Eine der wirkungsmächtigsten philosophischen Richtungen der Antike ist die Stoa.
Dr. Christian Weilmeier erklärt die Grundprinzipien des Stoizismus und dessen Kosmologie und Ethik.

Eine der wirkungsmächtigsten philosophischen Richtungen der Antike ist die Stoa, zu deren bekanntesten Vertretern der römische Kaiser Marc Aurel und der Philosoph und Politiker Lucius Annaeus Seneca zählten.

Die Stoa begriff den ganzen Kosmos als eine Harmonie, die durchdrungen ist von einer einzigen göttlichen Macht.

Alles, was geschieht, hat eine Ursache und läuft in einer Kausalkette ab. Somit ist alles vorbestimmt: auch das menschliche Dasein und der Tod. Jeder Mensch hat somit sein vorbestimmtes Schicksal. Es überrascht daher nicht, dass die Vorbereitung auf das eigene Ableben ein zentrales Thema der stoischen Lebenskunst ist.

Das höchste Gut ist die Harmonie der Seele.

Seneca (etwa 1 bis 65 n. Chr.)

Der Stoiker hat verstanden, dass die Welt so ist, wie sie ist und er sich dieser mutig stellen muss: Sich dem Leid stellen und der Freude stellen, und dies immer mit realistischem Blick.

Die Stoiker gingen außerdem davon aus, dass lediglich die Vernunft die Affekte kontrollieren kann. Deren Beherrschung kann demnach den Philosophen zu der Erkenntnis führen, dass die Lebenszeit begrenzt ist und alle Menschen vor dem Tod gleich sind.

Der Weise soll deshalb seine (Lebens-)zeit in Gelassenheit und Frieden verbringen und mit der Mehrung des Gemeinwohls und des philosophischen Wissens.

Nur schlechte Menschen begehen Unrecht an guten Menschen. Die Guten haben untereinander Frieden.

Seneca (etwa 1 bis 65 n. Chr.)

Der stoische Weg bietet eine Art Lebenslehre, die hilfreich sein kann, um Krisen im Leben zu meistern und sich selbst von Erfolg nicht irremachen zu lassen: Realismus als Lebensprinzip.

Die Grundprinzipien des Stoizismus, aber insbesondere dessen Kosmologie und Ethik, erkläre ich in meinem Video.


Redaktioneller Hinweis: Noch mehr Philosophie und Erklärungen von Dr. Christian Weilmeier gibt es auf seinem YouTube-Channel.


Foto: Jonny Lindner – Pixabay.com – Creative Commons CC0.

Philosoph, Journalist, Blogger bei

Dr. Christian Weilmeier studierte Philosophie und Kommunikationswissenschaft in München und promovierte über die politische Philosophie im Roman „Eumeswil“ von Ernst Jünger. Im Anschluss arbeitete Christian Weilmeier für den Verein Mehr Demokratie e.V. als Pressesprecher. In diesem Rahmen war er auch an der Vorbereitung und Durchführung mehrerer landesweiter Volksentscheide in Bayern beteiligt. Danach organisierte er als Mitinhaber der Gesellschaft für Bürgergutachten über Jahre Bürgerbeteiligungsverfahren im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung. Dazu gehörte auch die wissenschaftliche Auswertung der Ergebnisse und deren Zusammenfassung in Bürgergutachten. Zur Zeit konzentriert er sich auf die Publizistik. Christian Weilmeier betreibt u.a. einen Blog, eine Homepage und einen Philosophie-Channel auf YouTube, und stellt sich auch auf seinem Kanal auf Facebook der Diskussion über Themen der Philosophie und der Politik. Immer wieder steht er als Interviewpartner für verschiedenste Medien zur Verfügung wie zum Beispiel für die WELT, B.Z. Berlin, Jolie oder die Deutsche Presse-Agentur.