Meinung Rainer Kahni

Über geliebte Hurensöhne, die nicht nur unsere Waffen kaufen

Rainer Kahni würdigt mit einer Schmähung die Liebe des Westens für Despoten und korrupte Funktionäre.

Die Welt ist verlogen und die Realpolitik ist es ohnehin. Rainer Kahni würdigt mit einer Schmähung die Liebe des Westens für Despoten und korrupte Funktionäre.

Assad ist ein Hurensohn, aber es ist noch nicht lange her, da war er unser Hurensohn! Vor wenigen Jahren stand er noch als Gast in der Ehrenloge des französischen Staatspräsidenten beim Defilé anlässlich des Nationalfeiertages.

Saddam Hussein war ein Hurensohn, aber er war unser Hurensohn, als wir ihn mit Giftgas gegen die Kurden belieferten, als wir ihn logistisch mit Waffen im Krieg gegen den Iran aufrüsteten.

Osama Bin Laden war ein Hurensohn, aber er war der Hurensohn der USA, als er gegen die Russen in Afghanistan kämpfte.

Gaddafi war ein Hurensohn, aber wir ließen ihn in den Gärten des Grand Palais in Paris sein Zelt aufschlagen.

Und die Ölscheichs sind Hurensöhne, aber wir kaufen ihr Öl, waschen ihr Blutgeld und hofieren sie, wenn sie unsere Waffen kaufen, wohlwissend, dass sie die größten Menschenrechtsverletzer Arabiens sind.

Erdogan ist ein Hurensohn, doch wir hofieren ihn, obwohl er die Kurden bombardiert. Die Diktatoren von Somalia, Eritrea, dem Sudan und viele Blutdespoten Afrikas sind Hurensöhne, doch wir unterstützen sie mit Waffen und Polizeiausbildern, um ihr Volk zu unterdrücken. So etwas nennt man zynisch Realpolitik!

Und ganz zum Schluss wissen wir alle, dass Sepp Blatter ein korrupter Hurensohn ist, doch wir hängen ihm Orden um seinen verlogenen Hals und hofieren ihn in den Ehrenlogen der Fußballstadien.

Wer sich dauernd mit räudigen Hunden einlässt und sie streichelt und schmust, muss sich nicht wundern, wenn er auch Flöhe bekommt. Die Verlogenheit dieser Welt ist nicht mehr erträglich. Mir graut vor ihr!

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Rainer Kahni

Über den Autor: Rainer Kahni wuchs am Bodensee auf und lebte viele Jahre in Paris. Er ist Autor von zahlreichen Romanen, Polit- und Justizthrillern. Seine Sachbücher, Romane und Kolumnen erreichen eine breite internationale Leserschaft.

Er ist Mitglied von Reporters sans frontières, berichtete als Journalist aus Krisengebieten und veröffentlichte Reportagen und zeitgeschichtliche Dokumentationen.

Rainer Kahni, auch bekannt als  Monsieur Rainer, lebt heute in Südfrankreich und publiziert immer wieder kritische Artikel zur Entwicklung der Demokratie und der Politik in Deutschland und Europa.

Foto: Peter Dargatz (pixabay.com) –  Creative Commons CC0

3 Kommentare

    1. Vielen Dank für den Kommentar. In der Tat ist die Drohkulisse mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Zerfall des Warschauer Pakts Ende der 1980er-Jahre komplett verschwunden und wurde erst durch den „War on Terror“ durch eine neue Drohkulisse ersetzt. Ist bzw. war diese Kulisse glaubhaft? Und wie steht es mit dem neuen/alten Feindbild im Osten?

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  1. Glaubhaft ist die wohl. Aber ziemlich chaotisch und unübersichtlich. Das mögen Geschäftsleute gar nicht. Russische Böse versprechen mehr Stabilität. Die Waffengeschäfte sind ja bloß ein oft subventioniertes Sahnehäubchen auf Wirtschaftsbeziehungen, von denen am ende alle Arbeitnehmer profitieren.

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