Robert Manoutschehri Zeitgeschehen

Kongo: Das Ebolavirus kehrt zurück

Die Viruserkrankung Ebola, die 1976 erstmals in der heutigen Demokratischen Republik Kongo und fast zeitgleich im Sudan auftauchte, ist wieder da.

Die Viruserkrankung Ebola, die 1976 erstmals in der heutigen Demokratischen Republik Kongo und fast zeitgleich im Sudan auftauchte, ist wieder da. Community-Autor Robert Manoutschehri berichtet aus Zentralafrika.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einem neuerlichen Ebola-Ausbruch im Norden der Demokratischen Republik Kongo.

Drei Todesfalle seien bereits auf das hämorrhagische Fieber (Zaïre serotype) zurückzuführen, insgesamt gebe es derzeit neun Verdachtsfälle in der nordöstlichen Provinz Bas-Uélé.

Die WHO und NGOs wie Ärzte ohne Grenzen (MSF) entsenden Teams aus Epidemiologen, Biologen und weiteren Experten, die noch im Laufe des Wochenendes vor Ort sein werden.

Der kongolesische Gesundheitsminister Oly Ilunga Kalenga forderte die Menschen auf, nicht in Panik zu verfallen. Die Behörden täten alles Nötige, um den Ausbruch rund um Nambwa im Bezirk Likati in der Bas-Uélé Provinz einzudämmen. Es ist der achte Ausbruch von Ebola im Kongo seit 1976.

Ärzte ohne Grenzen hatte schon 2015 in einer kritischen Analyse der globalen Bekämpfung von Ebola davor gewarnt, den Ausbruch in Westafrika vorschnell für beendet zu erklären. Zumal es bislang noch kein einziges wirksames Heilmittel gegen Ebola gibt.

Ebola ist eine durch Schmierinfektion beziehungsweise Körperflüssigkeiten übertragbare Viruserkrankung, die vermutlich 1976 in der Republik Zaire, dem heutigen Kongo erstmals vom Tier auf den Menschen übersprang (Zoonose) und fast zeitgleich im Sudan auftrat. Das Ebolavirus löst das Ebolafieber aus.

Die ersten Anzeichen einer Erkrankung sind ein plötzlich auftretendes Fieber, Unwohlsein, Müdigkeit und Gliederschmerzen. Es kommt zu Bauch-, Muskel- und Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Rötungen der Augen.

Bei schweren Verläufen kommt es zu Hautausschlägen und teilweise zu inneren und äußeren Blutungen. Da es ebenfalls zum Versagen lebenswichtiger innerer Organe kommen kann, endet die Infektionskrankheit oftmals tödlich.

Der in Menschenaffen, Fledermäusen und Flughunden nachgewiesene Erreger gehört zu den gefährlichsten der Welt und kann hämorrhagisches, mit starken Blutungen verbundenes Fieber auslösen, an dem 25 bis 90 Prozent der Patienten sterben.

Bei der größten Ebola-Epidemie in den westafrikanischen Staaten Liberia, Guinea und Sierra Leone starben zwischen 2014 und 2015 mehr als 11.000 Menschen an Ebola, etwa 28.000 infizierten sich.

Durch das neuerliche Auftauchen von Ebola geraten die Staaten Zentralafrikas stärker in den medialen Fokus. Doch das Virus ist nicht die größte Gefahr für die Region. Im benachbarten Südsudan, in dem ein Bürgerkrieg tobt, droht eine Hungerkatastrophe von der Millionen Menschen betroffen sind.


Über den Autor: Robert Manoutschehri ist Fotograf, Journalist, Texter und Grafikdesigner aus Österreicher. Er engagiert sich ehrenamtlich für zahlreiche Bürgerinitiativen und NGO’s. Robert Manoutschehri lebt in Wien.


Foto: CDC/ Ethleen Lloyd – This media comes from the Centers for Disease Control and Prevention’s Public Health Image Library (PHIL), with identification number #6136. Public Domain.

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