Yuriko Yushimata – Virales Management

Dies ist keine der üblichen Science-Fiction Stories von Yuriko Yushimata, in der die Gutmenschen gewinnen, sondern das reale Leben in einer Zeit unfairer Angriffe und Manipulationen. Dafür muss nicht alles kontrolliert werden. Es reicht, an den richtigen Stellen anzusetzen, um die Kommunikation zu beeinflussen.

Christina Parlie hatte viel Geld für diesen Kurs bezahlt. Virales Management wurde inzwischen in immer mehr Unternehmen implementiert. Auch die EU setzte inzwischen auf den Dreiklang von Viral Management / Viral Communication / Viral Marketing und NGOs arbeiteten auf der Ebene des Viral Networking.

Sie betrachtete den etwa 50-jährigen Leiter des Kurses, Alexander Götz von Niehus. Jede seiner Bewegungen passte ihm wie angeboren.
Er hatte sie alle im Griff.
Er galt als der Papst des Viral Management. Er ließ jedes seiner Worte auf dem Boden aufschlagen.
Und doch ekelte sie der ganze Kurs immer mehr an.

Von Niehus erläuterte den Begriff Viral Marketing am Beispiel der Werbung für den Film ‚Blair Witch Project‘, einem der frühesten Beispiele für Viral Marketing.
„Die Produzenten des Films ‚Blair Witch Project‘ haben gezielt frühzeitig einen Kult um den Film herum aufgebaut. Sie haben kleine Versatzstücke in die soziale Kommunikation eingeschleust, Versatzstücke, die sich immer weiter verbreitet haben, sodass zum Filmstart bereits eine Fangemeinde existierte.“

Ein älterer Mann, Funktionär der Deutschen Ärzteschaft, schüttelte den Kopf. „Richtige Kampagnen funktionieren immer noch anders.“

Von Niehaus brachte es fertig, den Teilnehmer gleichzeitig zuvorkommend und abschätzig anzusehen. „Sie unterschätzen das. Natürlich hängt dies vom Alter Ihres Zielpublikums ab. Werbeagenturen nutzen zum Beispiel zunehmend Kurzfilme, die sie auf YouTube einstellen, gerade um jüngere Zielgruppen anzusprechen.
Filme, die primär witzig sind und ihren Werbeinhalt nur am Rand oder implizit enthalten. Virales Marketing, die Filme werden durch ihre Inhalte und ansprechende Formate in soziale Netzwerke eingeschleust und unbezahlt verbreitet. Als Vektoren der Ausbreitung werden die Nutzer und Nutzerinnen von YouTube und verbundener sozialer Netzwerke benutzt.
Viral Marketing heißt, dass Sie andere Menschen dazu bringen, die Arbeit der Verbreitung der Werbung zu machen, ohne Bezahlung und möglichst sogar mit Begeisterung – Schau Dir den Videoclip an. Sie programmieren die Nutzer in Ihrem Sinne um, genau so, wie ein Virus die Zelle umprogrammiert.
Sie lassen die Menschen für sich arbeiten und lassen ihnen dabei das Gefühl, dass sie Ihnen dafür noch dankbar sein müssten, weil Sie den Menschen scheinbar etwas umsonst zur Verfügung stellen.“

Christina Parlie dachte an Apple. „Wäre Apple nicht auch ein gutes Beispiel?“

Von Niehus nickte. „Ja, Apple ist ein sehr gutes Beispiel. Zum Beispiel das Spiel mit neuen hochgeheimen Projekten und gleichzeitig durchsickernde Gerüchte.
Erzählen Sie Menschen etwas unter dem Siegel der Verschwiegenheit und Sie können sicher sein, dass es bald alle wissen.
Ein guter Marketingtrick.
Und kaum ist ein neues Produkt auf dem Markt, erscheinen überall im Internet kritische, aber positive Beschreibungen von erstaunlich gut informierten Nutzern.
Wer das wohl ist?
Apple bestimmt den Zeitpunkt der Einführung einer Technologie und sorgt für die richtige Aufnahme und die richtige Kritik an den richtigen Schnittstellen.
Das ist Viral Marketing.“

Christina Parlie hatte genug. „Aber ist das nicht einfach nur eine euphemistische Umschreibung von Manipulation der Kommunikation mit Halbwahrheiten, Gerüchten und durch gezielt ‚aufbereitete‘ Informationen?“

Von Niehus sah leicht spöttisch zu ihr hinüber. „Dies ist keine Science Fiction Story, dies ist das reale Leben. Virales Management ist keine Spielwiese für Gutmenschen, es ist eine Technik für die reale Praxis, für diejenigen, die Verantwortung tragen.
Es geht darum, an den entscheidenden Stellen in einem Unternehmen oder in der Öffentlichkeit die Vektoren der Ausbreitung von Stimmungen und Meinungen zu nutzen oder auszuschalten.
Erzählen Sie den richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Dinge, und der Erfolg ist Ihnen sicher. Stellen Sie Menschen, die konträre Informationen verbreiten, ins Aus.“

Christina Parlie hakte noch einmal nach. „Aber das ist doch Manipulation?“

Von Niehus schüttelte den Kopf. „Sie denken in zu einfachen Hierarchien. Das tun doch alle, manche sind halt nur besser.
Und dafür sind Sie doch hier?“

Der Kurs lachte. Christina Parlie schwieg.

Niehus fuhr fort. „Werten Sie im Unternehmen den internen E-Mail-Verkehr Ihrer Mitarbeiter und Kollegen aus, achten Sie darauf, welchen Personen Schnittstellenfunktionen zukommen, wo die Multiplikatoren sitzen.
Werten Sie die Informationen aus sozialen Netzwerken aus. Nutzen Sie Facebook und andere Plattformen, aber geben Sie keine Informationen über sich unkontrolliert preis.
Analysieren Sie, wer mit wem befreundet ist. Und benutzen Sie dies bewusst und zielgenau.
Viral Communication Skills fallen nicht vom Himmel. –
Stellen Sie Flussdiagramme über Informationen auf, studieren Sie die Verbreitungspfade. Sie müssen nicht alles kontrollieren, aber Sie müssen an den richtigen Stellen zeitlich abgestimmt ansetzen, um die Kommunikation in Ihrem Sinn zu beeinflussen.“

Er sah Christina nachsichtig an. „Nehmen Sie sich einfach in den nächsten Wochen irgendein Projekt vor und probieren Sie aus, was Sie hier gelernt haben.
Sie werden sehen, so funktioniert die Realität.“

Von Niehus hatte den Kurs vergessen, als die ersten Andeutungen drei Wochen später in diversen Netzplattformen auftauchten.
Nichts war direkt formuliert, meist waren es nur Randnotizen in anderen längeren Artikeln. Übergriffe, unstatthaftes Verhalten, finanzielle Probleme, Drogen – alles wurde mit ihm ungesagt in Verbindung gebracht.
Und es war nicht eine Quelle, sondern viele kleine Publikationen.

Er untersagte zwei Internetplattformen die Verbreitung, daraufhin wurde es aber nur schlimmer, sein Verhalten wurde als Eingeständnis gewertet.

Dann gab es diese Anrufe bei für ihn wichtigen Auftraggebern. Es wurden Anfragen bzgl. seiner Liquidität gestellt.
Er nahm an, dass einer seiner Konkurrenten aus seiner Partei dafür verantwortlich war und ging zum Gegenangriff über. Doch dadurch wurden die Angriffe auf ihn nur drastischer.
Seine Partei lud ihn dieses mal nicht zu ihrer Klausurtagung ein.

In einer Zeitung wurden Plagiatsvorwürfe erhoben, er hätte seine zentralen Begriffe aus einer Science Fiction Story geklaut.
Jetzt wurde jeder Unsinn hochgekocht.

Sein Verlag legte das aktuelle Buchprojekt auf Eis, nur vorübergehend, der Markt sei zur Zeit nicht gut.
Mehrere Kurse wurden abgesagt.
Aus der zugesagten Berufung auf eine Universitätsstelle wurde nichts.

Als er einige Wochen später die junge Frau am Ufer des Flusses traf, erkannte er sie erst nicht wieder.
Christina Parlie grüßte ihn freundlich. Von Niehus erinnerte sich an den Kurs und an die junge Frau mit ihren Zweifeln und grüßte zurück.
Er fühlte sich angenehm entspannt, mit dieser ehemaligen Teilnehmerin eines seiner Kurse, der er sich überlegen fühlte. Ein bisschen Smalltalk würde ihm ganz gut tun in dieser Zeit der unfairen Angriffe. „Und, sind Sie immer noch überzeugt, dass Viral Communication Manipulation ist?
Haben Sie meine Techniken mal ausprobiert?“
Christina Parlie antwortete mit einem unverbindlichem Lächeln. „Ja, ich habe einige Gerüchte über Sie in die Welt gesetzt.“
Von Niehus schüttelte den Kopf. „Was?“
Sie sah ihm höflich in die Augen. „Sie sagten doch, wir sollten uns ein Projekt vornehmen und die im Kurs erlernten Techniken einfach einmal ausprobieren – learning by doing.“
Von Niehus sah sie entgeistert an. „Aber, wieso?“

Christina Parlie suchte ihr freundlichstes Lächeln heraus. „Wieso nicht? Sie wissen doch, dies ist keine Science Fiction Story, in der die Gutmenschen gewinnen, dies ist das reale Leben.“


Der Ausgangspunkt für die Science (Social) Fiction Short Stories von Yuriko Yushimata bildet die menschliche Angst vor Viren und Seuchen. Die Realität wird in absurden, aber pointierten Zuspitzungen literarisch ausgeleuchtet. Yuriko Yushimata wurde als Distanzsetzung zur Realität entworfen. Es handelt sich um eine fiktionale und bewusst entfremdete Autorinnenposition, die über die Realität schreibt. Die Sammlung der Science Fiction Kurzgeschichten erschien im Herbst 2014 unter dem Titel „Virus Mutant“ und befindet sich im Archiv der HerausgeberInnengemeinschaft Paula & Karla Irrliche.


Foto: Igor Ovsyannykov (Unsplash.com)


Weitere lesenswerte Artikel

  1. Jürgen Elsen 3. März 2018 um 16:19

    Der Verstand ist ein Plappermaul …
    Schöne Geschichte, wie ich finde, und bringt auch das auf den Punkt:
    So lange wir in der Plapper-Matrix unseres Verstandes leben (unser Ich damit identifizieren) sind wir genau dadurch auch manipulierbar: Hypes, Geschichten, Memes, Vorstellungen, was man eben, oder die anderen, so sagt … der Papst, die Wissenschaft, … egal …
    Der Verstand konstruiert, manipuliert, abstrahiert – und aus dieser Sichtweise ergibt sich z.B. auch so ein seltsamer »Konstruktivismus«, oder eine »Wissenschaftstheorie« nach Popp usw. …

    Da redet man z.B. von Subjekt und Objekt und definiert das Objekt als das vom Subjekt Unabhängige. Wer aber kann denn nur ein Objekt definieren? Selbstredend nur das Subjekt ! Jedes Objekt ist durch mindestens ein Subjekt definiert. Wie objektiv ist das denn, wenn das Objekt ausschließlich subjektiv definiert und hervorgebracht werden kann?

    Der Verstand ist ein elendes Plappermaul und ziemlich eingebildet darauf.
    Die Wahrheit kann nicht von ihm WAHRgenommen werden – mitunter ist in ihm trotzdem Wahrheit, aber selbst das weiß ER nicht.

    Fazit: das ganze Gerede, jede Bewertung, jedes Urteil ist völlig belanglos, wenn ICH nicht erlebend anWESEND bin, also, wenn ICH nicht REALTIME SELBST in der Situation zugegen bin …

    Wenn also nicht SEIN im SEIN WIRKT!

    Sobald etwas vermittelt ist (Medium) ist es nicht mehr. Hier ist ein Eis. Lecke mal dran! Und, wie schmeckt es?
    Was zählt ist Sein im Sein. Mein DAsein im Sein und nur dann kann ich von WAHRnehmung reden.
    Alles andere ist eben Geschwätz !

    Wem das bis in die Knochen mal klar geworden ist, der verbreitet keine Meme, benutzt kein viral Management mehr und ist für dasselbe auch nicht mehr empfänglich. Und wenn seine Freunde und Bekannten diesen Manipulationsmethoden zum Opfer fallen, dann waren es eben die Falschen!

    Wir werden nämlich dadurch zum Verrater von Beziehungen. So sehen wir, wie der Verstand, das Plappermaul im höchsten Maße auch ANTISOZIAL wirkt.

    Kommunikation = communicare = gemeinsam werden = SEINS-Austausch!
    Kommunikation nicht gleich Plappermaul …

    Gefällt mir

  2. Uwe Leonhardt 3. März 2018 um 23:41

    Guten Abend Jürgen,
    ich sehe gerade einen älteren Dokumentarfilm über Eingeborene vor meinem inneren Auge vorüberziehen. Jäger eines Stammes, nur mit Speeren bewaffnet, pirschen sich an ein Löwenrudel heran, welches gerade ein großes Beutetier hierarchisch untereinander aufteilt. Die Jäger, schon tagelang auf deren Spur, haben die Erfahrung ihrer Altvorderen im Kopf. Sie warten, bis der Wind günstig steht und greifen mit der Verzweiflung des Hungers die Löwen mit Schnelligkeit, Geschrei und Entschlossenheit an. Die Löwen, vollkommen überrascht, fliehen in Panik. Die Jäger schlagen sich in Minuten tragbare Fleischbatzen aus dem toten Tier und verschwinden so schnell, wie sie gekommen sind. Sie hatten ihre einzige Chance klug genutzt und bringen ihrer Sippe die Beute und Nahrung, nachdem sie gerade bei vollem Bewußtsein ihr Leben auf’s Spiel gesetzt hatten.

    Übertragen auf diese Debatte, die so sehr psychologisch fundiert erscheint, habe ich hier etwas handfestes und Überlebenswichtiges in den Ring geworfen. Leben besteht zuallererst aus Überleben. In Achtung, in Ehrfurcht und in der natürlichen Weisheit zum “ Leben- und leben lassen“ . Unsere egoistisch erzogene Gesellschaft ist kaum noch in der, so nötigen und selbst reflektierenden, Lage, die katastrophale Situation ihrer Selbst zu erkennen. Lehrer werden reglementiert durch übersteuernde Eltern. Die Bundeswehr hat neuerdings “ Shanghai-Büros“ in den Städten installiert. Der “ Motor “ brummt wie nie zuvor ( und fährt auf Verschleiß ) ! e.t.c….

    Wenn hier draußen irgend jemand an das Gute Ende wie in einem Märchen glaubt, dann ist das verdammt mutig – oder wahnsinnig verrückt. Ich gehöre z.Z. zu diesen Verrückten. Wir Menschen sind voller Makel und so fehlerhaft wie es nur irgendwie geht. Doch wir können zu den unmöglichsten Zeiten über uns hinauswachsen. Wir können, “ bei guter Führung“ sogar großartiges erreichen. Das hat die Geschichte immer wieder bewiesen.
    Also, hören wir auf zu streiten über theoretische und abgehobene philosophische Dinge. Denken wir mal zur Abwechslung nach vorn – ans Überleben.

    Bleibt alle behütet und holt euch viel Kraft aus der liebevollen Demut.

    Wie immer eine gute Nacht euch Allen!

    Uwe

    Gefällt mir

    1. Jürgen Elsen 4. März 2018 um 13:59

      Lieber Uwe,
      danke für diese Einsicht in die Unmittelbarkeit (hier des Lebens oder Überlebens).
      Genau in diese »Kerbe« wollte ich mit meinem Kommentar setzen:
      »Fazit: das ganze Gerede, jede Bewertung, jedes Urteil ist völlig belanglos, wenn ICH nicht ERLEBEND anWESEND bin, […] …Wenn also nicht SEIN im SEIN WIRKT!

      Da der Mensch über der engsten Stelle seines Rumpfes so eine Kugel aufsitzen hat, in der sich gleichzeitig die Welt spiegelt und sie auch die Welt als Spiegel (Abbild, Vorstellung, Konstrukt) hervorbringt – kommt der Mensch eben nicht umhin, die Weltbilderzeugung und die Wirkung dieser auf erstere zu untersuchen.
      Wird diese Untersuchung zum Eigenzweck (wie in einer »Philosophie«), dann hat der Mensch sich allerdings vom Leben – Sein im Sein – abgekoppelt.

      @uwe: Wir können, “ bei guter Führung“ sogar großartiges erreichen.
      In der Tat – wie auch in Deinem Löwenbeispiel – ist das Leben eine Führungsfrage. Das gemeinsame Agieren bedarf einer Koordination, also einer Führung (egal ob diese gemeinsam oder durch einen geleistet wurde).

      Für mich persönlich ist das Leben viel mehr als nur Überleben – Überleben ist die notwendige aber niedrigste Stufe des Lebens, welche wir mit allem Lebendem gemeinsam haben.
      Ich denke, Du wolltest auch darauf hinweisen: wenn die Stufen des Lebens über der Überlebensstufe sich gerade so auf dieselbe auswirken, daß sie das Überleben verhindern oder erschweren, dann sollten wir uns einmal mit unserem Bewußtseinsfokus auf diese reale Überlebensebene begeben und das vermeintlich »Übergeordnete« überprüfen!

      Mir scheint es so, daß aus manipulativen Gründen oder Gründen der Macht – gerade durch Medien vermittelt (die hier Führungs, oder »Koordinations«-rollen einnehmen) – vieles, was eigentlich gar nichts mit Überleben zu tun (z.B. irgendein Hype) – gerade in den Überlebenskontext gerückt werden soll, so daß es dadurch für den Einzelnen an Bedeutung gewinnt und er sich z.B. das Produkt sichern will – oder eine bestimmte, vermeintlich »überlebenswichtige« Verhaltensweise (um das Einkommen zu sichern, dem Vorgesetzen in den A… kriechen) an den Tag legt.

      Das ist also das Paradoxe: der Einzelne wird auf die Tierebene gebracht (nur mehr das Überleben im KOPF) und dadurch aber zu einem Tötungsprojektil für die Erde mißbraucht: die einzelnen Menschen verhalten sich also aus ihrer jeweiligen Sicht im Sinne des Überlebens – aber kollektiv gesehen verhalten sie sich gleichzeitig als überlebensfeindlich in dem z.B. die Ressourcen der Erde und diese selbst zerstört werden!

      Also: gerade wenn ich NUR an das Überleben anknüpfe, dann habe ich als Mächtiger eine große Manipulationswaffe an der Hand, die Schürung von Existenzängsten, die Möglichkeit des »Teile und Herrsche« voll auszuspielen.

      @uwe: »Denken wir mal zur Abwechslung nach vorn – ans Überleben«
      Das ist eben das Problem, was der einzelne darunter versteht und was es für ihn im Moment bedeutet: aus Überlebensgründen wird eventuell der Familienvater einen zweiten Job annehmen in einem Unternehmen, welches giftige, gesundheitsgefährdende Chemikalien herstellt, die über Generationen die Erde belasten.
      Würde man ihm diesen Satz unter die Nase halten, dann könnte er ja nichts anders also zu sagen: ja, genau, und deshalb habe ich ja gerade den Job angenommen …

      Die Lösung aus diesem Dilemma besteht also in der Empathie zum Leben selbst – dafür braucht aber der »Kopf« eine Vision, eine Lebensbildung.
      Dann versperrt er auch nicht mehr den Weg zum Herzen und endlich dort angekommen, gibt es sowieso auf dessen Grundlage gar kein Verhalten mehr, was sich gegen das Überleben richten würde, weder gegen das eigene noch gegen das eines anderen Wesens inklusive der Erde als Lebenwesen …

      Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: