Was wäre wenn …

29. Mai 2016 By Bernardo Jairo Gomez Garcia

Was wäre wenn …

… wir eines Tages aufwachten und merkten, dass wir die Mehrheit sind?

Was wäre wenn …

… eine Ungerechtigkeit, nur eine einzige; von allen, nicht von einzelnen nicht einigen, sondern von allen abgelehnt würde?

Was wäre wenn …
wir uns anstatt auseinander zu dividieren, uns multiplizieren würden, uns summieren und den Feind der unsere Wege kreuzte, so subtrahierten?

Was wäre wenn …
wir uns organisierten und gleichzeitig den Unterdrückern ohne Waffen, schweigend, vielfach, Millionenfach, ohne Hochrufe, ohne Applaus, ohne Lächeln, ohne Schulterklopfen und ohne Parteigesänge, entgegenblickten?

Was wäre wenn …
ich Dich, der Du weit weg bist zu mir riefe und Du mich, der ich weit weg bin, zu Dir riefest und wir beide die anderen die weit weg sind zu uns riefen und die anderen uns die wir weit weg von ihnen sind, zu sich her riefen?

Was wäre wenn …
der Schrei eines Kontinents; der Schrei aller Kontinente wäre?

Was wäre wenn …
wir uns allem stellten und aufhörten zu Klagen?

Was wäre wenn …
wir alle Grenzen sprengten und niederreißen?

Was wäre wenn …
wir alle Flaggen verbrannten um nur eine zu haben, die unsrige, akzeptiert von allen oder besser keine, weil wir keine mehr bräuchten?

Was wäre wenn …
wir plötzlich aufhörten Patrioten zu sein um einfach nur Mensch zu sein?

Ich weiß es nicht … ich frage mich nur.
Was wäre wenn?

Mario Benedetti (Poet, Schriftsteller und Journalist)


All diese Fragen sind in diesen Tagen aktueller denn je. In vielen Teilen unseres Planeten gärt es gewaltig. Millionen von Menschen sind auf den Straßen und protestieren gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung.

Die Gewalt, die sich dabei Bahn bricht, zeugt vom Frust und der Enttäuschung der Menschen, aber auch von der Nervosität der Eliten. Die Menschen sind nicht mehr bereit, alles ohne Widerspruch und Protest hinzunehmen. Das sieht man momentan in Frankreich, Belgien, Spanien, Chile und vielen anderen Ländern. Noch hat man aber in den Reihen der Protestierenden nicht wirklich realisiert, welche ungeheuer große Macht sie besitzen, wenn sich tatsächlich alle miteinander vernetzen und organisieren würden.

Da frage ich mich wie Mario Benedetti: “Was wäre wenn?”


Foto: Creative Commons CC0 – LoggaWiggler – Pixabay.com

Seit 1967 lebt der im spanischen Granada geborene Bernardo Jairo Gomez Garcia in Deutschland. Sein Vater stammt aus Kolumbien, seine Mutter aus Spanien. Schon vor seinen Ausbildungen zum Trockenbaumonteur und Kfz-Lackierer entdeckte Gomez seine Leidenschaft für die Kunst. Er studierte an einer privaten Kunsthochschule Airbrushdesign und wechselte aus der Fabrikhalle ans Lehrerpult. Rund 14 Jahre war Gomez als Spanischlehrer in der Erwachsenenbildung tätig. Seine Interessen gelten der Politik, Geschichte, Literatur und Malerei. Für Neue Debatte schreibt Jairo Gomez über die politischen Entwicklungen in Spanien und Lateinamerika und wirft einen kritischen Blick auf die gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland und Europa.

COMMENTS

Würden wir unserer Macht bewusst sein würden wir dieses System ändern. Da aber zu viele unserer Gesellschaft desinteressiert, verantwortungslos sind , wenn es um Politik geht wird sich nichts ändern.

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