Jahrestag der Empörten

Indignados ist eine tolle Bewegung. Sie zeigt, dass man als kleiner Bürger doch etwas bewirken kann. Aus dieser Protestbewegung ist “Podemos” entstanden, die als Partei nun die politische Landschaft in Spanien auf den Kopf stellt.

Schon als Ergebnis der letzten Wahlen vom 20.Dezember sind Vertreter von Podemos im Parlament, die die Dinge beim Namen nennen. Sie decken auf, dass die etablierten Parteien bis zum Hals in einem Sumpf aus Korruption stecken und sorgen dafür, dass sich in der Politik etwas bewegt. Nun schickt sich Podemos an, Seite an Seite mit einem linken Bündnis die Neuwahlen am 26. Juni zu gewinnen.

Manch ein Zeitgenosse mag sich jetzt auch empören: Die Verhältnisse in Deutschland unterscheiden sich nicht großartig von denen in Spanien.

Auch hier hat sich die Sozialdemokratie von ihrem angestammtes Klientel abgewendet und sich den Konservativen angebiedert. Damit hat man dem Neoliberalismus, der im Grunde genommen nichts anderes als ein bunt angemalter Faschismus “light” ist, Tür und Tor geöffnet.

Die Frage sei erlaubt: Was muss in Deutschland passieren, damit sich die Menschen auch öffentlich empören und Flagge zeigen? Sich im Internet zu echauffieren nützt allmählich nichts mehr.


Redaktioneller Hinweis: Aus Protest gegen die Folgen der Wirtschaftskrise, politische Missstände, die Einschnitte bei Sozialprogrammen und wegen der Korruption im Land, wurden im Mai 2011 in ganz Spanien öffentliche Plätze von Bürgerinnen und Bürgern besetzt. Die spanischen Medien nannten die Bewegung Indignados (“Empörte”) oder auch Movimiento 15-M (“Bewegung 15. Mai”). Aus der Protestbewegung Indignados, die zum Vorbild für die “Occupy-Bewegung” wurde, ging 2014 die Partei Podemos hervor.


Foto: CC BY-SA 3.0Olmo Calvo – Demonstration in Madrid am 15. Mai 2011

Seit 1967 lebt der im spanischen Granada geborene Bernardo Jairo Gomez Garcia in Deutschland. Sein Vater stammt aus Kolumbien, seine Mutter aus Spanien. Schon vor seinen Ausbildungen zum Trockenbaumonteur und Kfz-Lackierer entdeckte Gomez seine Leidenschaft für die Kunst. Er studierte an einer privaten Kunsthochschule Airbrushdesign und wechselte aus der Fabrikhalle ans Lehrerpult. Rund 14 Jahre war Gomez als Spanischlehrer in der Erwachsenenbildung tätig. Seine Interessen gelten der Politik, Geschichte, Literatur und Malerei. Für Neue Debatte schreibt Jairo Gomez über die politischen Entwicklungen in Spanien und Lateinamerika und wirft einen kritischen Blick auf die gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland und Europa.

Newsletter

Neue Kommentare

Claus Meyer bei Ideologiefrei – Wie Konkurrenz…
Claus Meyer bei Warum die Zeit für das bedingu…
Morgentau bei #FridaysForFuture: Offener Bri…
Neue Debatte bei Unsichtbares Komitee: Der komm…
Joachim bei Unsichtbares Komitee: Der komm…
marie bei Unsichtbares Komitee: Der komm…
Jürgen Elsen bei Ideologiefrei – Wie Konkurrenz…
Claus Meyer bei Ideologiefrei – Wie Konkurrenz…
wolfgang fubel bei Wer hat Europa auf dem Gewisse…
Morgentau bei Münchner Sicherheitskonferenz…