Klingelingeling in Berlin

Sie haben einen Wecker? Dann kennen Sie vielleicht auch den Wunsch, einen Hammer zu besitzen. Ein Kleinod von Frank Willenstein über den Beginn eines freien Tages in Berlin.

„Guten Morgen“, blinzelt der Wecker rechts neben mir. Und meine ersten Wimpernschläge antworten mit der gleichen Botschaft.

Aufstehen. Den freien Tag genießen. Einkaufen gehen … Den kleinen Zeh gestoßen … verdam… scheiß… arrrrgggghhhh.

Okay. Humpelnd zum Badezimmer, Zahnpasta leer, keine Mentholzigaretten mehr. Anziehen und losgehen.

Als der Bus dann kommt, hat er bereits fünf Minuten Verspätung … Was ich verstehen kann … Muss der Fahrer ja auch alle fünf Minuten die Welt retten.

Angekommen im Supermarkt, stehe ich vor leeren Regalen.

„Natürlich erst bestellen, wenn alles leer ist“, brabbel ich in mich hinein.

Klingelingeling, klingelingeling, heißt es mittlerweile auf Berliner Gehwegen. „Mach Platz, hier komme ich“, schreit das Fahrrad mit seinem pedaltretenden Reiter, der rechtzeitig noch zu der Firma zu kommen versucht, für die er tätig ist … Schade nur, dass er schon das zweite Mal in dieser Woche zu spät kommen wird … Denn ich mache keinen Platz.

Zu Hause angekommen wird erst mal der Schlüssel gesucht … Beim Indianer Jones vergleichbaren Versuch den Heiligen Gral zu finden, reist mir die Einkaufstüte …

Das nächste Mal wird ein Hammer neben dem Wecker liegen.


Foto: Monoar Rahman – Pexels.com – CC0 Lizenz

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