Christian Weilmeier Philosophie Video

Philosophische Gedanken über das Spannungsverhältnis von Individuum und Gesellschaft

Der einzelne Mensch und die Gesellschaft befinden sich in einem ständigen Spannungsverhältnis. Wer braucht wen? Der Philosoph Christian Weilmeier geht zentralen Fragen nach.

Über das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft hat sich bestimmt schon jeder einmal Gedanken gemacht.

Welche Rolle spielen individuelle Einstellungen und Wertsysteme bei der Bewältigung von Problemen? Sollen wir unser Leben von anderen bestimmen lassen oder nicht? Wie bedeutsam ist überhaupt die Gesellschaft für den einzelnen Menschen oder braucht der die gar nicht?

Die Philosophie liefert unterschiedliche Auffassungen. Nach Aristoteles ist der Mensch ein Zoon politikon, also ein soziales Lebewesen, das auf Gemeinschaft angelegt ist und Gemeinschaften bildet. Das Leben in der Gemeinschaft, so sah es Aristoteles, sei ein Bedürfnis des Menschen. Der antike hellenistische Kynismus betonte dagegen die Individualität.

Ich meine, Individuum und Gesellschaft bilden zwei Pole, in dem einmal der eine, dann wieder der andere stärker betont wird, aber keiner für sich alleine existiert.

Bei der Betrachtung scheint es mir wichtig, nicht in festen Positionen, sondern in Relationen und Bewegungen zu denken.

Der Mensch definiert sich aus der Beziehung der Pole. Diese verändern sich ständig und somit definiert sich auch der Mensch immer wieder neu und auch die Gemeinschaft ist ständig in Bewegung – sie verändert sich.

Der Mensch muss dabei seinen eigenen Weg finden, ist aber immer auch abhängig von der Gemeinschaft. Auf der anderen Seite kann er sich nicht stur an den Kategorien und Normen der Gemeinschaft orientieren, weil sonst seine Individualität zusammengepresst wird und vor allem seine Emotionen nur noch den Raum zur Entfaltung bekommen, dem ihm die Gemeinschaft vorschreibt. Das würde ihn auf Dauer einengen, was sich wiederum auf die Gemeinschaft auswirken würde.

Auf der anderen Seite kann das Individuum nicht beliebig handeln, weil ohne die Einhaltung von Absprachen, Normen und Regel gar keine Gemeinschaft entsehen kann, die der Menschen am Ende ja wieder braucht.

Im Video stelle ich das Spannungsfeld von Individuum und Gesellschaft aus meiner Sicht genauer vor.


Noch mehr Philosophie und Erklärungen von Dr. Christian Weilmeier gibt es auf seinem YouTube-Channel oder in unserem Archiv.


Fotos: Unsplash (pixabay.com) – Creative Commons CC0

2 Kommentare

  1. Ich denke auch, dass das eine ohne das andere nicht funktionieren kann. Denn erst mit gesellschaftlichen Einflüssen kann man eine Individualität aufbauen, da man die Grundzüge dieser ohne äußere Einflüsse gar nicht kennt. Allerdings sollte man sich nicht zu sehr von der Gesellschaft „führen“ lassen, da man sonst seine Eigenständigkeit nach und nach verliert
    Viele grüße und einen schönen Abend

    Gefällt 1 Person

Fragen oder Anmerkungen? Schreibe einen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s