Gib dich dem Leben hin: Das Nichtstun tut gar nicht gut …

Traue dich aus der Reihe zu tanzen. Das ist keine Magie, das ist das Leben. Bring deinen Arsch hoch!

Unsere Autorin Phoebe schrieb über die innere Leere als Schattenseite der Moderne und warf viele Fragen auf. Nun gibt sie Antworten, um Ressourcen freizusetzen und die natürliche Entfaltungskraft wiederzufinden. Denn das Nichtstun tut gar nicht gut …

Alleingang

Wir kennen sie alle; die Angst vorm Alleinsein. Die Konfrontation mit uns selbst. Mit den Tiefen, die in uns schlummern, sich im Alltag aber bestens in der Oberflächlichkeit verstecken können.

Aber genau in der Auseinandersetzung mit uns selbst steckt so viel Potenzial, unseren innersten Bedürfnissen auf die Schliche zu kommen.

Alleine zu sein ist nicht zeitgemäß? Damit sammelst du keine Coolnesspunkte oder Follower auf Facebook, Instagram und Twitter? Und … ? Meinst du ernsthaft, dass du im Kollektiv Antworten findest? Und vor allem deine ganz persönlichen Antworten?

Sicherlich nicht. Und sicherlich werden deine besten Freunde, deine Nachbarn, dein Arzt, bei einem ansatzweise vorhandenen Überlebenswillen und nötigem rationellem Denken wie auch weiteren kognitiven Fähigkeiten ebenfalls Fragen haben.

Nun eine kleine Rechenaufgabe an dich:

Treffen sich zwei Unwissende. Beide ausgestattet mit Fragen. Beide haben die Hoffnung, dass der / die jeweils andere die eigenen Fragen maßgeschneidert beantworten kann.

Meine Fragen an dich: Wie geht die Situation aus?

  • (A.) Es gibt kein Ergebnis. Beide haben jetzt noch mehr Fragen und gehen wieder nach Hause und schlafen, weil das ganze Philosophieren ganz schön anstrengend war.
  • (B.) Der innere Besserwisser wird geweckt und jeder gibt seine Lebensweisheiten mit abschließendem Tusch zum Besten. Die Fragen bleiben letztendlich weiterhin ungeklärt.
  • (C.) Beide erteilen sich den Rat sich selber gegenüber Verantwortung zu übernehmen, sich beim anderen gerne Unterstützung zu holen, aber selber auf Entdeckungstour zu gehen.

Neuanfang

Ein Problem kann nie mit demselben Denken gelöst werden, mit dem man volle Bandbreite hineingesteuert ist.

Ein Neuanfang beinhaltet leider auch einen Abschluss. Ein Anfang ist zugleich; eine neue, unbekannte Tür aufzustoßen und gleichzeitig etwas Altbekanntem den Rücken zuzuwenden. Das ist etwas Trauriges. Ein sehr zerbrechlicher Moment. Ein Moment, in dem man sich selber und seine Ideale auf einem Mal als unwirklich betrachten kann. Das Alte passt mir nicht mehr. Es ist wortwörtlich zu eng geworden und das Neue ist mir noch so fremd, noch nicht erkundet, dass es mir selber noch gar nicht richtig passt.

Trauen

Sich etwas trauen. Sich etwas selber zutrauen ist gar nicht so leicht. Ständig messen wir uns an eigenen oder fremd auferlegten Maßstäben. In all dem Müssen und den vorhandenen Verpflichtungen fühlt man sich gerne mal wie ein Fremder im Dschungel. Ohne Landkarte. Ohne ein Survival-Kit wie in den alten Indiana Jones Filmen. Überall lauert es so nach wilden, exotischen Tieren (unseren Gefühlen), Einheimischen (deinem Umfeld) und den Naturgewalten. Ohne Hilfsmittel. Du alleine. Wie überlebst du?

Werde aktiv und höre bewusst auf, dich in alt bekannten Gewohnheiten zu bewegen und auf alt bekannte Situationen zu reagieren. Gebe dich dem Abenteuer Leben hin. Habe keine Angst vor den wilden Tieren in dir. Heiße sie herzlich willkommen. Sie sind schließlich ein Teil von dir.

Traue dich aus der Reihe zu tanzen.

Dein Umfeld; prüfe immer wieder auf das Neue, ob es wirklich noch dein Umfeld ist. Vieles ist durch eine wohldosierte Regulierung von Nähe und Distanz veränderbar. Die Naturgewalten sind immer wieder ein Spiegelbild dessen wie wir leben, und wie wir mit der Umwelt leben. So absurd es für dich klingen mag … auch Pflanzen sind Lebewesen, auch Tiere haben Gefühle, auch das Klima wird massiv durch uns Menschen verändert.

Traue dich zu erkennen. Traue dich, dich selber durch neue Gedanken geistig zum Wachsen zu bringen. Traue dich aus der Reihe zu tanzen. Trauen dich loszugehen, denn niemand wird dir dafür die Erlaubnis erteilen.


Wechselwirkung

Wir haben alle mal einen schlechten Tag. Aber komisch ist es doch, dass ein schlechter Tag so viele unterschiedliche Erscheinungsformen haben kann. In Schmerzgefühlen, gedanklichen Zwickmühlen und der Anziehungskraft noch mehr Negativität an genau diesen Tagen in unser Leben zu ziehen. Und worin liegt die Ursache? In der Wechselwirkung. In dem Prinzip Ursache-Wirkung.

Sei du der Anfang und lasse dich nicht entmutigen!

Viele Dinge liegen außerhalb unseres Einflussgebietes, aber genauso viele Dinge sind durch uns selber beeinflussbar. Nicht umsonst heißt es, dass Denken Erfolg nach sich ziehen kann. Wobei Erfolg wertneutral zu betrachten ist. Es erfolgt immer irgendetwas. Losgelöst davon, was unsere geistige Haltung aus dem Ergebnis macht. Ob wir es als gut oder schlecht einstufen und uns dementsprechend auch wiederum gut oder schlecht fühlen. Achte auf dich! Übe dich in Selbstliebe. Jeden Tag ein wenig mehr.

Vergesse dabei aber deine Umwelt nicht. Die freut sich ebenfalls über ein Lächeln von dir! Gehe dabei auch gerne in Vorleistung und warte nicht gebannt darauf, dass irgendwann irgendwer damit anfängt. Sei du der Anfang und lasse dich nicht entmutigen!

Orientierungshilfe

Sobald du dich aufgemacht hast eine neue Bewusstseinsebene zu erkunden, wirst du auf neue Ideen kommen. Du wirst dich selber in einem Entwicklungsprozess wiederfinden. Veränderungen geschehen nicht von heute auf morgen. Auch sie brauchen Zeit zum Heranreifen, zum Manifestieren. Währenddessen, wenn du das Gefühl hast, dass deine alten Denkkonzepte nicht mehr die passenden Antworten auf deine jetzt entstehenden Fragen liefern können, dann suche neue Orte auf.

Das ist keine Magie, das ist das Leben.

Lasse dich von dir und deiner inneren Stimme leiten. Du wirst automatisch Zeitungsartikel, Menschen, Momente, Musikstücke, innere Eingaben in dein Leben ziehen, die dir JETZT weiterhelfen können.

Das ist keine Magie, das ist das Leben. Alles unterliegt einem gewissen System, einer Abfolge, einem Mechanismus und du ziehst oftmals im Außen das an, was du im Inneren erlebst.


Richtungswechsel

Als Kinder haben wir uns unseren Launen hingegeben. Es war uns vorerst egal, mit welchen Konsequenzen wir danach zu leben hatten. Manchmal haben wir trotz bekannter Konsequenten das getan, wonach uns der Sinn kam. Ohne Rücksicht auf Verluste.

Haben lauthals gelacht. Unsere Kinderaugen haben gestrahlt. Wir haben gelebt. Für den Moment. Als gäbe es keinen Morgen. Keine Rechnung, die zu begleichen war. Mussten anderen unsere Termintreue nicht unter Beweis stellen. Keine Versicherungsbeiträge begleichen oder vor der gesamten Klasse Referate halten. Wir haben gelebt. Genossen. Geweint. Sind Kind gewesen. Ohne Vorurteile. Ohne Ängste. Und heute? Nässen wir uns bei der kleinsten Veränderung doch fast ein.

Um Himmels Willen – es wird etwas anders sein. Wird es mich zufrieden stellen? Traue ich mich bei Nichtgefallen den neuen Umstand an der Kasse wieder umzutauschen? Ist da überhaupt eine Garantie drauf – auf dieser Neuartigkeit?

Keep cool. Du hast dich selber doch im Schlepptau, du alte Rampensau!

Keine Scheu auch mal in eine andere Richtung zu blicken. Vielleicht ist das Gras bei näherer Betrachtung auf der anderen Seite nicht unbedingt grüner als hier, aber vielleicht ja doch.

Manchmal sind die Dinge offensichtlicher, als man annimmt, somit:

  • Bleibe hier und sei zufrieden mit dem, was du hast und höre endlich auf mit dem Nörgeln.
  • Begehre auf. Eise dich los. Trete mal die alte Tretmühle und ziehe los in unbekannte Gewässer. Falls du nicht schwimmen kannst, dann wirst du es jetzt ganz gewiss lernen.
  • Sei kreativ. Du musst nicht Picasso heißen und Beethovens 9.te herunterorgeln können. Was du aber kannst, ist deinen Alltag langsam umzumodeln. Zu modifizieren. Auch dies kann einen frischen, belebenden Wind in deinen verstaubten Alltag bringen.

Tun

Wer hat uns eigentlich beigebracht oft nur schlau daher zu quatschen, aber gekonnt die sich ergänzenden Taten sang- und klanglos wegzulassen? Wurde dafür mal ein Preis verliehen? Ist das ein mir unbekannter Wettstreit, sich mit dem klugen Verstand gegenseitig charmante und Nerven aufwühlende Debatten zu geben – während wir zu Hause vor dem viereckigen Kasten hocken und uns den Allerwertesten platt hocken? GEHE RAUS! Am besten sofort …

Einen Plan brauchst du nicht, deine Landkarte trägst du in dir. Deine Sehnsucht wird dich dahin führen, wo du hingehörst. Diese Variante aktiv zu werden ist zwar nicht so bequem wie die vorm Blechkasten, aber der Spaßfaktor und die Erfolgsquote werden hierbei gewiss höher ausfallen.

Und. Du findest dich hier auf dieser Welt sicherlich nicht wieder, um dir dein Leben aus einem Gebilde aus Spinnenweben heraus anzusehen, oder etwa doch?


Entscheidungen treffen

Du drückst dich gerne vor einem klaren Ja oder einem klaren Nein? Eierst du gerne herum, wie Rumpelstilzchen um das Feuer? „Ein Schritt vor – zwei zurück.“ Fühlst du dich gerade von mir ertappt und am Schlafittchen gepackt? Gut so, das macht nichts. Es macht nur etwas, wenn du deinen Arsch weiterhin, trotz Selbsterkenntnis, nicht hochbekommst und weiterhin Wurzeln in der Unentschlossenheit schlägst!

BEWEG DICH! LOS.

Das ist dir gerade zu vulgär und provokant daher geschrieben? Ja meinst du denn, dass ein nettes dich Bitten dich antreiben würde? BEWEG DICH! LOS. Fehler machen wir alle. Beruhigend, nicht wahr? Aber Klarheit in dein Leben zu lassen, wird dich nicht nur authentischer machen (bitte nicht nur leere Worthülsen raushauen – ebenfalls gleichlautend deinen Körper zum Handeln antreiben), du wirst dich auch selber sicherer und aufgeräumter fühlen!

Nichtstun

„Das Nichtstun tut mir gar nicht gut“, heißt es in einem Lied der Sängerin Balbina. Aber genau wie im Alleinsein ist das Nichtstun ein Werkzeug, ein günstiges noch hinzu, welches du ortsunabhängig durchführen kannst.

Beschäftige deinen Geist mit Leere. Kein Abbiegen nach links und sogleich auch kein Abbiegen nach rechts möglich machen. Lasse es innerlich ordentlich still werden. Wie in einer Meditation. Du hasst Meditationen? Das ist dir zu langweilig? Zu anstrengend? Einfach nicht deins? Du hast die Wahl …

Bleibe in deinen festgefahrenen Mustern stecken. Mache es dir dort ordentlich bequem und sei ZuschauerIn deines eigenen Lebens oder probiere einfach mal das Nichtstun aus. Deine Gedanken werden dich eh schneller heimsuchen als dir lieb ist.

Sich bewusst eine Auszeit von allem zu nehmen kann aber auch etwas sehr Schönes und Inspirierendes sein. Vergesse dabei nicht, dass ein neues Denken, ein neues Bewusstsein, Raum zum Entstehen benötigt.



Foto: Efes Kitap (pixabay.com) – Creative Commons CC0.

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