Es werde Geld – Wie Banken Gottes Werk kopieren

Banken brauchen kein Spargeld um Kredite zu vergeben. Ermöglicht wird dies durch das Giralgeld und die Giralgeldschöpfung. Wie funktioniert das?

Lloyd Blankfein war Chef von Goldman Sachs, als er sagte: „Ich bin ein Banker, der Gottes Arbeit verrichtet!“ Damit lag er nicht falsch. Banken kopieren das Werk Gottes und erschaffen Geld aus dem Nichts. Andreas Smurawski verdeutlicht in seinem Beitrag, wie Fiat Money entsteht, was die Zahlen auf elektronischen Konten wirklich bedeuten und wie Banken durch die Giralgeldschöpfung ganze Staaten erpressen können.

Fiat Lux – Es werde Licht.
Und es ward Licht!

1. Buch Mose, Altes Testament

Niemand anderes als Gott persönlich sprach diese Worte während der Schöpfung der Welt, festgehalten im 1. Buch Mose des Alten Testaments. Dieser Gott zugeschriebene Ausspruch versinnbildlicht die Allmacht Gottes aus dem Nichts, aus der Dunkelheit, Licht entstehen lassen zu können. Wo vorher nichts war, ist nun Licht.

Dem ein oder anderen ist die Begrifflichkeit Fiat Money – Es werde Geld, in Anlehnung an Gottes Fiat Lux – Es werde Licht, vielleicht schon begegnet. Eine ziemlich treffende und zugleich kurze und knappe Beschreibung, wie und vor allem von wem das heute überwiegend verwendete Geld, das sogenannte Giralgeld, erzeugt wird. Nämlich von den Banken, genauer gesagt, den Geschäftsbanken.

Fiat Money und Giralgeldschöpfung

In den kommenden Zeilen möchte ich erklären, wie Geld entsteht, wer es also herstellt und wer es in Umlauf bringt. Die meisten Menschen haben nämlich die irrige Vorstellung, dass irgendwie, so ganz genau weiß das kaum jemand, der Staat für die Geldversorgung der Bevölkerung verantwortlich sei. Wenn wir mit Geld das Bargeld, also Münzen und Scheine meinen, stimmt das so auch, beziehungsweise übernimmt das die Zentralbank, die ihrerseits auch unabhängig vom Staat ist.

Beim Giralgeld ist das allerdings fundamental anders. Dieses wird im Wesentlichen von den Geschäftsbanken geschöpft und in Umlauf gebracht, und zwar im Rahmen der sogenannten Giralgeldschöpfung. Außerdem ergeben sich durch die Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken einige erstaunliche Konsequenzen, von denen die meisten Bürger noch nie etwas gehört haben. Damit der Leser die Zusammenhänge verstehen kann, werde ich die Begriffe Bargeld, Giralgeld und Giralgeldschöpfung erklären und danach dann die Konsequenzen dieser Art der Geldversorgung darstellen.

Wenn im Folgenden von Geld gesprochen wird, ist damit das sogenannte Giralgeld gemeint, also das Geld, die Zahlen, die in unseren Konten eingetragen sind. Genau genommen handelt es sich dabei gar nicht um Geld im Sinne eines gesetzlichen Zahlungsmittels, sondern es ist lediglich ein Anspruch, ein Recht also auf (Bar-)Geld. Schon das ist wohl für viele Bürger verwirrend.

Das Geld auf unseren Konten ist gar kein Geld?

Stimmt!

Echte Zahlungsmittel und Giralgeld

Gesetzliches Zahlungsmittel sind in Deutschland nur Münzen und Scheine, die auf Euro lauten und von den nationalen Zentralbanken des Eurosystems herausgegeben und in Umlauf gebracht werden. Im Unterschied dazu sind die Zahlen auf unseren Konten, das Giralgeld, kein gesetzliches Zahlungsmittel und, ich sagte es schon, noch nicht einmal tatsächliches Geld. Wir verwenden es zwar wie Geld, bezahlen zum Beispiel Rechnungen damit, der Gesetzgeber aber erklärt lediglich Münzen und Banknoten zu gesetzlichen Zahlungsmitteln und damit zu Geld.

So richtig erkennbar wird der Unterschied zwischen gesetzlichem Zahlungsmittel und Giralgeld, wenn man verfolgt, was mit 1.000 Euro Bargeld passiert, wenn diese von einem Bankkunden am Schalter einer Bank auf sein Girokonto eingezahlt werden. In diesem Moment wandelt sich nämlich das Bargeld zu Giralgeld und erhält so einen anderen Rechtsstatus. Die 1.000 EUR wandern vom Schalter der Bank in die Kasse der Bank und gleichzeitig trägt die Bank die Zahl 1.000 in das Girokonto des Kunden ein.

Diese 1.000 EUR auf dem Konto heißen genauso wie die 1.000 EUR Bargeld, nämlich 1.000 EUR und doch sind sie etwas völlig anderes. Die 1.000 EUR Bargeld in der Kasse könnten nun an einen Kunden ausgezahlt werden, der zufällig direkt nach dem einzahlenden Kunden an der Reihe ist, jetzt aber Bargeld haben möchte. Dieselben 1.000 EUR , die die Bank von Kunde A gerade entgegengenommen hat, kann sie sofort an den nächsten Kunden B wieder auszahlen. Mit den 1.000 EUR Giralgeld ginge das nicht, jeder Bankkunde würde da sofort protestieren.

Bei dem Einzahlungsvorgang hat sich das Bargeld von Kunde A in Giralgeld verwandelt und stellt ab sofort lediglich einen Anspruch auf Bargeld in gleicher Höhe dar. Diese 1.000 EUR auf dem Konto sind also nur eine Verpflichtung der Bank auf Verlangen des Kunden diese Zahl in Bargeld zurückzutauschen. Es ist also kein Bargeld, logischerweise, aber eben auch kein gesetzliches Zahlungsmittel, sondern lediglich ein Anspruch auf Geld.

Giralgeld als Mittel der Enteignung

Nun verwenden wir Bürger aber dieses Giralgeld, diese Ansprüche auf Geld, wie ein gesetzliches Zahlungsmittel, also wir können damit beispielsweise einkaufen, weswegen man die Unterscheidung zwischen Bargeld und Giralgeld als bedeutungslose Spitzfindigkeit abtun könnte. Was juckt es mich, ob das Giralgeld gesetzliches Zahlungsmittel oder lediglich ein Recht auf Bargeld ist? Mit beidem kann ich meinen Wochenendeinkauf bezahlen.

Nun, so einfach ist das leider nicht. Denn im Krisenfall wird der Unterschied und die damit verbundene Konsequenz schlagartig deutlich. Muss zum Beispiel eine Bank, aus welchem Grund auch immer, ihre Pforten schließen, ist der Bürger nicht nur von der Bargeldversorgung abgeschnitten, nein, im Insolvenzfall der Bank kann diese auch sämtliche Ansprüche auf Bargeld, also die ganzen Zahlen auf den Girokonten der Bank, streichen. Einfach so.

Der Anspruch auf Bargeld, also zum Beispiel die 1.000 EUR von Kunde A haben sich dann sprichwörtlich in Luft aufgelöst, sie sind nicht mehr da, der Kunde wurde enteignet. Hätte Kunde A die 1.000 EUR in bar behalten und nicht in Giralgeld durch Kontoeinzahlung verwandelt, wäre es wesentlich schwieriger ihn von diesem Geld zu trennen. Nichtphysische Rechtsansprüche, wozu Giralgeld eindeutig gehört, können dem Rechteinhaber sehr viel leichter weggenommen werden als physisches Bargeld.

Wie bei anderen Dingen auch, zeigt sich die unterschiedliche Natur von Bar- und Giralgeld also erst in einem Krisenfall und dann sind plötzlich viele Bankkunden überrascht, dass die Zahl auf ihren Konten ihnen einfach so gestrichen werden kann. Und erst dann merken sie sehr schmerzhaft, dass Bargeld etwas völlig anderes als Giralgeld ist, leider ist es dann oft zu spät.

Elektronische Konten und Giralgeldschöpfung

Eine noch erstaunlichere Konsequenz, die aus der Unterscheidung von Bar- und Giralgeld folgt, ist die Giralgeldschöpfung der Banken, die ja nur möglich ist, weil es Giralgeld gibt, also diese lustigen Zahlen auf unseren elektronischen Konten.

Genau wie die allermeisten Menschen glauben, dass das Giralgeld unserer Konten gesetzliches Zahlungsmittel sei, was nicht stimmt, wie wir gerade gesehen haben, glauben sie auch, dass eine Bank erst Sparguthaben ihrer Kunden benötigen würde, bevor sie Kredite vergeben kann.

Eigentlich ist das doch auch total logisch: Bevor eine Bank Geld verleihen kann, an irgendjemand, der eben gerade einen Kredit benötigt, muss sie dieses Geld bei anderen Menschen eingesammelt haben. Für die Vergabe von Krediten ist also Spargeld notwendig. Nun, auch das ist leider ein Irrtum und sicher eines der am besten gehüteten Bankgeheimnisse der Geschichte.

Um es vorwegzunehmen: Banken brauchen kein Spargeld um Kredite zu vergeben. Ermöglicht wird dies durch das Giralgeld und die Giralgeldschöpfung. Wie funktioniert das?

Fiat Money – Es werde Geld!

Eigentlich ist das ziemlich einfach und trotzdem weigerten sich die Banken selbst lange Zeit die Giralgeldschöpfung einzuräumen. Auch die allermeisten Experten verfrachteten die Geldschöpfung aus dem Nichts in das Reich der Phantasie und verpassten es daher, entsprechende Konsequenzen daraus zu ziehen und Forderungen an den Gesetzgeber und die Geschäftsbanken zu stellen.

Mehr und mehr setzt sich dieses Wissen aber durch und mittlerweile gibt es glaubwürdige Quellen, die diesen Mechanismus beschreiben. Wie kann nun eine Bank einen Kredit vergeben, ohne dass sie dazu vorher hätte Spargeld einsammeln müssen? Ermöglicht wird dies, wie gesagt, durch das Giralgeld, also durch die Zahlen in unseren Konten.

Schauen wir uns dazu das Beispiel einer Kreditvergabe zwischen Kunde A und seiner Bank genauer an.

Sobald sich Kunde A und seine Bank auf die Kreditsumme, sagen wir 10.000 EUR, und andere Modalitäten, zum Beispiel Laufzeit, Höhe der monatlichen Rückzahlungsrate und Zinskosten geeinigt haben, die Unterschriften der Vertragspartner getrocknet sind, eröffnet die Bank ein Kreditkonto auf den Namen unseres Kunden A. Dieses Konto bucht sie ins Minus, entsprechend tauchen auf dem Kontoauszug des Kreditkontos von Kunde A -10.000 EUR auf. Das ist der erste Teil der Giralgeldschöpfung.

Der zweite Teil ist dann die Bereitstellung der Kreditsumme auf dem Gehalts- oder Girokonto von Kunde A. Dazu bucht die Bank ihm +10.000 EUR auf sein normales Konto. Das neu eröffnete Kreditkonto weist also -10.000 EUR, das Girokonto +10.000 EUR aus.

Das verblüffende für den Normalsterblichen dabei ist, dass für diese Vorgänge in der gesamten Bank nirgends ein anderes Konto belastet, ergo auch kein Spargeld irgendeines anderen Kunden der Bank benötigt wurde! Es wurden im wahrsten Sinne des Wortes lediglich Zahlen auf beiden Konten eingetragen, es wurde Geld aus dem Nichts geschaffen, eben Fiat Money – Es werde Geld.

Die +10.000 EUR auf dem Gehaltskonto von Kunde A gab es vor der Kreditvereinbarung nicht, sie wurden erst durch den Prozess der Kreditvergabe geschaffen und zwar durch die Bank.

Bis zu 90 % der umlaufenden Geldmenge ist Fiat Money

Dass die Giralgeldschöpfung, also das erschaffen von Zahlen auf unseren elektronischen Konten Realität ist, bestätigen verschiedene Quellen unter anderem die Bank of England und auch die Bundesbank. Auch die empirische Forschung kann dazu Belege liefern. Erstaunlicherweise kennen die Giralgeldschöpfung schätzungsweise 90 % der Mitarbeiter einer Bank nicht, sie würden dies sehr wahrscheinlich sogar als Spinnerei abtun.

Ich habe selber mal eine Bankausbildung gemacht und in einer Bank gearbeitet, doch nirgendwo wurde thematisiert, dass die Banken Geld aus dem Nichts schöpfen. Genau wie die Normalbevölkerung, glauben auch die meisten Bankmitarbeiter, dass zur Vergabe von Krediten Spargelder benötigt würden, was nachweislich falsch ist. Da aber mittlerweile, da schwanken die Angaben, etwa 90 % der gesamten umlaufenden Geldmenge aus Giralgeld besteht, das wie beschrieben im Wesentlichen von den Geschäftsbanken im Rahmen der Giralgeldschöpfung erschaffen wird, obliegt die Geldversorgung der Bevölkerung faktisch den Geschäftsbanken.

Die Frage die sich da allerdings stellt: Wer hat die Banken eigentlich je dazu ermächtigt, auf so gravierende Weise in die Geldversorgung der Bevölkerung einzugreifen? Eigentlich obliegt dieses Privileg dem Staat, respektive der von ihm unabhängigen Zentralbank.

Was macht die Zentralbank?

Bargeld wird von der Zentralbank geschaffen und in Umlauf gebracht. Noch präziser ist, dass nur die Banknoten von der Zentralbank hergestellt und in Umlauf gebracht werden. Die Münzen stellt die Regierung her, die dann die Zentralbank kauft und anschließend in Umlauf bringt. An der gesamten zirkulierenden Geldmenge macht das Bargeld etwa 10 % aus. Diesen Teil der Geldmenge kontrolliert die von privaten und staatlichen Interessen unabhängige Zentralbank.

Das Giralgeld wird im Rahmen der Giralgeldschöpfung, hauptsächlich zum Beispiel durch das Vergeben von Krediten, von den Geschäftsbanken geschaffen und in Umlauf gebracht. Jeder neue Kredit erhöht dabei die zirkulierende Geldmenge, jede Rückzahlung eines Kredites verringert sie entsprechend.

Das Giralgeld stellt ca. 90 % der umlaufenden Geldmenge dar, also den mit Abstand größten Teil. Dieser Teil der Geldmenge wird demnach von den Geschäftsbanken kontrolliert und folgt weitgehend privaten Interessen, vor allem der Gewinnmaximierung.

An dieser Stelle wird auch klar, warum die Banken so viel Macht besitzen, dass sie ganze Staaten erpressen können. Einen wesentlichen Teil dieser Macht ziehen sie aus der Tatsache, dass sie die Geldversorgung der Bevölkerungen übernommen haben, ohne dass sie dafür je um Erlaubnis fragten oder der Gesetzgeber sie dazu ermächtigt hätte.

Schaffung einer vierten Gewalt als Lösung

Wollen wir uns also vor der Macht der Banken schützen, wollen wir das Erpressungspotential der Banken gegenüber der Bevölkerung verringern, dann müssen wir verstehen was Bargeld, was Giralgeld und was Giralgeldschöpfung ist. Und vor allem muss die Geldversorgung unabhängig von staatlichen und privaten Interessen organisiert werden!

Einen aus meiner Sicht guten Vorschlag dazu hat Prof. em. Bernd Senf gemacht. Im Sinne der drei Gewalten Exekutive, Judikative und Legislative schlägt er die Schaffung einer vierten Gewalt vor, die sogenannte Monetative, die dann die Geldversorgung der Bevölkerung aber eben unabhängig von staatlichen UND privaten Interessen organisiert.

Behalten die Banken das Privileg der Giralgeldschöpfung werden sie auch in kommenden Krisen, die zum Beispiel aufgrund der exponentiellen Wachstumstendenz der Geldvermögen durch den Zinseszins so sicher wie das Amen in der Kirche sind, ganze Staaten und ihre Bevölkerungen erpressen können.

Am beeindruckendsten versinnbildlicht Lloyd Blankfein, CEO von Goldman Sachs, die Macht, die die Banken mit der Giralgeldschöpfung haben. Immerhin war er Chef der weltgrößten Bank Goldman Sachs, als er sagte:

Ich bin ein Banker, der Gottes Arbeit verrichtet!

So ganz unrecht hat der Mann da gar nicht, wenn doch Gott aus dem Nichts Licht erschuf und die Banken selbiges mit Geld veranstalten können.


Andreas Smurawski wirft die Frage nach der Vermögensobergrenze auf.Über den Autor: Andreas Smurawski setzt sich seit seiner Ausbildung zum Bankkaufmann kritisch mit dem Geldsystem auseinander. Das Studium der Psychologie, dass er im Anschluss absolvierte, motivierte ihn dazu, die Kenntnisse aus seiner Ausbildungszeit mit Kenntnissen über die menschliche Psyche zu verknüpfen, um so zu gesamtgesellschaftlichen Prozessen Stellung nehmen zu können. Vor allem die Ereignisse beim Platzen der sogenannten Internetblase um die Jahrtausendwende und die Finanzkrise 2007 weckten in ihm Zweifel daran, dass das derzeitige Geldsystem alternativlos sei, wenn es doch zu derartigen Zerwürfnissen führte. Andreas Smurawski ist Jahrgang 1980. Er lebt bei Rostock und arbeitet im Bereich Forschung und Entwicklung.


Foto: PublicDomainPictures; Pixabay; Creative Commons CC0.

  1. Reto Thumiger 14. August 2017 um 11:59

    Interessant der Vorschlag einer Monetative, kannte ich noch nicht. Meines Erachtens ist die Vollgeld-Initiative in der Schweiz ebenfalls eine gute Alternative.

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    1. Vielen Dank für den Kommentar. Wir werden die Idee der Monetative noch genauer vorstellen. Eventuell ist in der Kombination aus Monetative und Vollgeld eine Lösung zu finden, um Giralgeld/Fiat Money dauerhaft abzuschaffen.

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  2. wolfganggosejacob 15. August 2017 um 10:51

    a) Ist der Irrtum, dass Sparguthaben zur Vergabe eines Kredites nötig wäre „neu“?

    b) Gab es einen Wechsel in dieser Philosophie der Geldschöpfung?

    c) Gibt es einen Zusammenhang mit der Globalisierung oder war die Geldschöpfung schon „immer“ offiziell „Sache des Staates“ aber praktisch / handwerklich / in der Masse „Aufgabe der Banken“?

    d) Gibt es überhaupt Zahlen / Schätzungen, wie sich die Mengenverhältnisse „Bargeld zu Giralgeld“ verhalten über einen „längeren Zeitraum“?

    e) Gibt es Zeitpunkte zu denen diese Mengenverhältnisse sprunghaft angestiegen sind? (Lösung vom Goldstandard, Krisen 2008, 1929, etc.)

    f) Wie sind die Einflüsse der internationalen Giralgeldschöpfung z.B. im Dollarraum oder auch China als größter Kreditgeber der USA, auf unseren Währungsraum und unsere Währung? MÜSSEN wir (zwingend) „mitziehen“, weil wir eine freie Gesellschaft sind und weil es diverse Handelsabkommen mit solchen Ländern und auch die WTO gibt?

    g) Läuft die Giralgeldschöpfung in allen Ländern gleich (ungeregelt) ab?

    h) Welchen Einfluss hat die Maßnahme von Mario Draghi, dass er 60 Milliarden Euro / Monat in den Markt (eigentlich die Banken) pumpt, um die Inflation auf 2% zu heben und die Kreditvergabe „anzuregen“?

    i) Welchen Einfluss haben andere Parallelwährungen (z.B. Bitcoin) oder auch Tauschringe und regionale „Geldsysteme“ (Taler, o.a.) auf das normale Geldsystem … oder gar die Gesellschaft)?
    (Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Regionalgelder#Deutschland)

    Schließlich kann ja jeder seine Arbeitskraft oder Dienstleitungen gegen „Gutscheine“ oder Schecks tauschen, die er für vertrauenserweckend hält.

    j) Welchen Einfluss hat die Flucht aus dem gesetzlichen Zahlungsmittel in Parallelwährungen auf die Erhebung von Steuern durch die Finanzminister (EU, Bund, Land)? Schließlich lässt sich auf eine Regional- oder Parallelwährung wie Bitcoin) keine Steuer erheben. Mal ganz davon abgesehen, das das Finanzamt von den Einnahmen / dem Guthaben nichts weiß oder keine Umrechnung vornehmen kann.

    Giralgeld dürfte in diesem Sinne ebenfalls eine Parallelwährung sein, die sich ideal zur Steuerflucht nutzen lässt. Einziger „Vorteil“ ist, dass die Umrechnung immer eins zu eins erfolgt.

    k) Kann der Flucht aus dem gesetzlichen Zahlungsmittel begegnet werden? Die einzige, finale Lösung wäre es alle (in einer Region z.B. EU) zur Verwendung EINES Zahlungsmittels zu zwingen. Damit wäre aber schon Arbeiten gegen „Kost & Logis“ verboten / unmöglich.

    l) Wo ist der Unterschied zwischen der Giralgeldschöpfung der Banken und folgendem Handlungsmuster in Firmen?
    => Firma A verkauft 1000 Kugelschreiber im Paket von Land X nach Land Z für 1000 Euro an Firma B (idealer Weise ein Tochterunternehmen :D )
    => Firma B verkauft die gleichen Kugelschreiber (allerdings einzeln) an Firma A zum Stückpreis von 25, weil der Wert sich so enorm gesteigert hat (Der Betrag ist letztlich frei wählbar.)

    Firma A meldet dem Finanzamt zwei Vorgänge:
    I) Verkauf von Kugelschreibern für 1.000 Euro nach Land Z
    II) Einkauf von Kugelschreibern für 25.000 Euro aus Land Z

    Folge: Die Bilanz wurde um 24.000 Euro bereinigt.
    Durch Austausch der Artikel, die Erhöhung der Anzahl, der jeweiligen Kaufpreise und eine entsprechend häufige Wiederholung lässt sich jeder beliebige Betrag erreichen, um Gewinne in der Bilanz steuermindernd zu korrigieren.

    Wer sparen will spart sich die doppelte Verschiffung der Kugelschreiber von Land X nach Land Z und zurück.
    Das spart ZEIT, GELD und das Umpacken!

    Wer „klug“ ist oder kein Mandarin beherrscht, sucht nach EU-Subventionen und im-/exportiert Produkte im Kreis innerhalb der EU und streicht auch gleich noch dieses Geld ein.

    Also ICH sehe da in der Kreativität keine großen Differenzen zur Girlageldschöpfung. Letztere ist auf Banken beschränkt. Ersteres Verfahren kann durch jede Firma (mit internationalen „Kontakten“) durchgeführt werden.

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    1. Vielen Dank für den Kommentar und die zahlreichen Fragen. Zum Bereich der Bilanzkorrekturen eine Nachfrage von unserer Seite. Sind die notwendigen Konstruktionen ausschließlich durch ein Firmennetz aus Mutterfirma und verschiedenen Tochterunternehmen realiserbar oder findet sich Vergleichbares auch in der lokalen Wirtschaft? Und welche Bedeutung fällt dem Konstrukt der juristischen Person (dem Unternehmen) zu oder kann der skizzierte Ablauf auch durch natürliche Personen vollzogen werden? Gibt es da eventuell einen Ansatzpunkt?

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  3. Gradido erscheint mir als gute (Übergangs-)Lösung verschiedener Probleme unseres Wirtschafts-/Finanz-/Geldsystems. Wird übrigens auch von dem im Artikel genannten Prof. Senf hoch gelobt …

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    1. Vielen Dank für den Kommentar und den Hinweis. Könntest du noch kurz erläutern, was Gradido ist bzw. welcher Ansatz verfolgt wird?

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  4. Geldschöpfung ist nicht per se schlecht, sondern in einer Geldwirtschaft unvermeidlich. Sie muss lediglich kontrolliert werden, was derzeit unzulänglich bis gar nicht geschieht.

    Das Buch “Euro-Poker – Ein Ex-Banker packt aus“ von Bankvorstand a. D. Hans-Werner Lange mit einem Vorwort der herausragenden Unternehmerpersönlichkeit Ernst Prost (Liqui Moly) zeigt auf Basis echten Insiderwissen und dabei ebenso leicht verständlich, als fundiert geschrieben, auf, wo der € wirklich steht und was tatsächlich auf uns zukommt:
    http://www.facebook.com/pages/Euro-Poker-Ein-Exbanker-packt-aus/463985643637394?ref=ts&fref=ts
    Der mit Fakten belegte und schonungslose Klartext eines Praktikers ist in seiner Gesamtheit Gegenstand der Klage 2 BvR 1585/12 vor dem BVG. Diese geht in ihrer Forderung über die anhängigen Klagen hinaus, begehrt die Feststellung des Gerichts, dass der Verbleib der Bundesrepublik Deutschland im € verfassungswidrig ist und wird nicht mit den verhandelten Klagen verbunden, bleibt selbstständig und läuft weiter!

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