Byung-Chul Han erklärt, warum heute keine Revolution mehr möglich ist.

Die soziale Ungleichheit nimmt weltweit zu und führt zu massiver Kritik am neoliberalen Herrschaftssystem. Die Menschen murren, der Ruf nach einem Systemwechsel wird lauter. Das ist auch schon alles. Der Philosoph Byung-Chul Han erklärt, warum heute keine Revolution mehr möglich ist.

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Als es vor einem Jahr in der Berliner Schaubühne zu einer Debatte zwischen Antonio Negri und mir kam, stießen zwei Kapitalismuskritiken frontal aufeinander.

Negri schwärmte für Möglichkeiten des globalen Widerstandes gegen das „Empire“, das neoliberale Herrschaftssystem. Er präsentierte sich als kommunistischer Revolutionär und bezeichnete mich als skeptischen Professor. Emphatisch beschwor er die „Multitude“, die vernetzte Protest- und Revolutionsmasse, der er es offenbar zutraute, das Empire zu Fall zu bringen. Mir erschien die Position des kommunistischen Revolutionärs zu naiv und realitätsfern. So versuchte ich, Negri zu erklären, warum heute keine Revolution mehr möglich ist.

Warum ist das neoliberale Herrschaftssystem so stabil? Warum gibt es so wenig Widerstände dagegen? Warum werden sie alle so schnell ins Leere geführt? Warum ist heute keine Revolution mehr möglich trotz immer größer werdender Schere zwischen Reichen und Armen? Für eine Erklärung ist ein genaues Verständnis notwendig, wie die Macht und Herrschaft heute funktioniert.

Wer ein neues Herrschaftssystem installieren will, muss Widerstand beseitigen.

Das gilt auch für das neoliberale Herrschaftssystem. Zur Einsetzung eines neuen Herrschaftssystems ist eine setzende Macht notwendig, die oft mit Gewalt einhergeht. Aber diese setzende Macht ist nicht identisch mit der das System nach innen hin stabilisierenden Macht. Es ist bekannt, dass Margaret Thatcher als Vorkämpferin des Neoliberalismus die Gewerkschaften als „Feind im Inneren“ behandelte und sie gewaltsam bekämpfte. Gewaltsamer Eingriff zur Durchsetzung der neoliberalen Agenda ist jedoch nicht jene systemerhaltende Macht.

Die systemerhaltende Macht ist nicht mehr repressiv, sondern verführend

Die systemerhaltende Macht der Disziplinar- und Industriegesellschaft war repressiv. Fabrikarbeiter wurden durch Fabrikeigentümer brutal ausgebeutet. So führte die gewaltsame Fremd-Ausbeutung der Fabrikarbeiter zu Protesten und Widerständen. Möglich war hier eine Revolution, die das herrschende Produktionsverhältnis umstürzen würde. In diesem repressiven System sind sowohl die Unterdrückung als auch die Unterdrücker sichtbar. Es gibt ein konkretes Gegenüber, einen sichtbaren Feind, dem der Widerstand gilt.

Das neoliberale Herrschaftssystem ist ganz anders strukturiert. Hier ist die systemerhaltende Macht nicht mehr repressiv, sondern seduktiv, das heißt, verführend. Sie ist nicht mehr so sichtbar wie in dem disziplinarischen Regime. Es gibt kein konkretes Gegenüber mehr, keinen Feind, der die Freiheit unterdrückt und gegen den ein Widerstand möglich wäre.

Der Neoliberalismus formt aus dem unterdrückten Arbeiter einen freien Unternehmer, einen Unternehmer seiner selbst.

Jeder ist heute ein selbstausbeutender Arbeiter seines eigenen Unternehmers. Jeder ist Herr und Knecht in einer Person. Auch der Klassenkampf verwandelt sich in einen inneren Kampf mit sich selbst. Wer heute scheitert, beschuldigt sich selbst und schämt sich. Man problematisiert sich selbst statt der Gesellschaft.

Das unterworfene Subjekt ist sich nicht einmal seiner Unterworfenheit bewusst

Ineffizient ist jene disziplinarische Macht, die mit einem großen Kraftaufwand Menschen gewaltsam in ein Korsett von Geboten und Verboten einzwängt. Wesentlich effizienter ist die Machttechnik, die dafür sorgt, dass sich Menschen von sich aus dem Herrschaftszusammenhang unterordnen. Ihre besondere Effizienz rührt daher, dass sie nicht durch Verbot und Entzug, sondern durch Gefallen und Erfüllen wirkt. Statt Menschen gefügig zu machen, versucht sie, sie abhängig zu machen. Diese Effizienzlogik des Neoliberalismus gilt auch der Überwachung. In den 1980er-Jahren hat man heftigst gegen die Volkszählung protestiert. Sogar die Schüler gingen auf die Straße.

Aus heutiger Sicht wirken die notwendigen Angaben wie Beruf, Schulabschluss oder Entfernung zum Arbeitsplatz fast lächerlich. Es war eine Zeit, in der man glaubte, dem Staat als Herrschaftsinstanz gegenüberzustehen, der den Bürgern gegen deren Willen Informationen entreißt. Diese Zeit ist längst vorbei.

Heute entblößen wir uns aus freien Stücken.

Es ist gerade diese gefühlte Freiheit, die Proteste unmöglich macht. Im Gegensatz zur Zeit der Volkszählung protestieren wir kaum gegen die Überwachung. Freie Selbstausleuchtung und -entblößung folgt derselben Effizienzlogik wie die freie Selbstausbeutung. Wogegen protestieren? Gegen sich selbst? Diese paradoxe Situation bringt die amerikanische Konzeptkünstlerin Jenny Holzer mit ihrem „truism“ zum Ausdruck: „Protect me from what I want.“

Es ist wichtig, zwischen setzender und erhaltender Macht zu unterscheiden. Die systemerhaltende Macht nimmt heute eine smarte, freundliche Form an und macht sich dadurch unsichtbar und unangreifbar. Das unterworfene Subjekt ist sich hier nicht einmal seiner Unterworfenheit bewusst. Es wähnt sich in Freiheit. Diese Herrschaftstechnik neutralisiert den Widerstand auf eine sehr effektive Art und Weise. Die Herrschaft, die Freiheit unterdrückt und angreift, ist nicht stabil. Das neoliberale Regime ist deshalb so stabil, immunisiert sich gegen jeden Widerstand, weil es von der Freiheit Gebrauch macht, statt sie zu unterdrücken. Die Unterdrückung der Freiheit provoziert schnell Widerstand. Die Ausbeutung der Freiheit dagegen nicht.

Gewalt gegen sich selbst, statt die Gesellschaft zu verändern

Nach der Asienkrise war Südkorea gelähmt und geschockt. Da kam der IWF und gab den Koreanern Kredite. Dafür musste die Regierung die neoliberale Agenda gewaltsam gegen Proteste durchsetzen. Diese repressive Macht ist die setzende Macht, die häufig auf Gewalt zurückgreift. Aber diese setzende Macht unterscheidet sich von der systemerhaltenden Macht, die im neoliberalen Regime sich sogar als Freiheit gibt. Für Naomi Klein ist der gesellschaftliche Schockzustand nach Katastrophen wie der Finanzkrise in Südkorea oder Griechenland die Gelegenheit, die Gesellschaft gewaltsam einer radikalen Neuprogrammierung zu unterwerfen. Heute gibt es in Südkorea kaum Widerstände. Es herrscht dagegen ein großer Konformismus und Konsens mit Depression und Burn-out. Südkorea hat heute weltweit die höchste Suizidrate. Man wendet Gewalt gegen sich selbst an, statt die Gesellschaft verändern zu wollen. Die Aggression nach außen, die eine Revolution zur Folge hätte, weicht einer Selbstaggression.

Heute gibt es keine kooperierende, vernetzte Multitude, die sich zu einer globalen Protest- und Revolutionsmasse erheben würde.

Vielmehr macht die Solitude des für sich isolierten, vereinzelten Selbst-Unternehmers die gegenwärtige Produktionsweise aus. Früher standen Unternehmen miteinander in Konkurrenz. Innerhalb des Unternehmens war dagegen eine Solidarität möglich. Heute konkurriert jeder mit jedem, auch innerhalb eines Unternehmens. Diese absolute Konkurrenz erhöht zwar die Produktivität enorm, aber sie zerstört Solidarität und Gemeinsinn. Aus erschöpften, depressiven, vereinzelten Individuen lässt sich keine Revolutionsmasse formen.

Man kann den Neoliberalismus nicht marxistisch erklären. In ihm findet nicht einmal die berühmte „Entfremdung“ von der Arbeit statt. Heute stürzen wir uns mit Euphorie in die Arbeit bis zum Burn-out. Die erste Stufe des Burn-out-Syndroms ist eben die Euphorie. Burn-out und Revolution schließen sich aus. So ist es ein Irrtum zu glauben, dass die Multitude das parasitäre Empire abwirft und eine kommunistische Gesellschaft installiert.

Die Ökonomie des Teilens führt zu einer Totalkommerzialisierung des Lebens

Wie steht es heute mit dem Kommunismus? Überall wird Sharing und Community beschworen. Die Sharing-Ökonomie soll die Ökonomie des Eigentums und des Besitzes ablösen. „Sharing is Caring“, „Teilen ist Heilen“, so heißt eine Maxime der „Circler“ im neuen Roman von Dave Eggers, „The Circle“. Die Pflastersteine, die den Fußweg zur Firmenzentrale von Circle bilden, sind durchsetzt mit Sprüchen wie „Sucht Gemeinschaft“ oder „Bringt euch ein“. Caring is Killing, sollte es aber eigentlich heißen. Auch die digitale Mitfahrzentrale „Wunder Car“, die jeden von uns zum Taxi-Fahrer macht, wirbt mit der Idee der Community. Es ist aber ein Irrtum zu glauben, dass die Sharing-Ökonomie, wie Jeremy Rifkin in seinem jüngsten Buch „Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft“ behauptet, ein Ende des Kapitalismus, eine globale, gemeinschaftlich orientierte Gesellschaft einläutet, in der Teilen mehr Wert hätte als Besitzen. Im Gegenteil: Die Sharing-Ökonomie führt letzten Endes zu einer Totalkommerzialisierung des Lebens.

Zweckfreie Freundlichkeit unmöglich

Der von Jeremy Rifkin gefeierte Wechsel vom Besitz zum „Zugang“ befreit uns nicht vom Kapitalismus. Wer kein Geld besitzt, hat eben auch keinen Zugang zum Sharing. Auch im Zeitalter des Zugangs leben wir weiterhin im „Bannoptikum“, in dem diejenigen, die kein Geld haben, ausgeschlossen bleiben. „Airbnb“, der Community Marktplatz, der jedes Zuhause in ein Hotel verwandelt, ökonomisiert sogar die Gastfreundschaft. Die Ideologie der Community oder der kollaborativen Commons führt zur Totalkapitalisierung der Gemeinschaft. Es ist keine zweckfreie Freundlichkeit mehr möglich.

In einer Gesellschaft wechselseitiger Bewertung wird auch die Freundlichkeit kommerzialisiert.

Man wird freundlich, um bessere Bewertungen zu erhalten. Auch mitten in der kollaborativen Ökonomie herrscht die harte Logik des Kapitalismus. Bei diesem schönen „Teilen“ gibt paradoxerweise niemand etwas freiwillig ab. Der Kapitalismus vollendet sich in dem Moment, in dem er den Kommunismus als Ware verkauft. Der Kommunismus als Ware, das ist das Ende der Revolution.

Byung-Chul Han - Philosoph - Berlin
„Der Kommunismus als Ware, das ist das Ende der Revolution.“

Byung-Chul Han, geboren in Seoul, lehrt an der Universität der Künste Berlin Philosophie und Kulturwissenschaft. Han veröffentlichte zahlreiche Bücher wie zum Beispiel Müdigkeitsgesellschaft, Agonie des Eros, Transparenzgesellschaft, Topologie der Gewalt und den Essayband Psychopolitik: Neoliberalismus und die neuen Machttechniken. Hinweis: Der Gastbeitrag erschien erstmals auf Süddeutsche.de. Wir danken Prof. Byung-Chul Han für die Erlaubnis der Veröffentlichung. (Foto: Byung-Chul Han)

Titelfoto: CC0 Public DomainAquilaSol (Pixabay)

8 Thoughts

  1. „Heute gibt es in Südkorea kaum Widerstände. Es herrscht dagegen ein großer Konformismus und Konsens mit Depression und Burn-out. Südkorea hat heute weltweit die höchste Suizidrate. Man wendet Gewalt gegen sich selbst an, statt die Gesellschaft verändern zu wollen. Die Aggression nach außen, die eine Revolution zur Folge hätte, weicht einer Selbstaggression.“

    Inzwischen sieht es in Südkorea so aus:
    „Protest für mehr Demokratie
    Hunderttausende von Menschen sind aus Protest gegen die südkoreanische Präsidentin Park auf die Strasse gegangen. Dabei geht es nicht nur um einen Skandal.“
    Quelle:
    https://www.nzz.ch/international/asien-und-pazifik/massenproteste-in-suedkorea-protest-fuer-mehr-demokratie-ld.128158

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  2. “ Das neoliberale Regime ist deshalb so stabil, immunisiert sich gegen jeden Widerstand, weil es von der Freiheit Gebrauch macht, statt sie zu unterdrücken. Die Unterdrückung der Freiheit provoziert schnell Widerstand. Die Ausbeutung der Freiheit dagegen nicht.“

    Das neoliberale System ist immer dann instabil, wenn es von der Freiheit nicht nur Gebrauch macht, sondern sie missbraucht (Deregulierung, wiederholte Banken-Zusammenbrüche)! Das System scheint nur weiterhin stabil zu bleiben, wenn es „mit Gewalt“, nämlich dem massiven Einsatz des Volksvermögens gestützt wird. Darin ähneln sich alle ökonomischen Systeme. Die Ideologie irgendeines Systems muss garnicht fehlerhaft sein, ist aber immer dann vom Scheitern bedroht, wenn die daran beteiligten Menschen jedes Maß verlieren. Wenn der neoliberale Missbrauch der Freiheit die bürgerliche Freiheit allzu sehr stört oder zerstört, ist auch eine Revolte möglich.

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  3. „Der Kommunismus als Ware, das ist das Ende der Revolution.“ Auch wenn das faktisch von Slavoj Zizek „geklaut“ ist, bleibt es nur eine halbe Wahrheit, denn dass der Kapitalismus seinen Erzfeind zu vermarkten sucht, ist auch seine Schwäche. Es ist der Grund, warum das Kapital zuletzt mit seinen eigenen Waffen geschlagen wird. Ein bisschen Dialektik täte gut – auf beiden Seiten: http://blog.herold-binsack.eu/2011/08/%e2%80%9eich-mochte-lieber-nicht%e2%80%9c/, aber auch: http://blog.herold-binsack.eu/2016/02/zizek-vs-laclau-ein-mangel-an-diskurs/.
    Spätestens an dieser Stelle, nämlich jener sich darstellenden Antinomie, sollten wir begreifen lernen, warum Marxens Kapitalskritik zunächst als immanente Kritik verstanden werden sollte. Er kritisiert das Kapital nicht nur einfach anhand seiner inneren Widersprüche, sondern auch anhand seiner Ansprüche. Die Phantasmen sind „notwendig“ auch in dem Sinne, als sie ständige Begleitung schließlich bis zu seinem Untergang sind. Dieser Untergang ist nicht als Automatismus misszuverstehen, sondern als ein Prozess des ständigen Scheiterns. Des Scheiterns aber auch und gerade im griechisch-tragischen Sinne, nämlich des Scheiterns auch seiner „Helden“. Dass die „Revolution ihre Kinder frisst“ ist dem Marxisten keine Überraschung. Eher dann doch schon, dass das Kapital es immer wieder schafft neue Revolutionäre zu gebären. Doch genau darin liegt das Wesen des speziellen Scheitern des Kapitals. Begründet allerdings nicht nur in einer Eigenschaft des Menschen, ja des Lebendigen schlechthin, nämlich des „Überleben-wollens“, koste es was es wolle, sondern speziell in seiner Ökonomie. Denn im Interesse der Aufrechterhaltung des Kapitalismus selber, liegt dieses ständig Neuschaffen seines Gegenüber. Kapital ohne Proletariat geht nicht, sowenig wie sein Aufstieg ohne seinen Fall. Das revolutionäre am Kapitalismus ist damit schließlich auch die Bedingung seines Untergangs. Seine Fähigkeit sich immer wieder neu zu schaffen, erhält nicht nur ihn selbst, sondern auch seine Gegner. Dass dies umschlägt in seine Überwindung, ist nicht eine Frage des ob, sondern nur des wie und des wann.

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    1. „Denn im Interesse der Aufrechterhaltung des Kapitalismus selber, liegt dieses ständig Neuschaffen seines Gegenübers.“ Dies ist sicher die relevante Thematik in der Diskussion. Der Verlust des Feindbildes durch den Zerfall der UdSSR und des Warschauer Pakts zu Beginn der 1990er markiert aus meiner Sicht den formalistischen Triumph des kapitalisitischen Systems gegen den „wichtigsten“ Feind (China bleibt ein Sonderfall).

      Auf die Phase der völligen Entfesselung des Kapitals, was sich in den wesentlichen Wirtschaftsstatistiken ablesen lässt, folgte eine kurze Etappe der Ernüchterung: Ohne Feindbild, fehlt das Motiv für das eigene Handeln. Nach 9/11 entstand nach Außen ein völlig neues Feindbild, was den Kampf nach Innen überlagern konnte. Diese Waffe ist stumpf und das alte Feindbild wird nun bemüht, obgleich dies abgenutzt ist. Nun verändert sich der Blick der ausgebeuteten Schichten durch die Zugänglichkeit zu Informationen, und wohl viel wesentlicher durch die Erfahrung der eigenen Perspektivlosigkeit. Immer stärker tritt die Kritik am System ins Rampenlicht – es wird selbst zum Feindbild, wobei der vermeindliche Wegfall von Klassen und vor allem das mangelhafte Klassenbewusstsein – und da liegt Byung-Chul Han nicht wirklich falsch -, vorangetrieben durch Gleichmacherei und Betonung der Individualität, tatsächlich den Widerstand lähmt. Zumindest bei jenen, die glauben, dass das System aus sich selbst zu großen Veränderungen fähig sei.

      Die Aussage „Kapital ohne Proletariat geht nicht, sowenig wie sein Aufstieg ohne seinen Fall.“ trifft sicher so nicht mehr zu, da die Klasse der Lohnarbeiter durch Technik und künstliche Intelligenz verdrängt wird. Es sind so viele Arbeitskräfte vorhanden, dass diese durch das kapitalistische System im Produktionsprozess gar nicht mehr ausgebeutet werden können.

      Auf der anderen Seite, und da schließt sich der Kreis, braucht das System dringend und beständig Konsumenten. Aber ohne Lohn kein Konsum. Der Kapitalismus wird sich hier – und er tut dies bereits – durch das „Beatmen“ seiner Konsumen behelfen.

      Die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens, sofern dieses nicht mit diversen vorbeugenden Maßnahmen wie z.B. der Vergesellschaftung von Profiten etc. Hand in Hand geht, wird eine weitere Maßnahme sein, um das Überleben des Kapitalismus zu sichern.

      Doch auch dies funktioniert weder dauerhaft und noch langfristig, da die o.g. Technik zu rasant fortschreitet. Was bleibt als Option bzw. Ausweg: Eine völlige Abkehr vom System, eine Art Reset mit Neustart, oder die Konfrontation, wobei diese hüben wie drüben keinerlei Wirkungsgrad erreicht, da die übergeordneten Probleme – u.a. die ökologischen Veränderungen – zu gravierend sind.

      Neustart als Option also, wobei – und da stimmt es dann wieder – das System es nicht selbst kann, weil es die eigene Überflüsssigkeit nicht eingesteht.

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  4. Mit einem Blick auf die Erdengeschichte ginge ein Reset. Vorausgesetzt wir sind der Kommunikation mächtig (gibts genug Spezialisten). Wenn wir die Geschichte der Menschen auf dieser Welt EIINFACH betrachten, dann sieht man wie diese verschiedenen Kulturen sich aus geologischer Sicht gebildet haben. Kapitalismus war in den nördlichen Ländern einfach notwendig um das Überleben zu sichern. Diese Menschen mussten Kohle besorgen, anhäufen, um hier überleben zu können. Das Problem war dann die schon damalige Gewinnoptimierung wegen der natürlichen Angst der Arterhaltung. Meines erachtens ein krebsgeschwür des kapitalismus, wo wir von vielen naturvölkern einiges lernen könnten soferne respekt und kommunikation funktionieren, und im Schulsystem auch globalistisch Gedankengut gebildet wird. Die Kolonialisierung, und das überstülpen dieser kapitalistischen Lebensweise auf Kulturen, die das eigentlich gar nicht nötig hatten. Jetzt wäre dringend der Reset Knopf zu drücken, um diese wahre Vielfalt der verschiedenen Kulturen zu erhalten. Darüber zu kommunizieren, und die wunderbare Welt zu erkennen, zu erforschen, die Zusammenhänge zu sehen, zu begreifen, und zu verinnerlichen. Wohl der größte Wert hier auf erden.. Andauernd höre ich vom mächtigen Herrschaftssystemen, mit dem langweiligen Einheitsbrei des Kapitalismus auf die ganze welt auszweiten, überzustülpen. Dies lässt die biodiversität der Menschenleben und deren einzigartigen kulturen verschwinden.. Die Griechen haben schon eine andere Kultur als die Deutschen. Das gehört respektiert. Ein EU Gesetz hilft da wenig. Und das gehört kommuniziert. Im Asiatischen Raum gibts eine andere kultur, weil auch die Geologie anders ist. Ich sehe das Problem der hochgebildeten verschiedenen Spezialisten, dass die kommunikation zwischen den verschiedenen spezialgebieten nicht mehr funktioniert, bitte lösen sie das Problem. Geben Sie globalistisch denkenden Menschen den gleichen Stellenwert.

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    1. Vielen Dank für den Kommentar. Dazu eine Nachfrage. „Ich sehe das Problem der hochgebildeten verschiedenen Spezialisten, dass die kommunikation zwischen den verschiedenen spezialgebieten nicht mehr funktioniert, bitte lösen sie das Problem.“ Gerade diese Kommunikation scheint doch insbesondere in interdisziplinären Entwicklungsteams aus Forschung, Technik und Wirtschaft besonders gut zu funktionieren. Liegt die Kommunikationsproblematik eventuell auf der Eben des Privaten, des Miteinander in der unmittelbaren Umgebung, wenn also zum Beispiel Nachbarn sich nicht mehr kennen, man sich nicht mehr auf der Straße grüßt oder überhaupt niemand jemand weiß, wer eine Tür weiter wohnt?!

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      1. Da gebe ich dir schon recht, so scheint es derweilen zu sein. Meines erachtens ist das Angst, Neid, etc.
        Doch wie kommt es zu solchen Auswüchsen.
        Spezialisten haben einen hohen Stellenwert, durch die langjährige Ausbildung erworben. Sie haben eine eigene Sprache entwickelt mit der sie unter sich hervorragend kommunizieren können. Privates scheint aus dem Weg geräumt zu sein, es geht alleinig um ihr Spezialgebiet. Das Ego ist dadurch etwas mehr aufgeblasen bzw. aufgewertet durch den abschluss, durch die Bezahlung. Sie verkehren in ihren Kreisen. Ausgenommen treffen sie ungebildete, bzw globalistisch denkenden Menschen in ihrer Familie, Nachbarn, Angestellten.
        Es entwickelt sich eine zwei Klassen Gesellschaft. Die Spezialisten, oft auch intellektuell betitelt, und die unbelesenen, oder belesenen Globalisten. Vielleicht Menschen, die mit dem herkömmlichen Schulsystem keine Freude hatten.
        So nun arbeiten diese zwei Klassen in einer Firma zusammen, bzw. sind Nachbarn, oder sie sind miteinander verwandt.
        Spezialisten haben eine spezialisiertere Wortwahl. Ungebildete eine einfache Wortwahl.
        Jetzt ein Beispiel: aus der Forschung kommt eine neue Erkenntnis ein neues Gesetz soll erlassen werden, im Vorfeld wird natürlich auf die Gewinnoptimierung geschaut . Die Worte “ öffentliches Interesse“, und „stand der Technik“ sind Phrasen, die die Gesetzestexte zu neuen Erkenntnissen begleiten. Also kuzes innehalten (hier waren bis jetzt Spezialisten am Werk: Spezialist: Forschung, Spezialist Wirtschaft Spezialist Jurist, Spezialist Politik. Es scheinen sich alle einig zu sein. Das Gesetz wird erlassen. Es gibt Verhandlungen. Spezialisten, z.B. Techniker, Biologe, Geologe, Jurist. Ein Spezialisten Team, sie haben den Auftrag das Gesetz umzusetzen. Das Volk wird geladen. Ein einfacher Bauer versteht diese Dinge nicht. Es gibt eine juristische erklärung, eine technische Erklärung, eine biologische Erklärung und eine geologische Erklärung. Der Bauer ein einfacher Mensch versteht das nicht. Doch das öffentliche Interesse und der Stand der Technik lassen nicht mit sich reden.
        In dieser Situation kann sehr vieles entstehen. Es liegt nun an den Spezialisten ob sie auch menschlich gebildet sind oder ob eine globalistisch menschlich denkenden Person in der Nähe ist, die sich herablässt um dem Bauern diese Dinge zu erklären, begreiflich zu machen. Wenn dem nicht so ist gibts noch den Satz der „Enteignung“. Die zwei Klassen Gesellschaft blüht auf. Neid und Angst entstehen.
        Aber auch die Spezialisten der verschiedenen Gebiete unter sich haben sehr oft kein Verständnis für neue Erkenntnisse der jeweiligen anderen Spezialgebieten, ich sehe da anfeindungen und und sie blockieren den Wandel, die Veränderung. Wenn ich solche Dinge sehe, und die sehe ich oft, dann verringert sich mein Respekt sehr gegenüber diesen Spezialisten, denn dann sehe ich, wie auch bei den einfachen, “ ungebildeten“ Menschen nur Angst und Neid. Dann geht bei den Spezialisten „das private“ ihre unreflktierten persönlichen Probleme in ihr Spezialgebiet ein, ohne es zu bemerken. Das ist sehr traurig.
        Das schlimme an dieser Geschichte ist aber, dass diese Spezialisten die Welt führen und wieder Spezialisten ausbilden, und wirklich meinen über den Gefühlen von Angst und Neid erhaben zu sein. Und dieses nur der ungebildeten gesellschaft in die schuhe schieben. Oft habe ich in der praxis erlebt, dass spezialisten voraussetzen, dass ich mich nicht dafür interessiere, bzw die sprache der einfachheit verloren haben. Das sehe ich als grosses problem. Und es macht mich schon sehr nachdenklich.

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