Die Existenz und die Essenz – Was ist der Existenzialismus?

Dr. Christian Weilmeier erklärt den Existenzialismus und was Gott und der Atheismus damit zu tun haben.

Dr. Christian Weilmeier erklärt in seinem Video die philosophische Richtung des Existenzialismus und was Atheismus und die Frage nach Gott damit zu tun haben.

Was will der Existenzialismus? Im Video erkläre ich diese philosophische Richtung kurz und einfach. Ich nutze dafür die Definition von Jean-Paul Sartre1:

Die Existenz geht der Essenz voraus.

Was bedeutet das? Essenz bezieht sich auf eine lange Tradition der Seinsphilosophie, in der man ergründen wollte, was der Mensch ist. Die Existenzialisten sagen, dass jedes Individuum für sich existiert, die Welt erlebt und sich erst dann selbst Wesensbestimmungen schafft, die aus dem Erleben erfolgen:

Der Mensch existiert vor allen theoretischen Bestimmungen.

Das hat auch eine interessante Bedeutung für die Frage nach Gott, weil der Existenzialismus eben nicht automatisch atheistisch sein muss. Er kann auch Anwendnung auf die Definition eines Gottes finden.


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Man könnte zum Beispiel diskutieren, dass Gott einfach existiert und erst danach definiert er sich selbst, wenn er agiert. Er steht also über allen Begriffen und Theorien. Aber wenn wir Gott in seinem Handeln erklären wollten, wäre es eine ganze andere Ordnung.

Weitere wichtige Vertreter des Existenzialismus sind Albert Camus2, Gabriel Marcel3 und die bekannte Schriftstellerin und Philosophie Simone de Beauvoir4.



Jean-Paul Sartre (1905 – 1980) war ein französischer Publizist, Dramatiker, Romancier und Philosoph, der als Vordenker des Existenzialismus gilt.


Der Philosoph Albert Camus (1913 – 1960) ist einer der bekanntesten französischen Autoren des 20. Jahrhunderts, der 1957 für sein publizistisches Gesamtwerk den Nobelpreis für Literatur erhielt. Camus war zudem als Redakteur und Reporter tätig.


Gabriel Marcel (1889 – 1973) war ein französischer Philosoph und gilt als führender Vertreter des christlichen Existentialismus.


Die französische Schriftstellerin, Philosophin und Feministin Simone de Beauvoir (1908 – 1986) verfasste zahlreiche Romane, Erzählungen und Essays. Sie gilt als Vertreterin des Existentialismus. Als Schriftstellerin wurde sie 1984 einer großen internationalen Öffentlichkeit bekannt, als Claude Chabrol ihren in den 1940er-Jahren verfassten Roman Le Sang des autres (dt.: Das Blut der Anderen) verfilmte. Ihr sozialgeschichtliches philosophisches Werk Das andere Geschlecht (erschienen 1949) gilt als Meilenstein der feministischen Literatur. Es wird von Le Monde auf der Liste der 100 Bücher des Jahrhunderts an elfter Stelle geführt.


Foto: Pexels (pixabay.com) – Creative Commons CC0.

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