Bärensuppe: Bilbo Calvez im Gespräch mit Nicoletta Geiersbach über Sieben Linden

Die Welt positiv zu verändern, ist gemeinschaftlich möglich. Doch wie lebt man in einer Gemeinschaft und vor allem, wie werden auftretende Konflikte gelöst und Entscheidungen getroffen? Bilbo Calvez ist für die Bärensuppe nach Sachsen-Anhalt gereist, um in „Sieben Linden“ Antworten zu finden.

Das Ökodorf, in dem versucht wird, einen nachhaltigen Lebensstil zu verwirklichen, existiert schon seit über 20 Jahren. 1997 zogen die ersten Menschen mit Bauwagen nach „Sieben Linden“. Pionierinnen und Pioniere, die ein anderes Leben wollten – im Einklang mit sich, den Menschen und der Natur.

Ein alter Bauernhof wurde nach ökologischen Kriterien zum Gemeinschaftszentrum umgebaut und bildet den Mittelpunkt des Ökodorfs. Über die Jahre entstand eine Gemeinschaft, der heute rund 40 Kinder und Jugendliche sowie 100 Erwachsene angehören. Nicoletta Geiersbach ist eine von ihnen.

Sie stellt bei einem Spaziergang das Dorf, dessen ökologische Ansätze, aber auch zahlreiche Projekte vor. Im Interview verrät sie, mit welchen Werkzeugen in „Sieben Linden“ Konflikte gelöst und Entscheidungen getroffen werden, um das Leben in Gemeinschaft zu organisieren. Dazu gehören Vollversammlungen, in denen Ideen vorgestellt und besprochen werden.

Mehrmals im Jahr finden große Treffen statt, bei denen es sich um Themen wie Ökologie, aber auch Kinder und Jugend oder die Wahl von Räten dreht. Diese Treffen, in denen alle versuchen, anwesend zu sein, sind vielleicht die intensivsten Momente des Zusammenlebens im Ökodorf.

Dabei zu sein, ist ein „Herzenswunsch“, sagt Nicoletta. „Wir essen miteinander, wird bewegen uns zusammen, wird trauern und wir freuen uns miteinander. Da werden die Dinge auf den Tisch gebracht und die Konflikte, die vielleicht schon länger gären.“


Weiterführende Hinweise:

  • Nicoletta Geiersbach gestaltet seit 1996 das Ökodorf „Sieben Linden“ unter dem Aspekt nachhaltigen Lebens mit. Sie hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in Gruppenbildung und Seminartätigkeit mit unterschiedlichen Altersgruppen.
  • In „Sieben Linden“, Teil der Gemeinde Beetzendorf (Sachsen-Anhalt), stehen aktuell elf Mehrfamilien-Wohnhäuser, ein Regional- und Seminarzentrum, ein Meditationshaus und weitere kleinere Gebäude (Holzwerkstatt, Pferdestall, Sommerküchen, u.v.m.).
  • Rund 140 Menschen leben in dem Ökodorf, dessen Einwohnerzahl langfristig auf maximal etwa 300 Menschen anwachsen soll. Insgesamt umfasst „Sieben Linden“ eine Fläche von rund 100 ha (davon sind 64 ha Wald).
  • Das Gespräch mit Nicoletta Geiersbach ist Teil des Kunstprojekts „Die Bärensuppe“, dessen Kern die Auseinandersetzung mit der Vision einer geldlosen Gesellschaft bildet.
  • Bilbo Calvez war im Sommer 2017 mit der Bärensuppe auf Tour und begeisterte zahlreiche Menschen für die Vision einer geldlosen Gesellschaft. Informationen über das Projekt und die Tour sind auf der Homepage der Bärensuppe zu finden.

Foto: Bilbo Calvez

Künstlerin bei | Webseite

Bilbo Calvez ist eine französische Multimedia-Künstlerin und Friedensaktivistin. Sie stammt aus Paris und wuchs in der Banlieue auf. Sie ging nach Deutschland, arbeitete unter anderem als Filmcutterin und konzentrierte sich dann auf die Kunst. Durch Ausstellungen und Projekte wie "Publik-Privat", "Sitzbankkultur", "Faces of Love" und "Die Bärensuppe" wurde sie bekannt. Bilbo Calvez lebt in Berlin und der Welt.

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