Warum ich den Kapitalismus abschaffen will …

Arbeiten, Partys, Shoppen und noch mehr arbeiten. Unsere Autorin Vicky lebte ein ganz normales Leben und fühlte sich wohl im kapitalistischen System. Heute will sie es abschaffen und erklärt, warum.

Nachdem mir klar geworden ist, dass nicht nur die „typischen Linken“ meinen Blog lesen, sondern eventuell auch fest im kapitalistischen System verankerte Menschen, habe ich mich dazu entschieden, zu erklären, warum ich mich selbst als linksradikal bezeichnen würde und das bestehende System abschaffen will.

Hierzu würde ich gern die am häufigsten auftretenden Klischees und Vorurteile gegen eine Systemänderung angehen. Doch vorab eine grundsätzliche Frage, die mir bisher kein Kapitalist und keine Kapitalistin beantworten konnte:

Wie soll Wachstum auf einem Planeten funktionieren, der nicht mitwächst?

Ich hoffe, es findet sich jemand, der zumindest versucht, dieser Frage eine Antwort zu geben.

1. Der Kapitalismus ist alternativlos.

Das ist schlichtweg eine Lüge. Wir Menschen existieren seit ca. 300.000 Jahren, grob geschätzt, auf dem Planeten Erde. Der Kapitalismus, von Menschen erschaffen, existiert erst seit ca. 200 Jahren. Auch vorher war Leben möglich. Nun werden die Kritikerinnen und Kritiker natürlich sofort von ihren Stühlen aufspringen und schreien:

„Ja, aber wir wollen doch nicht ins Mittelalter zurück.“

Das müssen wir auch gar nicht, denn die meisten technologischen Entwicklungen ließen sich ohne Probleme in ein neues System übertragen. Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, dass in einem System was nicht auf Konkurrenz, sondern auf Kooperation aufgebaut ist, die Entwicklung von Fortschritt ganz neue Dimensionen entwickeln könnte. Frei nach dem Motto: Sharing is caring oder Sharing is not stealing könnten wir, wenn wir uns unser Wissen und unsere Ressourcen untereinander zur Verfügung stellen, relativ schnell einen Großteil unserer bestehenden Probleme lösen.

2. Andere Systeme haben, seitdem es den Kapitalismus gibt, nicht funktioniert.

Falsch, sie hatten gegen den Kapitalismus schlichtweg keine Chance. Nehmen wir die DDR, die gerne als Beispiel herangezogen wird. In meinen Augen war die DDR kein Sozialismus, sondern Staatskapitalismus. Offiziell gehörte zwar alles dem Volk, doch es hatte keinerlei Möglichkeit, darüber frei zu verfügen.

Und wann immer Länder oder Gebiete versucht haben, alternative Systeme aufzubauen, oder zu erhalten, wurden sie dabei von außen, von den Supermächten des Kapitalismus massiv unter Druck gesetzt. Siehe Kuba, Spanien im Bürgerkrieg, etc. Dies ist ein weiterer Beweis für die Aggressivität des Kapitalismus, der, weil er auf Konkurrenz aufgebaut ist, keine Alternativen neben sich zulässt.

3. Ich will nicht auf meinen Luxus verzichten.

Ein für mich unfassbares Argument, wenn man sich das Leid und Elend der Menschen anschaut, auf denen unser Luxus aufgebaut wurde. Weil wir hier rund um die Uhr billigen Kaffee trinken wollen, müssen Menschen in anderen Ländern unter den unmenschlichsten Bedingungen für so gut wie keine Bezahlung bis zum Umfallen schuften. Weil wir jeden Tag Fleisch essen wollen, müssen Tiere einen unfassbar grausamen Leidensweg gehen, den die meisten der Fleischkonsumentinnen und Fleischkonsumenten sich nicht mal anschauen wollen.

Weil wir hier nicht bereit sind, auf den Überfluss zu verzichten, geht es Menschen und Tieren in anderen Teilen der Welt schlecht. So einfach ist das. Wer also gegen das ganze Elend, dass der Kapitalismus produziert, etwas tun will, sollte zuerst die eigene Konsumhaltung überdenken.

Aber müssten wir denn wirklich auf so viel Luxus verzichten, wenn wir den Kapitalismus abschaffen? Nun, wir müssten ganz sicher unsere Ernährung umstellen. Aber wäre das so verkehrt? Es gibt schon zahlreiche Studien, die belegen, dass die Ernährung der sogenannten „Erste-Welt-Länder“ unglaublich ungesund ist. Wir pumpen uns nicht nur rund um die Uhr mit Chemie voll, wir essen auch einfach zu viel, weil uns die Werbung ständig vorgaukelt, dass Essen zu einem guten Lifestyle dazugehört. Weil die Portionen immer größer werden, damit die Konzerne noch mehr an uns verdienen können.

Bis zu 50 % unserer Lebensmittel werden weggeschmissen. In Buchstaben: fünfzig Prozent. Oder anders ausgedrückt, die Hälfte! Und das, obwohl wir dank des technischen Fortschritts heute ohne Probleme in der Lage wären, alles gerecht zu verteilen. Warum passiert das nicht? Weil Konzerne Geld damit verdienen, dass es diese Ungerechtigkeiten gibt.

Würden wir unsere Produktion der tatsächlichen Nachfrage anpassen, würde das Wirtschaftswachstum radikal einbrechen, denn die Produktion orientiert sich schon lange nicht mehr daran, was wirklich benötigt wird. Viel eher geht es darum, etwas was nicht gebraucht wird, zu produzieren und danach eine kluge Werbestrategie zu entwickeln, mit der man den Konsumentinnen und Konsumenten weismacht, dass sie ohne dieses Produkt lebensunfähig oder zumindest nicht so hip wie der Rest sind. Also ist doch die Fragestellung gar nicht „Warum soll ich auf meinen Luxus verzichten?“, sondern viel eher „Was ist eigentlich Luxus?“ Was brauche ich, um glücklich zu sein?

4. Was soll denn stattdessen sein, wenn nicht Kapitalismus?

Bei dieser Frage erschreckt mich vor allem die mangelnde Vorstellungskraft der meisten Menschen. Es gibt bereits zahlreiche alternative Modelle zum Kapitalismus und im Grunde wäre es denkbar einfach sich all diese Modelle anzusehen, auszuarbeiten und daraus ein neues System zu entwickeln. Doch dafür bräuchte es vor allem die politische Mitbestimmung aller, oder zumindest der meisten Menschen. Und genau die hat der Neoliberalismus in den letzten 25 Jahren so gut wie ausgeschaltet.

Wir haben die Konsumhaltung in nahezu allen Lebensbereichen übernommen, auch in der Politik. Stritt man früher lautstark am Tresen der Kneipe darüber, was man wählen sollte, ist es heute verpönt in der Öffentlichkeit überhaupt zu äußern, was man wählt oder warum. Mit der Abgabe der Stimme gibt man dann auch seine Verantwortung ab und ist raus aus dem Schneider. Läuft dann was schief, kann man auf die Politiker und Politikerinnen schimpfen und sich schwören, beim nächsten Mal eine andere Partei zu wählen. Fakt ist aber, egal was man wählt, es ändert sich nichts.

Das liegt nicht an der Unfähigkeit der Menschen zu wählen, sondern am System. Entscheidungen werden nur offiziell von Politikerinnen und Politikern gefällt, hinter der Fassade ziehen die Großkonzerne, Banken und Lobbyisten und Lobbyistinnen die politischen Fäden, erstellen Gesetze und verfügen über unser aller Leben. Alles im Namen des Gesetzes und der Demokratie.

Zur Ablenkung werden dann regelmäßig Großevents organisiert wie WM, EM, etc., damit das Volk bei Laune bleibt. Und gibt es doch hier und da mal einen Aufstand, wie um Beispiel in Stuttgart gegen den neuen Bahnhof, wird der einfach niedergeknüppelt und kriminalisiert. Dies schreckt dann auch nebenbei noch Leute ab die ebenfalls mit dem Gedanken spielen aufzustehen, und sich gegen die Ungerechtigkeit zu wehren.

Wer sich mit Alternativen zum Kapitalismus auseinandersetzen will, wird in Zeiten des Internets ganz schnell fündig: Gemeinwohlökonomie, anarchistische Modelle, ressourcenbasierte Wirtschaft, partizipatorische Ökonomie, Peer to Peer Ökonomie, usw. Die Liste ist endlos und vielfältig. Das Problem ist also nicht die fehlende Alternative, sondern die Unterdrückung der Entwicklung dieser durch den Kapitalismus.

Natürlich halten wir alle mit unserem Konsum den Kapitalismus am Leben. Aber es gibt einige Menschen auf diesem Planeten, die wollen, dass das auch so bleibt, und setzen alles daran, dass Alternativen in der Schublade bleiben.

Sie sind, wie die Occupy-Bewegung damals so schön feststellte, das eine Prozent. Natürlich profitieren weit mehr als ein Prozent der Leute vom Kapitalismus. Das ist genau das Perfide an diesem System. Dadurch, dass alle in Abhängigkeit gehalten werden, ist jede und jeder darauf bedacht, das System auch am Laufen zu halten. Nach oben buckeln, nach unten treten.

5. Wenn es keinen Druck gibt, geht keiner mehr arbeiten.

Falsch! Umfragen zum BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen) haben zum Beispiel ergeben, dass sich lediglich 10 % der Menschen mit einem BGE faul auf die Couch legen würden. Der Rest der Befragten gab an, entweder in gleichem Umfang wie vorher arbeiten zu gehen oder sich mehr ehrenamtlichen Tätigkeiten zuzuwenden. Und genau hier liegt auch eines der größten Probleme des Kapitalismus: Arbeit ist in unserer heutigen Zeit vollkommen falsch definiert.

Wir haben die letzten 100 Jahre alles daran gesetzt, Maschinen zu entwickeln, die uns die Arbeit abnehmen, und waren dabei in vielen Bereichen auch sehr erfolgreich. Und jetzt jammern wir darüber, dass wir keine Vollbeschäftigung erreichen? Da passt doch was nicht zusammen.

Was ist mit dem Großziehen unserer Kinder? Eine der wichtigsten Betätigungsfelder in unserer Gesellschaft, wenn man es logisch betrachtet und davon ausgeht, dass wir nicht aussterben wollen. Hier könnte ich jetzt noch etliche andere Betätigungsfelder anführen, die nicht oder nur sehr schlecht bezahlt werden. Ich kürze das aber mal ein wenig ab.

In unserer Gesellschaft haben diejenigen den höchsten Wert und werden am besten bezahlt die am meisten zum Wohl des Geldes beitragen, nicht zum Wohl des Menschen.

Krankenschwestern, Pflegekräfte, Mütter und Väter, Großeltern, Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen usw. verdienen nichts im Vergleich zu Bankern und Bankerinnen, Managerinnen, Managern und Co.

Ist es nicht das Ziel eines jeden Menschen sein Leben möglichst sinnvoll zu gestalten? Würde das nicht implizieren, dass jeder Mensch sich versucht so gut wie möglich in eine Gesellschaft einzubringen und dementsprechend auch einen Teil der Arbeit, die anfällt zu leisten? Natürlich wird es auch solche geben, die sich auf Kosten der anderen auf die faule Haut legen, aber wie ich weiter oben schon erwähnte ist es eine verschwindende Minderheit. Und wegen genau dieser Minderheit leidet zurzeit die Mehrheit der Menschen unter dem System Kapitalismus.

Es ist also ähnlich wie beim Thema Überwachung. Wegen einer kleinen Minderheit Krimineller werden alle überwacht. Das ist das Prinzip des Kapitalismus. Anstatt von positiven Szenarien auszugehen, Vertrauen zu haben und Eigenverantwortung zu fördern, werden alle gleichgeschaltet. Bei dieser Gleichschaltung wird sich dann am schlimmsten Übel orientiert.

Mit Sicherheit ließe sich diese Liste noch um etliche Klischees ergänzen, doch wir wollen für den Anfang mal nicht übertreiben.

Was können wir tun, um dem Kapitalismus entgegen zu wirken?

Die Möglichkeiten sind erstaunlich vielfältig, wenn man sich ein wenig damit auseinandersetzt. Wie weiter oben schon erwähnt, sollte natürlich als Erstes das eigene Konsumverhalten hinterfragt werden.

Der Verschwendungssucht kann man gut vorbeugen, durch Containern, sparsames Einkaufen und Foodsharing, das bedeutet Essen teilen, anstatt es wegzuschmeißen. Außerdem sollten wir uns fragen, was uns wirklich glücklich macht.

Nach meinem radikalen Lebenswandel stellte ich schnell fest, dass man für die wenigsten Dinge Geld braucht. Jedes Mal wenn ich mich mit meinen Freundinnen und Freunden treffe, sind wir alle pleite, trotzdem haben wir Getränke, Essen, Rauchwaren und alles andere im Überfluss.

Wer christlich eingestellt ist, dem fällt wohl jetzt die Geschichte vom Brot und Fisch teilen ein. Wer alles gibt, bekommt noch mehr zurück. Diese Lebensweisheit habe ich in den neun Monaten, in denen ich komplett ohne Geld im Occupy Düsseldorf Camp gelebt habe, gelernt. So viele Menschen waren mir dankbar dafür, dass ich mein Leben diesem Camp gewidmet hatte, dass sie auf Kleinigkeiten gut verzichten konnten, die für mich in diesem Moment die halbe Welt bedeuteten.

Kerzen, Tampons, warme Decken, Schokolade, ein Beutel Tabak, Wollsocken, beinahe alles wird zum Geschenk, wenn man nichts hat. Und beinahe alles gibt man gerne wieder ab, wenn man nichts hat. Es entwickelt sich eine Art Grundvertrauen in die Menschen, mit denen man sich umgibt. Dieses Gefühl bereichert einen mehr, als alle Euros auf dieser Welt.

Kleine autonome Strukturen, die dem Kapitalismus entgegenwirken, gibt es fast überall. Man muss sie nur ein wenig suchen. Autonome Zentren, Guerilla-Gardening-Gruppen, Garagen-Trödel sind nur einige Beispiele dafür.

Mein Tipp: Geht mit offenen Augen, aber vor allem mit offenem Herzen durch die Welt und habt Vertrauen, auch wenn ihr Rückschläge erlebt. Veränderung fängt im eigenen Kopf an!


Hinweis: Der Beitrag von Vicky erschien erstmals in einer älteren Version auf ihrem Blog und wurde für Neue Debatte aktualisiert. Als Micro-Bloggerin berichtet unsere Autorin regelmäßig auf ihrem Twitter-Account über ihr gesellschaftliches und politisches Engagement, und beantwortet Fragen der Community.


Foto: Lanpernas (Flickr.com; Lizenz: CC BY-SA 2.0)

  1. Ihre (aus meine Sicht) wirren Thesen:

    Gleich zu Anfang:
    Sie verwechseln bzw. setzen gleich Kapitalismus und Freie Marktwirtschaft. Und wollen folglich beides abschaffen.
    Dass der Kapitalismus üble Auswirkungen zeigt, ist unstrittig.

    „Wie soll Wachstum funktionieren auf einem Planeten, der nicht mitwächst?“
    Die Frage ist berechtigt. Aber fehl am Platz: Was hat Wachstum mit freier Marktwirtschaft zu tun? Grundsätzlich: Überhaupt nichts. In der Freien Marktwirtschaft werden Produkte durch bessere, meist preiswertere, oft umweltschonendere ersetzt. Das geht auch völlig ohne „Wachstum“.

    „Der Kapitalismus ist alternativlos“
    Nein, ist er nicht. Man kann ihn auch verbieten – jedoch nur mit Gewalt und nur zum Schaden der Menschen: Siehe, UdSSR oder Ostblock, PolPot oder Maos China: Die widerlichsten, brutalsten Menschenschinder-System der Geschichte.
    Oder man führt die Freie Marktwirtschaft ein, wie nach WW2 für viele Jahre in der BRD.

    „Es gibt ihn [Kapitalismus] erst seit 200 Jahren“ – Was für ein hanebüchener Unsinn. Waren die Fugger keine Kapitalisten? Die Kaufmannschaften in Venedig, in Genua? Ja, jeder Handel Treibende seit Beginn unserer Geschichte war Kapitalist: Er versuchte aus seinem (häufig sehr großen!) Risiko einen möglichst großen Profit zu schlagen.
    Ohne diesen Antrieb, ohne dieses (unternehmerische) Risiko lebte die Menschheit bis heute in der Steinzeit. Wir sind, was wir heute sind, ausschließlich wegen des Gewinnstrebens der Menschen.

    „DDR: Offiziell gehörte zwar alles dem Volk, doch es hatte keinerlei Möglichkeit, darüber frei zu verfügen.“
    Ja, und das ist beim Sozialismus auch niemals, NIEMALS!! anders möglich. Lesen Sie die Erkenntnisse des Kommunisten Orwell, des Kommunisten Popper u.A: Sozialismus und brutalste Menschenunterdrückung gehören untrennbar zusammen – immer.
    „… siehe Kuba.“ Ja, waren Sie einmal im Kuba Castros? Oder im Kuba-Sozialismus in Venezuela? Das sind Verbrechersysteme, die nichts als Leid und Elend hervorgebracht haben, mit überquellenden Zuchthäusern voller freier Menschen – den Systemgegnern. Fliegen Sie nach Caracas, sehen sich selber an, was der Sozialismus in wenigen Jahren aus dem reichsten Land Südamerikas gemacht hat.

    „Weil wir jeden Tag Fleisch essen wollen, …“
    Was hat Kapitalismus mit Fleisch essen zu tun? GAR NICHTS. Ich verabscheue den Sozialismus/Kommunismus und bin trotzdem / gerade deshalb Vegetarier. Wo gibt es den höchsten Fleischkonsum? Im kommunistischen China.

    „Nun, wir müssten ganz sicher unsere Ernährung umstellen, wenn wir den Kapitalismus abschaffen.“ Was für ein totaler Unsinn! Die Vernichtung von Lebensmitteln, die schlimmsten Fehler in der Landwirtschaft wurden in sozialistischen Ländern gemacht – immer, über Jahrzehnte, waren sie (bspw. UdSSR) auf Import von Lebensmitteln angewesen – seit der politischen Wende werden Lebensmittel exportiert.

    „Ist es nicht das Ziel eines jeden Menschen sein Leben möglichst sinnvoll zu gestalten?“
    Nein. Das Ziel der meisten Menschen ist es, möglichst viel Spaß zu haben.
    Leider.

    „Kleine autonome Strukturen, die dem Kapitalismus entgegenwirken, gibt es fast überall.“
    Und diese kleinen, autonomen Strukturen können nur existieren, weil der böse Kapitalismus einen enormen Überschuss produziert, von dem sie leben. In einer mittelalterlichen Gesellschaft wären seine Mitglieder ausnahmslos verhungert – aber da wäre auch niemand überhaupt auf diese Idee gekommen.

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    1. Ich glaube, hier wird so einiges durcheinander geworfen. Es geht hier um Kritik am Kapitalismus, auf den die so genannte „Freie Marktwirtschaft“ (ein schönes Unwort) aufgebaut wurde. Natürlich hat die Autorin recht, wenn sie schreibt, dass auf einem endlichen Planet kein unendliches Wachstum möglich sei. Das gilt sowohl für die Population, als auch für die Wirtschaft. Nur das Finanzsystem, das auf Schulden aufgebaut ist, gibt mit dem üblichen Zinseszins-Effekt das Wachstum vor. Nur haben wir das Problem, dass das weltweite Kapital mittlerweile die globale Wirtschaftsleistung bei Weitem in den den Schatten stellt und das System mittlerweile mit dem Rücken an der Wand steht.

      Horst Seehofer sagte einmal: „Diejenigen, die gewählt werden haben nichts zu sagen und diejenigen, die das Sagen haben, werden nicht gewählt“. Diese Aussage macht mehr als deutlich, dass die so genannten gewählten Volksvertreter nichts anderes sind, als die „Verkäufer“ von Entscheidungen, die woanders getroffen wurden und nun dem Volk vermittelt werden müssen. Was zum Teufel hat das mit
      DEMOKRATIE zu tun ???

      Dass ein Unternehmer Risiken eingeht, steht außer Frage. Aber welcher Arbeitnehmer geht keine Risiken ein ? Mit dem Unterschied, dass viele Unternehmen mittlerweile, eine gewisse Größenordnung vorausgesetzt, ihre Macht nicht nur nutzen, sondern ausnutzen. Seien es Niedriglöhner, Steuerwäsche, oder das Zocken am Finanzparkett, das mit hart Arbeit, die erst zu den
      Gewinnen geführt hat, überhaupt nichts zu tun hat.
      Wenn ich mir dann auch noch anschaue, wie lächerlich Großvermögen im Erbfall versteuert wird, ist die Überheblichkeit des Systems mehr als offensichtlich. Denn man könnte, genauso wie bei Abschreibungen, die Einnahme der Erbschaftssteuer auf mehrere Jahre verteilen. Das würde den Unternehmen und den Erben kaum weh tun und der Staat könnte seinen Pflichten, die immer mehr vernachlässigt wurden, viel besser nachkommen. Stattdessen wird in einer Nullzins-Phase auf Teufel komm raus weiter privatisiert, obwohl das den noch Steuern zahlenden Steuerzahler viel Teurer zu stehen kommt. Ich denke, dass die Staatsverschuldungen auch ein Teil des Konzepts sind, das bereits am Anfang der 70-er Jahre von den Chicago-Boys eingeführt wurde und weltweit große Anhänger gefunden hat. Denn mit Schulden kann man die Völker sehr gut unter Kontrolle halten und Maßnahmen durchsetzen, die sonst nicht möglich wären. Man nennt das auch Schock-Strategie, wobei es hier im Vergleich zu unbedeutenderen Ländern eher noch nicht in diesem Ausmaß der Fall ist. Was aber nicht ist kann immer noch kommen.

      Die arbeitende Klasse ist doch und war es immer nur das Mittel zum Selbstzweck. Und da spielt es letztlich keine Rolle, wie das Geld an der Basis erwirtschaftet wird. Hauptsache es wird erwirtschaftet und fließt von Unten nach Oben mit der Maßgabe das möglichst Unten nur noch Geld zum Überleben
      übrig bleibt.

      Aber wie geht es weiter ? Die Technologie ist nicht zu bremsen und nimmt z.T. absurde Züge an. Die Hiobsbotschaften, dass bis zum Jahr 2030 nur noch die Hälfte der heute Beschäftigten gebraucht wird ist durchaus vorstellbar. Und dann ?? Genau genommen handelt es sich bei Robotern und Maschinen defacto um Schwarzarbeiter. Denken Sie mal darüber nach !!

      Eine Wirtschaft die produziert, braucht auch Abnehmer (Konsumenten). Bei diesen Abnehmern handelt es sich um Arbeitnehmer, die durch ihre Arbeit überhaupt erst den Konsum der Produkte ermöglichen können. Es mag zwar dann Produkte ohne Arbeit (maschinell hergestellt) geben, aber immer weniger Abnehmer. Wie blöd kann eigentlich ein Unternehmer noch sein ? Oder braucht man ggfs. diese Maschinen später nur noch, um den Eliten zu dienen ? Und was wird mit dem Rest ?

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    2. Es ist immer leicht, viele Gegenargumente zu finden. Nur wird die „Detailkritik“ dem Sinn des Beitrages m.E. nicht gerecht. Hier geht es erkennbar um die vielen Misstände des „Raubtierkapitalismus“, die nicht durch die realitätsferne Ideologie der „Freien Marktwirtschaft“ argumentativ beseitigt werden können. Nehmen wir nur den „Arbeitsmarkt“ in Deutschland, der durch die AGENDA 2010 bis zur Unkenntlichkeit zerstört wurde. Die Unternehmen nutzen die Angst vor dem Absturz in die absolute Armut, genannt Harzt IV.

      Mit dem euphemistischen und realitätsarmen Argument der „Freien Marktwirtschaft“ wurden in der Antwort konkret die toxische Realität der Machtausübung über die pervertierten FINANZSYSTEME ausgeblendet. Hier führt die „Freiheit“ von jeglichen Beschränkungen zu Spekulationen, die Menschen verhungern lassen, zu Kriegen führen und nicht zuletzt die knappen Rohstoffe verschleudern. Diese Art der „Freien Marktwirtschaft“ will niemand.

      Der Artikel, den ich als „Aufwecker“ interpretiere, muss selbstverständlich weiter gedacht werden. Denn es geht dann um die Frage, wie zukünftig Wirtschaft, die den Bürger in den Mittelpunkt stellt, funktionieren kann. Das ist die Kernfrage, die zu beantworten ist.

      Dann wird es ganz praktisch darum gehen, wie die oben skizzierten Machtstrukturen nach und nach eingedämmt werden können. Mit der Zügelung der FINANZEN ganz allgemein sollte es anfangen. GELD muss wieder eine „dienende“ Aufgabe erhalten!

      Aber damit will ich es im Augenblick bewenden lassen. Ich werde interessiert weitere Meinungsäußerungen beobachten.

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  2. der kapitalismus ist nur deshalb alternativlos, weil er alles und jeden korumpiert hat, wo selbst eine mutter ihren sohn denunzieren würde aus angst vor der meinung in der nachbarschaft, das denunziantentum ist in deutschland seit hitler so tief verwurzelt, dass sogar die eigenen interessen verleugnet werden nur um nicht aufzufallen—der deutsche ist ein feiges jämmerliches geschöpf

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  3. Es bibt keinen Kapitalismus, und es gibt auch keine Demokratioe heute. Denn beides würde Freiheit bedeuten, die wir nicht haben. Und ich meine nicht die Freiheit ein Schampoo aus 110 verschiedenen auszuwählen.

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    1. Vielen Dank für den Kommentar. Dazu eine Nachfrage: Wenn es keinen Kapitalismus und keine Demokratie gibt, was für eine wirtschafts- und gesellschaftspolitische Form liegt dann vor?

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      1. Ich antworte anders. In einer Demokratie sind alle Menschen gleich. Politiker geniessen IMMUNITÄT.
        Im Kapitalismus darf jeder frei mit jedem anderen handeln und Verträge schliessen. JEDER. Ich z.B. darf meine selbst gemachten Produkte nicht an meine Nachbarn verkaufen. Auch wenn sie das will. Es ist VERRBOTEN.
        Folglich gibt es alleine aus diesen 2 Beispielen erkennbar keine Demokratie und keinen Kapitalismus.

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  4. Hat dies auf Anjagate rebloggt und kommentierte:
    Eine interessante Sichtweise….. :-)

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  5. Ausgezeichneter Artikel, leider in der jetzigen Gesellschaft für viele schwer vorstellbar. Da unseren Kindern der Kapitalismus als alternativlos anerzogen wird. Deshalb können sich die wenigsten Menschen ein Leben ohne Geld, geschweige denn ohne Tausch/Gegenleistung überhaupt nicht vorstellen. Dabei sind das einzige Kapital, wenn wir bei dem Ausdruck bleiben wollen, unsere Kinder. Sie sind die Zukunft einer Gesellschaft. Eine gesunde Förderung, die auf Mitgefühl für Mensch und Tier basiert, die Umwelt als primären, erhaltenswerten Lebensraum begreift und geistigen Austausch Börsennotierungen vorzieht, anstatt im ersten Lebensjahr in einer Kita fern von Geborgenheit, Nestwärme und Liebe abgeparkt zu werden, weil beide Elternteile arbeiten müssen, oder aber auch wollen, um einen gewissen Status aufrecht zu halten., dürfte dem Fortbestand einer Gesellschaft dienlicher sein.

    Versuchen Sie mal monatelang nichts zu tun. Sie werden wahnsinnig. Im Kapitalismus wird man dazu gezwungen unsinnigen, stupiden, lebensfeindlichen Tätigkeiten nachzugehen, um ein Überleben zu sichern. Aber wenn kein Geld mehr nötig ist, kann sich jeder frei entfalten und seine Kreativität in die Gemeinschaft einbringen. Das ist etwas ganz anderes, als stumpfsinnige Zwangsarbeit die kaum zum Überleben ausreicht.

    Wenn alle ihren kreativen Neigungen mit Spass und Leichtigkeit, ohne Zwang nachgehen könnten und alle von allen getragen werden, dann werden Geld, Gier und Profite zu Fremdworten.

    Dazu fällt mir eine schöne Geschichte ein:

    Ein kleines Kind fragte seine Mutter:“Was ist der Unterschied zwischen Himmel und Hölle?“
    Und die Mutter führte das Kind in einen Raum in dem viele Menschen an einem grossen runden Tisch sassen und nur jammerten und sich gegenseitig beschimpften. In der Mitte stand ein grosser Topf mit Suppe und ein langer Löffel ragte aus dem Topf. Der Löffel war so lang, das niemand ihn vom Topf zum Munde führen konnte. Und so mussten die Menschen trotz ausreichender Nahrung Hunger leiden.

    Dann führte die Mutter das Kind in einen anderen Raum. Dort bot sich ihnen das gleiche Bild, ein Topf in der Mitte mit einem langen Löffel. Aber die Menschen waren vergnügt und heiter, weil sich die Menschen die sich gegenüber sassen, gegenseitig fütterten und so keinen Hunger leiden mussten.

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  6. Ein Mensch, der sich schämt als Mensch geboren worden zu sein! 24. März 2018 um 2:28

    Ich finde schon des längeren dass der Kapitalismus ein einziger Fehler ist! Denn seien wir mal ehrlich: Kein anderes Lebewesen außer dem Menschen auf der ganzen Erde muss verhungern, wenn es kein GELD hat! Bedenkt dies schon einmal! Nur aus diesem Grund verhungern zu müssen, weil man keinen Fetzen Papier mit einem Bild und einer Zahl darauf besitzt? Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, meine lieben Freunde! Die ganze Natur und sogar das ganze weite Universum macht sich niemals Gedanken darüber ob es genug Geld zur Verfügung hat! Das Universum an sich, bringt jeden Tag neue Sterne, Planeten etc. hervor, ohne nur einen Cent dafür auszugeben! Und alle Bäume Weltweit produzieren jeden Tag Millionen Liter an Sauerstoff ohne auch nur einen Cent dafür auszugeben! Nur wir, die Spezies Mensch müssen Sterben, weil wir nichts so etwas lächerliches wie niedliche Kleine Münzen und kleine Rechteckige Papierdinger besitzen wo jemand einmal ein hübsches Bildchen mit ein oder mehr Zahlen gedruckt hat! Mir ist klar, dass ich sicherlich von vielen Menschen weltweit angefeindet werde für meine Aussagen! Aber es ist schlichtweg die WAHRHEIT, meine Freunde! Selbst meine eigene Mutter beharrt auf dieser verachtenden Ansicht: „Wenn du kein Geld besitzt, musst du Verhungern und Sterben!“ Mein Appell an alle, die meinen Kommentar lesen, bedenkt dies endlich mal: Der Mensch soll nur aus diesem einen Grund sterben, weil er kein GELD besitzt? Das ist in Wahrheit die größte Unsinnigkeit die es gibt! Denn wenn es auf dem ganzen Planeten nichts mehr gibt, was man zu irgendeinem Essen verarbeiten kann, dann stimmt es, dass die Menschen verhungern müssen! Aber so lange genug Essen für alle vorhanden ist und man es lieber wegwirft, anstatt es gerecht zu verteilen, schäme ich mich abgrundtief als MENSCH auf dem Planeten Erde geboren worden zu sein! Ohne mich unnötig Wiederholen zu wollen: Macht euch über diese Tatsache endlich einmal Gedanken, anstatt auf mich und so viele andere in blinder Selbstwut einzutreten und dem Kapitalismus weiterhin die Treue zu schwören!

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  7. Toller Artikel, der zum Nachdenken und Nachahmen animiert!

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