Hausmitteilungen

In eigener Sache – Durch Unicorn Riot ein Blick auf die USA

Das unabhängige Medium Unicorn Riot will die Ursachen sozialer Konflikte in den USA aufdecken und Alternativen aufzeigen.

Unabhängige journalistische Projekte gewinnen für die Meinungsfindung an Bedeutung. NEUE DEBATTE sucht die Kooperation mit diesen neuen Medien und kann künftig durch Unicorn Riot einen kritischen Blick auf einen Teil der USA werfen.

Unicorn Riot gehört zu den unabhängigen Medienprojekten in den Vereinigten Staaten, deren Wichtigkeit nicht nur durch die Art der Berichterstattung zunimmt.

Das klassische Reportertum, geprägt durch die unmittelbare Beteiligung als Beobachter am Geschehen, ist zentrales Element bei Unicorn Riot. Die Ereignisse selbst und die Stimmen der Beteiligten werden ungeschminkt der Öffentlichkeit zugänglich, ohne dabei in Anspruch zu nehmen, eine Wahrheit abzubilden: Es gibt viele Wahrheiten.

Unicorn Riot ist als Medienkollektiv aus Journalisten und Multimediakünstlern, die das Projekt freiwillig unterstützen, ein Teil des neuen Journalismus. Hierarchien gibt es bei Unicorn Riot nicht.

Ursachen sozialer Konflikte aufdecken

Durch die Ausweitung seiner Kooperationen und seines Netzwerkes aus Journalisten kann Unicorn Riot bereits aus Boston, Denver, Minneapolis und New York City berichten. Für NEUE DEBATTE ist die Kooperation mit Unicorn Riot neben der schon bestehenden Zusammenarbeit mit dem unabhängigen französischen Onlinemagazin Gazette Debout, ein weiterer Schritt auf dem langen Weg zur Internationalisierung.

Unicorn Riot will die Stimmen der Menschen verstärken, die sonst ungehört sind, und die Geschichten erzählen, die in den Massenmedien unausgesprochen bleiben – vor allem um ein Verständnis für dynamische soziale Kämpfe zu wecken.

Die Produktion von Medien, die die Ursachen sozialer Konflikte aufdecken und die Darstellung nachhaltiger Alternativen in der heutigen globalisierten Welt sieht das Kollektiv von Unicorn Riot als Selbstverpflichtung an.

Das Projekt wurde 2015 erstmals im Internet sichtbar. Als Non-Profit-Medien-Organisation verzichtet Unicorn Riot auf die Finanzierung durch staatliche Stellen und Unternehmen. Dadurch bleibt die Unabhängigkeit gewahrt.

Die schwarze Schlange

Ein Schwerpunkt der aktuellen Berichterstattung von Unicorn Riot liegt auf den Ereignissen rund um den Bau der Dakota Access Pipeline (DAPL). Die Rohre der etwa 2000 Kilometer langen Öl-Pipeline, die von North Dakota bis nach Illinois verlaufen soll, werden teilweise den Missouri River kreuzen.

Die indigene Bevölkerung von North Dakota und der Sioux-Stamm Standing Rock, die die Pipeline „Scharze Schlange“ nennen, befürchten die Zerstörung heiliger Stätte durch die Bautrupps sowie katastrophale Folgen für die Umwelt und das Trinkwasser, sollte die Pipeline undicht werden.

Die Demonstrationen dauern bereits seit dem Frühjahr an. Gerichtliche Auseinandersetzungen haben den Bau verzögert, aber nicht gestoppt.

Auffallend ist das harte Vorgehen der überwiegend weißen Polizeibeamten, in deren Reihen sich auch Scharfschützen befinden. Jack Dalrymple, der Gouverneur von North Dakota, hatte im September die Nationalgarde in Alarmbereitschaft versetzt, um sie notfalls gegen die Indianer ins Feld zu schicken, nachdem ein Gericht Klagen gegen den Pipelinebau abgewiesen hatte. Die Sioux blieben standhaft und setzten ihre Proteste fort.

Am Donnerstag wurde ein Protestcamp (Oceti Sakowin Treaty Camp) gewaltsam geräumt. Reporter von Unicorn Riot haben die Szenen dokumentiert. Auf der Morton County Road 134 brannten Barrikaden. Weit über 100 Demonstraten wurden verhaftet.

Das Oceti Sakowin Treaty Camp in North Dakota wurde gewaltsam geräumt.

Unter den Einsatzkräften befanden sich Beamte aus Minnesota, obgleich der Stadtrat von Minneapolis, der bevölkerungsreichsten Stadt im Bundesstaat, seine Unterstützung für den Stamm der Standing Rock zugesichert hat, wie Unicorn Riot berichtet.

Alle Fotos und Videos: Unicorn Riot

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