Christian Weilmeier Philosophie Video

Argumente, Vernunft, Fairness – Die Diskursethik von Jürgen Habermas einfach erklärt

Der Philosoph Dr. Christian Weilmeier erkläre die Diskursethik nach Jürgen Habermas.

Der Philosoph Dr. Christian Weilmeier erklärt, was die Diskursethik von Jürgen Habermas ist und warum es diese Form der ethischen Theorie überhaupt gibt.

Es gibt in der Geschichte immer wieder Versuche Ethik und Moral zu begründen. Man stellt die Frage auf, warum eine bestimmte Norm, ein Gesetz oder ein bestimmtes Verhalten für alle Menschen gelten soll. Die Ansätze sind dabei unterschiedlich.

Der Philosoph Immanuel Kant, ein Begründer der modernen Philosophie, hat beispielsweise in seinem kategorischen Imperativ das Individuum als Entscheidungsinstanz skizziert und ein grundlegendes Prinzip beschrieben:

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Jürgen Habermas, einer der meistrezipierten Soziologen und Philosophen der Gegenwart, sucht nach einem Weg, wie Normen in eine Gesellschaft eingeführt werden können, sodass sie geprüft sind und von allen akzeptiert werden.

Das ist natürlich ein theoretischer Ansatz, weil sich die Frage stellt, wie eine ganze Gesellschaft in der Praxis überhaupt einen Diskurs führen könnte. Denoch sind die Überlegungen wichtig.

Habermas sieht die Gruppe als Instanz, die durch ein Gespräch (Diskurs) zu einer Entscheidung findet, die als Moral gelten soll. Ob das Ergebnis dauerhaft ist, ist eine andere Frage.

Voraussetzung für den Diskurs sind Argumente, Vernunft und eine faire Gesprächsstimmung. Es soll nicht durch Kraft oder Schreierei überzeugt werden, sondern durch Argumente und den Austausch von Argumenten.

Außerdem gibt es zwei wichtige Prinzipien, die eingehalten werden sollen:

  • Diskursprinzip
  • Universalisierungsprinzip

Das Diskursprinzip besagt, dass über die Notwendigkeit des Themas in der Gruppe Einigkeit besteht und auch diejenigen, die von dem Thema betroffen sind, aber nicht am Diskurs teilnehmen können, berücksichtigt werden.

Das Universalisierungsprinzip besagt, dass das was entschieden wird, verallgemeinerbar sein muss. Alle müssen mit den Folgen der neuen Regel leben können.

Im Video erkläre ich leicht verständlich die Diskursethik von Jürgen Habermas.



Mehr beiträge und Videos zur Philosophie gibt es auf dem YouTube Channel von Dr. Christian Weilmeier und im Archiv von Neue Debatte.


Foto: Ryan McGuire (pixabay.com) – Creative Commons CC0.

ein Kommentar

  1. Sehr schön einfach erklärt. Es fehlt m.E. jedoch die Betonung der realutopischen Ausrichtung des Habermas – Modells. Es geht aber immerhin als Annahme (Unterstellung) oder Wunsch in jede Kommunikation mit ein… –
    Machen Sie doch einmal etwas über Demokratie! Das würde mich brennend interessieren.

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