Katalonien: Die Wahl zwischen Freiheit und Knechtschaft

Für die Weltgemeinschaft zählt, wer das Gebiet Kataloniens effektiv kontrolliert. Solange dies der spanische Staat ist, hat die legitime Regierung Kataloniens keine Aussicht auf erfolgreiche Durchsetzung des dem katalanischen Volk zustehenden Rechts auf Selbstbestimmung. Deswegen muss Katalonien selbst den Rahmen setzen, nach dem die Ereignisse ablaufen. Es geht um alles oder nichts.

Dreihundertdrei Jahre und viereinhalb Monate kolonialer Unterwerfung vermochten zwar den Widerstandsgeist der katalanischen Nation zumindest im Kernland Kataloniens nicht zu brechen — im Land València sowie auf den Balearen zeigte die nach der alten Devise «divide et impera!» vorgenommene Assimilationspolitik Spaniens dagegen durchaus Erfolge —, führten aber dazu, dass sich die Katalaninnen und Katalanen allzu bereitwillig den Vorgaben ihrer spanischen Herren unterwerfen und einige von ihnen die Flinte ins Korn zu werfen bereit zu sein scheinen, obwohl ihr Kampf für selbstbestimmte Freiheit, Demokratie und korruptionslose Rechtsstaatlichkeit gerade erst begonnen hat.

Das spanische Rechtswesen hat seine Legitimität in den letzten Monaten vollends verloren. Man muß es deutlich sagen: Wesentliche Entscheidungen der obersten spanischen Gerichte sowie das Vorgehen der spanischen Staatsanwaltschaft haben dazu geführt, dass die spanische Justiz zu einer Unrechtsjustiz geworden ist.

Das sogenannte spanische Verfassungsgericht, dessen Richter nicht von Richtern nach fachlichen Kriterien, sondern von politischen Parteien nach politischer Gesinnung ausgewählt wurden und werden, das das spanische und zwingendes internationales Recht beugt, das es sich herausnimmt, Menschenrechte à la carte zu gewähren und zu versagen, dem nicht nur rechtsprechende, sondern auch exekutive Gewalt zusteht, und das es sich herausnimmt, weitreichende Beschlüsse zu fassen, die mit vorliegenden Antragsschriften nichts zu tun haben, und andererseits von ihm selbst als zulässig erachtete Beschwerdeschriften solange nicht behandelt, wie der Grund der Beschwerde aktuell ist, hat sein Gesicht verloren.

Deutsche mögen an die Unrechtsjustiz zur Zeit des Nationalsozialismus denken, deren Rechtsauffassung und Rechtsprechung sich Spanien mit Meilenstiefeln annähert. Man kann nur hoffen, dass sich wie einst Slobodan Milošević alle spanischen Richter und Staatsanwälte sowie alle Mitglieder der spanischen Regierung, die in diesen Monaten und Tagen das spanische und internationale Recht willkürlich gebeugt und gebrochen haben sowie für massive, millionenfache Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind, vor einem internationalen Gerichtshof für ihre Taten verantworten müssen, für die sie ansonsten von der teilweise korrupten spanischen Justiz nie zur Rechenschaft gezogen würden.

Wenn und solange die Befürworterinnen und Befürworter einer staatlichen Souveränität Kataloniens die spanische Justiz anerkennen und auch erkennbar rechtswidrigen Beschlüssen Folge leisten, werden sie unweigerlich verlieren und wird Spanien siegen.

Für die Katalaninnen und Katalanen ist dagegen die Republik Katalonien und ihre Freiheit greifbar nahe, wenn sie sie denn konsequent verwirklichen. Bleiben sie dagegen verzagt und unentschlossen, lassen sie sich entzweien und akzeptieren sie die unrechtmäßigen rechtlichen Vorgaben des spanischen Staates, so werden sie verlieren und wohl nie wieder eine Gelegenheit erhalten, ihr Menschenrecht auf Selbstbestimmung in freier Entscheidung zu verwirklichen.

Der friedliche Widerstand ist unabdingbar

Das Menschenrecht auf Selbstbestimmung des katalanischen Volkes wird nicht durch Gehorsamkeit gegenüber Spanien und seinen Gerichten, sondern nur durch massiven bürgerlichen Ungehorsam gegenüber den spanischen Autoritäten und eine permanente, alle Bereiche umfassende Nichtachtung gegenüber den Autoritäten des spanischen Staates, die ihre Legitimität in Katalonien durch den Gang der Ereignisse verloren haben, zu verwirklichen sein.

Dabei wird es von Seiten der katalanischen Nation entscheidend darauf ankommen, dass der katalanische Freiheitskampf weiterhin gewaltfrei bleibt. Er darf in der Sache hart und entschlossen sein, aber keinem einzigen Menschen körperlichen Schaden zufügen.

Auch angesichts bisheriger und noch zu erwartender menschenrechtsverletztender Gewaltmaßnahmen seitens des spanischen Staates, die ja gerade darauf abzielen, Gegengewalt und damit einen Vorwand für den Einsatz des spanischen Militärs zu provozieren, dürfen die Katalanen nur friedlich, dafür in der Sache aber umso entschlossener reagieren.

In einer politischen Auseinandersetzung einer solchen Dimension ist es menschlich, wenn Akteure auch einmal einen Fehler machen oder Schwäche zeigen. Es zählt letztlich nur das Ergebnis am Ende. Von katalanischer Seite wurden seit dem 27. Oktober 2017 drei erkennbare Fehler gemacht:

(1) die bedingungslose Unterwerfung der Generalitat de Catalunya und aller ihrer Beamten und Angestellen unter das gesetzwidrige Diktat des spanischen Staates,

(2) das Antreten zur Wahl am 21. Dezember 2017 in drei getrennten Listen anstatt in einer der Ausnahmesituation angemessenen Einheitsliste,

(3) die Verschiebung der Wahl des katalanischen Präsidenten, die für den 30. Januar 2018 angesetzt war.

Vor dem 27. Oktober 2017 hatte der spanische Staat nicht genügend Information, wie Katalonien verwaltet wird und regiert werden kann. Jetzt hat er sie. Er ist aber nur zu einer effektiven Kontrolle und Verwaltung Kataloniens in der Lage, wenn und solange die Katalaninnen und Katalanen mit ihm zusammenarbeiten. Weder wäre es ihm möglich, Hunderttausende von sachkompetenten Beamten kurz- oder mittelfristig zu ersetzen, noch könnte er die Sprachbarriere überwinden, wenn ihm die Katalaninnen und Katalanen nicht infolge ihrer von klein auf eingeübten sprachlichen Unterwerfung (Anm. d. Red.: auf Kastilisch zu kommunizieren statt auf Katalanisch) entgegenkämen.

Für die Weltgemeinschaft zählt, wer das Gebiet Kataloniens effektiv kontrolliert. Solange dies faktisch der spanische Staat ist, hat die legitime Regierung Kataloniens, hat das katalanische Parlament keine Aussicht auf erfolgreiche Durchsetzung des dem katalanischen Volke zustehenden Rechts auf Selbstbestimmung.

Die Sprache als Mittel für den friedlichen Widerstand

Artikel 3 der Verfassung des Königreichs Spanien von 1978 lautet wie folgt:

«Art. 3.
(1) Kastilisch ist die offizielle Staatssprache. Alle Spanier haben die Pflicht, sie zu kennen, und das Recht, sie zu gebrauchen.

(2) Die anderen Sprachen Spaniens sind in den Autonomen Gemeinschaften und gemäß ihren jeweiligen Statuten ebenfalls Amtssprachen.

(3) Der Reichtum der unterschiedlichen sprachlichen Gegebenheiten Spaniens ist ein Kulturgut, das besonders zu achten und zu schützen ist.»

Sofern die Katalaninnen und Katalanen die Gültigkeit dieser Verfassung nach der völkerrechtlich gültigen Proklamation der Unabhängigkeit Kataloniens vom 27. Oktober 2017 überhaupt noch für sich anerkennen, hätten sie damit lediglich die Verpflichtung, die kastilische Sprache, die in Deutschland meist als „Spanisch“ bezeichnet wird, zu kennen, wobei die Verfassung keine Vorgaben macht (und auch nicht machen darf!), bis zu welchem Grad der Beherrschung sie diese Sprache „kennen“ müssen.

Von ihrem Recht, sie zu gebrauchen, müssen sie nicht Gebrauch machen. Sie dürfen auch nicht dazu gezwungen werden, sondern haben nach der spanischen Verfassung jederzeit — insbesondere in Katalonien und vor allem auch als Beamte und Angestellte der Generalitat de Catalunya — das unentziehbare Recht, ausschließlich die katalanische Sprache zu gebrauchen. Sofern die spanische Zentralregierung, die Katalonien nach wie vor mit diktatorischen Vollmachten unter Aussetzung der demokratischen Instanzen regiert, Anfragen in spanischer Sprache an katalanische Beamte stellt, ist es deren Recht, darauf ausschließlich auf Katalanisch zu antworten.

Es darf nach der spanischen Verfassung und den Menschenrechtspakten keinerlei strafrechtliche Verfolgung geben, wenn die Katalaninnen und Katalanen von ihren verfassungsgemäßen Rechten Gebrauch machen. Sie verweigern in einem solchen Falle ja nicht etwa die Antwort, sondern antworten in dem Rahmen, den die spanische Verfassung vorgibt:  in ihrer eigenen Sprache.

Wenn mindestens zwei Millionen Katalaninnen und Katalanen aufhören, die spanische Sprache im Zivil- und Berufsleben zu gebrauchen und konsequent nur noch Katalanisch sowie im Umgang mit Ausländern natürlich auch weitere Sprachen wie Deutsch, Englisch oder Französisch verwenden, sind Spanien in rechtlicher Hinsicht die Hände gebunden, und es wird kaum zu einer langfristigen effektiven Kontrolle und weiteren wirtschaftlichen Ausbeutung seiner katalanischen Kolonie in der Lage sein.

Ähnlich der „Me Too“-Bewegung bedarf es, wenn es den Unabhängigkeitsbefürwortern denn ernst ist, einer vollständigen Verweigerung, die Sprache Francos und Rajoys weiter zu verwenden, und des wirtschaftlichen Boykotts aller Medienprodukte in spanischer Sprache. Man könnte es auch eine „Ich auch nicht“-Bewegung nennen: „Solange wir noch unterdrückt und unserer Freiheit beraubt werden, spreche ich kein Spanisch mehr!“ „Ich auch nicht!“.

„Wer spaltet, siegt …“

Der spanische Staat versucht in nicht ungeschickter Weise, die Unabhängigkeitsbefürworter zu entzweien und zu spalten. Deren Ziel darf es, wenn sie denn erfolgreich sein wollen, jedoch nicht sein, vorrangig Ziele ihrer eigenen Partei oder Wahlliste durchzusetzen. Sie müssen vielmehr das tun, was Katalonien frommt und nutzt.

Dies kann in der derzeitigen Situation mit absolutem Vorrang nur die Investur des legitimen 130. Präsidenten der Generalitat de Catalunya sein, den Spanien abzusetzen nicht berechtigt war, aber faktisch entmachtet hat. Alles andere wäre ein unverzeihlicher Fehler.

Es ist das Ziel des Partido Popular, Katalonien vollständig und für immer zu unterwerfen, die katalanischen Institutionen zu zerstören, langfristig Katalonien an Spanien zu assimilieren und die wirtschaftliche Ausbeutung Kataloniens zu perpetuieren. Jedes Nachgeben von katalanischer Seite hilft Spanien und schadet Katalonien. Es wird keinen für Katalonien erträglichen Kompromiss geben.

Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass Katalonien eine für sich vorteilhaftere Ausgestaltung seines Autonomiestatuts aushandeln und ohne gravierende Nachteile im spanischen Staatsgefüge verbleiben könne. Es geht für Katalonien um alles oder nichts.

Bleibt Katalonien bei Spanien, so wird es in sprachlicher und kultureller Hinsicht untergehen und politisch wie wirtschaftlich weiterhin eine faktische Kolonie Spaniens bleiben.

Wer Spanien den kleinen Finger gibt, wird erleben, dass es nicht nur die ganze Hand, sondern einfach alles nehmen wird.

Das katalanische Angebot zu einem gleichberechtigten Dialog wurde und wird von Spanien ausgeschlagen. Nun muß das katalanische Volk in gleicher Weise auf die repressiven Maßnahmen der spanischen Politik und der von dieser abhängigen Justiz reagieren. Es darf dem 130. Präsidenten der Generalitat de Catalunya, Carles Puigdemont, seine unbedingte Unterstützung nicht entziehen. Es muß sich gegen die menschenrechtswidrige Repression des spanischen Staates verschwören und die Errichtung der katalanischen Republik Zug um Zug verwirklichen.

Ein ganzes Volk kann man nicht einsperren

Es war und ist falsch, die Wahl des katalanischen Präsidenten unter Berücksichtigung repressiver Vorgaben der Unrechtsprechung des spanischen Verfassungsgerichts zu verschieben. Katalonien gewinnt dabei nichts, riskiert aber, alles zu verlieren.

Wenn die katalanischen Parteien, welche für die Freiheit Kataloniens, für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, für die Verwirklichung der Menschenrechte des katalanischen Volkes und die Errichtung der katalanischen Republik eintreten, ihr Ziel erreichen wollen, müssen sie konsequent und unbeirrbar das tun, was getan werden muss.

Sie müssen in Kauf nehmen, dass gegebenenfalls Tausende von katalanischen Politikerinnen und Politikern als politische Gefangene in spanischen Gefängnissen eingekerkert werden. Ein ganzes Volk kann man nicht einsperren.

Für jeden Politiker, der von Spanien unter gravierendem Verstoß gegen spanisches Recht und die Menschenrechte inhaftiert wird, müssen zwei weitere nachrücken. Wer Angst hat, verliert. Besonnener Mut und das Wissen, dass die gerechte Sache siegen wird, führen zum Erfolg.

Wenn Spanien weiterhin und in noch stärkerem Ausmaß als bisher die Menschenrechte verletzt und Katalonien unterdrückt, wird es zu einem Paria-Staat werden, der international zunehmend geächtet werden wird, wie es einst der Republik Südafrika widerfuhr. Die ökonomischen Kosten für Spanien werden dann bald die jährlichen rund 16 Milliarden Euro, die es bislang seiner katalanischen Kolonie abpresst, übersteigen. Spätestens dann, wenn die wirtschaftlichen Schäden, die Spanien aufgrund seiner massiven Menschenrechtsverletzungen erfahren muss, bei mindestens 160 Milliarden Euro pro Jahr liegen, wird es Katalonien nicht länger unterdrücken können.

Nur wer wagt, gewinnt …

Was auch immer das katalanische Parlament tut, Spanien wird es zu nichten versuchen, wenn es den Interessen des Partido Popular zuwiderläuft. Deswegen darf Katalonien nicht immer nur auf die spanischen Vorgaben reagieren und sich ihnen unterwerfen, sondern muss selbst den Rahmen setzen, nach dem die Ereignisse ablaufen.

Spanien verbietet dem gewählten, bislang rechtlich unbescholtenen und Immunität genießenden Abgeordneten Carles Puigdemont nicht nur die Anwesenheit im katalanischen Parlament zur Ausübung der aktiven und passiven Rechte, die ihm als gewählten Abgeordneten zustehen, und lässt noch nicht einmal eine technisch problemlos mögliche Zuschaltung aus Brüssel zu? Dann muß das katalanische Parlament eben in Brüssel tagen und die Investur des katalanischen Präsidenten dort vornehmen.

Es darf sich aber nicht dem spanischen Willen unterwerfen. Denn dieser zielt erkennbar darauf, Zeit zu gewinnen und mit legalistischen Tricks einen Zustand herbeizuführen, in dem nach dem Recht der spanischen Kolonialherren eine Wahl von Carles Puigdemont gänzlich ausgeschlossen würde.

Man muss es klar sagen: Wer in diesen Tagen als katalanischer Politiker nicht bereit ist, geradlinig sein Wahlprogramm zu verwirklichen und dafür gegebenenfalls auch ins Gefängnis zu gehen, sollte sein Mandat aufgeben und es einem Nachrücker überlassen.

Niemand wird gerne zum Märtyrer. Aber in der gegenwärtigen Lage braucht Katalonien überzeugte Patrioten, die nötigenfalls auch zum Märtyrertum bereit sind. Dr. Oriol Junqueras und Carles Puigdemont waren und sind es. Ihnen gebührt dafür bereits heute ein Ehrenplatz nicht nur in der Geschichte der katalanischen Nation, sondern ganz Europas.


Über den Autor: Prof. Dr. Axel Schönberger ist Romanist und war u.a. Vorstand des Deutschen Katalanistenverbandes (DKV) und des Internationalen Katalanistenverbandes (AILLC). Er lehrt an der Universität Bremen. Sein Beitrag erschien erstmals bei unserem Kooperationspartner Blickpunkt Katalonien.


Foto: Zulmaury Saavedra (Unsplash.com)

  1. Ingeborg Kossmann 5. Februar 2018 um 16:53

    guter artikel sollte in katalanisch und englisch übersetzt werden und maximal bekannt gemacht werden. i

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  2. Liebe Leser, bitte seien Sie mir nicht böse, wenn ich Ihnen in der Sprache [Textteil gelöscht von ADMIN: Wenn Sie ein Anliegen und Kritik äußern wollen, bleiben Sie bitte sachlich und verzichten Sie auf Provokation. Lesen Sie die Netiquette, dort finden sie entsprechende Hinweise.] schreibe.

    Warum? Es entspricht dem Vorwurf, den Prof. Dr. Axel Schönberger (ehemaliger Vorstandes des Katalanistenverbandes) [ADMIN: Textzeile auf Wunsch des Kommentators gelöscht] Spaniern und den anderen Millionen von Lateinamerikanern macht, wenn er schreibt, es bedarf „… einer vollständigen Verweigerung, die Sprache Francos und Rajoys weiter zu verwenden und des wirtschaftlichen Boykotts aller Medienprodukte in spanischer Sprache.“

    Zunächst geht er von einem Konflikt von Spaniern gegen Katalanen aus. Das ist schon falsch, denn der Konflikt bewegt sich zwischen Separatistas und Unionisten, wobei die Separatistas in der (jedoch sehr großen) Minderheit sind. Wahrscheinlich ist auch eine Mehrzahl der Spanier gegen die idiotische Politik Rajoys gegen diese Separatistas.

    Der Professor hat auch keine Mühe, Katalonien als Kolonie Spaniens zu bezeichnen. „Bleibt Katalonien bei Spanien, so wird es in sprachlicher und kultureller Hinsicht untergehen und politisch wie wirtschaftlich weiterhin eine faktische Kolonie Spaniens bleiben.“ Schönberger ist Romanist – vielleicht hätte er mal über den Tellerrand schauen und lernen sollen, was eine Kolonie ist.

    Es mangelt nicht an weiteren hemmungslosen Übertreibungen: „Man kann nur hoffen, dass sich wie einst Slobodan Milošević alle spanischen Richter und Staatsanwälte sowie alle Mitglieder der spanischen Regierung, die in diesen Monaten und Tagen das spanische und internationale Recht willkürlich gebeugt und gebrochen haben sowie für massive, millionenfache Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind, vor einem internationalen Gerichtshof für ihre Taten verantworten müssen,…“ Ich bin kein Jurist und will mich deshalb gar nicht erst in die Debatte über die Legalität der Maßnahmen Rajoys und der Justiz einmischen. Aber was sollen die „massiven“ und „millionenfachen“ Menschenrechtsverletzungen sein?

    Falls der Professor die bescheuerten Polizeimaßnahmen Rajoys gegen das Referendum vom September meint, wo ist dann seine Forderung, Merkel und die deutsche Justiz nach Den Haag zu zerren angesichts G20, NSU und Stuttgart21?

    Am schlimmsten sind jedoch die Tatsachenverdrehungen. Zunächst wird richtig der Art. 3 der spanischen Verfassung zitiert:

    „(1) Kastilisch ist die offizielle Staatssprache. Alle Spanier haben die Pflicht, sie zu kennen, und das Recht, sie zu gebrauchen.
    (2) Die anderen Sprachen Spaniens sind in den Autonomen Gemeinschaften und gemäß ihren jeweiligen Statuten ebenfalls Amtssprachen.“

    Soweit richtig und doch durchaus vernünftig. Wenn nicht alle die gleiche Sprache sprechen, ist Verständigung schwer. Im folgenden tut Schöneberger dann aber so, als seien die Katalanen unterdrückt mit der Sprache Spaniens. Aber: Die Separatistas (nicht die Katalanen!) benehmen sich wie Sprachtaliban und wollen Ihre Sprache allein verpflichtend für Katalonien haben, wie auch dieser Artikel beweist.

    Mein eigenes Engagement in dieser Sache beruht darauf, daß ich seit 20 Jahren in Spanien arbeite und lebe und mitbekomme, wie Spanischsprecher durch die Separatistas und ihre Anhänger in Kataloniens angrenzenden Provinzen (z.B. Balearen und Valencia) diskrimiert werden. In Valencia gibt es einen Erziehungsminister, der in den Schulen durchdrücken wollte, daß Spanischsprecher im Ergebbnis schlechtere Noten in Englisch bekommen sollten (Das ist kein Witz! Ist zunächst durch ein Urteil gestoppt)

    Im November letzten Jahres gab es in Valencia eine Demo von Zigtausenden gegen den imperialen Anspruch der Separatistas unter dem Motto: „Soms Valencians! Somos Espanoles! No a los paises catalanes“ (Wir sind Valencianer! Wir sind Spanier! Nein zu den katalanischen Ländern!“ Auf dem Führungsbus war das Haupttransparent: „Por la libertad de eleccion en materia educativa“ (Für die Freiheit der Wahl des Erziehungsmaterials) und „No al decretazo, Si a la eleccion de la lengua en la educacion de nuestros hijos“ (Nein zum Dekret, Ja zur Wahl der Sprache in der Erziehung unserer Kinder).

    So sieht leider die Wirklichkeit aus!

    Hätte der Professor diesen Artikel als Abiturientenaufsatz geschrieben, wäre er sitzengeblieben. [Anmerkung ADMIN: Nach Ihrer Meinung, andere würden eventuell die Bestnote vergeben.]

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    1. Es kann wohl sein, dass Sie seit Langem in Spanien leben aber ich bin mir sicher, dass Sie sich eher über die spanischen Medien informieren, statt Katalonien und die „angrenzenden Provinzen“ zu bereisen und kennenzulernen, wie das von Ihnen folgendes Fragment zu deuten lässt:

      „Mein eigenes Engagement in dieser Sache beruht darauf, daß ich seit 20 Jahren in Spanien arbeite und lebe und mitbekomme, wie Spanischsprecher durch die Separatistas und ihre Anhänger in Kataloniens angrenzenden Provinzen (z.B. Balearen und Valencia) diskrimiert werden.“

      Selber bin ich in Barcelona aufgewachsen und habe in meinem ganzen Leben noch keinen einzigen Katalaner kennengelernt, der kein Spanisch kann. Aber sicher kennen Sie jemanden, dem mal gesagt wurde, dass jemand gehört hatte, dass es so sei. Gut, die Fakten sind, dass Katalanische Abiturienten überdurchschnittliche Spanische-Sprachkenntnisse haben (im Vergleich zum Rest), obwohl Katalanisch in den Schulen als Hauptsprache erteilt wird.

      Nur ein Beispiel von vielen: Katalanisch darf hingegen im spanischen Parlament nicht gesprochen werden, obwohl es die Muttersprache von mindestens 15% der Bevölkerung ist. Ist das aber nicht Diskriminierung?

      Da ich seit ein paar Jahren in der Schweiz lebe, wo es 4 Amtssprachen gibt, obwohl die eine nur von einem 0.4% der Bevölkerung gesprochen wird, finde ich die Diskussion der Legitimität einer Sprache, in ihrem Sprachraum gelehrt und gefördert zu werden, grundlos. Werde ich als Deutschsprachiger Schweizer in Genf diskriminiert? Hier klingt diese Frage tatsächlich lächerlich.
      Mit der gleichen Logik sollten Sie sich vielleicht auch mal die Frage stellen, wieso wir im Europäischen Parlament darauf bestehen, unsere eigenen Sprachen zu sprechen, wenn wir alle Englisch können. Wieso brauchen wir überhaupt so viele nutzlose Sprachen?

      „So sieht leider die Wirklichkeit aus!“

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  3. Sorry, Sie können den Teilsatz „in dem von barcerocka zitierten Artikel“ streichen, das war versehentlich stehengeblieben. [Hinweis ADMIN: Wurde auf Ihren Wunsch hin gestrichen.]

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  4. Ich habe überhaupt nicht verstanden, warum Sie einen Teil meines Beitrags unter Hinweis auf die Netiquette gelöscht haben und erbitte freundlichst um einen Hinweis, gegen welchen Punkt innerhalb Ihrer Netiquette ich verstoßen haben soll.

    ADMIN: Sie stellen eine lebende Person der Zeitgeschichte in einen nicht existenten Sachzusammenhang, instrumentalisieren sie somit und würdigen diese dadurch nicht nur herab, sondern rücken sie in eine politisch-historische Dimension, die ebenfalls nicht existiert, mit der Absicht der Ironie. Diese fällt aber in den Bereich der in der Netiquette genannten nicht tolerierten Äußerungen, weil die Person in keiner Hinsicht mit der Sache zu tun hat – und nicht einmal als Vergleich taugt. Um es deutlicher zu schreiben: Es befinden sich bereits genug Seiten im Netz, wo alles und jeder Mensch zur Belustigung – oder was auch immer – herabgewürdigt werden darf, aber auf Neue Debatte findet diese Form der inhaltlichen Auseinandersetzung keinen Raum. Nutzen Sie bitte Vergleiche, die Ihrer durchaus nachvollziehbaren Gesamtkritik am Beitrag gerecht werden.

    Letztlich habe ich nichts anderes getan, als wortwörtlich das Gleiche zu schreiben wie der Professor. Ich habe sein Beispiel für die Verwendung der spanischen Sprache genutzt und habe für die deutsche Sprache nur den Namen Franco durch einen deutschen Top-Faschisten und den Namen Rajoy durch (Textteil gelöscht durch ADMIN) ersetzt, Ich habe mich dafür quasi entschuldigt („seien Sie mir nicht böse“), weil ich dieses Vorgehen eigentlich für unmöglich halte. Ich habe damit also ironisch auf den Vorwurf des Professors gegen die Verwendung von Spanisch reagiert.

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  5. Rajoy ist auch eine lebende Person und die wurde zuerst vom Professor genannt. Warum war das denn akzeptabel? DAS verstehe ich nicht. Ich habe seinen gesetzten Zusammenhang nicht akzeptiert und ihn deshalb persifliert. Ich habe weder versucht, Rajoy noch Merkel herabzusetzen oder zu beleidigen. Erst recht nicht die deutsche (meine Muttersprache) noch die spanische Sprache (die Sprache meiner jetzigen Heimat).
    Aber ok. Irgendwie haben wir da eine unterschiedliche Auffassung und da kann ich ja mit leben. In Bezug auf Katalonien möchte ich noch anmerken, daß ich weder Verständnis für die Politik der PP und Rajoy habe, noch für die Position der Separatistas und Puigdements. Ich meine, es wird Zeit, eine vernünftige Lösung zu finden. Die sehe ich nicht mit diesen beiden Personen.

    (ADMIN: Es steht Ihnen frei, Ihre Position in der Sache auch als Gastbeitrag auf Neue Debatte zu veröffentlichen und Ihre Überlegungen zur Lösung der bestehenden Situation darzulegen, ausführlicher zu begründen und zu erläutern, warum diese nicht mit den genannten Akteuren möglich ist.)

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  6. breizhcatalonia93 14. Februar 2018 um 21:31

    Erstes: Die parteien das die unabhängigkeit wollen, haben die meisten von abgeordneter im parlamente.

    Zweites: CeC ist neutral.

    Dreites: Es ist eine GRÖßE ‚difference'(ich weiß nicht die wort auf Deutsch) zwischen ein „Unionista“ (Er will die autonomie zu haben, die selfregierung zu vergrößern, und denken über Katalonien als nation) und ein „Colon/Inadaptat/Espanyolista“ ein menschen daß in Katalonien wohnt aber, im gegensantz die mehrheit katalaner mit Spanische herkunft (als ich) hast nicht mit Katalonien adaptiert an, mit hass für die katalanischen kultur, sprache, und menschen. Ich habe ein größes respekt für unionistes, aber ich habe kein respekt für colonos.

    Viertes: Ein paar frage für allemann: Warum für dich es ist normal daß im rest Spaniens alle ist NUR in die Spanische sprache und hier es ist „diskrimination“ daß alle ist im Katalanisch? Warum wir haben unsere sprache zu anderen? Warum die rest Spaniens kann ALLE SEINES LEBENS im Spanisch zu leben und wir können nicht im Katalanisch?

    Fünftes: Mann kann für oder gegen die projekt von die Katalanische ländern als ein staat zu sein, aber wir sprachen ein sprache, katalanisch, das sage ich nicht (naja, ich auch) aber die „linguists“. Das ist auch für allemann.

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  7. Vielen Dank, Prof. Dr. Axel Schönberger, aus Barcelona. Sie haben ganz deutlich erklären was viele Katalaner fühlen und denken.

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  8. Puigdemont y los separatistas, violaron la ley el estatuto de catalunya el 6 y 7 de septiembre, ley , a raiz de la violacion de las leyes hemos llegado hasta esta situacion….

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  9. Der beste Beitrag über dieses Thema, den ich in den deutschen Medien seit langem gelesen habe. Man sollte endlich erkennen, dass die spanische Regierung und Justiz nicht mehr weit von der der Türkei entfernt ist. Darunter leiden auch Mallorquiner, Valencianer und Basken.

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  10. Spanien ist ein demokratischer Staat und von Recht. Die logische Sache ist, dass dieser Staat durch die in seiner Verfassung von 1978 festgelegten Mechanismen massiv von allen Spaniern, darunter den Katalanen, abgestimmt wurde, wo die Mechanismen zu ihrer Änderung gesammelt werden. Der katalanische Sezessionismus, der durch die Krise und seine eigene Korruption ermutigt wurde, startete ein Abenteuer, ohne die Hälfte der abgegebenen Stimmen zu zählen. Denken Sie daran, dass die Sezessionsparteien 47% der Katalanen repräsentieren, die bei den letzten Wahlen gewählt haben 34% auf die gesamte Volkszählung. Mit 34% der Volkszählung oder 47% der Wähler kann man nicht einen Staat wie Spanien stürzen wollen, mit mehr als 500 Jahren Geschichte und heute ein Mitglied der EU und völlig demokratisch. Was passiert mit den anderen 52% der Katalanen, die nicht für Unabhängigkeitsoptionen stimmen? Kurz gesagt, ich würde ihm sagen, er solle mehr und besser über die spanische Realität lernen, um so voreingenommene Meinungsartikel zu vermeiden.

    Ein herzlicher Gruß

    Luis MN

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  11. breizhcatalonia93 15. Februar 2018 um 15:31

    First of all: IT is a conflict between Catalonia and Spain, we have had 23 years of pro-union governments and there were problems between Catalonia and Spain as much as they are now. Among them the lack of infrastructures, the catalanophobia in the rest of Spain, the fact that the Spanish government mingles constantly in our autonomy laws, and more. What happened in 2010 with the Estatut was the culmination of it.

    Second: Catalan unionists have a view which differs a lot from yours, Allemann,they defend a Catalonia which is recognized as a nation, with an ever-growing self government, and with Catalan as the main language. We have no problem with them. We have a lot of problems with „Espanyolistes“ which want a centralized Spain which deprives Catalonia of all its institutions or in their best cases a culturally centralized but administratevely decentralized state. We do have a lot of problems with those last wants, not with „Unionistes“. Why we should like people which hate us among us?

    Third: What Allemann says about children in Barcelona is totally untrue. In fact, it is the other way round. There is people in Catalonia which can’t or refuses to speak Catalan while living here. This is unacceptable. And anyways, why should Barcelona or Catalonia learn Spanish if that was true? It is not the native language. It is just another language. Why do we have an obligation to learn Spanish? We do not accept any other obligations that our own. Do you think that Slovenes should learn Serbian, for example? Or that Slovaks should learn Czech?

    Fourth:You talk as if Catalan was only spoken by separatists, and if it was, you should have to respect them equally, because for now they are part of your country. Separatists are the majority now and you do not want to accept it.

    Fifth: If you value languages usefulness according to its speakers, you have a serious chauvinism and language supremacist problem. The small ones do not have to submit or to assimilate into the bigger ones.

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  12. Danke, Dr. Schönberger
    Wir brauchen Menschen in Europa, um den Wahnsinn anzuprangern, der mit Katalonien gemacht wird.

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  13. In Katalonien sprechen wir seit mehr als einem Jahrtausend Katalanisch.
    Von Eltern zu Kindern, von Großeltern zu Enkeln.
    Unsere Vorfahren haben uns gelehrt, wie wir sind, und unsere Art zu sein unterscheidet sich sehr von der der Spanier.
    Wenn jemand sagt, dass Spanien eine Geschichte von 5 Jahrhunderten hat, erklärt es nicht, wie es dann möglich ist, dass wir vor 300 Jahren einen Krieg gegen Spanien verlieren würden
    (Übrigens, als wir diesen Krieg verloren haben, war die Universität von Barcelona 135 Jahre lang geschlossen, ein akademischer Völkermord, über den niemand redet).
    Katalonien ist eine Region von Unternehmern, strengen und hart arbeitenden Menschen. Unser Charakter kommt aus der Familientradition.
    Wir sind auch ein Land des Willkommens, obwohl wir zu lange waren, in denen die Leute, die gekommen sind, sich unseren Gewohnheiten nicht anpassen wollten, aber ihre auferlegt haben.
    Wenn nur Spanier in Katalonien lebten, würde dieses Land sehr verschieden sein.
    Heute möchte die Hälfte der Katalanen nicht Teil von Spanien bleiben. Die meisten von uns sind Teil dieser tausendjährigen Tradition.
    Aber wir sind der „Tyrannei der Mehrheit“ unterworfen. Sie sind immer mehr.
    Und die internationale Gemeinschaft unterstützt uns nicht …

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    1. Vielen Dank für den Kommentar und die historisch-kulturelle Beschreibung. Eine Nachfrage: Die Bevölkerung hat überall im Land (ob nun in Katalonien, im Baskenland, in Madrid oder Barcelona) sehr identische Probleme wie Arbeitslosigkeit, Jugendarbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Altersarmut, Energiearmut, soziale Ungleichheit etc. Geht es im Kern tatsächlich um eine „Tyrannei der Mehrheit“ oder eine Tyrannei, die sich aus dem Status ableitet?!

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      1. Katalonien trägt jedes Jahr mit dem Konzept der „Solidarität“ (es kann Solidarität genannt werden, wenn es auferlegt wird?) zwischen spanischen Regionen mit 16.000 Millionen Euro.
        Das Baskenland trägt nicht dazu bei. Es hat eine spezielle Behandlung.
        Madrid hat den Sitz der meisten großen Unternehmen. Sie machen Geschäfte in ganz Spanien, tragen aber steuerlich in Madrid bei.
        Wenn wir das Geld von uns bekommen könnten, wäre unsere soziale und berufliche Situation radikal anders.
        Katalonien hingegen ist seit dem Beitritt Spaniens ein Nettozahler in der EU. Wir haben der UE mehr Geld gezahlt als wir erhalten haben.
        Die „Tyrannei der Mehrheit“ bedeutet, dass in einer Gesellschaft mit einer demokratischen Struktur, wenn eine Minderheit derselben gegensätzliche Interessen hat, sie immer gegen die Mehrheit verlieren wird, auch wenn sie unfair ist.
        In Spanien haben 6 Personen, die von politischen Parteien im Verfassungsgericht gestellt werden, mehr legislative Macht als die Summe des Parlaments von Katalonien, des spanischen Parlaments und eines mehrheitlich angenommenen Referendums.
        In der aktuellen Krise kann Madrid zu seinen Gunsten Gesetze erlassen, was immer es will. Die meisten Spanier wollen nicht, dass Katalonien geht, da Spanien sinken würde. Deshalb befürworten sie absolut undemokratische Maßnahmen … gegen uns. Und dann sagen sie, dass Sie sich an das Gesetz halten müssen. Und sie setzen ehrliche katalanische Patrioten in Gefängnisse.

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  14. Josep Maria Mh 16. Februar 2018 um 21:21

    Sehr guter Artikel. Werde es in Katalonien in meine Kreise verbreiten. Gratulation an Prof. Axel Schönberger.
    Ich habe eine gute katalanische Teilübersetzung durch internet bekommen die ich gerne beifüge: (1) El digital alemany „Neue Debatte“ ha publicat un article del catedràtic de la Universitat de Bremen, Axel Schönberger sobre la situació actual de Catalunya. Si m’ho permeteu us tradueixo els apartats més interessants. https://t.co/BWLZaftRNg
    (2) Durant els últims mesos la llei espanyola ha perdut totalment la seva legitimitat. Les sentencias dels Tribunals ESP, així com les accións del Ministeri Públic han provocat que la Justícia espanyola es converteixi en una „injusticia legal“.
    (3) Es de esperar que, jutges, fiscals, i membres del Govern ESP, que son responsables de violacions de drets fonamentals, rendeixin comptes davant un tribunal internacional per les seves accions.
    (4) Pels catalans, la República Catalana i la llibertat está propera sempre i quan actuin de forma decidida i coherent, si dubten i accepten les ordres legals/ilegals de l’Estat ESP, perdrán i mai més tindrán oportunitat de fer realitat el seu dret a un Estat propi.
    (5) El dret a la autodeterminació del poble català no s’aconseguirà mitjançant l’obediència a Espanya i els seus tribunals, només mitjançant la desobediència massiva a l’Estat espanyol, q, de fet, ja ha perdut tota legitimitat a Catalunya a causa del seu comportament repressiu.
    (6) La comunitat internacional, només té en compte qui controla efectivament el territori. Mentre aquest sigui l’Estat ESP, el Govern de Catalunya no te cap possibilitat d’aplicar amb èxit el dret d’autodeterminació del poble català.
    (7) L’objectiu del Pp és sometre Catalunya completament i de forma definitiva, destruïr les institucions catalanes i perpetuar l’explotació econòmica de Catalunya. Qualsevol renúncia per part catalana ajudará a Espanya i perjudicará Catalunya.
    (8) Seria un error creure que Catalunya podria negociar una reforma més favorable del Estatut y seguir dins Espanya sense més problemes. Es un tot o res per Catalunya. Espanya asfixiará econòmica i culturalment Catalunya i seguirá sent una colonia de l’Estat espanyol.
    (9) Per cada polític que sigui empresonat pel Estat espanyol, és necessari que surtin dos més. Qui té por, perd. La prudència i el convenciment que la causa justa sempre acaba triomfant, conduirá Catalunya al Estat propi.
    (10) Si España segueix violant els drets humans i oprimint Catalunya es convertirà en un Estat „paria“ que es veura condemnat, a la llarga, al ostracisme internacional, tal com li va succeïr temps enrere a la República de Sudàfrica.
    (11) A ningú li agrada ser un màrtir. Però en la situació actual, Catalunya necessita patriotes disposats a sacrificar-se si és necessari. Junqueras i Puigdemont ho van ser y ho son. Tots dos mereixen lloc d’honor, no sols en la História de Catalunya, sino en la de tota Europa.

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    1. Vielen Dank für den Kommentar und den Hinweis, den Beitrag zu verbreiten. Bitte geben Sie einen Hinweis zu unserem Kooperationsparter Blickpunkt Katalonien (www.blickpunktkatalonien), wo der Beitrag von Prof. Schönberger erstmals erschien.

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    2. Als gebürtiger Barceloneser mit deutscher Staatsangehörigkeit finde ich den Artikel von Herrn Professor Axel Schönberger und die sehr gute Übersetzung ins Katalanisch hervorragend!!! Das ist Labsal für meine Seele, nachdem ich viele absolut unsachliche Kommentare der internationalen Medien gelesen habe, die mich dazu gezwungen haben, ein langjähriges Abo eines deutschen poltischen Magazins zu kündigen.
      Ich verfolge die Kommentare mit Leidenschaft. Eigentlich wurde schon alles zu dem Konflikt zwischen Spaniern und Katalanen gesagt. Aber ein wichtiger Punkt wurde nicht klar genug behandelt: Katalaonien ist und bleibt keine REGION, SONDERN EINE NATION!. Eine Nation charakterisiert sich vor allem durch eine eigene Sprache, (kein Dialekt), eine eigene Geschichte, eigene Traditionen, eigene Küche, mit einem Wort dadurch, dass es eine eigene Gemeinschaft ist. Nationen können sich nur auf freiwilliger Basis in einen anderen Staat integrieren lassen. Nicht, wie im Fall von Katalonien, mit brutaler Waffengewalt als die Truppen von Philipp V Katalonien vereinnahmten. Es gibt viele Beispiele, wie Nationen durch Krieg, Vermählung, Vererbung, usw. aufhörten ein eigener Staat, Monarchie, usw zu sein. Etwa Polen, ((von den „lieben“ Nachbarn vereinnahmt) der fiktive Titostaat Yugoslawien, oder die vielen Nationen in der UDSSR. Was viele nicht wissen: auch Norwegen und Island waren bis Anfang des XiX Jahrhunderts Provinzen von Dänemark.
      Die spanischen Nationalisten, leider auch viele ausländische „Geschichtsexperten“ glauben allen Ernstes das romantische Märchen der politischen Einigung Spaniens. Als Ferdinad von Aragón, Katalonien, València und den Balearen Isabel von Kastilien ehelichte, gab es keine politische Zusammenführung ihrer Reiche. Das Projekt lautete: ein rasches Ende der „RECONQUISTA“, das Ende der muslimischen Besatzung mit vereinten Kräften durchzuführen, um eine einheitliche Religion, nämlich die katholische, zu gewährleisten. Das gelang, wie bekannt, 1492 mit der Einnahme von Granada und der anschliessenden systematischen Vertreibung aller Andersgläubigen. Ansonsten achteten Isabel und Fernando strikt auf die Einhaltung aller Rechte ihrer jeweiligen Länder. Auch anschliessend als die Habsburger die halbe Welt regierten, bis zum Beginn der Bourbonendynastie blieb alles beim Alten, (s. o.)
      Wenn nun Spaniens Nationalisten, insbesonders die extrem Rechten vom Partido Popular behaupten, die spanische Nation gäbe es bereits seit über 2.000 Jahren ist das geradezu grotesk. Sie verwechseln die römische Provinz „HISPANIA“ mit dem Begriff „ESPAÑA“. Letzteres galt hierzulande erst ab Ende des XVIII Jahrhunderts.
      Vielleicht kann ich mit diesen Erläuterungen um Verständnis bitten, dass ich mich vehement gegen den Begriff „SEPARATISTEN“ wehre. Die Katalanen sind und bleiben ein eigenständiges Volk Trotz aller politischer Wirren . Mit der PROVISORISCHEN Verfassung, die 1978 überparteilich gewählt wurde, zeigten sie sich überwiegend nur deshalb konform, weil es zu jenem Zeitpunkt keine andere Möglichkeit gab, ein Mischmasch von ewig Gestrigen, (faschistische Militärs, katholische Kirche und Francoanhänger, mit Fortschrittlischen, ( Sozialisten, Liberalen,) und ganz Linken (Kommunisten) unter einen Hut zu bringen. Alle Parteien bis auf den PP wollen – endlich – die alte Verfassung – 40 Jahre alt – durch eine zeitgemäse Version ersetzen. Mariano Rajoy kann mit der alten Verfassung gut leben: er verpasste bei den Wahlen 2016 die absolute Mehrheit. Aber er regiert weiter so, als ob er sie immer noch hätte. Zwar muss er manches Mal einen Deal mit den Populisten von CIUDADANOS und den SOZIALISTEN schliessen, besonders wenn es um den Konflikt mit Katalonien geht. Aber meist verabschiedet er mit Hilfe seiner Parteigenossen in den Gerichten im Hau-Ruck-Verfahren Massnahmen, die etwa die zu Unrecht seit bis zu vier Monaten einzitzenden katalanischen Politiker betreffen. Unglaubliche Gerichtsverfahren – und Urteile sind die Folge. Bei Erdogan oder Puttin reagiert die Welt empört. Bei Rajoys „DEMOKRATISCHEN MASSNAHMEN“ schweigen die Medien.Natürlich auch Juckers, Merkel, Makron. Nicht ganz: endlich hat sich AMNISTY INTERNATIONAL gemeldet, auch im Europa Parlament beginnt man sich zu rühren. Rajoy wollte mit seinen brutalen Massnahmen gegen Katalonien auch von seinen eigenen Schandtaten ablenken. Auch da halten sich internationale Medien zurück, obwohl es doch eine interessante Story wäre darüber zu berichten, wie sich Rajoy persönlich und sein ganzer PP mit Spenden der Baufirmen um das Konsortium GÜRTEL die Taschen vollgestopft haben. Und die Ermittlungen beeinträchtigt haben, in dem sie COMPUTER IN DER PARTEIZENTRALE ZERSTÖREN LIESSEN, auf denen das meiste Beweismaterial gespeichert war.
      Bin erst seit zwei Stunden zu Hause: zwei Wochen im Krankenhaus wegen eines Autauschs meiner Hüftprothese. Ich melde mich wieder.

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  15. Interessanter Artikel! Ich hoffe das Urteil über die spanische Justitz fußt auf ausreichender Fachkenntnis, die fehlt mir nämlich.

    Ich wollte nur in aller Kürze weitere Fehler anfügen, die die UnabhängigkeitsbefürworterInnen m.E. gemacht haben:

    -Lei del Referendum: Es wurde im Hau-Ruck Verfahren kurz vor dem 1. Oktober verabschiedet und zwang die entsprechenden Fraktionen im kat. Parlament sozusagen zur Unabhängigkeitserklärung, ohne Bindung an ein ausreichendes Quorum der abgegebenen oder pro-Unabhängigkeits-stimmen. Das Ergebnis des Referendums ist halt leider nicht eindeutig genug um einen empörten Aufschrei durch Europa hallen zu lassen.

    -Es ist m.E. unklug, „KatalanIn“ überhaupt als Kategorie zu benutzen, da dies genau der spanischen Regierung hilft, die Bevölkerung in Katalonien (m.E. die korrekte Kategorie) zu spalten. Wer definiert denn, wer „KatalanIn“ ist??? das kann ja nur polarisieren…. Teile der independentistischen parteien haben billiger- und kurzsichtigerweise die Nationalismuskarte gespielt und dies kommt nun auf die Unabhängigkeitsbewegung zurück. Der katalanische Nationalismus ist mir persönlich so sympathisch wie die anderen: gar nicht.

    Konsequent wäre es gewesen, beim Referendum direkt auf die spanischen Wahlnormen zu verzichten: Anstatt alle spanischen Staatsbürger in Katalonien zur Wahl aufzufordern, hätte man alle in Katalonien (seit X Monaten) polizeilich gemeldeten Menschen einbeziehen müssen. Hätte der Relevanz des referendums sicher nicht geschadet.

    Aber gut, ich hab jetzt leicht reden…

    Alles Gute an Alle!

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  16. Ours courageux 21. Februar 2018 um 20:32

    An alle Alle/mann(en besonders, und Frauen selbstredend auch) gerichtet:

    Denkwürdig alle/mal ist folgendes:

    – Ich bin Sohn einer Familie, die aus verschiedenen Regionen Spaniens kommt. Viele meiner Vorfahren (größtenteils spanisch), deren Geschichte ich gut kenne, mit Anerkennung ansehe, und trotz Familiendramen und all das, was die Genealogie uns manchmal leider aufbietet, respektiere, stammen aus Kastilien, aus dem Baskenland, aus Aragonien und Katalonien. Die Aufzählung der Regionen weist deutlich auf den Ursprung meiner Vorfahren hin.

    – Ich bin Sohn einer Familie, die auch eine Zeit Lang in der Öffentlichkeit kein Katalanisch sprechen durfte.

    – Zur Frankozeit noch, durfte ich nicht wählen, welche Sprache ich in der Schule sprechen konnte [heute ist das – selbstverständlich – möglich]. Die Vehikelsprache war hauptsächlich Spanisch, und in den meisten Fächern musste man unbedingt Spanisch sprechen. Wir haben auch keinen Katalanischunterricht bekommen. Meine Muttersprache war nicht Teil des Schulprogramms. Ich wuchs also in der Schule auf Spanisch, nur zuhause auf Katalanisch auf. Per Diktatur-Gesetz.

    – Meine alle erste Freundin war die Tochter eines Polizisten, der zur Frankozeit (und jener insbesondere noch: 1978) gerne repressiv und gegen alles war, was nur von weitem nach Freiheit, Freidenken und Selbstbewusstsein riechen konnte. Ihre Mutter stammt aus dem Baskenland und durfte zuhause kein Baskisch sprechen. Meine Freundin hatte sich Katalanisch an der Schule selbst angeeignet, ihr Vater mochte nicht , dass sie Katalanisch konnte, und wir verwendeten in unserem Alltag beide Sprachen, sprangen von der einen zur anderen, beide sehr bewusst und respektvoll über unserer eigenen Andersartigkeit. Heute hat sich darin unter mehrsprachigen Menschen nichts verändert; oder doch? – Eigentlich ist es heute immer noch so, aber noch viel bewusster und toleranter zwischen Menschen die gerne in der Mehrsprachigkeit leben.

    – Ein paar Jahre nach der Einführung der Demokratie in Spanien begann ich ein neues Leben in Deutschland, das, Zufall oder Bedarf, mich ungefähr 20 Jahre dort hielt. Während dieser Zeit habe ich prozentual gesehen 92% der Zeit Deutsch gesprochen (oder auch nur versucht!), 5% Katalanisch, 2% Französisch und 1% Spanisch. Habe ich meine Kenntnisse und Kompetenz der spanischen Sprache verliert? – Nein. Ich komme dazu gleich.

    – Als ich 2001 mich wieder in Barcelona ansiedelte, war mein Sprachniveau auf Katalanisch, zum Glück dank meiner eigenen Pflege, noch das eines Abiturienten jener Zeit. Ich musste deswegen Sprachkurse und -prüfungen erst belegen und bestehen, damit ich den Anforderungen der Arbeitsmarkt genügen konnte. Ich habe dies gerne getan. Der Arbeitsmarkt konnte nichts dafür, dass ich zu einer Zeit wuchs, an der meine Muttersprache verboten war und nicht gelehrt wurde.

    – Habe ich meine Kenntnisse und Kompetenz der spanischen Sprache verliert? Eindeutig und entschieden: Nein. Warum eigentlich?

    – Ich hatte es auch nicht leicht: Es ist wissenschaftlich geprüft, dass die Entwicklung einer Minderheitensprache die mit einer anderen, kolonisierenden Sprache in derselben Region zusammen lebt, sich in der großen Gefahr befindet, von letzterer durchflutet, kontaminiert und verdrängt zu werden. Es ist eine bereits erkannte Entwicklung, die oftmals in mehrsprachigen Regionen beobachtet wurde; Katalonien ist kein Sonderfall, sondern ein Fall mehr.

    – Ich bin absolut dessen überzeugt: Die Zweisprachigkeit (neben der Toleranz meiner Eltern gegenüber deren Vorfahren), hat mich den Weg zur meiner derzeitigen Mehrsprachigkeit aufbereitet. Ich spreche, ich verständige mich und verstehe sieben Sprachen, und ich schreibe in vier fast fehlerfrei.

    – Warum eigentlich? – Weil ich die spanische Sprache und die Kultur aus der sie stammt, trotz aller Kritik an deren Geschichte, liebe. Ich liebe diese Sprache zu sprechen, ihre Kanten und Ecken zu kennen, ihr Reichtum in mir lebendig zu wissen, den Ausdruck von deren Eigenartigkeit in den verschiedenen Teilen der Welt zu erkennen. Ich weiß, dass diese Kultur, ob ich sie grundsätzlich in mich integriere oder ablehne, oder nur teile davon, trotzdem Teil meiner Geschichte ist. Sie widerspricht sich in keiner Weise mit meiner politischen Definition und Selbstbestimmung als Katalanen und Republikanern, mit meiner Souveränität und dem Prinzip der Eigenständigkeit.

    – Warum eigentlich? – Weil mein Leben in Deutschland mich letztlich absolut davon überzeugt hat, dass die Sprache in die ich hineinwachse, ein enormer Teil meiner eigenen Kultur werden kann (und wurde), ob ich will oder mich tausendmal verweigere. Und das ist gut so. Während ich eine Sprache und eine Kultur in der Immersion lerne, kann ich nicht ablehnen, dass sie Einfluss auf mich übt. Ich kann sie von mir nicht fern halten. Anders gesagt: In einer Situation von Sprachimmersion kann ich dem Kulturbereich und der Kulturgeschichte der Region, in der ich durch mein Leben dort hineingetaucht bin, nicht abweichen. Deswegen mag ich heute noch die spanische Sprache und Kultur und akzeptiere dazu diese Vergangenheit, die ich auch zum Teil sehr hässlich finde.

    – Als Republikaner und für die Bildung einer katalanischen Republik, stehe ich dafür, dass in Katalonien, ob autonomer Region oder Staat, die Vehikelsprache Katalanisch bleibt und dass gleichermaßen jede/r in amtlichen Bereichen seine eigene Muttersprache verwenden kann, wie es in den nordischen Ländern der Fall ist.

    – Und ich weiß, dass dies nicht ein Mal ein Recht ist, für das ich zu stehen bräuchte, sondern eine große Chance, ein Challenger für alle Menschen, die in Katalonien leben. Denn das viele, aufgezwungene, über mich dominierende, verhasste, mich verfremdende spanische Gut, dass ich als Kind und Jugendlicher erleiden musste, begleitet vom Wenigen, das ich an meiner eigenen Kultur erarbeiten durfte, hat meine eigene Bewusstheit über die Sprache und das damit verbundene Reichtum nicht beeinflusst, so auch nicht mein Wohlwollen gegenüber der spanischen Sprache angetastet.
    Die gegenteilige Situation (die Katalanische Sprache würde in Katalonien aufgezwungen werden und die spanische verboten), ist aufgrund politischer und sozialer Gründe (linguistische Studien) heute unmöglich. Diese Situation sehr weit entfernt sich entwickeln zu können, ich wäre sehr entschieden dagegen. Garantie dafür ist die Demokratie. Die Zweisprachigkeit, gegen die so viele Menschen in Katalonien und in Spanien sind, und damit Angst vor Indoktrinierung schüren, ist eine wissenschaftlich geprüfte Chance, die Entwicklung des Gehirns und dessen Lernfähigkeiten besser zu fördern, als wenn man nur in einer Sprache oder in einem Sprachbereich aufwächst. Beispiele dafür sind ausreichend überall bekannt.

    – Die katalanische Kultur existiert unter dem Einfluss der spanischen Kultur, sie schuldet ihr jedoch nichts, sie ist nicht die spanische Kultur. Die Staatsnation Spanien kann nicht eine fremde Kultur als eine eigene assimilieren wollen, dergleichen sie deren Entwicklung nicht stoppen oder verbieten kann. Die spanische Kultur schuldet der katalanischen auch nichts. Sie liegt trotzdem auch unter deren Einfluss. In mir lebt diesbezüglich keine Dichotomie.

    Schade, dass dies noch nicht ein Mal im Sinne der Entwicklung des Gehirns erkannt wird. Mein Gehirn wäre dafür ein gutes Beispiel (das Gehirn, nicht ich). Ich brauche schliesslich nicht zu erwähnen, wie sehr ich die deutsche und meine egiene Sprache liebe.

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    1. johanna bakker 7. April 2018 um 17:24

      sie sollte mitglied unserer katalonische regerung sein!
      ein so offenstehender demokratischen person gibt es selten.
      ihre meinung ist einmalig.

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      1. Ours courageux 8. April 2018 um 2:03

        Ich lebe gerade (noch immer) in Katalonien. Ich bin Katalane. Es gibt gute Politiker, die mindestens so gut sind wie ich. Ich ziehe es eher vor, mich freidenkerisch zu betätigen als politisch zu beschäftigen. Ich glaube, ich bin ein besserer Analytiker und unbestechlicher Gegenüber (nicht fehlerfrei!) als ein guter Politiker.

        Oben sagte ich „(noch immer)“, weil ich für die Verwirklichung der katalanischen Republik tätig bin, und deswegen (so die heutige Situation hier in Katalonien) unter Umständen eines Tages das tun müssen werde, was ich schon ein Mal nach dem 1981 vom damaligen spanischen König unterstützen Putsch (Tejero) und soeben auch unser Präsidenten Puigdemont tat: fliehen, das (politische) Exil suchen.

        (Zur Ergänzung:) ich bin hier in Katalonien unter meinen Bekanntenkreisen ein entschiedener und scharfer Verfechter jeden Vergleichs der Repressionsmaßnahmen oder des Personenvergleichs (deutsche oder spanische), mit der NZ-Zeit: Das ist ein absoluter Unsinn, zeigt jede Art von Ignoranz historischer Kenntnisse und vor allem stellt eine Beleidigung gegenüber aller Verstorbenen jener Zeit dar. So auch dann, wie oftmals bei manchen „einheitlichen“ Politiker (Unionistas) von Ciudadanos oder dem PP der Fall ist, wenn sie sich schroff gegen die katalanischen republikanischen Bestrebungen, das katalanische Parlament oder die Aktionen katalanischer Befürworter der Selbstständigkeit mit nationalsozialistischen Vorgehensweisen vergleichen!

        Für alle, denen es noch nicht klar wäre: in Spanien wird Verherrlichung des Nationalsozialismus oder dessen Symbolik, oder Parolen jener Zeit nicht bestraft; es ist nicht ein Mal sträflich: „Mein Kampf“ war 1978 (sicher auch schon lange vorher zur Francozeit) in Spanien auf Spanisch oder Deutsch sehr leicht erhältlich… (es lag an allen Flohmarktbücherständen). Ist das wirklich normal? [Ich weiß, endlich sind die Rechte erloschen und „Mein Kampf“ wurde – kommentiert, kontextualisiert also – gedruckt und der breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.]

        Im Übrigen: In Spanien wird heute noch eine Stiftung, die Franco-Stiftung, die sich um die Verherrlichung, die Erinnerung, weiteren Pflege des „Franquismus„kümmert (Franco: die rechte spanische Hand Hitlers) mit öffentlichen Geldern unterstützt,

        Ist das normal?

        Wenn man das verändern möchte, muss man inzwischen gegen die spanische Verfassung Ungehorsam zeigen, was den Gesetzesinterpretationen der heutigen Regierung und Justiz zufolge als Rebellion oder Aufruhr gegen die Einheit Spaniens gegen einen ausgelegt werden kann.

        Ist das normal?

        oc

        PS: Aus genannten Grúnden ziehe ich heute auch erneut vor, meine eigene Identität nicht preiszugeben. Sie liegt selbstverständlich dieser hervorragenden Seite NeueDebatte vor.

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        1. ANMERKUNG ADMIN: Zur Kommentierung von Beiträgen auf Neue Debatte ist keine Verifizierung im Sinne einer Identitätskontrolle notwendig.

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    2. Ours courageux 8. April 2018 um 15:09

      Hallo, hj allemann,

      Schnell haben Sie Bezug auf meinem Posting von heute morgen un 2 Uhr genommen!

      Hier meine ebenso schnelle Kommentare:

      hj: „Sie plädieren für mehrsprachiges Aufwachsen. Ich auch.“

      – Nein. Ich sage, bilinguales Aufwachsen im Schulsystem in Katalonien kann in der Schulung nur die Integration und die Entwicklung der SchülerInnen fördern.

      – Ich plädiere dafür, dass Katalanisch ‚im allgemeinen‘ und unter Verbesserungsauflagen die Vehikelsprache ist/bleibt/wird. Das beste Beispiel dafür, dass dieses System bis heute funktioniert hat, ist Albert Ribera (Ciudadanos), derjenige der es von vorne bis hinten verteufelt. Ist das nicht sonderbar?

      – Wenn Sie dafür plädieren, dass Kinder nur auf Spanisch unterrichtet werden (wenn die Eltern das wählen wollen ist es deren Sache), wie werden die Kinder aber sich mit der Katalanisch sprechenden Bevölkerung nach einigen Jahren dann verständigen können? Wenn Eltern deren Kindern in Katalonien das Katalanische als Vehikelsprache und die Sprachimmersion verweigern, so schließen sie deren Kinder aus einem der wichtigsten Teile der Sozialisierung und Integration in Katalonien.

      – Kinder aus Katalanisch sprechenden Familien werden von dieser Situation nicht oder sehr wenig betroffen (ein gutes Beispiel dafür wäre ich), denn wir, Katalanisch Sprechende, sind in einem Kulturraum aufgewachsen, das die Bisprachigkeit, das Zusammenleben zweier Sprachen und Kulturen nicht verneint, sondern akzeptiert, integriert und damit lebt. Also wir sind bilingual. Ok: gehen wir weiter vor. Mein Kind trifft ein Kind einer nicht bilingualen Familie, das kaum Katalanisch kann. Welche Sprache wird unter den beiden Kindern gesprochen? Wissenschaftliche Studien besagen: Spanisch. Somit bleibt das Spanisch geschulte Kind in seiner Ebene der Bequemlichkeit, das Katalanisch sprechende Kind erlebt eine spanische Sozialisierung, keine Katalanische (vermischte, integrierende, integrative, reziproke). Die spanische Sprache setzt sich gegenüber der katalanischen Sprache durch. Die katalanische Sprache wird zunehmend weniger gesprochen, sie verschwindet damit. Ist es das, wofür Sie plädieren?

      hj: „Katalan/Valenciano wird von vielen Eltern als nutzlos empfunden.“

      – Mag sein. Es ist, als Meinung, zu respektieren. Aber sie täuschen sich gewaltig. Die Wissenschaft ist sich darüber einig.

      hj: „Diese Eltern wollen es nicht, Sie aber wollen die Kinder mit Katalan zwangsbeglücken.“

      – Ich will das nicht. Es sind die Eltern, die ihre Kinder mit Katalan/Valenciano nicht beglücken wollen, indem sie es für Ihre Kinder als eine Last empfinden oder für ihre Kinder nicht wählen. Diese Wahl der Eltern kommt einem Auschluss der Kinder von der katalanischen Kultur gleich. Das ist keine Bewertung der Absicht und der Entscheidung der Eltern. Es ist die natürliche Folge einer solchen Entscheidung. Es hat mit den (Eltern)Personen nichts zu tun, sondern mit den Folgen einer solchen Handlung.

      hj: „Da haben Sie, wie viele Separatistas, einen Missionseifer, den ich nicht teile. „

      – „Missionseifer“? Beinahe belustigend! .- Welche Mission erfüllen Sie?

      hj: „Die katalanische Regierung geht so weit, die Nutzung von Castellano sprachpolizeilich zu verfolgen. Versuchen Sie doch mal, in Barcelona ein Geschäft aufzumachen und es spanisch zu benennen und zu beschildern. Da werden Sie bestraft!“

      – Ich muss nichts versuchen. Sie legen einen enormen Wert auf eine eher kleine Angelegenheit und sie ziehen einen viel zu dicken großen Strich („sprachpolizeiliche Verfolgung“). Polizeiliche Verfolgung findet bei einer solchen Angelegenheit nicht statt. Es geht um eine Geldbuße, nicht um eine Strafe (juristischer Unterschied). Das gehört zur Sprachpolitik zur Pflege der katalanischen Sprache und Kultur. Wenn ein Gesetz, eine Anordnung auf demokratischem Weg erlassen und nicht eingehalten wird, so verhält es sich, nicht wahr? Wenn Sie mit der Anordnung über das Schild auf Katalanisch nicht einverstanden sind, verhalten Sie sich schlicht dem gegenüber ungehorsam. Das können Sie auch tun. Das ist einfach.

      – Sie mögen alle Prozente vorlegen über wie viel Zeit die Kinder in Schulen in Valencia was sprechen und in welchen Fächern. Falscher Ort. Das sind politische Statistiken. Das ist der politische Ort der Diskussion. Der Ort des Gehirns, der Ort des Heranwachsens, des Lernens, der Ort der Integration, der Ort der Toleranz (der Eltern auch), der ist wissenschaftlich (Neurobiologie und Linguistik) geprüft. Übrigens: die Korruption vom Partido Popular in Valencia ist Ihnen sicher auch bekannt. Solange der PP in Valencia geherrscht hat, hat er die dortige Bevölkerung krank (bestochen, unterworfen, auseinandergetrieben, fremdbestimmt) und den sozialen Frieden komplett kaputt gemacht. Das versuchen Ciudadanos, Rajoy und PP heute in Katalonien auch. Doch das hat uns (freie Menschen in Katalonien, worunter auch viele Gegner der Republik), in diesem Fall eher mehr denn je zusammengebracht. Korruption gibt es überall. Ja, ja, ich weiß. Auch bei uns.

      hj: „WIR WOLLEN ES NICHT!“

      – Ok. Sie schreien mich an „wir wollen es nicht“. Ok. Ich bin nicht Taub. Nicht nötig.

      hj: „Wenn es nicht aufgezwungen würde, hätte ich es schon längst gelernt.“

      – Das ist kein spanisches Problem, das ist eher ein Problem der Menschen, die nicht in Spanien geboren sind. In Katalonien geborene Menschen haben Verständnis über die Notwendigkeit und die Vorteile, Katalanisch zu können. Ich kenne es dennoch anderweitig gut, besonders an Menschen aus Deutschland. Aber ich kenne auch viele Leute aus Deutschland, Frankreich, Holland, etc., die sobald sie hier waren, nicht ein Mal Tage erwarteten, bis sie sich informierten und erfuhren, wie die Realität in diesen Regionen ist. Bald oder auch später begannen sie Spanisch und Katalanisch zu lernen (vielleicht erst Spanisch). Sie haben sich unter keinem Zwang gefüllt, weil sie es für selbstverständlich hielten, dass nur an ihnen selbst daran lag, es zu lernen oder nicht.

      hj: „Was Sie den Franquisten zu Recht vorwerfen, tun Sie (sprachlich) jetzt selbst und erzeugen nur den Hass, den Sie selbst noch gegen Spanisch spüren. Diesen Haß kann ich verstehen, er sollte aber nicht Ihr Denken prägen.“

      – Ich tue sprachlich >was der Katalanischen Kultur, der katalanischen Bevölkeurng, den katalanischen Institutionen, der katalanischen Wirtschaft und der katalanischen Sprache die spanische Kultur, die spanische Identität, die spanische Politik (der Unterwerfung) aufzuzwingen.Ja, aufzuzwingen.

      Die Menschen, die eine neue Republik in Katalonien gründen wollen, füllen sich exakt so wie sie es gerade geschildert haben:

      ——> ‚Spanien‘ – damit meine ich nicht die Bevölkerung Spaniens, sondern die Regierungen, die Politik – hat ihre Identität, ihre Kultur in Katalonien „den Anderen“ – uns – >> aufzwingen wollen / aufgezwungen <<, genau so wie Sie es perfekt zusammengefasst haben.

      – Überlegen Sie sich, bitte, wie ich gerade Ihre analytische Zusammenfassung umgedreht habe; denken Sie bitte darüber nach. Sie haben Recht, Sie haben völlig Recht. Und Sie haben doppelt Recht auch. Sie haben das Recht, mir das zu sagen, und ich gebe ihnen völlig recht, aber Sie haben auch Gelegenheit es gegen Ihre eigenen Argumente anzuwenden, weil dies genau auf Katalonien im Bezug auf Spanien zutrifft. Damit aber, geben Sie ‚uns‘ allen – katalanischen Republikanern – auch recht; ich glaube wohl, dass dies nicht Ihre Absicht war, aber, nichtsdestotrotz, so ist es.

      hj: „Also: Macht, was Ihr wollt, aber lasst uns in Ruhe!“

      – Aha. Hm. Wer ist bitte „uns“. Und: Ja doch, selbstverständlich: wir machen, was wir wollen: Wir sagen „- Nein“, wir sagen „- Basta, Schluss, Aus“. Wir bestimmen uns selbst. Sie sagen auch „Wir wollen das nicht!“ (siehe weiter oben), nicht wahr? Ich verstehe Sie sehr gut. Wir sagen dasselbe.

      hj: „Und wie alle Separatistas, kommen Sie wieder mal mit der Franco-Keule. Wenn Sie wirklich den Franquismus erlebt haben, dann sollten Sie wissen, wie sehr Sie mit diesem Vorwurf auf die heutige Situation den Franquismus und das Nazitum verharmlosen.“

      hj: Sie sprechen erneut über mich. Den Vergleich machen Sie ,nicht ich. Ich habe schließlich von der Franco-Stiftung gesprochen, die heute noch nicht strafbar ist und ich habe die Frage geworfen: ist das normal? Was halten Sie, nun, von der Franco-Stiftung, die mit öffentlichen Geldern unterstützt wird?

      hj: „Tatsächlich haben wir in Madrid eine neoliberale Regierung, die in vielerlei Hinsicht mehr mit der deutschen CDU/CSU, als mit dem Franco-Regime vergleichbar ist.“

      – Ich habe keinerlei ähnlichen Vergleich gestellt. So ist es. Aber wenn Sie wollen, tue ich eine Verbindung von Franco auf heute: die heutige Monarchie ruht auf das Erbe Francos: der Vater des heutigen Königs wurde von Franco als seinen Nachfolger unter der Franco-Zeit ernannt. Sein Nachfolge-Schwur (https://www.youtube.com/watch?v=qIeaPSqpvrQ) [min. 3'22"-3'40"], enthält solche Worte:

      König Juan Carlos : “En erster Stelle möchte ich zum Ausdruck bringen, dass ich von Generalissim Staatschef Franco die politische Legitimität annehme, die aus dem 18 Juli 1936 entstammt [riesen Applaus und Schnitt]”

      – Am 18. Juli 1936 rebelierte bewafnet mit Anwendung vom Militär und Gewalt der damals Leutenant Francisco Franco gegen die spanische Republik; er organisierte einen militärischen Putsch, der Spanien in einen internen drei Jahre langen fatalen internen Krieg führte. 1939 wurde die spanische Republik abgeschaft und die Diktatur Francos eingeführt.Der heutige König, Sohn von Juan Carlos de Borbón, ist der (i)legitime politischer Enkelsohn von Franco. Bisher keine Moralität. Das sind Fakten.

      Heute noch hat in Spanien keine Aufarbeitung des Bürgerkriegs, oder Krieg der Verteidigung der Republik (wie ich ihn besser nenen würde) und der Franco-Zeit stattgefunden. Deswegen, solange der politische Enkelsohn von Franco auf seinen Tron sitzt, wird das nicht getan. Franco-Keule? Wer hat Angst davor? Wir haben sie noch nicht ein Mal erkannt geschweige denn auseinandergenommen.

      „* Die Separatisten suhlen sich im Bild von Freiheitskämpfern, was sie nicht sind.“

      – Provokationen: No way. Nein, danke. Ich bin, wie Sie, jemand der Nein sagt.

      oc

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      1. Ours courageux 8. April 2018 um 15:21

        Ein Satztechnischer Fehler ist mir ganz am Schluss unerklärlicherweise unterlaufen:

        BEI – BIS

        ——————

        – Ich tue sprachlich ‚was‘ selbst? Wie, bitte? Wem erzeuge ich Hass? Ihnen? (mag sein?). Sie interpretieren mich psychologisch? Sie sagen mir, wer und wie ich bin und warum ich so und so denke oder irgendwas tue? Sie?

        – Ich spürte Hass gegen Spanisch? Woraus genau lesen Sie es? Bitte belegen Sie es oder unterlassen Sie es, bitte, mir auf den Mund solche Ungereimtheiten aufzulegen. Provokationen. – No way.

        „Aber man erhält keine Kultur, in dem man sie Anderen, die sie nicht wollen, aufzwingt. Das erzeugt den Haß, der heute Separatisten und Unionisten in Katalonien auseinander treibt.“

        – Genau: Sie haben den Punkt sehr zutreffend zusammengefasst, wunderbar angetroffen. Vielen Dank! Das exakt ist, exakt das, was Jahrhundert lang (genaugenommen drei) mehrere spanische Regierungen (Borbonen-Könige, Franco, Rajoy) versucht haben. Sie haben versucht:

        —-> der Katalanischen Kultur, der katalanischen Bevölkeurng, den katalanischen Institutionen, der katalanischen Wirtschaft und der katalanischen Sprache die spanische Kultur, die spanische Identität, die spanische Politik (der Unterwerfung) aufzuzwingen.Ja, aufzuzwingen.

        Die Menschen, die eine neue Republik in Katalonien gründen wollen, füllen sich exakt so wie sie es gerade geschildert haben:

        ——> ‚Spanien‘ – damit meine ich nicht die Bevölkerung Spaniens, sondern die Regierungen, die Politik – hat ihre Identität, ihre Kultur in Katalonien „den Anderen“ – uns – >> aufzwingen wollen / aufgezwungen <<, genau so wie Sie es perfekt zusammengefasst haben.

        ———————

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  17. Mein Fall ist ähnlich. Meine Eltern, (aus Berlin, bzw. aus Heidenheim an der Brenz) wurden Ende der Zwanzigerjahre vom katalanischen Volk Willkommen geheissen. Ich wurde 1940 in Barcelona.geboren. Da gab es schlicht und recht kein Katalanisch in der Öffentlichket. Da wurde es verboten und sogar verfolgt. Nur gelegentlich hörte man ein paar Sätze flüstern. In der Sommerfrische, auf dem Land sprachen die Einheimischen, dort unbehelligt von der Guardia Civil, ihre Muttersprache.

    Ich machte Abitur auf der Deutschen Schule in Barcelona. 1968, als meine Firma mich nach Barcelona entsandte, bekam ich erst richtig mit, dass die Katalanen auch in der Öffentlichkeit ihre tausend Jahre alte Kultursprache wieder entdeckt hatten. Da setzte ich meinen ganzen Ehrgeiz ein, um möglichst bald diese Sprache zu erlernen. Ich belegte einen Grundkurs und begann, mit allen Einheimischen, besonders mit Kollegen und Kunden katalanisch zu reden. Ich kaufte Bücher, um die Geschichte, die Kultur, die Traditionen und die Sprache zu erlernen. Meine katalanischen Freunde halfen mir dabei. War ich zweisprachig aufgewachsen, so sprachen meine Söhne bereits dreisprachig: deutsch, kastilisch und katalanisch. Später kam dann noch englisch und französisch dazu. Es hat ihnen ausserordentlich gut getan. Das Gehirn entwickelt sich viel besser, wenn man in mehreren Sprachen denken und während eines Gesprächs sofort von einer Sprache in die nächste umschalten kann.

    Aus Madrid kamen stets Vorwürfe und Mistöne, Es kam ja schon (sehr selten) vor, dass ein sturer katalanischer Kellner einem auswärtigem Gast stets auf katalanisch antwortete. Das wurde aber masslos aufgebauscht und im restlichen Spanien als Norm in Katalonien weiter verbreitet.Absoluter Unsinn!!! Jetzt, wo ich nach meiner Rückkehr aus Berlin, 2000 , nach einem weiteren Sprachkurs nahezu perfekt, spreche, schreibe und lese, habe ich Mühe, mit den Ortsansässigen katalanisch zu sprechen. Sie sehen in mir den grossen Deutschen (192 cm, 93 Kg) und antworten mir auf kastilisch, wenn ich sie auf katalanisch anspreche. Aber in unserem deutsch/spanischem Freundeskreis gibt es noch immer Landsleute, die sich über die Unsitte der Katalanen beschweren, die in ihrer Nähe ihre Muttersprache sprechen. Wenn ich dann entgegne: in welcher Sprache reden wir denn die ganze Zeit in diesem katalanischen Lokal, soll das etwas ganz anderes sein. Viele Dutsche wohnen seit über vierzig Jahre in Barcelona und können nochn nicht einmal richtiges Spanisch sprechen, geschweige denn einen einzigen Satz auf katalanisch!

    Die ständige Einmischung der madrider Regierung in die kulturelle Kompetenz der katalanischen Autonomie, ist fehl am Platz. Erwiesenermassen, fällt es einsprachigen Bürgerrn unendlich viel schwerer andere Sprachen zu erlernen als mehrsprachigen. Die völlig absurde Befürchtung, das Kastilisch könnte in Katalonien aussterben, ist lächerlich. Ein Bruchteil der Zeitungen am Kiosk erscheinen in katalanischer Sprache. Ebenso die Filme im Kino, Die meisten Bücher erscheinen ebenfalls auf kastilisch. Wo ist denn das Problem? Dass Schüler vorwiegend auf katalanisch unterrichtet werden, kommt ihnen in jeder Hinsicht zugute. Während des Studiums und im späteren Berufsleben.

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  18. An die Kommentatoren Wolf Sauter und Ours courageux:

    Im wesentlichen sagen beide, daß Zwei- oder Mehrsprachigkeit von klein auf gut sei. Das ist nur so lange richtig, wie einem nicht eine Sprache aufgezwungen wird. Wird eine Sprache aufgezwungen, erzeugt das Ablehnung bis hin zu Haß.

    Tatsache ist, daß in Katalonien und den angrenzenden Balearen und Valencia eine diktatorische Sprachpolitik herrscht, die Nicht-Katalan-Sprecher systematisch diskriminiert. Auf Ibiza droht deswegen schon ein Ärztemangel. So berichtet ein ibizanischer, katalan sprechender Arzt mit Ausbildung in Madrid und Boston (USA), daß er bei seiner Rückkehr in seine Heimat seine Tochter, die Englisch und Spanisch, aber kein Katalan spricht, auf einer Privatschule anmelden muß. Nur so kann eine Notenverschlechterung kurz vor ihrem Abitur vermieden werden, denn auf Ibiza kann sie dem Unterricht auf Katalan nicht folgen. (http://www.elmundo.es/baleares/2018/02/25/5a91b7e0268e3ebc358b45a1.html)

    Medizinisches Personal auf Palma demonstriert bereits auf den Straßen unter dem Motto: „Sprachen retten kein Leben!“

    Es geht um die verfassungsmäßige Freiheit, seine Sprache zu wählen, diese Freiheit wird beschnitten.

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    1. Ausländer, die nur vorübergehend in katalanisch sprechenden Ländern leben, Katalonien, Valencia, die Balearen, zwingst niemand, katalanisch zu erlernen.Bei einem längeren Aufenthalt „zwingt“ einene nur der gesunde Menschenverstand, die einheimische Sprache zu erlernen. Wenn ich nach Finnland oder Norwegen ziehen würde, könnte ich mich auch nicht darauf verlassen, dass das Volk mich auf Deutsch oder englisch verstehen könnte. Katalanisch ist eine 1.100 alte Kultursprache, die trotz aller Schikane von den respektiven madrider Zentralregierungen überlebt hat, und nun den Schülern von Anfang an vermittelt wird. Neben kastilisch, und englisch. Wer seine Kinder kurz vor dem Abitur auf die Schule gibt, muss wohl oder übel eine private Schule wählen. Soll etwa wegen einigen wenigen Einzelfällen, der gesamte Schulunterricht umgestellt werden?

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      1. Ours courageux 3. März 2018 um 3:36

        An hj_allemann:

        Haben Sie mich nicht richtig gelesen? Oder vielleicht nur nicht zutreffend zusammengefasst?
        Wahrscheinlicher it es, dass ich mich nicht deutlich ausgedrückt habe.

        – Mir wurde die spanische Sprache aufgezwungen, meinen Eltern auch. Mir wird sie aufgezwungen heute noch, wenn ich in Madrid bin (den Dänen nicht, wenn sie in schwedischen Verwaltungen sind – und es handelt sich um zwei verschiedenen Ländern, nicht Regionen! -).

        – Ich mache genau den Unterschied, mit dem Sie vielleicht vielleicht Schwierigkeiten haben. Die Situation, in der ich Wuchs ist die genau, die Sie für das Mädchen in der Schule (falsch) beschreiben, denn per diktatorisch (nicht demokratisch) erlassenem Gesetz wurde verboten, mich in meiner Muttersprache, meiner eigenen, auszudrücken, zu schreiben, Dokumente zu bestellen, die Verwaltungsorgane anzusprechen, usw. Kurz um: Habe ich die spanische Sprache und Kultur deswegen verhasst oder abgelehnt? – Nein.

        – Können Sie sich das überhaupt vorstellen? Sie sprechen von Zwang in den Balearen… Von welchem Zwang sprechen Sie denn, eigentlich? Da gibt es keinen Zwang.

        – In Katalonien und in den Balearen herrscht erstmals keine Diktatur; damit wäre jeder Vergleich sowieso kaum mehr anstellbar. Gehen wir jedoch trotzdem weiter: beide Schulsysteme (mit kleinen Unterschieden) gehen weder von einer linguistischen Übermachtposition aus [lesen Sie erneut in meinem Beitrag den wissenschaftlich erwiesenen Aspekt über den Effekt dominierender Sprachen über Minderheitensprachen], die die spanische Sprache verbietet, noch ‚ausmerzen‘ oder unterdrücken möchte/würde. Das ist in Katalonien und in den Balearen, aufgrund der sozialgeschichtlichen Situation, nicht möglich und auch – grundsätzlich entschieden – von niemanden erwünscht (damit gemeint: niemand, der Selbstständigkeitsbestrebungen befürwortet). Sie mögen es glauben oder nicht: wir reden in Katalonien kaum von Nationalismus… – wirklich! Nationalismus ist das Pfui-Teufel-Wort, dass in Deutschland so nachklingt, wie ich auch verstehe, dass es zu klingen hat (ich finde es richtig, ich habe es in mir integriert und arbeite seit langem auch an der Geschichtsaufarbeitung).

        – Genau deswegen schreibe ich hier, um die Feinfühligkeit der Begriffe auseinanderzuhaltenund über jene hinaus Verständigung fördern zu können: Den Begriff Nation benutzen wir in Katalonien fast ausschließlich im Sinne der Souveränität, nicht im identitären Sinne LePens und anderer österreichischen, bulgarischen oder sonst wo … politischen Alternativen. Europa mag darüber bedenklich sein [als Posse, nicht im ernst], es ist jedoch nicht so.

        – Überlegen sie sich folgendes: die spanische Regierung heute legt auf den Grund des Gesetzes die Verfassung, um die Idee eines Nationstaates zu vertreten (= Untrennbar, [Regionen stark] Groß[es], Frei[es; demokratisches]) zu vertreten: exakt das Lema von Franco: „Una, Grande y Libre“. Das ist nicht meine Reduktion, das ist die der spanischen Regierung und der meisten ihr treuen Media, so wie die Quelle, die Sie zitieren. Vielleicht wissen Sie es noch nicht: zitieren Sie El Mundo, so zitieren Sie eine Zeitung, die der spanischen Regierung treu dient und dessen informativen Zweck allein der Tatsache dient, der Regierung zu dienen. El Mundo ist eine Art Bildzeitung mit den Ansprüchen schwankend zwischen Stern und Spiegel… Sie steht politisch gesehen jedoch rechts ‚von rechts um’… Ich nehme an, ich sage sowieso ihnen nichts wesentliche neues…

        Trotz alledem, was nun?

        – Die spanische Sprache verschwindet niemals vom Alltag der in Balearen oder in Katalonien lebenden Menschen, es sei denn, sie entscheiden es, jede/r individuell für sich, was dann kein Verschwinden ist, sondern eine Wahl, so wie es auch eine Wahl ist, die katalanische Sprache zu benutzen oder nicht benutzen zu wollen. Sozial gesehen, also, ist eigentlich die Zweisprachigkeit (spanisch/katalanisch) nicht ein Hindernis, sondern vor allem eine große Chance!

        Das wollte ich mit meinem Beitrag ausgedrückt haben.

        – Und weil sie eine Chance ist, und ich meinen Eltern dafür auch dankbar bin, dass Sie es nicht verteufelt haben, dass ich in der Schule nur spanisch sprechen darf, kann ich heute mit Abstand und in Kenntnis der Sache darüber sagen, dass für das Mädchen, dass sie erwähnt haben, die Tatsache, dass es ein Jahr lang vielleicht nicht so gute Noten erzielt, die Chance für es bedeutet, spätestens bis 10 Jahre später, leistungsstark und kommunikativ italienisch und französisch sehr schnell, spielerisch erlernt zu haben (also nochmals: sollten Sie Mal spanisch und katalanisch aber kein italienisch oder portugiesisch können: sie können nach Portugal und Italien fahren, sie werden sich dort schnellstens auch ohne englisch zu sprechen [dass man dort nämlich nicht so beherrscht], verständigen können; kein Problem!).

        – Das sollten die Eltern auf jeden Fall wissen, und vor allem sollten sie ihrer Tochter den Vertrauen schenken, dass sie, trotz möglicher schlechterer Schulleistungen, diese Umstellung für alle gut sein wird, und dass was aus ihr werden sollte, sie, die Eltern, zu ihr stehen würden (ich spreche auch aus der Erfahrung als Pädagoge).

        – Meiner Meinung nach, wenn ihre Eltern die selbe Position einnehmen, wie meine mit mir einst einnahmen, so wird das Mädchen die Balearen positiv nie vergessen und dort möglicherweise auch mit einem Einheimischen sein wollen, mit dem es auch diese Sprache sprechen wird (Katalanisch in entsprechender balearischen Variante). Das ist kein dialektischer Konjunktiv II, sondern eine mir beispielhafte bekannte Tatsache.
        In diesem Sinne: animieren Sie die Menschen aus Deutschland dort, sich zu integrieren! Fremdes Leben zu leben tut nicht weh, wenn dies einer bewussten bejahenden Entscheidung zugrunde liegt! Eher umgekehrt: das tut schlicht ‚lebenslänglich‘ gut. Das ist die Zusammenfassung meines ersten Beitrags;-)

        Bernat (meine Eltern gaben mir unwissend diesen deutschen Vornamen, der „tapferer Bär“ bedeutet = Ours courageux)

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  19. Wolf Sauter
    Ich habe nicht behauptet, daß Ausländer, die nur vorübergehend in katalanisch sprechenden Ländern leben, katalanisch lernen müssen. Sie schlagen vor, daß die „länger dort lebenden“ Ausländer die einheimische Sprache lernen sollen. GENAU! Dann googlen Sie doch mal, z.B. in Wikipedia. Sie werden feststellen, daß Katalonien zweisprachig ist, wobei die Mehrheit spanisch spricht. Das tue ich auch. Dieses Verhältnis ist noch deutlicher in der Comunidad Valenciana, wo meine Enkel zur Schule gehen. Zur Zeit ist es so, daß sie ab 5. Klasse nur noch in Valenciano unterrichtet werden. Gegen diese Verhältnisse laufen immer mehr Eltern Sturm, denn es ist eine praktische Diskriminierung- Wie sollen wir z.B. den Kindern bei Schulaufgaben helfen, wenn wir kein Valenciano können?
    Ich könnte mir vorstellen, daß Ihr Vorschlag, Kinder bei Schulwechsel kurz vor dem Abitur auf eine Privatschule zu schicken, Empörung auslösen könnte, und wie sollen die das empfinden, die sich das nicht leisten können?

    ours courageux

    Bezüglich des Zwangskatalan schreiben Sie: „Sie sprechen von Zwang in den Balearen… Von welchem Zwang sprechen Sie denn, eigentlich? Da gibt es keinen Zwang.“

    Ich war gestern in Barcelona, da haben ca. 150.000 Menschen u.a. gegen den Sprachenzwang demonstriert. Auf Palma de Mallorca haben Ende Februar Tausende aus dem Gesundheitswesen demonstriert unter dem Motto: „Ets Idiomes no salven vides“ (Sprachen retten keine Leben). Es herrscht bereits Ärztemangel auf Ibiza, weil Ärzte wegen des Sprachenzwangs entlassen werden oder rechtzeitig auswandern. Selbst Putzpersonal ist schon wegen mangelhaften Katalans entlassen worden. Wenn Sie spanische Zeitungen lesen, da gibt es zig Links über entsprechende Berichte. Diese Berichte sind doch nicht erlogen, nur weil die „El Mundo“ regierungsnah sei, wie Sie meinen.

    Ich erlebe den Sprachenzwang hier an den Schulen für meine Enkel, wo ab 5. Klasse nur noch in Valenciano unterrichtet wird. Wollen Sie das alles leugnen? Die Spitze ist jetzt folgende Meldung vom 01.03.: „Marzà dice que su Oficina Lingüística no «fiscaliza a nadie» pese a contar con un registro de infractores“ Google übersetzt: Marzà sagt, dass sein Linguistisches Büro niemanden „überwacht“, obwohl er ein Strafregister hat. (http://www.lasprovincias.es/comunitat/marza-dice-oficina-derechos-linguisticos-fiscaliza-nadie-20180228163717-nt.html)

    Sie schreiben, daß Ihnen die spanische Sprache aufgezwungen wurde. Das war unter Franco leider so. Das führt zu Ablehnung und Haß. Ich fürchte, daß Ihre Gedanken trotz Ihrer gegenteiligen Behauptung noch immer Ihre Gefühlswelt beherrschen. Bestimmt aber haben Sie vielleicht eine Ahnung davon, wie sich das Gefühl bei all denen entwickeln könnte, die heute gezwungen werden, einen der verschiedenen Katalandialekte zu lernen. Das führt niemals zu einer friedlichen Koexistenz. Warum lassen Sie nicht einfach den Eltern die Freiheit der Wahl der Sprache?

    Sie schreiben aus Ihrer Erfahrung als Pädagoge, daß die „Tochter…trotz möglicher schlechterer Schulleistungen, diese Umstellung für alle gut sein wird, und dass was aus ihr werden sollte…“ Ich habe auch Vertrauen darin, daß aus den Kindern was werden wird, aber der Numerus Clausus zwingt sie vielleicht zu einer anderen Berufswahl oder längerer Wartezeiten auf den Studienplatz. Wer bezahlt das? Sie? Von Ihrem Pädagogengehalt? Warum wollen ausgerechnet Sie entscheiden, WIE die Kinder glücklich werden sollen?

    Noch etwas zu diesem leidigen Thema, Katalan erleichtere das Erlernen anderer lateinischer Sprachen. Ein Thema, das immer wieder auch bei anderen auftaucht. Ich wurde glücklicherweise für zu doof erklärt, um das Gymnasium zu besuchen. Deshalb habe ich auf der Mittelschule Englisch und Französisch gehabt. Ein Schulkamerad ging zur Oberschule und lernte Englisch und Latein, er ist heute erfolgreicher Arzt. Hat ihm Latein geholfen? Nicht wirklich, sagt er heute. Medizinische Fachbegriffe seien zwar alle Latein, aber diese Fachbegriffe kamen eben nicht vor, wenn er Cäsar und die Grammatik büffeln mußte. Heute müsste er eher Russisch, Polnisch, Türkisch und Arabisch können. Von seinem Latein ist nichts übriggeblieben. Ist auch egal, nicht mal im Urlaub kann er nach Lateinland fliegen. Es ist ähnlich wie beim Reisen, wenn man nach Rom will, ist es trotzdem nützlicher, den direkten Weg zu wählen, statt von Berlin über Paris zu fliegen.

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  20. Carsten Kraemer 5. März 2018 um 16:34

    Der Artikel spiegelt sehr gut das Empfinden und die Denkweise der SEPARATISTISCHEN Katalanen wider: ein borniertes, [HINWEIS ADMIN: Herabwürdigung gelöscht. Lesen Sie bitte aufmerksam die Netiquette und halten Sie sich an die Mindestanforderungen im Diskurs. Wir legen Wert auf eine kritische und aufklärende Diskussion, in der kein Platz für Herabwürdigungen ist.] und gestriges Denken! (Ich schließe hier ausdrücklich die restlichen Katalanen aus.)

    Die Wortwahl »Dreihundertdrei Jahre und viereinhalb Monate KOLONIALER Unterwerfung; ihre FREIHEIT greifbar nahe, Katalonien … mit DIKTATORISCHEN Vollmachten … regiert« ist eine Verhöhnung und unerträgliche Ignoranz gegenüber allen Menschen, die in echten Diktaturen unter lebensbedrohend Repressalien leiden!
    ¡¡¡Kein einziger Katalane muss in seinem Alltag leiden, geschweige denn ist Gewalt ausgesetzt!!!
    (außer vielleicht jetzt nach den Unruhen und inhaftierten [HINWEIS ADMIN: Falsche Tatsachenbehauptung. Erfinden Sie nichts, sondern bleiben Sie in der Argumentation bei bekannten Fakten; im Konkreten bei juritischen, aber noch nicht rechtskröftigen Vorhaltungen.])

    Worunter der [HINWEIS ADMIN:Herabwürdigung gelöscht. Lesen Sie die Netiquette und halten Sie sich an die Mindestanforderungen im Diskurs.] Katalane wahrscheinlich leidet, ist der historische Fakt, dass Ferdinand, König von Aragon, 1474 durch Heirat mit Isabella von Kastilien eine Fusion beider Länder einging und Katalonien dadurch seine Eigenständigkeit verlor. Diese kluge Allianz gilt als einer der ersten Schritte Spaniens zur Weltmacht. Beide Staatsoberhäupter waren in ihrem strategischen Denken vorausschauender als heutige Politiker à la Puigdemont, der sich in einem eigenen Land abschotten möchte [ANMERKUNG ADMIN:Wo ist ein Beleg für diese Behauptung zu finden, Katalonien wolle sich abschotten?] und darin zu Zeiten der EU und internationaler Globalisierung eine ernsthafte Alternative sieht – Willkommen Konkurs!

    Die gesamte Unabhängigkeitsdiskussion ist peinlich! Der Artikel verdeutlicht das Leiden Spaniens unter den Spätfolgen seiner scheinbar schlecht aufgearbeiteten Franco-Periode. Aus dieser Zeit stammt die wirkliche Unterdrückung des Catalans, die im Untergrund zum Identifikationsfaktor wurde und seit Jahrzehnten in [HINWEIS ADMIN:Ein völlig haltloser Vergleich; gelöscht. Lesen Sie die Netiquette und halten Sie sich an die Mindestanforderungen im Diskurs.] -Manier hochgepuscht wird.

    Worin besteht überhaupt das spezifische „katalanische Erbe“, das angeblich unterdrückt wird und keinerlei Ausdruck findet? Mir fällt da nur Cerdá und Gaudi ein, zwei außergewöhnliche Architekten. Die Sprache spricht doch eh jeder (habe in Barcelona studiert, für mich klang das immer wie Platt) Bisschen dünn alles …

    Die sep. Katalanen sind wie der Autor in ihrer Wahrnehmung in der Vergangenheit verankert. Der nationalistische Ton ist einer ultrarechten Vereinigung mit faschistoiden Zügen ebenbürtig. Hier geht es um volkstümelnde Abgrenzung, künstliche Feindbilder und narzisstische Stilisierung von Mythen – an der Grenze zur [HINWEIS ADMIN:Völlig absurder Vergleich; gelöscht. Lesen Sie die Netiquette und halten Sie sich an die Mindestanforderungen im Diskurs.]: DER KATALANE!

    In diesem Zusammenhang verbitte ich es mir auch, solche Belehrungen wie »Deutsche mögen an die Unrechtsjustiz zur Zeit des Nationalsozialismus denken« zu lesen. Der NS-Staat war wirklich ein Unrechtsstaat, der Vergleich mit Spanien ist hanebüchen und eine Verunglimpfung aller NS-Opfer!

    Wie soll Spanien mit einer Region umgehen, die weder den Solidaritätsgedanken im eigenen Land, noch auf EU-Ebene [ANMERKUNG ADMIN: Wo ist ein Beleg für diese Behauptung? Siehe vorangeh. Hinweis.] verinnerlicht und die neuzeitliche Überwindung des Nationalstaates nicht verstanden hat? Die Begründung seitens Katalonien für eine Unabhängigkeit ist Beweis für ein Nichterfüllen der Kriterien zur Aufnahme in die EU.

    Man kann sehr wohl über eine Modernisierung einer zentralistischen Regierung sprechen. Das politisch ähnliche Frankreich bemüht sich, seinen Zentralismus zugunsten eines Regionalismus zu verbessern. Und selbst der nationalistischste Bayer weiß, dass ein abgespaltenes Bayern keine Überlebenschance hätte.

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    1. Ihre Denkungsweise entspricht derjenigen der meisten Auslandsdeutschen,besonders der älteren Semester, aber auch Deutscher Medien. Weil sie sich ausschliesslich über extrem rechte Medien in Madrid EL MUNDDO, ABC, La Razón und den Propagandakanal von Rajoy TV 1) „informieren“. [HINWEIS ADMIN: Unterlassen Sie Unterstellungen, die offenkundig nur dazu dienen, die Argumentation des Schreibers abzuwerten.] Ich kenne diese „Argumentationen“ von meinen deutschen Landsleuten und Freunden in Barcelona. Sie leben teilweise seit fünfzig Jahren in Katalonien, geniessen Land, Klima und Küche, leben aber in ständigem Clinch mit den Katalanen. Im Gegensatz zu mir haben sie sich nicht der Mühe unterzogen, sich mit der Geschichte, der Kultur, der Traditionen und der 1.100 Jahre alten Kultursprache auseinander zu setzen. Ein gewaltiger Fehler!!! Dann wüssten sie, was ich in dieser Debatte immer wieder hervorgehoben habe: Spanien ist ein multinationaler oder auch Vilevölkerstaat Spanier, Katalanen, Basken und Galizier) Unter Rodriguez Zapatero, dem Vorgänger von Rajoy wurde das vom Parlament in Madrid abgesegnet. Rajoy liess es mit seiner ansoluten Mehrheit wieder kippen. Eine Nation, wie Katalonien, überlebt alle Agressinnen von aussen. Ich erinere an das mehrfach von den Nachbarn aufgeriebene Polen, an die Auflösung vom Tito-Yugoslawien, der UdSSR und der kürzlich erfolgten Trennung von Tschechien und Sowakien. Für die Erhaltung seiner Identität muss ein Volk seine Kultur pflegen und bewahren.

      Ihre Geschichtskenntnisse, die von den spanischen Nationalisteen immer noch – fälschlicherweise – gelehrt und verbreitet werden, gehören in die Mottenkiste. Isabel von Kastilien und Fernando de Aragón, die „Katholischen Könige“ hatten kein politisches, sondern ausschliesslich ein religiöses Projekt, Ein rasches Ebnde der RECONQUISTA

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      1. (Hier ist mir ein mechanischer Fehler unterlaufen)

        … und der Vertreibung aller anders Denkender. Politisch blieb alles beim Alten. Isabel herrschte über ihre Kastilier, Fernando über das Königreich Katalonien-Aragön und über Valencia und die Balearen und dem (heute französischem) Rousillon. Weltmännisch waren sie keineswegs. Erst dem Nachfolger, dem Habsburger Karl V, bzw. I kann man das zubilligen. Als die Habsburger nach dem Erbfolgekrieg 1707-14 den Bourbonen weichen mussten, kam es unter dem Enkel von Ludwig XIV Philipp V zu einer Krieg zwischen den katalanisch-aragonesischen Ländern, die am 11. 9. 1714 mit der Einnahme Barcelonas ihr blutiges Ende nahmen. . Merken Sie sich das,und löschen Sie bitte den Unsinn, den auch unsere Landsleute in Katalonien zu eigen haben aus Ihrem Gedächtnis.

        Den klugen und richtigen Äusserungen von Herrn Prof. Schönberger habe ich nichts mehr hinzuzufügen. Ich weiss auch aus Erfahrung mit Freunden und anderen Landsleuten in Barcelona, dass es zwecklos ist, Deutsche zu informieren, die regelmässig den Rajoy-Propanda- TV-Sender- TV 1 zu Rate ziehen. (HINWEIS ADMIN: Satzteil gelöscht. Unterlassen Sie Unterstellungen, die lediglich den Schreiber herabwürdigen, aber keine Sachinformation darstellen.) … der KfD (Kreis Deutscher Führungskräfte) in Barcelona. Da kam es kürzlich zu einem gewaltigem Eklatt, als ein Mitglied den Präsidenten des katalanischen Parlaments auf die übelst mögliche Weise beschipfte: „Haut ab, ich wünsche, dass Ihr alle eingelocht werdet, Ihr verbreitet nur Lügen und kennt nicht die Wahrheit“! Ein fatales Image für die deutsche Kolonie. Da nützt auch nicht die spontane Entschuldigung des Präsidenten des KfD, (nebenbei bemerkt eine schlimme Namenswahl, die an das nationalsozialistische „Kraft durch Freude erinnert) In Spanien nennet man unbelehrbare Detsche „cabezas cuadradas“, in Katalonien „caps quadrats“ Besonders auch diejenigen, die sich in ihrem Gastland erdreisten, ihre Gastgeber zu belehren und zurechtzuweisen!!!

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  21. Ein Schweizer 10. März 2018 um 8:05

    Ich habe mich etwas amüsiert beim Lesen des Artikels und der Kommentare. Insbesondere die Kommentare des ADMIN in den Leserkommentaren fand ich bemerkenswert. Ein ADMIN der inhaltlich Stellung nimmt?! Das sollte meines Erachtens nicht sein. Kommentare gehören in den Kommentarteil.

    Ich empfand diesen Artikel als nicht hilfreich in der aktuellen Debatte. Es steht außer Frage, dass die spanische Demokratie noch viel zu lernen und zu verbessern hat. Auch darf und soll die Regierung für Ihre z.T. undemokratischen Aktionen und z.T massiven Fehler kritisiert werden.

    Gleichzeitig ist festzuhalten, dass es nur eine sinnvolle und friedliche Lösung geben kann, wenn die Parteien aufeinander zu gehen. Tatsache ist, dass in Katalonien ca. gleich viele für wie gegen die Unabhängigkeit sind. Und es ist egal, wer im Moment gerade die Mehrheit hat. Wenn man Politik wie ein Fußball-Spiel versteht, wo es einen Gewinner (der dann alles bestimmt) und einen Verlierer einteilt, kann und wird das nicht gutgehen. Man kann nicht erwarten, dass wenn ca. 50% der Bevölkerung zu Verlieren gemacht werden (egal in welche Richtung), dann wird keine Ruhe einkehren.

    Mir ist die ganze Unabhängigkeitsdebatte zu stark rückwärtsgerichtet und ideologisch polarisierend. Natürlich (und leider) wurden viele Fehler gemacht. Weitere Spaltungen – wie durch den Artikel oben – voranzutreiben, ist meines Erachtens unverantwortlich, den vielen Menschen, Familien und Kindern in Katalonien, denen man durch diesen von beiden Seiten geschürten Konflikt, eine Zukunft verbaut, indem jetzt alles für Jahre zu blockieren droht.

    Ich würde es begrüßen, mehr von dem zu sehen – und zwar auf beiden Seiten:
    – Rückkehr zu Sachlichkeit
    – Offenheit die Anliegen der anderen Seite zu verstehen
    – Lösungsorientierung
    – Etwas mehr Gelassenheit und Toleranz
    – Blick nach vorne

    Katalonien befindet sich gerade in einem wirtschaftlichen Aufschwung, bei dem es den Leuten endlich wieder etwas besser geht. Ich wünsche den Menschen in Katalonien und Spanien alles Gute, um den Konflikt friedlich, konstruktiv und nachhaltig zu lösen. Es gibt viele gute Beispiele auf der ganzen Welt, an denen man sich orientieren kann.

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    1. Sie sehen den Konflikt absolut pragmatisch. Dafür gibt es – jetzt – keinen Spielraum mehr. Die Madrider Regierung hat die Chance verpasst, den Katalanen, das ihnen zustehende Recht auf Eigenfinanzierung – wie es etwa die Basken haben – verwehrt. Alle Versuche für einen sachlichen Dialog wurden von Rajoy rabiat torpediert. Erst als alle Versuche abgeschmettert wurden, haben die Katalanen mit einer Abspaltung gedroht, die ihnen historisch zusteht. Diese Mahnung wurde von Madrid als Erpressung empfunden. Sie sassen am Hebel und haben mit Hilfe der korrupten Justiz sofort schwere Sanktionen angedroht.Auch das war Erpressung. Arturo Más, der das erste Referendum 2015 abhielt, (damals noch ohne Schlagstöcke und Fusstritte und Gummigeschosse) wurde seines Amtes enthoben und musste inzwischen eine Geldstrafe zahlen die ihn sein ganzes Vermögen kostete . Die katalanischen Patrioten reagierten empört und es kam zu einer nationalen Welle, die sich wie eine Lawine ausbreitete. Jetzt wollen und können sie keinen Rückzieher mehr machen. Welchen Vorteil sollte ihnen daraus enstehen. Der rechts radikale PP hat die Situation völlig falsch eingeschätzt und steckt nun selber im Schlamassel. Wirtschaftlich wird Spanien gewaltige Schäden erleiden. Da hilft es nichts, dass Rajoy über 3.000 Firmen aus Katalonien weggelockt hat. Sie produzieren und exportieren nur in Katalonien, aber der Steuersitz in Madrid oder sonstwo kommt nur dem Fiskus zugute. Die böswillige Anwendung des Paragraphen 155, (einmalig in der Geschichte der provisorischen Verfassung von 1978) errmuntert Rajoy die katalanische Autonomie restlos auszustzen: finanziell und kukturell. Die Folge sind fortwährende schwere Schikane, die (siehe Erdogan und sein „Pütschlein“) die Politiker, Journalisten, Akademiker und Künstler betreffen. In Madrid gerät man zunächt an die Audiencia Nacional, wo die rechtsradikale Richterin Larena das Sagen hat. Dieses Gericht hiess während der Franco Diktatur „T.O.P“, (Tribunal de Orden Püblico). Man konnte, und kann immer noch, einen Verdächtigen zitieren und diese Richterin entscheidet sofort über eine Feilassung auf Kaution oder so wie meistens auf eine Inhaftierung. So wie es zahlreichen Politikern ergangen ist, von denen nach fünf Monaten immer noch vier in Haft sitzten. Ohne jeden Grund wurde auch ihr Antrag abgelehnt, in ein katalanisches Gefängnis verlegt zu werden. Das skandalöse Urteil gegen einen Rapper mag auch als Beispiel dienen, für die „Unabhängigkeit“ der spanischen Justiz. Ich könnte aber noch dutzende von Beispielen bringen. Vielleicht können Sie ja den beiden Parteien ein paar praktische Tips vermitteln, wie man etwa in der Schweiz damit umgehen würde. Dort werden am laufenden Band Volksbefragungen durchgeführt, hier wird man dafür inhaftiert. Rajoy hat spanische Nationalisten gegen katalnische Patrioten (und umgekehrt) gegeneinander aufgehetzt. Der Hass zwischen beiden Parteien ist abgrundtief und nimmt täglich zu.

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  22. hj_allemann 8. April 2018 um 9:57

    Sehr geehrter ours courageux

    Sie plädieren für mehrsprachiges Aufwachsen. Ich auch. Sie plädieren dafür, daß man mit Katalan aufwachsen soll. Ich nicht. Ich plädiere für die Freiheit der Eltern, die Auswahl der Sprachen für ihre Kinder zu bestimmen. Katalan/Valenciano wird von vielen Eltern als nutzlos empfunden. Diese Eltern wollen es nicht, Sie aber wollen die Kinder mit Katalan zwangsbeglücken. Da haben Sie, wie viele Separatistas, einen Missionseifer, den ich nicht teile. Die katalanische Regierung geht so weit, die Nutzung von Castellano sprachpolizeilich zu verfolgen. Versuchen Sie doch mal, in Barcelona ein Geschäft aufzumachen und es spanisch zu benennen und zu beschildern. Da werden Sie bestraft!

    In der Comunidad Valencia hat der Bildungsminister Marzà (vom nationalen Block) versucht, Valenciano als einzige Sprache durchzusetzen. Das ist gerichtlich unterbunden worden. Jezt gilt erst ein einmal ein neues Gesetz, das im Ergebnis (Propuesta para elaborar el Programa Linguistico del centro – Dokument liegt nur in Papierform vor, kann gerne von mir zur Verfügung gestellt werden)hier an der Grundschule an meinem Ort so aussieht: 46% Valenciano, 39% Castellano und 16% Englisch. Gerechnet wird dann in Unterrichtsminuten pro Woche, so daß Mathemaik (240 Min.) in Spanisch unterrichtet wird, dazu kommt Musik und Religion/soziale Werte. Die Kinder werden also perfekt „plus/minus“ und „mal/geteilt“ sowie „Dios“ auf Spanisch sagen können. Das, bei einer Elternschaft, die zu fast 100% den Unterricht in Valenciano ablehnt! Vom Instituto (da müssen alle Kinder ab 6. Klasse hin) habe ich noch keine genauen Zahlen, aber, so die eindeutigen Aussagen der Eltern, sei die Situation noch schlimmer!

    Sie schreiben, „Die Zweisprachigkeit, gegen die so viele Menschen in Katalonien und in Spanien sind…“ Ich bezweifle, daß viele Menschen gegen Zweisprachigkeit sind, es sind nur so viele dagegen, daß die zweite Sprache Katalan/Valenciano sein soll. WIR WOLLEN ES NICHT! Übrigens, mir sagen einige Bekannte: „Wenn es nicht aufgezwungen würde, hätte ich es schon längst gelernt.“ Was Sie den Franquisten zu Recht vorwerfen, tun Sie (sprachlich) jetzt selbst und erzeugen nur den Haß, den Sie selbst noch gegen Spanisch spüren. Diesen Haß kann ich verstehen, er sollte aber nicht Ihr Denken prägen.

    Und noch ein Wort zur katalanischen Kultur, die es zu erhalten gäbe. Wenn Sie es wollen, tun Sie es doch. Ich denke, auch Gelder aus dem katalanischen Steuersäckel sollte dafür zur Verfügung gestellt werden. Aber man erhält keine Kultur, in dem man sie Anderen, die sie nicht wollen, aufzwingt. Das erzeugt den Haß, der heute Separatisten und Unionisten in Katalonien auseinandertreibt. Also: Macht, was Ihr wollt, aber laßt uns in Ruhe!

    Und wie alle Separatistas, kommen Sie wieder mal mit der Franco-Keule. Wenn Sie wirklich den Franquismus erlebt haben, dann sollten Sie wissen, wie sehr Sie mit diesem Vorwurf auf die heutige Situation den Franquismus und das Nazitum verharmlosen.

    Tatsächlich haben wir in Madrid eine neoliberale Regierung, die in vielerlei Hinsicht mehr mit der deutschen CDU/CSU, als mit dem Franco-Regime vergleichbar ist. Inwieweit spanische Gesetze um Nuancen volksfeindlicher sind, als deutsche, ist sicher eine Debatte wert, aber wohl kaum in Zusammenhang mit einer Separation Kataloniens von Spanien.

    Wie gut Madrid und Berlin sich verstehen, kann man ja gegenwärtig am Beispiel Puigdements sehen. Wer genau hinschaut, wird sogar feststellen, daß weder die deutsche noch die spanische Justiz wirklich unabhängig ist. Mal abgesehen davon, daß grundsätzlich alle politischen Gefangenen (nicht nur Puigdement) sofort komplett in die Freiheit gelassen gehören, ist das Theater um seine Inhaftierung herrlich für alle Beteiligten:

    * Berlin versucht, ein Bild von juristischer Unabhängigkeit und Neutralität zu erzeugen
    * Die Schlagzeilen in Madrid werden nicht von alten sowie neuen Skandalen (z.B.:Cifuentes) beherrscht
    * Die Separatisten suhlen sich im Bild von Freiheitskämpfern, was sie nicht sind.

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  23. Das „Volk“ hier in Catalonien ist keine einheitliche die die „Freiheit“ will, es ist eine hoch gespaltene Gesellschft, es gehört ein ereferendum gemacht um wirklich zu wissen was die mehrheit will, das wäre der erste schritt. Um das zu forcieren könnte Europa helfen.

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  24. HINWEIS ADMIN: Kommentar gelöscht. Wenn Sie Artikel kommentieren wollen, lesen Sie bitte vorher die Netiquette. Verzichten Sie auf Kraftausdrücke, Beschimpfungen und Herabwürdigungen, sondern untermauern Sie ihre Position durch Argumente und sachliche Kritik.

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