Max Stirner – Der Einzige und sein Eigentum

Der eher unbekannte Philosoph Max Stirner legte im Oktober 1844 mit „Der Einzige und sein Eigentum“ ein bedeutsames Werk vor, dass eine große Wirkung auf andere Philosophen und bekannte Persönlichkeiten hatte und bis heute hat. Christian Weilmeier geht in seinem Video auf zentrale Thesen von Max Stirner ein.

Obwohl Max Stirner, der eigentlich Johann Caspar Schmidt hieß, in der Geschichte der Philosophie allenfalls am Rande Erwähnung findet, hat er im 19. Jahrhundert zahlreiche andere Denker beeinflusst. Sie verfassten vorzugsweise Konzepte und Schriften gegen Stirners nihilistische Ideen. Auch Karl Marx fertigte eine umfassende Kritik an, veröffentlichte diese aber nicht. Somit blieb der Einfluss von Stirner auf Marx Konzeption des Historischen Materialismus unerwähnt.


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Teilweise wird Max Stirner als Vordenker des Anarchismus genannt, was aber Stirners Philosophie einer konsequenten Individualität nur in Ansätzen gerecht wird.

Max Stirner und das Jenseits in uns

Die zentrale Rolle in Stirners Philosophie nimmt der Ausgang aus der „Unmündigkeit“ ein. Um das zu erreichen, muss der einzelne Mensch das „Jenseits in Uns“ beseitigen. Den so entstehenden Menschen nennt Stirner den „Eigner“ oder auch „des Egoisten“ oder „des Einzigen“.

Laut Stirner können Eigner entweder durch den autotherapeutischen Akt der „Empörung“ oder durch eine Art von Erziehung entstehen, die das Heranwachsen des Kindes zum Eigner möglichst wenig behindert. Das „Jenseits in Uns“ skizziert in etwa das, was Sigmund Freud später Über-Ich nannte.

Es ist eine psychische Instanz, die im Laufe des Erziehungsprozesses in der hauptsache unbewusst gebildet wird und als Komplex der Wert- und Moralvorstellungen und der kulturellen Identität das Verhalten des Menschen reguliert: das Gewissen. Stirner verwendet den Begriff des Heiligen.

Ein Klassiker des Amoralismus

Stirner gilt daher als Klassiker des Amoralismus und des „Ethischen Egoismus„. Das kommt nicht von ungefähr. Stirners Ausspruch „Mir geht nichts über Mich“ besagt, dass der Eigner nichts „über sich“ akzeptiert – auch nichts Heiliges. Der Eigner ist frei von dem erzieherisch erzeugten Über-Ich, von dem die meisten Menschen (mehr oder weniger) „besessen“ sind.

Im Video erkläre ich zentrale Thesen aus Stirners Buch „Der Einzige und sein Eigentum“ und gehe auf seine Wirkung auf andere Philosophen und bekannte Persönlichkeiten ein. Es ist eine kurze aber genaue Zusammenfassung zu Max Stirner, darum ist das Video auch etwas länger geworden.


Foto: Nihat (Pexels.com); Creative Commons Zero (CC0) Lizenz.

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