Gute Arbeit? Das stinkt zum Himmel!

Arbeite, ackere, mach dich krumm für den Broterwerb, schallt es aus jeder politischen Ecke. Und diejenigen, die dem veralteten Arbeitsbegriff nicht zustimmen, die sind eben faul. Das stinkt zum Himmel!

Was ist Arbeit? Im allgemeinen Sprachgebrauch wird unter “Arbeit” verstanden Erwerbsarbeit im kapitalistischen System. Doch das ist ein Missverständnis, wenn nicht gar ein Irrtum.

Es existieren immerhin

  • Physikalische Arbeit.
  • Handwerkliche Arbeit.
  • Intellektuelle Arbeit.
  • Psychosoziale Arbeit.
  • Künstlerische Arbeit.
  • Wissenschaftliche Arbeit.
  • usw.

Ganz zu schweigen von ehrenamtlicher Arbeit, welche von Deutschen beispielsweise weit über vier Milliarden Stunden pro Jahr geleistet wird. Das entspricht mehr als drei Million Vollzeitstellen …

Bei die Partei DIE LINKE ist oft die Rede von “guter Arbeit”. Was darunter zu verstehen ist, bleibt allerdings offen, und so mag der Autor an dieser Stelle seine Vorstellung von guter Arbeit zum Besten geben:

Gute Arbeit, ist Arbeit, die nicht erschöpft, Spaß und zufrieden macht, gesellschaftliche Anerkennung findet.

Ein deutscher Philosoph und Erzieher, Johann Gottlieb Fichte, fand im 18. Jahrhundert folgende Worte zu dem Thema:

Der Mensch soll arbeiten; aber nicht wie ein Lasttier, das unter seiner Bürde in den Schlaf sinkt und nach der notdürftigsten Erholung der erschöpften Kraft zum Tragen derselben Bürde wieder aufgestört wird. Er soll angstlos mit Lust und mit Freudigkeit arbeiten und die Zeit übrig behalten, seinen Geist und sein Auge zum Himmel zu erheben, zu dessen Anblick er gebildet ist.

Doch tönt es immer noch von oben:
“Arbeite, ackere, mach dich krumm …” oder “Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen … “.
Und die, die nicht zustimmen, sind eben »faul«.

Das ist faul, und stinkt zum Himmel!


Foto: tsukiko-kiyomidzu (pixabay.com, Creative Commons CC0).

 

Dr. Christian Ferch studierte Linguistik, Philosophie und Religionswissenschaft mit den Schwerpunkten Semantik, Kommunikationstheorie und Religionskritik. Er war Chefredakteur der Studentenzeitung „Die Spitze“ und schrieb seine Dissertation unter dem Titel „Elemente einer allgemeinen Kommunikationstheorie“ an der Freien Universität Berlin. Christian Ferch veröffentlicht zahlreiche philosophische Texte auf seiner Homepage. Im Podcast Philosophie Heros reflektiert er auf gesellschaftliche Aspekte aus dem Blickwinkel der Philosophie und der Kommunikation.

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