Bärensuppe: Ein Interview über das bedingungslose Miteinander

Wie soll eine Gesellschaft ohne Geld entstehen? Schließlich wären die Reichen nicht bereit, sich von ihrem Geld zu trennen! Der Einwand scheint berechtigt. Bilbo Calvez traf in der Kommune Niederkaufungen Alicia und ging der Frage nach: „Werdet ihr bereit sein, euer Geld abzugeben?“

In der Kommune Niederkaufungen in der Nähe von Kassel hat die Künstlerin Bilbo Calvez Alicia getroffen. Wer in diese Kommune einsteigen möchte, muss der Kommune sein gesamtes Vermögen geben.

Sie funktioniert intern völlig ohne Geld. Ohne Geld bedeutet, dass das in der Gesellschaft oft aufzutreffende Prinzip „eine Hand wäscht die andere“ keine Gültigkeit hat, denn es geht um ein bedingungsloses Miteinander. Es wird weder verglichen noch gezählt. Jeder bringt mit, was er kann und benutzt, was er braucht.



Bilbo hatte im Internet lange nach einer Kommune gesucht, die sie als besonders empfand. Besonders, weil deren Richtlinien einerseits radikal sind, und zugleich sehr undogmatisch. Vor allem funktionieren sie ohne Hierarchie, also nach Konsens.

Im Grunde, so beschreibt es Bilbo, wird Anarchie im kleinen Rahmen ausgeübt. Anarchie, ein Wort, das leider in Verruf geraten ist, obwohl es nur bedeutet, dass es keinen Chef gibt und somit keine Herrschaft.

Im Gespräch mit Alicia versuchte Bilbo herauszufinden, wie es ist, in so einem Projekt zu leben. Nach dem Interview war sie von der Idee noch mehr begeistert als zuvor. Lasst euch inspirieren!


Weiterführende Hinweise:

  • Das Gespräch mit Alicia ist Teil des Kunstprojektes „Die Bärensuppe“, dessen Kern die Auseinandersetzung mit der Vision einer geldlosen Gesellschaft bildet.
  • Das Videointerview wurde im Mai 2015 in Niederkaufungen aufgezeichnet. Ein englischer Untertitel ist verfügbar.
  • Die Kommune Niederkaufungen ist eine intentionale Gemeinschaft, die seit 1986 im Ort Kaufungen (Nordhessen) angesiedelt ist. Im August 2016 lebten und arbeiteten insgesamt 59 Erwachsene und 21 Kinder und Jugendliche in der Kommune, die sich als „lebendiges Experiment eines alternativen Lebensstils“ versteht. Zu den Grundsätzen der Kommune zählt ein linkes Politikverständnis, Ökologie, die gemeinsame Ökonomie, das Konsensprinzip, ein kollektives Arbeiten sowie der Abbau von und die Auseinandersetzung mit kapitalistischen, patriarchalen und kleinfamiliären (Macht-)Strukturen.
  • Die Bärensuppe geht im Sommer 2017 auf Tour. Die Daten und Termine sind auf der Homepage der Bärensuppe zu finden.

Ein Löffel als Symbol der Bärensuppe.Über Bilbo Calvez: Bilbo Calvez ist eine französische Multimedia-Künstlerin und Friedensaktivistin. Sie stammt aus Paris und wuchs in der Banlieue auf. Sie ging nach Deutschland, arbeitete unter anderem als Filmcutterin und konzentrierte sich dann aber auf die Kunst. Durch Ausstellungen und Projekte wie Publik-PrivatSitzbankkultur, Faces of Love und Die Bärensuppe wurde sie bekannt. Bilbo Calvez lebt in Berlin. Mehr Informationen gibt es auf der Homepage von Bilbo Calvez und auf ihrem YouTube Channel.


Foto: Screenshot/Bilbo Calvez

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