Politische Ethik: Was will der Kommunitarismus?

Geht es um die Gestaltung einer gerechten Gesellschaft, ist der Kommunitarismus eine der wichtigsten Theorien der politischen Philosophie und Ethik.

Der Kommunitarismus ist eine politische Philosophie, die die Bedeutung von Kultur, Tradition, Sprache und Gemeinschaft für das soziale Individuum und dessen Verantwortung für seine Umgebung betont.

Nicht nur im Ethikunterricht taucht diese Theorie immer wieder auf. Auch die moderne Kapitalismuskritik schöpft sich zu einem guten Teil aus dem Kommunitarismus. Die Frage nach der Gerechtigkeit ist dabei zentral.

Um 1980 entwickelte sich der Kommunitarismus in den USA als kritische Reaktion auf die Philosophie der Gerechtigkeit von John Rawls, einem bedeutenden Vertreter des egalitären Liberalismus.

Der Kommunitarismus befürwortet die freie Entfaltung des Einzelnen, solange sie sozial verträglich ist, weil jedes Individuum geprägt ist durch die Gemeinschaft und deshalb auch durch sie beeinflusst ist bei der Suche nach Gerechtigkeit. Diese Prägung kann nicht abgelegt werden.

Eine Entfesselung der Märkte, die allein auf das Individuum setzt und zu einer Zerstörung der Gemeinschaften führt, steht diesem Gedanken entgegen und zieht somit die Kapitalismuskritik auf sich, die sich aus dem Kommunitarismus ableitet.

Im Liberalismus hingegen wird die freie Entfaltung des Individuums oft als wichtiger angesehen als die Gemeinschaft. Deshalb soll sie nur aus sehr wichtigen Gründen eingeschränkt werden.

In dem Video erkläre ich den Kommunitarismus und die Theorie der Gerechtigkeit von John Rawls. Außerdem ziehe ich einen Vergleich beider Theorien und wie sie sich voneinander abgrenzen.


Redaktioneller Hinweis: Noch mehr Philosophie und Erklärungen von Dr. Christian Weilmeier gibt es auf seinem YouTube-Channel.


Foto: Pexels (pixabay.com) – Creative Commons CC0.

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Dr. Christian Weilmeier studierte Philosophie und Kommunikationswissenschaft in München und promovierte über die politische Philosophie im Roman „Eumeswil“ von Ernst Jünger. Im Anschluss arbeitete Christian Weilmeier für den Verein Mehr Demokratie e.V. als Pressesprecher. In diesem Rahmen war er auch an der Vorbereitung und Durchführung mehrerer landesweiter Volksentscheide in Bayern beteiligt. Danach organisierte er als Mitinhaber der Gesellschaft für Bürgergutachten über Jahre Bürgerbeteiligungsverfahren im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung. Dazu gehörte auch die wissenschaftliche Auswertung der Ergebnisse und deren Zusammenfassung in Bürgergutachten. Zur Zeit konzentriert er sich auf die Publizistik. Christian Weilmeier betreibt u.a. einen Blog, eine Homepage und einen Philosophie-Channel auf YouTube, und stellt sich auch auf seinem Kanal auf Facebook der Diskussion über Themen der Philosophie und der Politik. Immer wieder steht er als Interviewpartner für verschiedenste Medien zur Verfügung wie zum Beispiel für die WELT, B.Z. Berlin, Jolie oder die Deutsche Presse-Agentur.

1 Comment

  • Ich habe zu wenig Ahnung von der neuen Betrachtungsweise auf die Weltbevölkerung. Nur was ich sehe und Höre das es wieder Männer sind die diese neue Sichtweise erdenken. Wo bleiben die Frauen?? Die Weltbevölkerung besteht aus Kindern der Frauen und Frauen haben ein größeres Interesse an ein Lebenswertes Leben für sich und ihre Nachkommen als Männer.

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