Der innere Raum – Teil 7: „Der Schritt nach einer langen Pause“

Ein Wolf mit weißem Fell. (Foto: Christels, pixabay.com, CC0 Creative Commons)

„Got your body on my mind […]“[1]

Nein, ich habe deine Seele in meinen Gedanken, aber es quält … was ist der Sinn?

„I need your touch […]“[2]

Aber nicht auf meinem Körper, es sehnt sich die Seele. Fasse hinein, sieh, was ich erlebe; jeden Tag. Du bist fähig, du bist würdig. Zeig mir meine Schatten, zeig mir meine Ängste und Qualen. Du schaffst es, was ich nie konnte. Schaffst es hindurch, worüber ich nie klettern konnte. Du schaffst es, mir das „nie“ zu nehmen und dann weiter zu sehen.

„Thirsty like a Wolf, full of youth, but I’m hollow […]“[3]

Zersplittert in so viele Teile, geflohen vor mir dem Zentrum, einbetoniert an dieser Stelle; bist du mein Schlüssel? Der Wolf, ein Teil, die Jugend, ein Teil, die Leere, die Verbindung. Unmöglichkeiten, hier begegnet mir wieder eine. Wie kann ein Band, was bindend festhält, aus Leere bestehen? Wie kann eine unmögliche Liebe der Schlüssel einer unüberwindbaren inneren Mauer sein? Ich sehe dich, mich durchschreiten, fassungslos. Will ich dir folgen, wird die Mauer von, dich passieren lassendem Nebel, wieder zur festen Mauer. Bestehend aus meinen Teilen über-, nebeneinander verhakt. Und wieder bin ich einbetoniert, fühle die Schwere, also ist hier doch ein Problem?

Okay, du bist nun dort, wo ich nicht hinsehen kann. Du bist nun dort, wo mich alles aussperrt. Was siehst du? Was ist dort? Wovor wollen sie mich so sehr schützen? Du bist dort, in meinem Innern, wo ich niemanden bisher, nicht einmal oder gerade, nicht mich selbst hinbringen konnte. Ich weiß nicht wie und ich weiß auch nicht warum, aber verharren wir mal bei diesem Schritt. Du bist dort, durch die Unmöglichkeit meiner Liebe zu dir … Hey, da haben wir das „wie“. Also, was siehst du?


[1] [2] [3] Songtext Boy Epic – Wolf


Foto: Christels (Pixabay.com; Creative Commons CC0)

Autorin und Künstlerin bei

Sie emi­g­rie­rte aus den schwäbisch-bayrischen Bergen in die Lüneburger Heide. Nach dem Abitur zog sie nach Hamburg, um ein Handwerk zu erlernen. Alex gibt sich als Autorin dem Schreiben hin und als Künstlerin der kreativen Malerei. Ihre Essays unterzieht sie dem Urteil der eifrigen Leserkultur. Sie schreibt über die kleinen Schönheiten und die großen Gemeinheiten des Alltags. Alex lebt im Norden Deutschlands.

2 thoughts on “Der innere Raum – Teil 7: „Der Schritt nach einer langen Pause“

  1. Guten Morgen Alex,
    ordentlicher Tiefgang mit immer einer Hand breit Wasser unterm Kiel – gute Reise in diesen Tag!
    Es ist sehr schön und erwärmend, daß es so intensive junge Menschen unter uns gibt, die über das Augenscheinliche hinweg denken und fühlen können. Wir sehen uns ganz bestimmt zu PTM.
    LG Uwe

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