Die vor Angst nicht schlafen

Mutig zu sein bedeutet, dass man sich traut und fähig ist, etwas zu wagen. Dass man sich beherzt in eine mit Unsicherheiten verbundene Situation begibt, auch, um sich dem Unzumutbaren durch Verweigerung zu entziehen.

Der Philosoph Immanuel Kant schrieb: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“.

Die Ursachen für diese Unmündigkeit sah er in dem Mangel an Mut, um „sich aus der Bevormundung durch andere zu befreien“.

Da liegt er wohl nicht falsch, ist es doch bequemer, andere für sich denken und handeln zu lassen und sich so der Last der Verantwortung zu entledigen. So kann man niemals scheitern und legt sich freiwillig die Kette des Sklaven um den Hals.

Deshalb sind Kriege nicht die Kriege der Mutigen, sondern die Kriege der Feiglinge. Denn ein mutiger Mensch, der wirft die Waffe weg und macht einfach nicht mehr mit beim Töten.

Heute beginnen in New York die Verhandlungen über die Ächtung von Atomwaffen. Und ausgerechnet diejenigen, die die Atomwaffen besitzen und trotzdem vor Angst nicht in den Schlaf kommen, die sind nicht dabei.


Foto: Noupload (pixabay.com) – Creative Commons CC0.

 

Gunther Sosna studierte Psychologie, Soziologie und Sportwissenschaften in Kiel und Hamburg. Er war als Handballtrainer tätig, arbeitete dann als Journalist für Tageszeitungen und Magazine und später im Bereich Kommunikation und Werbung. Er lebte hauptsächlich im europäischen Ausland und war international in der Pressearbeit und im Marketing tätig. Sosna ist Initiator von Neue Debatte und weiterer Projekte aus den Bereichen Medien, Bildung, Diplomatie und Zukunftsfragen. Regelmäßig schreibt er über soziologische Themen, Militarisierung und gesellschaftlichen Wandel. Außerdem führt er Interviews mit Aktivisten, Politikern, Querdenkern und kreativen Köpfen aus allen Milieus und sozialen Schichten zu aktuellen Fragestellungen. Gunther Sosna ist Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens und tritt für die freie Potenzialentfaltung ein, die die Talente, Fähigkeiten und die Persönlichkeit des Menschen in den Mittelpunkt stellt, ohne sie den Zwängen der Verwertungsgesellschaft unterzuordnen. Im Umbau der Unternehmen zu gemeinnützigen und ausschließlich dem Gemeinwohl verpflichteten sowie genossenschaftlich und basisdemokratisch organisierten Betrieben sieht er einen Ausweg aus dem gesellschaftlichen Niedergang, der vorangetrieben wird durch eine auf privaten Profit ausgerichtete Wirtschaft, Überproduktion, Kapitalanhäufung und Bullshit Jobs, die keinerlei Sinn mehr haben.

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