Zum ewigen Frieden – Das Werk von Immanuel Kant

„Das Recht der Menschen muß heilig gehalten werden, der herrschenden Gewalt mag es auch noch so große Aufopferung kosten“, schrieb Immanuel Kant 1795 in seinem Werk „Zum ewigen Frieden“. Die Schrift hat bis heute nicht an Bedeutung verloren.

Die Frage, wie ewiger Frieden erreicht werden kann, beschäftige auch Immanuel Kant. Als er 1795 sein berühmtes Werk „Zum ewigen Frieden“ veröffentlichte, führte eine Koalition, zu der auch Preußen und Österreich gehörten, gerade Krieg gegen das revolutionäre Frankreich.


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In Kants Schrift spielen Verbindlichkeit und Ehrlichkeit wichtige Rollen. Kant baute das Werk wie einen Vertrag auf, wodurch der Eindruck vermittelt wird, ein Politiker könne den Text wirksam werden lassen wie eine Vereinbarung zwischen Staaten.


„Obgleich der Satz: Ehrlichkeit ist die beste Politik, eine Theorie enthält, der die Praxis, leider! sehr häufig widerspricht: so ist doch der gleichfalls theoretische: Ehrlichkeit ist besser denn alle Politik, über allen Einwurf unendlich erhaben, ja die unumgängliche Bedingung der letzteren.“

Zitiert aus „Zum ewigen Frieden“ (1795)


Der Text ist unterteilt in zwei Hauptabschnitte, zwei Zusätze sowie einen Anhang. Es gibt sogar eine Klausel, die den Streitfall regelt, sodass ein strittiger Punkt im Sinne des Gesamtvertrags zu regeln sei, nicht aber der Vertrag selbst. Die Schrift könnte also durchaus das Ergebnis von Verhandlungen sein.

Den Kern von „Zum ewigen Frieden“ bilden sechs sogenannte Präliminarartikel und drei Definitivartikel.

  • Ein zentraler Bestandteil sind die echten Friedensschlüsse, die kein Mittel darstellen sollen, um nach einem Krieg bereits einen neuen Krieg vorzubereiten.
  • Auch soll man Länder nicht erwerben können durch Erbschaft, Tausch, Kauf oder Schenkung, was zur damaligen Zeit bei königlichen Dynastien nicht ungewöhnlich gewesen ist. Kant erkannte darin aber eine Verletzung und Demütigung der Bürger, die in dem Land leben, was zu bösem Blut führen könne.
  • Außerdem soll es keine stehenden Heere geben, die immer eine Bedrohung darstellen und zum Wettrüsten verführen.
  • Eine Finanzierung von Kriegen durch Schulden soll ausgeschlossen sein.
  • Es soll das Prinzip der Nichteinmischung gelten. Die Souveränität der Staaten soll also geachtet werden und kein Staat soll sich gewaltsam in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates einmischen. Das Prinzip der Nichteinmischung ist heute ein ganz bekanntes Prinzip, wird aber immer häufiger verletzt – das ist ein anderes Thema.
  • Damit Frieden nach einem Krieg überhaupt wieder möglich wird, sollen im Krieg Regeln gelten. Der Krieg soll nicht total und rücksichtslos geführt werden. Er soll nicht eskalieren, sonst ist ein Friedensschluss nicht denkbar.

Im Video erkläre ich den grundlegenden Inhalt der Präliminarartikel und der Definitivartikel, die die Organisation der Staaten beschreiben, damit ewiger Frieden möglich wird, genauer, und warum Immanuel Kants Friedensschrift „Zum ewigen Frieden“ unser Denken zum Thema Frieden schaffen nachhaltig geprägt hat.



Noch mehr Philosophie und Erklärungen von Dr. Christian Weilmeier gibt es auf seinem YouTube-Channel oder in unserem Archiv.


Foto: Von Thomas Keith Aitken (Q 11586 aus der Sammlung des Imperial War Museums). Von Tränengas geblendete Angehörige der britischen 55. Division während der Vierten Flandernschlacht am 10. April 1918. Lizenz: Gemeinfrei.

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