Dokumentation: Der Jahrhundertraub – Der Preis des roten Goldes

Gaby Weber hat mit der Dokumentation „Der Jahrhundertraub – Der Preis des roten Goldes“ den zweiten Teil ihres Filmprojekts „Auf der Suche nach der verschwundenen Dritten Welt“ umgesetzt. Ihre Recherchen führten sie quer durch Chile und zu den Kupferminen, in denen das rote Gold aus dem Boden geholt wird.

Kupfer ist ein unverzichtbarer Rohstoff für Schlüsselindustrien und den gesamten Bereich der Elektronik: Handys, E-Autos oder Solartechnik – nichts geht ohne das rote Gold.

Chile ist einer der wichtigsten Kupferlieferanten. Der größte Abnehmer ist China. Über 50 Prozent der Weltproduktion werden in die Volksrepublik exportiert. Doch wie lange wird Kupfer noch frei verfügbar sein – und zu welchem Preis?

Gaby Weber hat mit der Dokumentation „Der Jahrhundertraub – Der Preis des roten Goldes“ den zweiten Teil ihres Filmprojekts „Auf der Suche nach der verschwundenen Dritten Welt“ umgesetzt.

Die Journalistin verdeutlicht am Beispiel von Kupfer die Entwicklung der Rohstoffpreise und die Mechanismen der verdeckten Enteignung durch internationale Konzerne. Sie skizziert außerdem die in Vergessenheit geratene Geschichte der Bewegung der Blockfreien Staaten (Non-Aligned Movement), die bei der Konferenz von Bandung 1955 erstmals Forderungen der Dritten Welt nach Gleichberechtigung und Gleichbehandlung gegenüber den ehemaligen Kolonialmächten formulierten.

Seit den 1960er-Jahren versucht Chile seine Bodenschätze vorteilhaft zu vermarkten – so wie es alle Länder der Dritten Welt mit ihren natürlichen Reichtümern versuchen. Denn die Dritte Welt ist nicht verschwunden, sondern wurde umetikettiert: „Globaler Süden“, „Trikont“ oder „Peripherie“.

In den 1970er-Jahren war die Bewegung der Blockfreien die Stimme der Dritten Welt, die eine neue Weltwirtschaftsordnung auf die Agenda der Vereinten Nationen gesetzt hat. Sie forderte gerechte Preise für die Rohstoffe und Weiterverarbeitung vor Ort. Doch nur ein Kartell war bisher erfolgreich: die OPEC.

Große Konzerne haben sich in Chile die Kupferminen angeeignet. Sie plündern die Bodenschätze aus und entwickeln Geschick bei der Steuervermeidung. Das chilenische Volk geht leer aus.

Gaby Weber lässt in ihrer Dokumentation Fachleute, Systemkritiker, aber auch Lobbyisten der Minengesellschaften und der Regierung Chiles zu Wort kommen. In Deutschland sprach sie mit dem Historiker Jürgen Dinkel von der Universität Leipzig über die Blockfreien und das rote Gold.


Gaby Weber (Aufnahme von Frank C. Müller; CC BY SA 3.0)

Gaby Weber (Foto: Frank C. Müller; CC BY SA 3.0).

Über Gabriele „Gaby“ Weber: Die Publizistin mit dem Schwerpunkt deutsch-lateinamerikanische Beziehungen wurde 1954 in Stuttgart geboren und studierte an der Freien Universität Berlin Romanistik und Publizistik. Sie gehörte 1978 in West-Berlin zu den Gründungsmitgliedern der taz. 1982 wurde Gaby Weber am Lateinamerika-Institut promoviert.

Sie ging nach Südamerika und berichtete etwa ab Mitte der 1980er-Jahre als freie Korrespondentin aus Montevideo (Uruguay) und von 2002 an aus Buenos Aires. Weber arbeitet hauptsächlich für den Rundfunk und veröffentlichte mehrere Reportagen und Recherchen zur Geschichte von Nachrichtendiensten. Außerdem verfasste sie zahlreiche Bücher.

Freier, kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld! Unterstützen Sie bitte die Arbeit von Gaby Weber über Paypal (gaby.weber@gmx.net) oder Comdirekt: DE 53 2004 1155 0192 074300


Fotos: Frank C. Müller; CC BY SA 3.0 und Elaine Casap (Unsplash.com).

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