten geht. Reden wir trotzdem weiter? Danke.

Schule ist ungesund

In Deutschland sind bei etwa 25 Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Verlauf der Schulkarriere psychosomatische Störungen, Formen der Depression oder Angst- und Schlafstörungen zu beobachten.

Diese Krankheitsbilder mit der Überlastung durch das System Schule zu erklären, wäre zu einfach. Da spielen Faktoren wie das soziale Umfeld, die neuen Medien und überhaupt der ganze Lebensstil mit rein. Es sollte uns trotzdem zu denken geben, wenn Kinder- und Jugendärzte davon sprechen, dass Schule krank macht.

Das ist  Faktenwissen. Brauchen Sie das? Bedingt. Es schadet nicht, das gelesen zu haben. Aus den Punkten Lösungsansätze abzuleiten, ist die Herausforderung in unserem Dialog. Darum geht es.

Vorher will ich Sie ein letztes Mal mit dem alten Schulsystem konfrontieren. Ich hau Ihnen einfach ein paar Zahlen und Realitäten um die Ohren. Spätestens am Ende des Artikels werden Sie sich an viele Details nicht mehr erinnern. Das brauchen Sie auch nicht. Ich will Sie schließlich für die Schule der Zukunft begeistern. Wie die aussehen wird? Das erfahren Sie noch. Versprochen.

Ich bin übrigens nicht so undiplomatisch, wie Sie jetzt denken. Im Gegenteil. Aber Sie kennen ja das Drama mit dem ersten Eindruck. Der klebt wie Dreck am Schuh.

Potentiale zur Entfaltung bringen

Unsere Gesellschaft befindet sich auf Kollisionskurs mit einem Berg aus unqualifizierten Menschen. Ich rede  nicht von Heimatvertriebenen, die zum Flüchtling disqualifiziert werden. Deren Situation würde zur Sache gehören, aber dann müsste ich auch über die weltweit insgesamt 74,5 Millionen jungen Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren reden, die keinen Job haben.

Ich spreche deshalb nur über die Jugend in Deutschland und in der Europäischen Union (EU). Es gibt fast 27 Millionen Arbeitslose in der EU. Die suchen Jobs und bewegen sich von A nach B. Das ist eine Völkerwanderung. Wir nennen sie Freizügigkeit. Sieben Millionen junge Europäer hatten 2015 keine Arbeitsstelle, besuchten keine Schule und absolvierten keine Ausbildung. Darüber bin ich besorgt.

Diese Gruppe hat  kaum berufliche Perspektiven und wird sich teilweise radikalisieren. Warum ich das so ruhig vortragen kann? Weil ich zusammen mit Ihnen daran etwas ändern möchte. Ich sehe die Lösung darin, das Potential auch dieser Menschen durch Kooperation zur Entfaltung zu bringen und erkläre später, wie das genau aussieht.

Der Filter im Kopf

Ihr Gehirn hat diese Informationen gespeichert? Klasse! Leider bin ich kein Neurobiologe und kann nicht aus dem Stegreif erklären, wie Botenstoffe, einzelne Nervenzellen, Neuronenverbände, synaptische Verbindungen und was noch alles dazu gehört, die Gedächtnisbildung bewerkstelligen. Deshalb möchte ich zur Veranschaulichung Ihre Fantasie bemühen.

Stellen Sie sich bitte eine riesige Anlage zur Mülltrennung vor … Haben Sie das? Perfekt! Die Anlage in Ihrem Kopf zur Trennung von Informationsmüll ist noch viel komplexer. Das ist zwingend erforderlich. Jede Sekunde prasseln unzählige Sinneseindrücken auf uns ein. Was wir sehen, fühlen, riechen, schmecken, hören: Alles ist Information und muss sortiert werden. Das gilt auch für jedes Schulfach.

Richard David Precht, ein Philosoph und Bildungskritiker, hat einmal medienwirksam behauptet, ein Kind würde bis zum Abitur 100.000 Stunden Schule erleben. Diese Aussage ist eine maßlose Übertreibung. Sie ist leider notwendig, um die Unmengen an Wissen zu beschreiben, mit denen sich ein Kind in der Schule konfrontiert sieht und von dem es das meiste Gelernte vergessen wird. Herausgefiltert und im Gedächtnis abgespeichert wird nämlich nur das, was in Zukunft von Bedeutung sein könnte. Aber was ist von Bedeutung?

Emotionen und das einzigartige Wir

Kennen Sie sich noch mit Symmetrieoperationen aus? Lösen Sie Variablen und Gleichungen im Schlaf? Eine Kurvendiskussion bekommen Sie easy hin? Wunderbar. Ich habe das alles vergessen. An der Universität hatte ich einen Computer, der solche Sachen erledigt hat. Im Job habe ich diese Formen der Mathematik nie gebraucht. Das ist aber nicht der Hauptgrund meiner Vergesslichkeit.

Informationen speichern wir immer am besten, wenn Sie uns emotional berühren. Hat Sie Mathematik berührt? Auf Physik haben Sie sich gefreut? Den Chemie-Unterricht haben Sie in den Sommerferien bestimmt vermisst, oder? Erinnern Sie sich an Ihr Lieblingsfach? Ich fand Geschichte bombastisch. Ich hatte einen Lehrer, der beschrieb die Geschehnisse der französischen Revolution so bildhaft, dass ich dachte, ich wäre beim Sturm auf die Bastille live dabei gewesen. Das hat mich begeistert. Ich hatte aber nur drei Stunden pro Woche Geschichtsunterricht. Von mir aus hätten es 30 oder mehr sein können.

Emotionen sind also ein maßgeblicher Indikator dafür, ob Ereignisse langfristig speichernswert sind oder nicht. Der Psychologe Hans Markowitsch hat einen griffigen Satz formuliert, der dazu passt: „Ohne Gefühle gibt es keine Erinnerung.“ Und an Erlebnisse, die vor allem emotional positiv verknüpft sind, erinnert man sich besonders gerne.

Dazu kommt ein weiterer Aspekt. Sie wissen bestimmt, dass der Mensch von Natur aus ein kooperatives Wesen ist. Kooperation und Anerkennung motiviert uns. Wir strengen uns dann ganz besonders an und helfen uns gegenseitig, um es gemeinsam zu schaffen. Die Bereitschaft zur Kooperation kann man bereits bei Kleinkindern erkennen. Wenn wir mit anderen ein Problem lösen und sogar Erfolg haben, macht uns das richtig happy. Dann werden Glückshormone ausgeschüttet. Das kennen Sie vielleicht vom Fußball, wenn Sie mit Ihrer Mannschaft ein schweres Spiel gewonnen haben. „Wir haben es geschafft!“ Dieses Wir ist einzigartig.

Haben sich Ihre gemeinsamen Erfolge in Englisch, Deutsch, Mathematik, Chemie, Physik, Latein oder Kunst ins Gedächtnis eingebrannt? Natürlich nicht. Es gab ja kaum welche.

Der Kampf um die Karriere

Auf der Schulbank beginnt der Kampf um die lukrativen Arbeitsplätze und die Karriere. Dafür muss ein guter Abschluss her. Wenn es sein muss, mit der Brechstange. Der Abschluss zählt in Deutschland ohnehin mehr, als ihre Fähigkeiten und Talente. Als könne eine Note etwas darüber verraten, ob man jemals in dem Beruf, den man anstrebt, Spitzenleistungen abliefern wird. Aber ich will Sie nicht langweilen mit meinen Ansichten. Bleiben wir konkret.

Ohne Schulabschluss oder lediglich einem Hauptschulabschluss, bekommt ein junger Mensch kaum noch eine Lehrstelle. Vielleicht als Maler, Bäcker oder Klempner. Ein Realschulabschluss kann für eine Ausbildung als Bürokaufmann, Goldschmied oder Uhrmacher reichen. Alles ehrbare Berufe, deren Existenz in der Zukunft mehr als ungewiss ist.

Man kann davon ausgehen, dass diese Berufsbilder durch die Verschmelzung der industriellen Produktion mit der Informations- und Kommunikationstechnik zur Industrie 4.0 langsam verschwinden werden.

Als Bauingenieur, Softwareentwickler oder Wirtschaftsmathematiker sieht die Perspektive angeblich rosiger aus. Wer das glaubt, braucht das Abitur und einen Studienabschluss.

Mit der Peitsche zum Akademiker

Papa und Mama wollen selbstverständlich, dass ihre Kinder eine berufliche Perspektive haben und nach der digitalen Revolution ihren Platz in der Gesellschaft finden. Motiviert schicken sie ihre Kids in den globalen Wettbewerb um die besten Noten. Wieso global? Nun. In Deutschland sind etwa 2,7 Millionen Studenten an den Universitäten eingeschrieben. Weltweit sind es bummelig 165 Millionen. Da kommen in den nächsten Jahren noch 30 Millionen dazu. Die sind alle sehr flexibel und werden sich in der ganzen Welt auf Stellen bewerben.

Dazu sollten Sie wissen, dass sich bis 2008 die Steigerung des globalen Arbeitsangebots fast ausschließlich aus gering qualifizierten Personen gespeist hat und nicht aus Akademikern. Sorry, eine aktuelle Zahl habe ich nicht. Oha. Sie werden nachdenklich.

Eltern sind entsprechend der Ausgangslage angetan von einer Eins. Manche loben sogar Prämien dafür aus: Geld, Spielzeug, coole Klamotten und noch coolere Handys für das Ich. Die Zwei ist eine Note, die man noch gerne erwähnt. Eine eklige Drei hinterlässt bereits den schalen Geschmack von Mittelmäßigkeit. Der Nachwuchs scheint durch die erste Vier in Physik ernsthaft bedroht. Eine Fünf in Mathe stellt die Existenzfrage: Was soll bloß aus dem Kind werden? Das Abi muss her, sonst ist alles vorbei. Folglich wird das Ich im Akademisierungswahn mit der mehrschwänzigen Lernpeitsche angetrieben.

Teamfähigkeit ist gefordert

Üben. Pauken. Durchbeißen. Und noch viel mehr auswendig lernen. Vielleicht bringt Nachhilfe die Rettung vor dem Fegefeuer. Irgendwo hat man schließlich aufgeschnappt: „Viel hilft viel.“ Die Überdosis an schulischer Bildung ist sowieso beschlossene Sache.

Beitragsbild - Schule und Potentialentwicklung - Neue Debatte - 22042016 CC0 -kaboompics.com

Das Hardcore-Programm aus Anspruchsdenken und schulischer Anforderung halten nicht alle durch. Sie erinnern sich? Bei etwa 25 Prozent aller Kinder und Jugendlichen sind im Verlauf der Schulkarriere psychosomatische Störungen zu beobachten. Dies ist der bittere Vorgeschmack auf das, was kommen wird: Die Welt der Arbeit. Dort, wo verbissen um Zeitverträge, halbe Stellen oder fixe Anstellungen gerungen wird. Wo man schuftet, weil man es muss, und wo Lob und Anerkennung so selten sind wie Cerit.

Das System Schule hat den Geist des Ichs vorsorglich auf DIN-A4-Format gefaltet, damit sich für seinen Träger in der Wirtschaft eine passende Schublade findet. Und dann steht in fast jeder Stellenausschreibung irgendetwas von Teamfähigkeit. Sind Sie teamfähig?

Eine neue Konzeption der Kooperation

Kennen Sie Jeremy Rifkin? Das ist ein US-Amerikaner und vor allem ein Soziologe und Ökonom. Schon vor über zehn Jahren hat er darauf hingewiesen, dass durch die digitale Revolution langfristig die Arbeit verschwinden wird, da sogar die billigste menschliche Arbeitskraft immer noch teurer sei als die einer Maschine.

Roboter werden bald richtig aufs Tempo drücken. Dann werden Sie sehen, was maximaler Einsatz ist. Habe ich Ihnen Angst gemacht? Das wollte ich nicht. Roboter sind super. Sie können die schweren und stupiden Arbeiten verrichten, während sich die Menschen wieder dem Denken zuwenden.

Wie sonst sollten wir uns auf diesen Wettkampf einstellen? Niemand kann vorhersagen, welche Wissensbereiche in der Zukunft relevant sein werden. Das System Schule kennt auf diese Frage nur eine Rezeptmischung: Trichter auf den Kopf und rein mit soviel Zeug wie möglich.

Dabei ist die Kunst des Lehrens eben nicht zu zeigen, wie anstrengend und schwer etwas ist, sondern zu vermitteln, dass das Lernen des Unbekannten Freude bereitet und es durch die eigene Begeisterung und mit der Unterstützung anderer ganz leicht sein wird. Sie ahnen, wovon ich rede? Genau. Eine neue Konzeption der Kooperation.

Die Revolution beginnt jetzt

Dafür brauchen wir eine innere Revolution, die uns in eine Kultur der Begegnung und in eine Gesellschaft der Potentialentfaltung und des Bewusstseins führt. Das Ich überwinden, zum Wir zurückkehren und sich den Herausforderungen stellen als eine Gemeinschaft, in der nicht versucht wird, einen anderen auf Teufel komm raus zu übertrumpfen, sondern ihn zu ermutigen und zu bestärken, seine Begabungen zu entfalten. Aber nicht aus marktwirtschaftlichen oder sonstigen ökonomischen Überlegungen.

Wir brauchen jedes Talent, um unseren gesellschaftlichen Niedergang zu verhindern, der sich nicht nur durch Konflikte, Umweltzerstörung und soziale Verwerfungen abzeichnet. Sondern auch durch eine zunehmende Gleichgültig und Empathielosigkeit gegenüber dem Schicksal von Mensch und Tier. Das wissen Sie. Das muss ich nicht ausführen.

Damit sich aus dem individuellen Potential Fähigkeiten entwickeln, die für alle gut sein können, gehören sie wie die Farben eines Malers auf eine Leinwand. Die Leinwand, das ist eine Gemeinschaft, in der man Sicherheit, Inspiration und Anerkennung findet. Das kann die Schule sein, der Arbeitsplatz oder die Straße. Hauptsache es sind Menschen beteiligt, die dieser Idee folgen wollen.

Das glauben Sie nicht? Dann schauen Sie sich mal Der Straßenchor Berlin an. Der besteht aus Obdachlosen, Drogensüchtigen und Hoffnungslosen. Die singen vor ausverkauften Haus und begeistern die Zuhörer. Eine Ausnahme? Gut. Was halten Sie von Paidaia? Die ermutigen zum Beispiel jugendliche Intensivtäter dazu, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen und etwas aus sich zu machen. Und wissen Sie was. Die schaffen das plötzlich, durch die Gemeinschaft und den Zuspruch.

Begleitendes Mentoring

Kooperation, der Austausch von Erfahrungen und der Wissenstransfer zwischen den Mitgliedern der Gruppe sind die Motivation, um das Potential von allen auszuschöpfen. Dafür bedarf es einer Kommunikation, die auf Augenhöhe stattfindet. Benotungen, Erwartungshaltungen, Idealvorstellungen die erfüllt werden sollen – das braucht niemand. Dadurch entwickelt sich keine Begeisterung und kein echtes Wir-Gefühl.

Begleitendes Mentoring und Beobachtung der theoretischen und praktischen Fähigkeiten und Begabungen bei gleichzeitiger Selbstbewertung von Stärken und Entwicklungsfeldern ist ein Gegenmodell. Da gibt es kein gut oder schlecht, sondern einen gemeinsamen Fortschritt. Der lässt sich in kleinen Einheiten unproblematischer und stressfreier ansteuern, als in großen Gruppen.

Beitragsbild - Schule und Potentialentwicklung - Neue Debatte - 22042016 CC0 - WikiImages - (pixabay)

Verbunden durch das Wir machen sich alle auf den Weg zur Spitze des Berges. Jeder wird die Notwendigkeit der Bemühungen für sich akzeptieren und im Idealfall als Selbstverpflichtung auffassen. Verantwortung wird dadurch freiwillig für alle anderen übernommen und für sich selbst auch. Denn schon der erste Schritt der Reise lohnt sich, weil am Ende des Weges jeder ein Meister und damit Teil von etwas Großartigem sein wird. Das bringt Höchstleistungen hervor. Nicht nur in der Schule.In allen Lebensbereichen greift dieser Mechanismus.

Anerkennung und Wertschätzung sind zentral

Bei Sportmannschaften können Sie das jedes Wochenende beobachten. Für die Entwicklung des intelligenten und autonomen Systems Agentcities haben Informatiker und Forscher aus elf Nation ihren Hirnschmalz in einen Topf geworfen. Das Ergebnis war eine Software, die die Reaktionen von Menschen nachbildet und in deren Namen Aufgaben zusammen mit dem autonomen Netz erledigen kann. Das hätte sich nicht einmal Jules Verne ausdenken können. Erinnern Sie sich an Roald Amundsen? Der hat den Südpol nicht alleine erreicht, sondern durch die übermenschliche Leistung und Kooperation seines Teams.

Stellen Sie sich das perfekte Zusammenspiel eines Orchesters vor. Sie können sich das vorstellen? Fangen Sie an eine kleine Gemeinschaft aufzubauen, die den Gedanken der Potentialentfaltung in den Mittelpunkt stellt. Werden Sie ein Mentor, der andere ermutigt. Werden Sie ein Potentialentfalter. Bringen Sie ihr Wissen und ihr Können in die Gruppe ein, die sich für ein spezielles Thema interessiert bei dem der Mensch Mittelpunkt ist, und Sie werden sehen, welche Power sich daraus entwickeln kann. Gründen Sie einen Verein, starten Sie ein Projekt oder bauen Sie eine Genossenschaft auf, die sich dem Gemeinwohl verschreibt und in der jeder eine hohe Wertschätzung erfährt.

Jeder hat einzigartige Talente

Wo Sie Leute finden, die genau das wollen? Sie kennen bestimmt jemanden. Fragen sie direkt. Suchen Sie im Netz. Sie finden Projekte, Organisationen und Menschen, die die Potentialentfaltung als Ziel haben. Martin Cordsmeier hat zum Beispiel seine eigene Bewegung gegründet und wie er sagt, nur den ersten Dominostein umgeworfen. Cordsmeier hat übrigens weder studiert noch eine Ausbildung gemacht und ist heute Vorstand einer Stiftung.

Ach … Die Zeit ist fortgeschritten. Es ist nicht alles ausgesprochen, aber das wesentliche schon. Geben Sie mir noch einen Augenblick für zwei Sätze und ein Zitat von Prentice Mulford.

Jeder Mensch hat latent in sich eine Fähigkeit, ein Talent, ein nuanciertes Vermögen, das einzig ist wie sein Dasein.

Zu unterstützen, diesen Talenten Raum zu geben, ist der wichtigste Wettbewerb, dem wir uns stellen können. Wir werden diesen Wettkampf gemeinsam gewinnen, durch eine Revolution der Potentialentfaltung.

PS: Ich biete Ihnen gerne das Du an.

Bilder: CC0, Hans Braxmeier (Titel), Steve Buissinne, TheHilaryClark und WikiImages (alle pixabay) sowie kaboompics.com.

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