Licht in die Black Box: Bilbo Calvez über Emmanuel Macron und sein Programm

Was will Frankreichs neuer Präsident und wie glaubwürdig ist er? Bilbo Calvez setzt sich in ihrer aktuellen Ausgabe von „SM wie Sozial Media“ kritisch mit dem Programm und der Person Emmanuel Macron auseinander.

Emmanuel Macron ist seit dem 14. Mai 2017 Staatspräsident Frankreichs. Die einen erkennen in ihm einen Hoffnungsträger für die schwer angeschlagene Grande Nation und das taumelnde Schiff Europa, andere sehen in dem Ex-Investmentbanker den verlängerten Arm des Raubtierkapitalismus, der Mensch und Natur auspresst und zerstört. Was Macron wirklich will, weiß nur er selbst.

Deshalb lohnt sich ein sehr genauer Blick auf Person und Programm. Bilbo Calvez skizziert in ihrer aktuellen Ausgabe von „SM wie Sozial Media“ den Menschen Emmanuel Macron und reflektiert auf seine Pläne.

Sie spart dabei nicht mit kritischen Anmerkungen, geizt aber auch nicht mit Lob. Sie liefert damit einen ausgewogenen Beitrag zum besseren Verständnis der französischen Gesellschaft und Macrons Ideen, denen sie positive Seiten abgewinnen kann. In blauäugigen Jubel bricht sie dabei nicht aus, sondern hält Distanz, auch wenn sie eine Meinung über Macron hat:

Wenn ihr wissen wollt, was ich über den Menschen selber denke: ich bin gespalten! Einerseits würde ich mir einen Präsidenten wünschen, der (oder die) sich mehr für Entschleunigung als für dynamisches Wachstum einsetzt, aber sein ersichtliches Engagement für Frauen und Minderheiten, seine Fähigkeiten zuzuhören, seine außergewöhnliche Lernfähigkeit und sein Charisma gefallen mir doch.



Die Themen in der #3 Ausgabe von SM wie Sozial Media:
00:00 Politik von Oben
03:25 Die Wahl zwischen Macron und Le Pen
06:12 Macron, die Vorurteile
08:12 Macron, das Programm
10:34 Wachstum und Autorität
18:38 Europa und Immigration
22:31 Frauen
26:26 Umwelt
33:17 Fazit


Über Bilbo Calvez: Bilbo Calvez ist eine französische Multimedia-Künstlerin und Friedensaktivistin. Sie stammt aus Paris und wuchs in der Banlieue auf. Sie ging nach Deutschland, arbeitete unter anderem als Filmcutterin und konzentrierte sich dann aber auf die Kunst. Durch Ausstellungen und Projekte wie Publik-PrivatSitzbankkultur, Faces of Love und Die Bärensuppe wurde sie bekannt. Bilbo Calvez lebt in Berlin. Mehr Informationen gibt es auf der Homepage von Bilbo Calvez und auf ihrem YouTube Channel.


Foto: Bilbo Calvez


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  1. Welch ein Unterschied zu den vielen Artikeln und Wortmeldungen deutscher Journalisten und Blogger zu dem frischgewählten französischen Präsidenten und seinem Wahlprogramm, bei welchen ich mich meist des Eindrucks nicht erwehren kann, dass diese nicht der französischen Sprache mächtig sind und das Programm von „en marche“ nie studiert haben, deswegen reine Fantasieprodukte abliefern. Wie anders doch Bilbo Chavez. Erstens ist sie Französin, zweitens hat sie das Programm im Detail studiert, drittens beruhen ihre Schlüsse aus eigenem Erleben. Ein Dokument von rarer Qualität, welches ich jedem an französischer Politik Interessierten aus ganzem Herzen empfehle.

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