Zoon politikon: Der Mensch als politisches und soziales Wesen

Der antike Philosoph Aristoteles charakterisierte den Menschen als „Zoon politikon“. Dr. Christian Weilmeier erklärt den Ausdruck.

Der antike Philosoph Aristoteles charakterisierte den Menschen als „Zoon politikon“. Dr. Christian Weilmeier erklärt den Fachbegriff, der in die deutsche Sprache eingegangen ist.

Aristoteles beobachtete die Menschen in ihrer Lebenswelt und stellte fest, dass die Menschen eine Tendenz besitzen, sich mit anderen Menschen zu Gemeinschaften zusammenzuschließen.

Der griechische Begriff „Zoon politikon“, der sich auch im Duden findet und dort als „der Mensch als soziales, politisches Wesen“ beschrieben wird, bedeutet „Lebewesen in der Polis­gemeinschaft“. Polis ist die Stadt oder der Staat.

Nun ist es nicht so, dass der Mensch nicht alleine leben könnte, aber nach Aristoteles kann er sich innerhalb einer Gemeinschaft besser verwirklichen, um seinen ihm innewohnenden Daseinszweck, der Telos genannt wird, zu erfüllen.

Das hat Konsequenzen. Denn wenn ein „Zoon politikon“ seinen Daseinszweck nur in der Gemeinschaft verwirklicht kann, wäre die Bildung von Staaten immer die zwingende Folge. Um Staaten bilden zu können, müssen noch weitere Voraussetzungen erfüllt sein, wie zum Beispiel die Sprachfähigkeit. Das ist auch logisch. Wenn man sich nicht verständigen kann, wird es zumindest schwierig, eine Gemeinschaft aufzubauen.

Eine Vervollkommnung des Telos beim individualisierten „Zoon politikon“ schloss Aristoteles übrigens aus. Das ist ein interessanter Punkt, wenn man sich die heutigen individualisierten Gesellschaften anschaut und Vergleiche mit den Überlegungen von Aristoteles zieht, die dieser vor 2400 Jahren aufstellte.

Aber im Video erkläre ich erst einmal , was es mit dem Fachbegriff „Zoon politikon“ grundsätzlich auf sich hat.



Noch mehr Philosophie und Erklärungen von Dr. Christian Weilmeier gibt es auf seinem YouTube-Channel oder in unserem Archiv.


Foto: Unsplash (pixabay.com) – Creative Commons CC0


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