Deontologische Ethik: Erklärung und Kritik

12. Mai 2017 By Christian Weilmeier

Deontologische Ethik: Erklärung und Kritik

Folter ist unethisch, darin herrscht weitestgehende Übereinstimmung. Doch darf Folter angewandt werden, um ein schlimmes Verbrechen zu verhindern? Hier stoßen die theoretischen Konzepte der deontologischen Ethik offenbar an ihre Grenzen – oder doch nicht? Christian Weilmeier erklärt in seinem Video, was deontologische Ethiken wollen und welche Kritik sich daraus ergibt.

Im letzten Video habe ich den Unterschied zwischen der teleologischen und der deontologischen Ethik erklärt.

Bei den deontologischen Ethiken werden Handlungen, die einen bestimmten Zweck erfüllen sollen, danach beurteilt, wie sie hauptsächlich oder ausschließlich beschaffen sind – in sich selbst – und ob diese Beschaffenheiten ethisch sind. Das Resultat der Handlung spielt keine Rolle. Diese Handlungen, unabhängig von ihren Konsequenzen, werden als gut oder schlecht beurteilt.

Es geht also darum, ob das, was ich tue, unmittelbar richtig ist oder eben nicht. Das Gegenteil sind Ethiken, die die Konsequenzen einer Handlung berücksichtigen. Platt gesagt: Es zählt, was am Ende herauskommt. Dabei gibt es natürlich Abstufungen.

Die deontologischen Ethiken liefern offensichtliche Kritikpunkte. Wenn zum Beispiel jemand mit einer Bombe einen Anschlag plant, durch den viele Menschen ihr Leben verlieren würde, ist es dann erlaubt durch Folter, die aus sich selbst heraus moralisch verwerflich ist, die Information zu bekommen, wo die Bombe sich befindet, um dadurch Menschenleben zu retten?

Was darf man wann? Darf es eine Güterabwägung geben? Wo ist die Relation zwischen Handlung und Ergebnis? Im Video gehe ich diesen Fragen nach und verdeutliche die Kritik durch weitere Beispiele.



Redaktioneller Hinweis: Noch mehr Philosophie und Erklärungen von Dr. Christian Weilmeier gibt es auf seinem YouTube-Channel.


Foto: Geralt (pixabay.com) – Creative Commons CC0.

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Dr. Christian Weilmeier studierte Philosophie und Kommunikationswissenschaft in München und promovierte über die politische Philosophie im Roman „Eumeswil“ von Ernst Jünger. Im Anschluss arbeitete Christian Weilmeier für den Verein Mehr Demokratie e.V. als Pressesprecher. In diesem Rahmen war er auch an der Vorbereitung und Durchführung mehrerer landesweiter Volksentscheide in Bayern beteiligt. Danach organisierte er als Mitinhaber der Gesellschaft für Bürgergutachten über Jahre Bürgerbeteiligungsverfahren im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung. Dazu gehörte auch die wissenschaftliche Auswertung der Ergebnisse und deren Zusammenfassung in Bürgergutachten. Zur Zeit konzentriert er sich auf die Publizistik. Christian Weilmeier betreibt u.a. einen Blog, eine Homepage und einen Philosophie-Channel auf YouTube, und stellt sich auch auf seinem Kanal auf Facebook der Diskussion über Themen der Philosophie und der Politik. Immer wieder steht er als Interviewpartner für verschiedenste Medien zur Verfügung wie zum Beispiel für die WELT, B.Z. Berlin, Jolie oder die Deutsche Presse-Agentur.

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