Dokumentarfilm: Mütterstreik

Der Film „Mütterstreik“ dokumentiert die Erfahrungen polnischer Arbeiterinnen in der Sonderwirtschaftszone Wałbrzych mit menschenfeindlichen Arbeits-
und Lebensbedingungen.

Bis Anfang der 1990er Jahre war die polnische Stadt Wałbrzych das Zentrum des niederschlesischen Steinkohlereviers. Durch die Schließung von Betrieben der Leicht- und Schwerindustrie, der Kohlebergwerke und weiterer lokaler Unternehmen wurden etwa 25.000 Arbeitsplätze vernichtet. Auch viele Frauen verloren ihre Jobs.

„Zeitweise war jeder Dritte in Wałbrzych ohne Job“, heißt es in einer Reportage von Katharina Zabrzynski und Maike Brzoska auf Deutschlandfunk.

Im Jahr 2000 wurde innerhalb des östlichen Stadtgebietes mit dem Aufbau der Freihandelszone Wałbrzych begonnen. Internationale Unternehmen wurden angelockt durch Subventionen, Steuerfreiheit, günstige Kredite und das gewaltige Heer billiger Arbeitskräfte. Die Maßnahmen sollten angeblich dazu dienen, einen wirtschaftlichen und somit auch sozialen Aufschwung zu ermöglichen.

Doch die Arbeiter und Arbeiterinnen wurden über Jobagenturen mit extrem kurzfristigen Verträgen und schlechtester Bezahlung angestellt. Als billige Leiharbeiter schuften sie in der Zone. Sie arbeiten einen Monat, eine Woche oder nur ein paar Stunden, werden dann gefeuert und wieder eingestellt – oder auch nicht.

"Mütterstreik" ist eine Dokumentation über polnische Arbeiterinnen in der Sonderwirtschaftszone Wałbrzych.

„Mütterstreik“ ist eine Dokumentation über polnische Arbeiterinnen in der Sonderwirtschaftszone Wałbrzych. Ein Klick auf das Bild leitet auf Labournet.tv weiter, wo der Film mit Untertiteln abgespielt werden kann.

Die Auswirkungen auf das Leben sind katastrophal. Neben der ökonomischen Unsicherheit belasten die steigenden Kosten die Menschen. Viele können die Mieten nicht mehr bezahlen. Als letzter Ausweg vor der Obdachlosigkeit bleibt vor allem Familien nur die Besetzung freien Wohnraums.

Im Mai 2008 traten mehr als ein Dutzend Frauen in den Hungerstreik, um gegen die Räumung von Wohnungen zu protestieren, die sie zuvor besetzt hatten.

Der Film „Mütterstreik“ dokumentiert die Erfahrungen der Frauen mit menschenfeindlichen Arbeitsbedingungen, das Versagen staatlicher Institutionen und berichtet über die Hoffnungen der Mütter auf ein besseres Leben für sich und ihre Kinder.


Informationen zum Dokumentarfilm

MÜTTERSTREIK

Polen, 2010 (Original mit Untertitel)
Länge: 22 Minuten
Umsetzung: Szumtv – Think Tank Feministczny

Der Film ist Teil des Themenbereichs „Feminismus und Leiharbeit“ von Labournet.tv, einem Projekt von Content – Verein zur Förderung alternativer Medien e.V.


Fotos: Jordan WhitfieldUnsplash.com

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