Jahrestag der Empörten

In Spanien feierten am Sonntag Tausende den fünften Jahrestag der Protestbewegung Indignados (Die Empörten).

Indignados ist eine tolle Bewegung. Sie zeigt, dass man als kleiner Bürger doch etwas bewirken kann. Aus dieser Protestbewegung ist „Podemos“ entstanden, die als Partei nun die politische Landschaft in Spanien auf den Kopf stellt.

Schon als Ergebnis der letzten Wahlen vom 20.Dezember sind Vertreter von Podemos im Parlament, die die Dinge beim Namen nennen. Sie decken auf, dass die etablierten Parteien bis zum Hals in einem Sumpf aus Korruption stecken und sorgen dafür, dass sich in der Politik etwas bewegt. Nun schickt sich Podemos an, Seite an Seite mit einem linken Bündnis die Neuwahlen am 26. Juni zu gewinnen.

Manch ein Zeitgenosse mag sich jetzt auch empören: Die Verhältnisse in Deutschland unterscheiden sich nicht großartig von denen in Spanien.

Auch hier hat sich die Sozialdemokratie von ihrem angestammtes Klientel abgewendet und sich den Konservativen angebiedert. Damit hat man dem Neoliberalismus, der im Grunde genommen nichts anderes als ein bunt angemalter Faschismus „light“ ist, Tür und Tor geöffnet.

Die Frage sei erlaubt: Was muss in Deutschland passieren, damit sich die Menschen auch öffentlich empören und Flagge zeigen? Sich im Internet zu echauffieren nützt allmählich nichts mehr.


Redaktioneller Hinweis: Aus Protest gegen die Folgen der Wirtschaftskrise, politische Misstände, die Einschnitte bei Sozialprogrammen und wegen der Korruption im Land, wurden im Mai 2011 in ganz Spanien öffentliche Plätze von Bürgerinnen und Bürgern besetzt. Die spanischen Medien nannten die Bewegung Indignados („Empörte“) oder auch Movimiento 15-M („Bewegung 15. Mai“). Aus der Protestbewegung Indignados, die zum Vorbild für die „Occupy-Bewegung“ wurde, ging 2014 die Partei Podemos hervor.


Foto: CC BY-SA 3.0Olmo Calvo – Demonstration in Madrid am 15. Mai 2011


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