Katalonien: Die Wahl zwischen Freiheit und Knechtschaft

Für die Weltgemeinschaft zählt, wer das Gebiet Kataloniens effektiv kontrolliert. Solange dies der spanische Staat ist, hat die legitime Regierung Kataloniens keine Aussicht auf erfolgreiche Durchsetzung des dem katalanischen Volk zustehenden Rechts auf Selbstbestimmung. Deswegen muss Katalonien selbst den Rahmen setzen, nach dem die Ereignisse ablaufen. Es geht um alles oder nichts.

Dreihundertdrei Jahre und viereinhalb Monate kolonialer Unterwerfung vermochten zwar den Widerstandsgeist der katalanischen Nation zumindest im Kernland Kataloniens nicht zu brechen — im Land València sowie auf den Balearen zeigte die nach der alten Devise «divide et impera!» vorgenommene Assimilationspolitik Spaniens dagegen durchaus Erfolge —, führten aber dazu, dass sich die Katalaninnen und Katalanen allzu bereitwillig den Vorgaben ihrer spanischen Herren unterwerfen und einige von ihnen die Flinte ins Korn zu werfen bereit zu sein scheinen, obwohl ihr Kampf für selbstbestimmte Freiheit, Demokratie und korruptionslose Rechtsstaatlichkeit gerade erst begonnen hat.

Das spanische Rechtswesen hat seine Legitimität in den letzten Monaten vollends verloren. Man muß es deutlich sagen: Wesentliche Entscheidungen der obersten spanischen Gerichte sowie das Vorgehen der spanischen Staatsanwaltschaft haben dazu geführt, dass die spanische Justiz zu einer Unrechtsjustiz geworden ist.

Das sogenannte spanische Verfassungsgericht, dessen Richter nicht von Richtern nach fachlichen Kriterien, sondern von politischen Parteien nach politischer Gesinnung ausgewählt wurden und werden, das das spanische und zwingendes internationales Recht beugt, das es sich herausnimmt, Menschenrechte à la carte zu gewähren und zu versagen, dem nicht nur rechtsprechende, sondern auch exekutive Gewalt zusteht, und das es sich herausnimmt, weitreichende Beschlüsse zu fassen, die mit vorliegenden Antragsschriften nichts zu tun haben, und andererseits von ihm selbst als zulässig erachtete Beschwerdeschriften solange nicht behandelt, wie der Grund der Beschwerde aktuell ist, hat sein Gesicht verloren.

Deutsche mögen an die Unrechtsjustiz zur Zeit des Nationalsozialismus denken, deren Rechtsauffassung und Rechtsprechung sich Spanien mit Meilenstiefeln annähert. Man kann nur hoffen, dass sich wie einst Slobodan Milošević alle spanischen Richter und Staatsanwälte sowie alle Mitglieder der spanischen Regierung, die in diesen Monaten und Tagen das spanische und internationale Recht willkürlich gebeugt und gebrochen haben sowie für massive, millionenfache Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind, vor einem internationalen Gerichtshof für ihre Taten verantworten müssen, für die sie ansonsten von der teilweise korrupten spanischen Justiz nie zur Rechenschaft gezogen würden.

Wenn und solange die Befürworterinnen und Befürworter einer staatlichen Souveränität Kataloniens die spanische Justiz anerkennen und auch erkennbar rechtswidrigen Beschlüssen Folge leisten, werden sie unweigerlich verlieren und wird Spanien siegen.

Für die Katalaninnen und Katalanen ist dagegen die Republik Katalonien und ihre Freiheit greifbar nahe, wenn sie sie denn konsequent verwirklichen. Bleiben sie dagegen verzagt und unentschlossen, lassen sie sich entzweien und akzeptieren sie die unrechtmäßigen rechtlichen Vorgaben des spanischen Staates, so werden sie verlieren und wohl nie wieder eine Gelegenheit erhalten, ihr Menschenrecht auf Selbstbestimmung in freier Entscheidung zu verwirklichen.

Der friedliche Widerstand ist unabdingbar

Das Menschenrecht auf Selbstbestimmung des katalanischen Volkes wird nicht durch Gehorsamkeit gegenüber Spanien und seinen Gerichten, sondern nur durch massiven bürgerlichen Ungehorsam gegenüber den spanischen Autoritäten und eine permanente, alle Bereiche umfassende Nichtachtung gegenüber den Autoritäten des spanischen Staates, die ihre Legitimität in Katalonien durch den Gang der Ereignisse verloren haben, zu verwirklichen sein.

Dabei wird es von Seiten der katalanischen Nation entscheidend darauf ankommen, dass der katalanische Freiheitskampf weiterhin gewaltfrei bleibt. Er darf in der Sache hart und entschlossen sein, aber keinem einzigen Menschen körperlichen Schaden zufügen.

Auch angesichts bisheriger und noch zu erwartender menschenrechtsverletztender Gewaltmaßnahmen seitens des spanischen Staates, die ja gerade darauf abzielen, Gegengewalt und damit einen Vorwand für den Einsatz des spanischen Militärs zu provozieren, dürfen die Katalanen nur friedlich, dafür in der Sache aber umso entschlossener reagieren.

In einer politischen Auseinandersetzung einer solchen Dimension ist es menschlich, wenn Akteure auch einmal einen Fehler machen oder Schwäche zeigen. Es zählt letztlich nur das Ergebnis am Ende. Von katalanischer Seite wurden seit dem 27. Oktober 2017 drei erkennbare Fehler gemacht:

(1) die bedingungslose Unterwerfung der Generalitat de Catalunya und aller ihrer Beamten und Angestellen unter das gesetzwidrige Diktat des spanischen Staates,

(2) das Antreten zur Wahl am 21. Dezember 2017 in drei getrennten Listen anstatt in einer der Ausnahmesituation angemessenen Einheitsliste,

(3) die Verschiebung der Wahl des katalanischen Präsidenten, die für den 30. Januar 2018 angesetzt war.

Vor dem 27. Oktober 2017 hatte der spanische Staat nicht genügend Information, wie Katalonien verwaltet wird und regiert werden kann. Jetzt hat er sie. Er ist aber nur zu einer effektiven Kontrolle und Verwaltung Kataloniens in der Lage, wenn und solange die Katalaninnen und Katalanen mit ihm zusammenarbeiten. Weder wäre es ihm möglich, Hunderttausende von sachkompetenten Beamten kurz- oder mittelfristig zu ersetzen, noch könnte er die Sprachbarriere überwinden, wenn ihm die Katalaninnen und Katalanen nicht infolge ihrer von klein auf eingeübten sprachlichen Unterwerfung (Anm. d. Red.: auf Kastilisch zu kommunizieren statt auf Katalanisch) entgegenkämen.

Für die Weltgemeinschaft zählt, wer das Gebiet Kataloniens effektiv kontrolliert. Solange dies faktisch der spanische Staat ist, hat die legitime Regierung Kataloniens, hat das katalanische Parlament keine Aussicht auf erfolgreiche Durchsetzung des dem katalanischen Volke zustehenden Rechts auf Selbstbestimmung.

Die Sprache als Mittel für den friedlichen Widerstand

Artikel 3 der Verfassung des Königreichs Spanien von 1978 lautet wie folgt:

«Art. 3.
(1) Kastilisch ist die offizielle Staatssprache. Alle Spanier haben die Pflicht, sie zu kennen, und das Recht, sie zu gebrauchen.

(2) Die anderen Sprachen Spaniens sind in den Autonomen Gemeinschaften und gemäß ihren jeweiligen Statuten ebenfalls Amtssprachen.

(3) Der Reichtum der unterschiedlichen sprachlichen Gegebenheiten Spaniens ist ein Kulturgut, das besonders zu achten und zu schützen ist.»

Sofern die Katalaninnen und Katalanen die Gültigkeit dieser Verfassung nach der völkerrechtlich gültigen Proklamation der Unabhängigkeit Kataloniens vom 27. Oktober 2017 überhaupt noch für sich anerkennen, hätten sie damit lediglich die Verpflichtung, die kastilische Sprache, die in Deutschland meist als „Spanisch“ bezeichnet wird, zu kennen, wobei die Verfassung keine Vorgaben macht (und auch nicht machen darf!), bis zu welchem Grad der Beherrschung sie diese Sprache „kennen“ müssen.

Von ihrem Recht, sie zu gebrauchen, müssen sie nicht Gebrauch machen. Sie dürfen auch nicht dazu gezwungen werden, sondern haben nach der spanischen Verfassung jederzeit — insbesondere in Katalonien und vor allem auch als Beamte und Angestellte der Generalitat de Catalunya — das unentziehbare Recht, ausschließlich die katalanische Sprache zu gebrauchen. Sofern die spanische Zentralregierung, die Katalonien nach wie vor mit diktatorischen Vollmachten unter Aussetzung der demokratischen Instanzen regiert, Anfragen in spanischer Sprache an katalanische Beamte stellt, ist es deren Recht, darauf ausschließlich auf Katalanisch zu antworten.

Es darf nach der spanischen Verfassung und den Menschenrechtspakten keinerlei strafrechtliche Verfolgung geben, wenn die Katalaninnen und Katalanen von ihren verfassungsgemäßen Rechten Gebrauch machen. Sie verweigern in einem solchen Falle ja nicht etwa die Antwort, sondern antworten in dem Rahmen, den die spanische Verfassung vorgibt:  in ihrer eigenen Sprache.

Wenn mindestens zwei Millionen Katalaninnen und Katalanen aufhören, die spanische Sprache im Zivil- und Berufsleben zu gebrauchen und konsequent nur noch Katalanisch sowie im Umgang mit Ausländern natürlich auch weitere Sprachen wie Deutsch, Englisch oder Französisch verwenden, sind Spanien in rechtlicher Hinsicht die Hände gebunden, und es wird kaum zu einer langfristigen effektiven Kontrolle und weiteren wirtschaftlichen Ausbeutung seiner katalanischen Kolonie in der Lage sein.

Ähnlich der „Me Too“-Bewegung bedarf es, wenn es den Unabhängigkeitsbefürwortern denn ernst ist, einer vollständigen Verweigerung, die Sprache Francos und Rajoys weiter zu verwenden, und des wirtschaftlichen Boykotts aller Medienprodukte in spanischer Sprache. Man könnte es auch eine „Ich auch nicht“-Bewegung nennen: „Solange wir noch unterdrückt und unserer Freiheit beraubt werden, spreche ich kein Spanisch mehr!“ „Ich auch nicht!“.

„Wer spaltet, siegt …“

Der spanische Staat versucht in nicht ungeschickter Weise, die Unabhängigkeitsbefürworter zu entzweien und zu spalten. Deren Ziel darf es, wenn sie denn erfolgreich sein wollen, jedoch nicht sein, vorrangig Ziele ihrer eigenen Partei oder Wahlliste durchzusetzen. Sie müssen vielmehr das tun, was Katalonien frommt und nutzt.

Dies kann in der derzeitigen Situation mit absolutem Vorrang nur die Investur des legitimen 130. Präsidenten der Generalitat de Catalunya sein, den Spanien abzusetzen nicht berechtigt war, aber faktisch entmachtet hat. Alles andere wäre ein unverzeihlicher Fehler.

Es ist das Ziel des Partido Popular, Katalonien vollständig und für immer zu unterwerfen, die katalanischen Institutionen zu zerstören, langfristig Katalonien an Spanien zu assimilieren und die wirtschaftliche Ausbeutung Kataloniens zu perpetuieren. Jedes Nachgeben von katalanischer Seite hilft Spanien und schadet Katalonien. Es wird keinen für Katalonien erträglichen Kompromiss geben.

Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass Katalonien eine für sich vorteilhaftere Ausgestaltung seines Autonomiestatuts aushandeln und ohne gravierende Nachteile im spanischen Staatsgefüge verbleiben könne. Es geht für Katalonien um alles oder nichts.

Bleibt Katalonien bei Spanien, so wird es in sprachlicher und kultureller Hinsicht untergehen und politisch wie wirtschaftlich weiterhin eine faktische Kolonie Spaniens bleiben.

Wer Spanien den kleinen Finger gibt, wird erleben, dass es nicht nur die ganze Hand, sondern einfach alles nehmen wird.

Das katalanische Angebot zu einem gleichberechtigten Dialog wurde und wird von Spanien ausgeschlagen. Nun muß das katalanische Volk in gleicher Weise auf die repressiven Maßnahmen der spanischen Politik und der von dieser abhängigen Justiz reagieren. Es darf dem 130. Präsidenten der Generalitat de Catalunya, Carles Puigdemont, seine unbedingte Unterstützung nicht entziehen. Es muß sich gegen die menschenrechtswidrige Repression des spanischen Staates verschwören und die Errichtung der katalanischen Republik Zug um Zug verwirklichen.

Ein ganzes Volk kann man nicht einsperren

Es war und ist falsch, die Wahl des katalanischen Präsidenten unter Berücksichtigung repressiver Vorgaben der Unrechtsprechung des spanischen Verfassungsgerichts zu verschieben. Katalonien gewinnt dabei nichts, riskiert aber, alles zu verlieren.

Wenn die katalanischen Parteien, welche für die Freiheit Kataloniens, für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, für die Verwirklichung der Menschenrechte des katalanischen Volkes und die Errichtung der katalanischen Republik eintreten, ihr Ziel erreichen wollen, müssen sie konsequent und unbeirrbar das tun, was getan werden muss.

Sie müssen in Kauf nehmen, dass gegebenenfalls Tausende von katalanischen Politikerinnen und Politikern als politische Gefangene in spanischen Gefängnissen eingekerkert werden. Ein ganzes Volk kann man nicht einsperren.

Für jeden Politiker, der von Spanien unter gravierendem Verstoß gegen spanisches Recht und die Menschenrechte inhaftiert wird, müssen zwei weitere nachrücken. Wer Angst hat, verliert. Besonnener Mut und das Wissen, dass die gerechte Sache siegen wird, führen zum Erfolg.

Wenn Spanien weiterhin und in noch stärkerem Ausmaß als bisher die Menschenrechte verletzt und Katalonien unterdrückt, wird es zu einem Paria-Staat werden, der international zunehmend geächtet werden wird, wie es einst der Republik Südafrika widerfuhr. Die ökonomischen Kosten für Spanien werden dann bald die jährlichen rund 16 Milliarden Euro, die es bislang seiner katalanischen Kolonie abpresst, übersteigen. Spätestens dann, wenn die wirtschaftlichen Schäden, die Spanien aufgrund seiner massiven Menschenrechtsverletzungen erfahren muss, bei mindestens 160 Milliarden Euro pro Jahr liegen, wird es Katalonien nicht länger unterdrücken können.

Nur wer wagt, gewinnt …

Was auch immer das katalanische Parlament tut, Spanien wird es zu nichten versuchen, wenn es den Interessen des Partido Popular zuwiderläuft. Deswegen darf Katalonien nicht immer nur auf die spanischen Vorgaben reagieren und sich ihnen unterwerfen, sondern muss selbst den Rahmen setzen, nach dem die Ereignisse ablaufen.

Spanien verbietet dem gewählten, bislang rechtlich unbescholtenen und Immunität genießenden Abgeordneten Carles Puigdemont nicht nur die Anwesenheit im katalanischen Parlament zur Ausübung der aktiven und passiven Rechte, die ihm als gewählten Abgeordneten zustehen, und lässt noch nicht einmal eine technisch problemlos mögliche Zuschaltung aus Brüssel zu? Dann muß das katalanische Parlament eben in Brüssel tagen und die Investur des katalanischen Präsidenten dort vornehmen.

Es darf sich aber nicht dem spanischen Willen unterwerfen. Denn dieser zielt erkennbar darauf, Zeit zu gewinnen und mit legalistischen Tricks einen Zustand herbeizuführen, in dem nach dem Recht der spanischen Kolonialherren eine Wahl von Carles Puigdemont gänzlich ausgeschlossen würde.

Man muss es klar sagen: Wer in diesen Tagen als katalanischer Politiker nicht bereit ist, geradlinig sein Wahlprogramm zu verwirklichen und dafür gegebenenfalls auch ins Gefängnis zu gehen, sollte sein Mandat aufgeben und es einem Nachrücker überlassen.

Niemand wird gerne zum Märtyrer. Aber in der gegenwärtigen Lage braucht Katalonien überzeugte Patrioten, die nötigenfalls auch zum Märtyrertum bereit sind. Dr. Oriol Junqueras und Carles Puigdemont waren und sind es. Ihnen gebührt dafür bereits heute ein Ehrenplatz nicht nur in der Geschichte der katalanischen Nation, sondern ganz Europas.


Über den Autor: Prof. Dr. Axel Schönberger ist Romanist und war u.a. Vorstand des Deutschen Katalanistenverbandes (DKV) und des Internationalen Katalanistenverbandes (AILLC). Er lehrt an der Universität Bremen. Sein Beitrag erschien erstmals bei unserem Kooperationspartner Blickpunkt Katalonien.


Foto: Zulmaury Saavedra (Unsplash.com)

  1. Ingeborg Kossmann 5. Februar 2018 um 16:53

    guter artikel sollte in katalanisch und englisch übersetzt werden und maximal bekannt gemacht werden. i

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  2. Liebe Leser, bitte seien Sie mir nicht böse, wenn ich Ihnen in der Sprache [Textteil gelöscht von ADMIN: Wenn Sie ein Anliegen und Kritik äußern wollen, bleiben Sie bitte sachlich und verzichten Sie auf Provokation. Lesen Sie die Netiquette, dort finden sie entsprechende Hinweise.] schreibe.

    Warum? Es entspricht dem Vorwurf, den Prof. Dr. Axel Schönberger (ehemaliger Vorstandes des Katalanistenverbandes) [ADMIN: Textzeile auf Wunsch des Kommentators gelöscht] Spaniern und den anderen Millionen von Lateinamerikanern macht, wenn er schreibt, es bedarf „… einer vollständigen Verweigerung, die Sprache Francos und Rajoys weiter zu verwenden und des wirtschaftlichen Boykotts aller Medienprodukte in spanischer Sprache.“

    Zunächst geht er von einem Konflikt von Spaniern gegen Katalanen aus. Das ist schon falsch, denn der Konflikt bewegt sich zwischen Separatistas und Unionisten, wobei die Separatistas in der (jedoch sehr großen) Minderheit sind. Wahrscheinlich ist auch eine Mehrzahl der Spanier gegen die idiotische Politik Rajoys gegen diese Separatistas.

    Der Professor hat auch keine Mühe, Katalonien als Kolonie Spaniens zu bezeichnen. „Bleibt Katalonien bei Spanien, so wird es in sprachlicher und kultureller Hinsicht untergehen und politisch wie wirtschaftlich weiterhin eine faktische Kolonie Spaniens bleiben.“ Schönberger ist Romanist – vielleicht hätte er mal über den Tellerrand schauen und lernen sollen, was eine Kolonie ist.

    Es mangelt nicht an weiteren hemmungslosen Übertreibungen: „Man kann nur hoffen, dass sich wie einst Slobodan Milošević alle spanischen Richter und Staatsanwälte sowie alle Mitglieder der spanischen Regierung, die in diesen Monaten und Tagen das spanische und internationale Recht willkürlich gebeugt und gebrochen haben sowie für massive, millionenfache Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind, vor einem internationalen Gerichtshof für ihre Taten verantworten müssen,…“ Ich bin kein Jurist und will mich deshalb gar nicht erst in die Debatte über die Legalität der Maßnahmen Rajoys und der Justiz einmischen. Aber was sollen die „massiven“ und „millionenfachen“ Menschenrechtsverletzungen sein?

    Falls der Professor die bescheuerten Polizeimaßnahmen Rajoys gegen das Referendum vom September meint, wo ist dann seine Forderung, Merkel und die deutsche Justiz nach Den Haag zu zerren angesichts G20, NSU und Stuttgart21?

    Am schlimmsten sind jedoch die Tatsachenverdrehungen. Zunächst wird richtig der Art. 3 der spanischen Verfassung zitiert:

    „(1) Kastilisch ist die offizielle Staatssprache. Alle Spanier haben die Pflicht, sie zu kennen, und das Recht, sie zu gebrauchen.
    (2) Die anderen Sprachen Spaniens sind in den Autonomen Gemeinschaften und gemäß ihren jeweiligen Statuten ebenfalls Amtssprachen.“

    Soweit richtig und doch durchaus vernünftig. Wenn nicht alle die gleiche Sprache sprechen, ist Verständigung schwer. Im folgenden tut Schöneberger dann aber so, als seien die Katalanen unterdrückt mit der Sprache Spaniens. Aber: Die Separatistas (nicht die Katalanen!) benehmen sich wie Sprachtaliban und wollen Ihre Sprache allein verpflichtend für Katalonien haben, wie auch dieser Artikel beweist.

    Mein eigenes Engagement in dieser Sache beruht darauf, daß ich seit 20 Jahren in Spanien arbeite und lebe und mitbekomme, wie Spanischsprecher durch die Separatistas und ihre Anhänger in Kataloniens angrenzenden Provinzen (z.B. Balearen und Valencia) diskrimiert werden. In Valencia gibt es einen Erziehungsminister, der in den Schulen durchdrücken wollte, daß Spanischsprecher im Ergebbnis schlechtere Noten in Englisch bekommen sollten (Das ist kein Witz! Ist zunächst durch ein Urteil gestoppt)

    Im November letzten Jahres gab es in Valencia eine Demo von Zigtausenden gegen den imperialen Anspruch der Separatistas unter dem Motto: „Soms Valencians! Somos Espanoles! No a los paises catalanes“ (Wir sind Valencianer! Wir sind Spanier! Nein zu den katalanischen Ländern!“ Auf dem Führungsbus war das Haupttransparent: „Por la libertad de eleccion en materia educativa“ (Für die Freiheit der Wahl des Erziehungsmaterials) und „No al decretazo, Si a la eleccion de la lengua en la educacion de nuestros hijos“ (Nein zum Dekret, Ja zur Wahl der Sprache in der Erziehung unserer Kinder).

    So sieht leider die Wirklichkeit aus!

    Hätte der Professor diesen Artikel als Abiturientenaufsatz geschrieben, wäre er sitzengeblieben. [Anmerkung ADMIN: Nach Ihrer Meinung, andere würden eventuell die Bestnote vergeben.]

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    1. Es kann wohl sein, dass Sie seit Langem in Spanien leben aber ich bin mir sicher, dass Sie sich eher über die spanischen Medien informieren, statt Katalonien und die „angrenzenden Provinzen“ zu bereisen und kennenzulernen, wie das von Ihnen folgendes Fragment zu deuten lässt:

      „Mein eigenes Engagement in dieser Sache beruht darauf, daß ich seit 20 Jahren in Spanien arbeite und lebe und mitbekomme, wie Spanischsprecher durch die Separatistas und ihre Anhänger in Kataloniens angrenzenden Provinzen (z.B. Balearen und Valencia) diskrimiert werden.“

      Selber bin ich in Barcelona aufgewachsen und habe in meinem ganzen Leben noch keinen einzigen Katalaner kennengelernt, der kein Spanisch kann. Aber sicher kennen Sie jemanden, dem mal gesagt wurde, dass jemand gehört hatte, dass es so sei. Gut, die Fakten sind, dass Katalanische Abiturienten überdurchschnittliche Spanische-Sprachkenntnisse haben (im Vergleich zum Rest), obwohl Katalanisch in den Schulen als Hauptsprache erteilt wird.

      Nur ein Beispiel von vielen: Katalanisch darf hingegen im spanischen Parlament nicht gesprochen werden, obwohl es die Muttersprache von mindestens 15% der Bevölkerung ist. Ist das aber nicht Diskriminierung?

      Da ich seit ein paar Jahren in der Schweiz lebe, wo es 4 Amtssprachen gibt, obwohl die eine nur von einem 0.4% der Bevölkerung gesprochen wird, finde ich die Diskussion der Legitimität einer Sprache, in ihrem Sprachraum gelehrt und gefördert zu werden, grundlos. Werde ich als Deutschsprachiger Schweizer in Genf diskriminiert? Hier klingt diese Frage tatsächlich lächerlich.
      Mit der gleichen Logik sollten Sie sich vielleicht auch mal die Frage stellen, wieso wir im Europäischen Parlament darauf bestehen, unsere eigenen Sprachen zu sprechen, wenn wir alle Englisch können. Wieso brauchen wir überhaupt so viele nutzlose Sprachen?

      „So sieht leider die Wirklichkeit aus!“

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  3. Sorry, Sie können den Teilsatz „in dem von barcerocka zitierten Artikel“ streichen, das war versehentlich stehengeblieben. [Hinweis ADMIN: Wurde auf Ihren Wunsch hin gestrichen.]

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  4. Ich habe überhaupt nicht verstanden, warum Sie einen Teil meines Beitrags unter Hinweis auf die Netiquette gelöscht haben und erbitte freundlichst um einen Hinweis, gegen welchen Punkt innerhalb Ihrer Netiquette ich verstoßen haben soll.

    ADMIN: Sie stellen eine lebende Person der Zeitgeschichte in einen nicht existenten Sachzusammenhang, instrumentalisieren sie somit und würdigen diese dadurch nicht nur herab, sondern rücken sie in eine politisch-historische Dimension, die ebenfalls nicht existiert, mit der Absicht der Ironie. Diese fällt aber in den Bereich der in der Netiquette genannten nicht tolerierten Äußerungen, weil die Person in keiner Hinsicht mit der Sache zu tun hat – und nicht einmal als Vergleich taugt. Um es deutlicher zu schreiben: Es befinden sich bereits genug Seiten im Netz, wo alles und jeder Mensch zur Belustigung – oder was auch immer – herabgewürdigt werden darf, aber auf Neue Debatte findet diese Form der inhaltlichen Auseinandersetzung keinen Raum. Nutzen Sie bitte Vergleiche, die Ihrer durchaus nachvollziehbaren Gesamtkritik am Beitrag gerecht werden.

    Letztlich habe ich nichts anderes getan, als wortwörtlich das Gleiche zu schreiben wie der Professor. Ich habe sein Beispiel für die Verwendung der spanischen Sprache genutzt und habe für die deutsche Sprache nur den Namen Franco durch einen deutschen Top-Faschisten und den Namen Rajoy durch (Textteil gelöscht durch ADMIN) ersetzt, Ich habe mich dafür quasi entschuldigt („seien Sie mir nicht böse“), weil ich dieses Vorgehen eigentlich für unmöglich halte. Ich habe damit also ironisch auf den Vorwurf des Professors gegen die Verwendung von Spanisch reagiert.

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  5. Rajoy ist auch eine lebende Person und die wurde zuerst vom Professor genannt. Warum war das denn akzeptabel? DAS verstehe ich nicht. Ich habe seinen gesetzten Zusammenhang nicht akzeptiert und ihn deshalb persifliert. Ich habe weder versucht, Rajoy noch Merkel herabzusetzen oder zu beleidigen. Erst recht nicht die deutsche (meine Muttersprache) noch die spanische Sprache (die Sprache meiner jetzigen Heimat).
    Aber ok. Irgendwie haben wir da eine unterschiedliche Auffassung und da kann ich ja mit leben. In Bezug auf Katalonien möchte ich noch anmerken, daß ich weder Verständnis für die Politik der PP und Rajoy habe, noch für die Position der Separatistas und Puigdements. Ich meine, es wird Zeit, eine vernünftige Lösung zu finden. Die sehe ich nicht mit diesen beiden Personen.

    (ADMIN: Es steht Ihnen frei, Ihre Position in der Sache auch als Gastbeitrag auf Neue Debatte zu veröffentlichen und Ihre Überlegungen zur Lösung der bestehenden Situation darzulegen, ausführlicher zu begründen und zu erläutern, warum diese nicht mit den genannten Akteuren möglich ist.)

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  6. breizhcatalonia93 14. Februar 2018 um 21:31

    Erstes: Die parteien das die unabhängigkeit wollen, haben die meisten von abgeordneter im parlamente.

    Zweites: CeC ist neutral.

    Dreites: Es ist eine GRÖßE ‚difference'(ich weiß nicht die wort auf Deutsch) zwischen ein „Unionista“ (Er will die autonomie zu haben, die selfregierung zu vergrößern, und denken über Katalonien als nation) und ein „Colon/Inadaptat/Espanyolista“ ein menschen daß in Katalonien wohnt aber, im gegensantz die mehrheit katalaner mit Spanische herkunft (als ich) hast nicht mit Katalonien adaptiert an, mit hass für die katalanischen kultur, sprache, und menschen. Ich habe ein größes respekt für unionistes, aber ich habe kein respekt für colonos.

    Viertes: Ein paar frage für allemann: Warum für dich es ist normal daß im rest Spaniens alle ist NUR in die Spanische sprache und hier es ist „diskrimination“ daß alle ist im Katalanisch? Warum wir haben unsere sprache zu anderen? Warum die rest Spaniens kann ALLE SEINES LEBENS im Spanisch zu leben und wir können nicht im Katalanisch?

    Fünftes: Mann kann für oder gegen die projekt von die Katalanische ländern als ein staat zu sein, aber wir sprachen ein sprache, katalanisch, das sage ich nicht (naja, ich auch) aber die „linguists“. Das ist auch für allemann.

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  7. Vielen Dank, Prof. Dr. Axel Schönberger, aus Barcelona. Sie haben ganz deutlich erklären was viele Katalaner fühlen und denken.

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  8. Puigdemont y los separatistas, violaron la ley el estatuto de catalunya el 6 y 7 de septiembre, ley , a raiz de la violacion de las leyes hemos llegado hasta esta situacion….

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  9. Der beste Beitrag über dieses Thema, den ich in den deutschen Medien seit langem gelesen habe. Man sollte endlich erkennen, dass die spanische Regierung und Justiz nicht mehr weit von der der Türkei entfernt ist. Darunter leiden auch Mallorquiner, Valencianer und Basken.

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  10. Spanien ist ein demokratischer Staat und von Recht. Die logische Sache ist, dass dieser Staat durch die in seiner Verfassung von 1978 festgelegten Mechanismen massiv von allen Spaniern, darunter den Katalanen, abgestimmt wurde, wo die Mechanismen zu ihrer Änderung gesammelt werden. Der katalanische Sezessionismus, der durch die Krise und seine eigene Korruption ermutigt wurde, startete ein Abenteuer, ohne die Hälfte der abgegebenen Stimmen zu zählen. Denken Sie daran, dass die Sezessionsparteien 47% der Katalanen repräsentieren, die bei den letzten Wahlen gewählt haben 34% auf die gesamte Volkszählung. Mit 34% der Volkszählung oder 47% der Wähler kann man nicht einen Staat wie Spanien stürzen wollen, mit mehr als 500 Jahren Geschichte und heute ein Mitglied der EU und völlig demokratisch. Was passiert mit den anderen 52% der Katalanen, die nicht für Unabhängigkeitsoptionen stimmen? Kurz gesagt, ich würde ihm sagen, er solle mehr und besser über die spanische Realität lernen, um so voreingenommene Meinungsartikel zu vermeiden.

    Ein herzlicher Gruß

    Luis MN

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  11. breizhcatalonia93 15. Februar 2018 um 15:31

    First of all: IT is a conflict between Catalonia and Spain, we have had 23 years of pro-union governments and there were problems between Catalonia and Spain as much as they are now. Among them the lack of infrastructures, the catalanophobia in the rest of Spain, the fact that the Spanish government mingles constantly in our autonomy laws, and more. What happened in 2010 with the Estatut was the culmination of it.

    Second: Catalan unionists have a view which differs a lot from yours, Allemann,they defend a Catalonia which is recognized as a nation, with an ever-growing self government, and with Catalan as the main language. We have no problem with them. We have a lot of problems with „Espanyolistes“ which want a centralized Spain which deprives Catalonia of all its institutions or in their best cases a culturally centralized but administratevely decentralized state. We do have a lot of problems with those last wants, not with „Unionistes“. Why we should like people which hate us among us?

    Third: What Allemann says about children in Barcelona is totally untrue. In fact, it is the other way round. There is people in Catalonia which can’t or refuses to speak Catalan while living here. This is unacceptable. And anyways, why should Barcelona or Catalonia learn Spanish if that was true? It is not the native language. It is just another language. Why do we have an obligation to learn Spanish? We do not accept any other obligations that our own. Do you think that Slovenes should learn Serbian, for example? Or that Slovaks should learn Czech?

    Fourth:You talk as if Catalan was only spoken by separatists, and if it was, you should have to respect them equally, because for now they are part of your country. Separatists are the majority now and you do not want to accept it.

    Fifth: If you value languages usefulness according to its speakers, you have a serious chauvinism and language supremacist problem. The small ones do not have to submit or to assimilate into the bigger ones.

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  12. Danke, Dr. Schönberger
    Wir brauchen Menschen in Europa, um den Wahnsinn anzuprangern, der mit Katalonien gemacht wird.

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  13. In Katalonien sprechen wir seit mehr als einem Jahrtausend Katalanisch.
    Von Eltern zu Kindern, von Großeltern zu Enkeln.
    Unsere Vorfahren haben uns gelehrt, wie wir sind, und unsere Art zu sein unterscheidet sich sehr von der der Spanier.
    Wenn jemand sagt, dass Spanien eine Geschichte von 5 Jahrhunderten hat, erklärt es nicht, wie es dann möglich ist, dass wir vor 300 Jahren einen Krieg gegen Spanien verlieren würden
    (Übrigens, als wir diesen Krieg verloren haben, war die Universität von Barcelona 135 Jahre lang geschlossen, ein akademischer Völkermord, über den niemand redet).
    Katalonien ist eine Region von Unternehmern, strengen und hart arbeitenden Menschen. Unser Charakter kommt aus der Familientradition.
    Wir sind auch ein Land des Willkommens, obwohl wir zu lange waren, in denen die Leute, die gekommen sind, sich unseren Gewohnheiten nicht anpassen wollten, aber ihre auferlegt haben.
    Wenn nur Spanier in Katalonien lebten, würde dieses Land sehr verschieden sein.
    Heute möchte die Hälfte der Katalanen nicht Teil von Spanien bleiben. Die meisten von uns sind Teil dieser tausendjährigen Tradition.
    Aber wir sind der „Tyrannei der Mehrheit“ unterworfen. Sie sind immer mehr.
    Und die internationale Gemeinschaft unterstützt uns nicht …

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    1. Vielen Dank für den Kommentar und die historisch-kulturelle Beschreibung. Eine Nachfrage: Die Bevölkerung hat überall im Land (ob nun in Katalonien, im Baskenland, in Madrid oder Barcelona) sehr identische Probleme wie Arbeitslosigkeit, Jugendarbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Altersarmut, Energiearmut, soziale Ungleichheit etc. Geht es im Kern tatsächlich um eine „Tyrannei der Mehrheit“ oder eine Tyrannei, die sich aus dem Status ableitet?!

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      1. Katalonien trägt jedes Jahr mit dem Konzept der „Solidarität“ (es kann Solidarität genannt werden, wenn es auferlegt wird?) zwischen spanischen Regionen mit 16.000 Millionen Euro.
        Das Baskenland trägt nicht dazu bei. Es hat eine spezielle Behandlung.
        Madrid hat den Sitz der meisten großen Unternehmen. Sie machen Geschäfte in ganz Spanien, tragen aber steuerlich in Madrid bei.
        Wenn wir das Geld von uns bekommen könnten, wäre unsere soziale und berufliche Situation radikal anders.
        Katalonien hingegen ist seit dem Beitritt Spaniens ein Nettozahler in der EU. Wir haben der UE mehr Geld gezahlt als wir erhalten haben.
        Die „Tyrannei der Mehrheit“ bedeutet, dass in einer Gesellschaft mit einer demokratischen Struktur, wenn eine Minderheit derselben gegensätzliche Interessen hat, sie immer gegen die Mehrheit verlieren wird, auch wenn sie unfair ist.
        In Spanien haben 6 Personen, die von politischen Parteien im Verfassungsgericht gestellt werden, mehr legislative Macht als die Summe des Parlaments von Katalonien, des spanischen Parlaments und eines mehrheitlich angenommenen Referendums.
        In der aktuellen Krise kann Madrid zu seinen Gunsten Gesetze erlassen, was immer es will. Die meisten Spanier wollen nicht, dass Katalonien geht, da Spanien sinken würde. Deshalb befürworten sie absolut undemokratische Maßnahmen … gegen uns. Und dann sagen sie, dass Sie sich an das Gesetz halten müssen. Und sie setzen ehrliche katalanische Patrioten in Gefängnisse.

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  14. Josep Maria Mh 16. Februar 2018 um 21:21

    Sehr guter Artikel. Werde es in Katalonien in meine Kreise verbreiten. Gratulation an Prof. Axel Schönberger.
    Ich habe eine gute katalanische Teilübersetzung durch internet bekommen die ich gerne beifüge: (1) El digital alemany „Neue Debatte“ ha publicat un article del catedràtic de la Universitat de Bremen, Axel Schönberger sobre la situació actual de Catalunya. Si m’ho permeteu us tradueixo els apartats més interessants. https://t.co/BWLZaftRNg
    (2) Durant els últims mesos la llei espanyola ha perdut totalment la seva legitimitat. Les sentencias dels Tribunals ESP, així com les accións del Ministeri Públic han provocat que la Justícia espanyola es converteixi en una „injusticia legal“.
    (3) Es de esperar que, jutges, fiscals, i membres del Govern ESP, que son responsables de violacions de drets fonamentals, rendeixin comptes davant un tribunal internacional per les seves accions.
    (4) Pels catalans, la República Catalana i la llibertat está propera sempre i quan actuin de forma decidida i coherent, si dubten i accepten les ordres legals/ilegals de l’Estat ESP, perdrán i mai més tindrán oportunitat de fer realitat el seu dret a un Estat propi.
    (5) El dret a la autodeterminació del poble català no s’aconseguirà mitjançant l’obediència a Espanya i els seus tribunals, només mitjançant la desobediència massiva a l’Estat espanyol, q, de fet, ja ha perdut tota legitimitat a Catalunya a causa del seu comportament repressiu.
    (6) La comunitat internacional, només té en compte qui controla efectivament el territori. Mentre aquest sigui l’Estat ESP, el Govern de Catalunya no te cap possibilitat d’aplicar amb èxit el dret d’autodeterminació del poble català.
    (7) L’objectiu del Pp és sometre Catalunya completament i de forma definitiva, destruïr les institucions catalanes i perpetuar l’explotació econòmica de Catalunya. Qualsevol renúncia per part catalana ajudará a Espanya i perjudicará Catalunya.
    (8) Seria un error creure que Catalunya podria negociar una reforma més favorable del Estatut y seguir dins Espanya sense més problemes. Es un tot o res per Catalunya. Espanya asfixiará econòmica i culturalment Catalunya i seguirá sent una colonia de l’Estat espanyol.
    (9) Per cada polític que sigui empresonat pel Estat espanyol, és necessari que surtin dos més. Qui té por, perd. La prudència i el convenciment que la causa justa sempre acaba triomfant, conduirá Catalunya al Estat propi.
    (10) Si España segueix violant els drets humans i oprimint Catalunya es convertirà en un Estat „paria“ que es veura condemnat, a la llarga, al ostracisme internacional, tal com li va succeïr temps enrere a la República de Sudàfrica.
    (11) A ningú li agrada ser un màrtir. Però en la situació actual, Catalunya necessita patriotes disposats a sacrificar-se si és necessari. Junqueras i Puigdemont ho van ser y ho son. Tots dos mereixen lloc d’honor, no sols en la História de Catalunya, sino en la de tota Europa.

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    1. Vielen Dank für den Kommentar und den Hinweis, den Beitrag zu verbreiten. Bitte geben Sie einen Hinweis zu unserem Kooperationsparter Blickpunkt Katalonien (www.blickpunktkatalonien), wo der Beitrag von Prof. Schönberger erstmals erschien.

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  15. Interessanter Artikel! Ich hoffe das Urteil über die spanische Justitz fußt auf ausreichender Fachkenntnis, die fehlt mir nämlich.

    Ich wollte nur in aller Kürze weitere Fehler anfügen, die die UnabhängigkeitsbefürworterInnen m.E. gemacht haben:

    -Lei del Referendum: Es wurde im Hau-Ruck Verfahren kurz vor dem 1. Oktober verabschiedet und zwang die entsprechenden Fraktionen im kat. Parlament sozusagen zur Unabhängigkeitserklärung, ohne Bindung an ein ausreichendes Quorum der abgegebenen oder pro-Unabhängigkeits-stimmen. Das Ergebnis des Referendums ist halt leider nicht eindeutig genug um einen empörten Aufschrei durch Europa hallen zu lassen.

    -Es ist m.E. unklug, „KatalanIn“ überhaupt als Kategorie zu benutzen, da dies genau der spanischen Regierung hilft, die Bevölkerung in Katalonien (m.E. die korrekte Kategorie) zu spalten. Wer definiert denn, wer „KatalanIn“ ist??? das kann ja nur polarisieren…. Teile der independentistischen parteien haben billiger- und kurzsichtigerweise die Nationalismuskarte gespielt und dies kommt nun auf die Unabhängigkeitsbewegung zurück. Der katalanische Nationalismus ist mir persönlich so sympathisch wie die anderen: gar nicht.

    Konsequent wäre es gewesen, beim Referendum direkt auf die spanischen Wahlnormen zu verzichten: Anstatt alle spanischen Staatsbürger in Katalonien zur Wahl aufzufordern, hätte man alle in Katalonien (seit X Monaten) polizeilich gemeldeten Menschen einbeziehen müssen. Hätte der Relevanz des referendums sicher nicht geschadet.

    Aber gut, ich hab jetzt leicht reden…

    Alles Gute an Alle!

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