Stummfilm: Streik!

Sergei Eisenstein setze mit dem Stummfilm „Streik“ Maßstäbe in der Montagetechnik. Im Februar 1948 starb der sowjetische Regisseur in Moskau.

Der sowjetische Regisseur Sergei Eisenstein, der als einer der größten Visionäre der Filmgeschichte gilt, siedelte seinen 1925 gedrehten Kinofilm Streik (Original mit engl. Untertitel auf der Seite von Labournet.tv) im zaristischen Russland des Jahres 1912 an.

Thematisiert werden die Demütigungen von Fabrikarbeiter, die unter geringen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen leiden. Die Arbeiter haben keine Gewerkschaft, aber sie sind organisiert und solidarisch.

Die Unternehmensleitung bekämpft den Streik mit allen Mitteln: auch durch Spitzel und Provokateure. Die Arbeiter lassen sich aber nicht spalten. Am Ende muss das Militär geschickt werden, um den Streik blutig niederzuschlagen.

Montage der Attraktionen

Schon in diesem Film, gedreht ein Jahr vor dem berühmten Revolutionsfilm „Panzerkreuzer Potemkin“, mit dem Eisenstein seinen internationalen Durchbruch als Regisseur feierte, erscheinen alle Stilelemente, die Eisenstein zu einem epochalen Filmemacher werden ließen.

Sergei Michailowitsch Eisenstein war ein Filmtheoretiker aus der UdSSR. (Foto: Wikimedia Commones; gemeinfrei)

Sergei Michailowitsch Eisenstein. (Foto: Wikimedia; gemeinfrei)

Die „Montage der Attraktionen“, die den Zuschauer durch schockartige Montage politisch agitieren soll, wird in einer Sequenz besonders deutlich: In die Szene der Erschießung von Arbeitern durch zaristische Soldaten wurde die Schlachtung von Rindern hineingeschnitten.

Auch die Dynamik der Bilder und dramatische Kameraperspektiven machen „Streik“ zu einem beeindruckenden Stummfilm.

Durch seine innovative Montagetechnik hat Eisenstein Maßstäbe gesetzt. Seine Werke „Panzerkreuzer Potemkin“, „Oktober“ und „Iwan der Schreckliche“, dessen dritter Teil nicht vollendet wurde, sind Klassiker. Spätere Filme wurden zum Teil Opfer der sowjetischen Zensur.

Eisenstein, der nach seinen Filmerfolgen Vorlesungen an Universitäten in Europa und den USA hielt und an der Moskauer Filmhochschule unterrichtete, starb im Februar 1948.

„Dass Montage mehr ist als das bloße Aneinander reihen von Bildern zeigt kein Regisseur besser als Sergej M. Eisenstein. […] Er ist Begründer einer auf rhythmischen Prinzipien, Konflikt, Kontrast und Tempowechsel zielenden Montageform.“

Kritik auf film-zeit.de


Informationen zum Stummfilm

STREIK

UdSSR (1925): Original mit englischem Untertitel auf der Seite von Labournet.tv
Länge: 94 Minuten
Regie: Sergei Michailowitsch Eisenstein
Produktion: Boris Michin
Kamera: Wassili Chwatow, Wladimir Popow und Eduard Tisse

Der Film ist Teil des Filmarchivs von Labournet.tv, einem Projekt von Content – Verein zur Förderung alternativer Medien e.V.


Fotos: Noom Peerapong und Wikimedia Commons

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