Bomben auf Syrien – Offener Brief an die Abgeordneten im Deutschen Bundestag

B-52 Bomber legten weite Teile Vietnams in Schutt und Asche.

Liebe Bundestagsabgeordnete, fühlen Sie sich jetzt immer noch gut? Im Juli letzten Jahres, kamen im syrischen Manbij bei einem Angriff westlicher Bomber eine große Anzahl Zivilisten ums Leben. Nun sind bei einem Angriff auf ein Dorf nahe Aleppo, mindestens 42 Menschen getötet und dutzende verletzt worden.

Viele von Ihnen stimmten für den Eintritt in diesen Konflikt, ohne aber genau zu wissen, wer in Syrien bekämpft werden soll oder welche Parteien überhaupt gegeneinander kämpfen.

Sie, das behaupte ich, haben sich nicht an das Gebot Ihres Hauses gehalten und haben nicht nach Ihrem Gewissen über den Einsatz abgestimmt, sondern haben sich dem Fraktionszwang untergeordnet.

Ja, die Angst, die Pensionsansprüche zu verlieren, war wohl größer, als sich dem eigenen Gewissen zu verpflichten. Ich wünsche jedem Einzelnen von Ihnen viel Kraft für die Zukunft. Denn Sie mögen sich winden so viel Sie wollen: Sie sind durch Ihr Abstimmungsverhalten für das Massaker mitverantwortlich und haben für den Rest Ihres Lebens eine große Schuld auf sich geladen.

In der Bundesregierung und in der Bundeswehr hat man immer wieder beteuert, es handele sich nur um Aufklärungsaufträge, mit denen sich die Bundeswehr bei dem Einsatz in Syrien befassen sollte.

Wenn dem so sein sollte, hat die Bundeswehr ihren Auftrag damals nicht richtig erfüllt und auch beim jüngsten Angriff nicht, ansonsten hätten nicht so viele unschuldige Menschen sterben müssen.

Meine persönliche Meinung ist, dass all jene, die auf diesen Einsatz gedrängt und für ihn gestimmt haben, sich eines Kriegsverbrechens schuldig gemacht haben und somit nach Den Haag vor den Internationalen Strafgerichtshof gehören.

Jeder, der in der Politik tätig ist, sollte sich bewusst sein, dass alles was er tut, Menschen betrifft und sich auf diese auswirkt. Nun sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass auch das Leben als Bundestagsabgeordnete und Bundestagsabgeordneter seine sehr dunklen und bitteren Seiten hat.

Jairo Gomez


Symbolfoto für den Beitrag aus Wikipedia: Bombenabwurf aus einer B-52 (gemeinfrei).

Seit 1967 lebt der im spanischen Granada geborene Bernardo Jairo Gomez Garcia in Deutschland. Sein Vater stammt aus Kolumbien, seine Mutter aus Spanien. Schon vor seinen Ausbildungen zum Trockenbaumonteur und Kfz-Lackierer entdeckte Gomez seine Leidenschaft für die Kunst. Er studierte an einer privaten Kunsthochschule Airbrushdesign und wechselte aus der Fabrikhalle ans Lehrerpult. Rund 14 Jahre war Gomez als Spanischlehrer in der Erwachsenenbildung tätig. Seine Interessen gelten der Politik, Geschichte, Literatur und Malerei. Für Neue Debatte schreibt Jairo Gomez über die politischen Entwicklungen in Spanien und Lateinamerika und wirft einen kritischen Blick auf die gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland und Europa.