US-Studie: Umwelt- und Klimaschutz billiger als Folgekosten von Umweltschäden

Klimawandel: Fünf Hurrikans und 76 Waldbrände werden 2017 zum teuersten Jahr in der US-Geschichte machen. In einem Report des Universal Ecological Fund sind die Folgekosten mit rund 300 Milliarden Dollar beziffert.

Durchschnittlich verursacht der Klimawandel und seine Folgen bereits 240 Milliarden Dollar Schäden pro Jahr in den USA. In einer US-Studien wird eine Abkehr von fossilen hin zu erneuerbaren Energien gefordert. Ein Bericht von Robert Manoutschehri.

Fünf Hurrikans und 76 Waldbrände werden 2017 allerdings zum teuersten Jahr in der Geschichte der USA machen. Sie sind in einem Report des Universal Ecological Fund (FEU-US) mit rund 300 Milliarden Dollar Folgekosten beziffert.

Wirtschaftliche Einbußen durch Extremwetter-Ereignisse als auch steigende Gesundheitsausgaben als Folge von Luftverschmutzung wurden zur Berechnung herangezogen.

Ökonomische Schäden eskalieren

Stürme und Hurrikans, Überflutungen, Dürren und Waldbrände nehmen in Anzahl und Ausprägung deutlich zu – ebenso wie die Luftverschmutzung durch die Verbrennung von Öl, Kohle und Gas.

Der ökonomische Schaden eskaliert, und hat sich seit den 1980er-Jahren beinahe verdreifacht. Im nächsten Jahrzehnt werden diese wirtschaftlichen Verluste weiter eskalieren, wenn die Trump-Administration auf eingeschlagenem Klima-Kurs bleibt, prognostizieren die sechs Autoren um Sir Robert Watson (ehem. IPCC Leiter), Dr. James J. McCarthy (Harvard Universität) und Liliana Hisas (FEU-Direktor).

Die im Pariser Klimaabkommen fixierten Maßnahmen dürften nicht ignoriert, sondern müssten im Gegenteil noch um das Doppelte bis Dreifache angehoben werden, andernfalls würden die globalen Treibhausgas-Emissionen schon 2030 um etwa 33 Prozent oder rund ein halbes Grad über der angepeilten maximalen Erwärmung von 2 Grad Celsius liegen.

Im kommenden Jahrzehnt rechnen die Autoren daher mit finanziellen Belastungen von jährlich 360 Milliarden, was rund 55 Prozent des derzeitigen Wachstums der US-Wirtschaft entspricht.

Studie fordert Abkehr von fossiler Energie

„Die Nutzung fossiler Brennstoffe trägt ein riesiges Preisschild, das sich die US-Wirtschaft gar nicht leisten kann“, sagt Watson. „Der Beweis ist unleugbar. Der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft ist für das Wirtschaftswachstum unerlässlich und ist billiger als die gigantischen Untätigkeitskosten.“ Wobei diese vor allem von Privaten und Familien geschultert werden müsse und nur zum Teil durch die Regierung.

Die Studie fordert eine Abkehr von fossilen hin zu erneuerbaren Energien, was Wirtschaftswachstum sicherstellen und Arbeitsplätze schaffen würde, wie Hisas betont: „Saubere und nachhaltige Energie braucht nur intelligente Entscheidungen und intelligentere Investitionen.“

Noch fehlt der politische Wille

Ein Großteil der Einnahmen aus diesen Investitionen, welche mit bis zu 200 Milliarden Dollar innerhalb der nächsten zehn Jahre beziffert werden, könnte aus einer Kohlendioxidsteuer kommen. Diese würde zwar die Kosten etwa für Benzin erhöhen aber gleichzeitig den Übergang zu Elektroautos anregen. Der Schutz der Bürger vor den ökonomischen Verlusten und Kosten des Klimawandels kann und sollte gelingen, es fehle bislang nur der politische Wille dazu.


Weiterführende Informationen:

FEU Report „The Economic Case for Climate Action in the United States“: https://goo.gl/e4VAbx

FEU Presseaussendung: https://feu-us.org/wp-content/uploads/2017/09/CoCC-PressRelease.pdf


Robert Manoutschehri ist Fotograf, Journalist, Texter und Grafikdesigner aus Wien.Über den Autor: Robert Manoutschehri ist Fotograf, Journalist, Texter und Grafikdesigner aus Österreicher. Er engagiert sich ehrenamtlich für zahlreiche Bürgerinitiativen und NGO’s. Er lebt in Wien.


Foto: Melissa Newkirk (Unsplash.com)

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