Der Schlüssel zur Macht!

Wissen ist Macht! Aber ohne Macht gibt es kein Wissen. Und Macht ist nicht gleich Macht, und Wissen ist nicht gleich Wissen. Schon gar nicht bei Michel Foucault und Jürgen Habermas.

„Wissen ist Macht“ lautet eine landläufige Weisheit, welche hier der Kritik und Reflexion unterzogen werden soll. Normalerweise sollten am Beginn einer derartigen Überlegung Begriffsdefinitionen stehen: Was heißt „Wissen“, was heißt „Macht“? Die erste Definition unterschlagend, seien an diesem Ort verschiedene Machtbegriffe aufgelistet:

Der politische Machtbegriff: Er behandelt hauptsächlich das Problem der Verteilung von Macht.

Der philosophische Machtbegriff: Dieser reflektiert die Gerechtigkeit beziehungsweise Angemessenheit der ausübenden Macht.

Der soziologische Machtbegriff: Er reflektiert die Autorisation[1] eines Machtausübenden, Handlungsanweisungen und Befehle zu geben.

Der psychologische Machtbegriff: Er untersucht die jeweilige (psychische) Struktur oder das Beziehungsmuster, die Macht eines anderen anzuerkennen und sich ihr zu unterwerfen. Hier kann differenziert werden zwischen:

(A) der Bereitschaft, Macht anzuerkennen, und
(B) der Ausübung von Macht

Der transformative Machtbegriff: Er bezeichnet eine Macht, die sich durch ihr Wirken selbst aufhebt wie zum Beispiel in einer Therapeut-Patient-Beziehung. Die Macht des Therapeuten löst sich immer mehr auf, je erfolgreicher die Therapie bzw. das Handeln des Therapeuten ist. Weitere Beispiele finden sich in der Sozialarbeit oder bei Mediatoren.

Allein an dieser Auflistung wird deutlich, dass „Wissen“ die Fähigkeit zur Differenzierung bedeuten kann, also die unterscheidenden Betrachtungsweisen eines bestimmten Begriffs zu berücksichtigen. Denn Macht ist nicht gleich Macht, und Wissen ist nicht gleich Wissen …

Demzufolge wird Wissen unterteilbar:

  • Theoretisches Wissen
  • Praktisches Wissen (Erfahrungen)
  • Wissenschaftliches Wissen (Naturwissenschaft: z.B. Physik, Chemie, Biologie; Geisteswissenschaft: z.B. Psychologie, Soziologie)
  • Politisches Wissen usw.

Ohne Macht kein Wissen!

Jemand, der sich ausführlichst mit den Zusammenhängen von Wissen und Macht auseinandergesetzt hat, war der Franzose Michel Foucault.[2]

Bei Foucault finden sich neben der Analyse von Formen der Macht, welche durchaus auch integrierend und soziale Wirklichkeiten erst erschaffend wirken können, weiterhin Überlegungen zum Begriff „Wissen“. Dieses ist ohne Diskursivierung – also eine allgemeine Zugänglichkeit und (öffentliche) Auseinandersetzung mit Wissen – gar nicht denk- bzw. praktizierbar. Will sagen: Ohne Macht kein Wissen!

Da ist zunächst einmal die Macht der Beherrschung einer Sprache: Ohne sie wäre die Aneignung von Wissen unmöglich.

Durch diese Macht, die Beherrschung einer Sprache, wird eine andere Macht, nämlich die Macht der Verteilung von Wissen, erst möglich:

Eben mit Sprache in Rede und Schrift besteht die Möglichkeit, bestimmte Denkinhalte von einer Person auf eine oder mehrere andere zu übertragen und auszudehnen, sodass es, bei Zustimmung der Beteiligten zu ausschlaggebenden Begriffen, zu einem Diskurs kommen kann.

An diesen Überlegungen sollte die wechselseitige Abhängigkeit (Interdependenz) von Wissen und Macht deutlich geworden sein, durch die Foucault selbst in die Kritik geriet. Ihm wurde vorgehalten, ein emanzipatorisches, herrschafts- und machtkritisches Denken auszuschließen, ja, sich ihm zu verweigern und zu verschließen.

Hierzu ist auf Wikipedia zu lesen:

„Foucault griff mit dem Zusammenhang Macht/Wissen die Stellung der Wissenschaft als objektive und außerhalb von Machtbeziehungen stehenden Sphäre der Erkenntnis an. Mehrere Vertreter der politischen Philosophie warfen Foucault in der Foucault-Habermas-Debatte vor, den Standpunkt der Erkenntnis außerhalb der Macht aufzugeben. Durch seine Theorie sei er unfähig, Macht und Herrschaft begründet zu kritisieren.“

Doch das ist ein Irrtum oder zumindest ein Missverständnis. Durch seine Analyse konnte Foucault der Macht auch positive Seiten abgewinnen:

„Man muss aufhören, die Wirkungen der Macht immer negativ zu beschreiben, als ob sie nur ausschließen, unterdrücken, verdrängen, zensieren, abstrahieren, maskieren, verschleiern würde. In Wirklichkeit ist die Macht produktiv; und sie produziert Wirkliches. Sie produziert Gegenstandsbereiche und Wahrheitsrituale: das Individuum und seine Erkenntnis sind Ergebnisse dieser Produktion.“[3]

Das verführerische Modell von Habermas

Ganz anders da der Sozialphilosoph Jürgen Habermas.[4] Er bringt das verführerische Modell eines herrschaftsfreien Diskurses beziehungsweise einer herrschaftsfreien Kommunikation ins Spiel, in welchem plötzlich ein so genannter zwangloser Zwang des besseren Arguments die Feder führt.

Zur Erläuterung seiner idealen Sprechsituation in seinem Beitrag „Vorbereitende Bemerkungen zu einer Theorie der kommunikativen Kompetenz; V. Bestimmungen der idealen Sprechsituation“ führt Habermas aus:

„Ideal nennen wir im Hinblick auf die Unterscheidung des wahren vom falschen Konsensus eine Sprechsituation, in der die Kommunikation nicht nur nicht durch äußere kontingente Einwirkungen, sondern auch nicht durch Zwänge behindert wird, die aus der Kommunikation selbst sich ergeben. Die ideale Sprechsituation schließt systematische Verzerrung der Kommunikation aus. Nur dann herrscht ausschließlich der eigentümlich zwanglose Zwang des besseren Arguments, der die methodische Überprüfung von Behauptungen sachverständig zum Zuge kommen lässt und die Entscheidung praktischer Fragen rational motivieren kann.“[5]

Schon sprachlich tritt an dieser Stelle der Widerspruch von Adjektiv und Substantiv hervor. Habermas selbst nennt dies unbeschwert „eigentümlich“. Also Mystik, Zauberei?

Weiterhin bleibt die Frage offen, wer denn nun beurteilt, was das bessere Argument in Bezug auf eine „Sache“ ist. Die Mehrheit? Ein Experte? Hier wird deutlich, dass sich für Habermas die Frage nach der Macht gar nicht stellt, er sie systematisch ausklammert oder ignoriert.

Aber es bleibt dabei: Wissen ist Macht!


Christian FerchÜber den Autor: Dr. Christian Ferch studierte Linguistik, Philosophie und Religionswissenschaft mit den Schwerpunkten Semantik, Kommunikationstheorie und Religionskritik. Er war Chefredakteur der Studentenzeitung „Die Spitze“ und schrieb seine Dissertation unter dem Titel „Elemente einer allgemeinen Kommunikationstheorie“ an der Freien Universität Berlin.


Weiterführende Informationen:

Ferch, Christian: Elemente einer allgemeinen Kommunikationstheorie (Dissertation). Darin: Kapitel 4. Kommunikation und Macht; S. 195 – 229. Books on Demand, Norderstedt.

Die Macht hinter den Worten. Essay auf Neue Debatte, 15. Februar 2017.


[1] Autorisierung ist eine Zustimmung beziehungsweise die Einräumung von Rechten gegenüber Interessenten, verbunden mit der Option diese gegenüber Dritten zu nutzen. Eine Autorisierung gilt gegebenenfalls eingeschränkt, also lediglich in einem bestimmten Kontext.

[2] Paul-Michel Foucault (1926-1984) war ein französischer Psychologe, Soziologe und Philosoph des Poststrukturalismus. Er gilt als Begründer der Diskursanalyse.

[3] aus: Michel Foucault, Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses, S. 250.

[4] Jürgen Habermas ist ein deutscher emeritierter Professor. Er zählt zu den weltweit meistrezipierten Philosophen und Soziologen der Gegenwart.

[5] Jürgen Habermas in: Habermas/Luhman: Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie, S. 137.


Foto: Samantha Sophia (Unsplash.com)


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  1. Jürgen Elsen 23. März 2018 um 10:53

    Macht und Wissen
    Der Diskurs darüber schließt notwendig Ohnmacht und Unwissen mit ein. Das bedeutet, wir haben es hier mit einem Bewußtsein zu tun, welches einerseits abgespalten von dem Wissen sein kann (=Unwissenheit), aber andererseits auch die Fähigkeit hat, Wissen zu assimilieren.

    Wissen wiederum kann nur assimiliert werden, wenn es irgendwo vorhanden ist. Hieraus erwächst die Frage der Wissensquelle und der gegebenenfalls sehr unterschiedlichen Methoden, aus der ein oder anderen Wissensquelle schöpfen zu können.

    Eine Wissensquelle ist der Mensch selbst (mündliche Überlieferungen, Aufzeichnungen jeder Art usw. – hier spielt also z.B. die Sprache eine Rolle).

    Eine weitere Wissenquelle ist z.B. die Natur (würde in ihr kein Wissen sein, könnte keine Naturwissenschaft jemals nur annähernd Natur-Wissen entdecken, diese Quelle kann auch ohne Menschensprache erfahren werden).

    Dann gibt es noch eine Wissensquelle und diese läßt der Artikel völlig außer acht nämlich: Intuition – das im rein Geistigen verlaufende Erleben eines rein geistigen Inhalts.

    Ohne Intuition gäbe es keine „disruptiven Entwicklungen“, also plötzliche Entwicklungssprünge, Entdeckungen (z.B. Elektrodynamik, Halbleitertechnologie, Quantenphysik). Wirklich Neues kommt immer durch Intuition in die Welt, wobei natürlich die Bemühung um Wissen und das Vorhandensein von bisherigem Menschenwissen im Bewußtsein des Menschen dabei auch eine große Rolle spielen kann.

    Intuition ist also die Methode, Wissen aus einer, ich nenne es mal: kosmischen Wissensquelle zu schöpfen. Wir könnten auch sagen: alles im Kosmos ist weisheitsvoll miteinander verbunden und das Wachbewußtsein des Menschen (sprich: Verstand) bildet aber nur einen winzigen Ausschnitt aus diesen Zusammenhängen, Gesetzmäßigkeiten und Bewußtseinsstrukturen ab (daher ersteht der Drang nach Erkenntnis, nach Vergrößerung des Bewußtseines).

    Unter diesem Blickwinkel erhält auch die für den Verstand paradoxe Aussage von Habermas: »der eigentümlich zwanglose Zwang des besseren Arguments« einen Sinn.
    Das bessere Argument ist ein solches, welches einem Aspekt der kosmischen Wissensquelle näherkommt – und dies von den anderen Diskursteilnehmern, da sie selbst ja auch Bestandteil der kosmischen Wissensquelle sind – intuitiv erlebt werden kann (aber nicht muß! – also zwanglos)
    Der „Zwang“ besteht also in der freiwilligen (zwanglosen) Erkenntnis der „Abbildungsgenauigkeit“ eines im menschlichen Bewußtsein gefassten Inhaltes gegenüber dem entsprechenden Aspekt des Gesamt(Welt)bewußtseins. Tritt in diesem Aspekt die Übereinstimmung ein, nennen wir das auch Wahrheitsempfinden.
    Die Herleitung einer logischen Wahrheit ist damit nicht gemeint, denn was logisch wahr ist, muß noch lange nicht „kosmisch“ wahr sein (in 1000 Jahren schlägt das menschl. Herz 42048000000 mal – logisch wahr, nur hat der Kosmos dem Menschen keine 1000 Jahre Lebensalter geschenkt).

    Und hier berühren wir ebenfalls einen noch nicht im Artikel benannten Machtaspekt:
    „Habe ich die Rückendeckung vom Universum?“.
    Eine Macht, die nicht exekutiv werden kann, ist keine. Exekution ist Wille. Als „Volksherrscher“ z.B. muß ich den Willen der Masse beeinflussen oder lenken können. Ob ich dazu aber die Fähigkeit habe und ob die zu beeinflussenden Menschen auch zu diesem Willen passen (sprich die Erfahrungen mit den Konsequenzen zur ihrer Lernaufgabe benötigen) – das hängt eben davon ab, in wie weit diese Machtaktion tatsächlich mit dem Entwicklungsrahmen „Menschheit“ übereinkommt.

    Der Volksmund bezeichnet das als: im richtigen Moment zum richtigen Ort. Woher kommt also dieses Wissen? Eigentlich kann alles nur mächtig werden, im richtigen Moment zum richtigen Ort. Auch eine Pflanze am falschen Platz oder zur falschen Zeit gesät oder gesetzt, wird so nicht mächtig werden können.

    Der Mächtige auf dieser Ebene benötigt also u.a. ein Wissen von Zeitqualität: reite ich auf der Welle? Das kann ich nur, wenn ich die Welle wahrnehmen kann – und diese Wahrnehmung ist dann auch gleichzeitig ein Wissen und das alles zusammen ergibt mit die Möglichkeit zur Macht.

    Ein herausragender Schlüssel zur Erkenntnis, zu Wissen und zur Macht ist also Intuition.

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    1. Ein sehr gutes Beispiel für die Meinung von Jürgen Elsen bieten Kopernikus und Galilei. Hier wurde Wissen bzw. Intuition durch Macht unterdrückt.

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  2. Wissen ist Macht! Aber Wissen allein macht nichts. Denn unser Wissen ist niemals total und voll umfänglich, auf der rational logischen Ebene. Wissen ist immer beschränkt auf die Epoche, den Zeitgeist, den Menschen. Man kann nicht alles wissen. Wir wissen noch nicht einmal, was wir (noch) nicht wissen. Deshalb ist unser Wissen immer nur Halb-Viertel-Wenig-Garkein-Wissen und somit nicht ganz ungefährlich und oft destruktiv. Und wenn „Dumme“ auch noch Macht ausüben…? Das kann man ja voll umfänglich nicht nur in der Politik beobachten. ;-(

    Anders sieht es auf der geistig, spirituellen Ebene aus, dort ist alles Wissen immer präsent, aber in der heutigen materiellen Scheinwelt fehlt den allermeisten, vor allem Menschen mit weltlicher Macht, der Zugang. Oder besser gesagt, das intuitive Empfinden von Möglichkeiten, von richtig und falsch, kurzum, das „Bauchgefühl“.

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    1. Jürgen Elsen 23. März 2018 um 21:46

      Ja, kann sein: »fehlt den allermeisten, vor allem Menschen mit weltlicher Macht, der Zugang« [zur Intuition]
      Ich beobachte allerdings auch das Gegenteil: das Universum hat das sogenannte Böse zugelassen, weil wir Menschen Freiheit haben sollen. Und Freiheit ist die Voraussetzung für Liebe (was wäre das für eine Liebe, wenn ich lieben müßte!?).
      Das Böse wirkt dabei wie ein Giftstachel. Es verursacht Schmerz und genau der soll unser Bewußtsein dort auf diesen Fleck lenken, weil unser Bewußtsein es bislang versäumt hat, dort hin zu schauen.
      Das Böse kann somit auch intuitiv arbeiten und seine Aufgabe im Menschenkosmos erfüllen.
      Ja, je komplexer die Aufgaben des Bösen sind (z.B. Geld-/Finanzsystem, Mediensysteme), um so eher sind auch sie auf Intuitionen angewiesen. Anderenfalls hätten sie keine Wirksamkeit!

      Ein Triebtäter, dessen Motive und Willensimpulse jedoch nur aus dem Bauch heraus kommen, ist nicht imstande komplexe Planungen anzustellen, die dann auch noch mit dem Zeitgeschehen resonieren.

      Der „Schwarzmagier“ weiß jedoch um seine eingeschränkte Intuition und er weiß auch, welches der größte Feind ist, nämlich die Intuition selbst, die in jedem Menschen erwachen kann und diesen Menschen aufwachen läßt und der Mensch wird dann kein Sklave mehr sein …
      Deshalb muß er Verrichtungen ausüben, die erstens den Schlafenden sehr viel Energien rauben (z.B. so daß sie mit alltäglichen Dingen voll ausgelastet sind, Umweltbelastungen usw.) und zweitens eine Gesinnung oder eine Meinung schaffen, aus der für möglichst viele hervorgeht, daß es „Geistiges“ nicht gibt – daß „Geistiges“ immer nur ein Konstrukt, ein Gehirnfurz ist (Bildungssystem!). Daher liegt ihm sehr daran, den Materialismus (Mensch als höheres Tier) auszuprägen und für die „Spirituellen“ einen „Spiritualismus“ nach materiellen Mustern zu entwickeln.
      Der „Schwarzmagier“ kann also immer nur die Gunst der Stunde erhaschen, um eine Nasenlänge Wissen voraus zu sein – und damit den Weg für die anderen versperren, die ihn – in dem Falle, wo sie nicht selbst schwarzmagische Macht erringen wollen – ab einem relativ nahen Zeitpunkt der Unumkehrbarkeit (POI – point of irreversibility), überholen würden. Seine Macht beruht also vor allem darauf: wehret den Anfängen (und deshalb braucht er eine „lückenlose“ Überwachung, denn jeder Mensch könnte der Anfang (NEO) sein !!!).
      Der Schwarzmagier muß also unbedingt die eine Wissenquelle möglichst für sich behalten: die der Intuition! – um an der Macht zu bleiben …

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      1. Sehr geehrter Herr Elsen,

        nun, es mag sein und es ist mir durchaus bewusst, dass ich in diesem Artikel oder Essay die Intuition etwas habe zu kurz kommen lassen. Doch scheint es in unserer westlichen Kultur schwierig, Intuitionen, Emotionen, Ästhetik oder Charisma als orientierende Autoritäten gelten zu lassen…. –
        Was den Geist betrifft, existieren durchaus unterschiedlichste Auffassungen: Ein Neurobiologe und Hirnforscher ist da immer und zwangsläufig anderer Ansicht als ein Geisteswissenschaftler oder Philosoph. Das habe ich am eigenen Leibe (oder Geist) erfahren dürfen bei meiner Disputation. .-

        Danke (trotzdem ;-)) für Ihren Kommentar!

        Dr. Christian Ferch

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      2. Ich glaube nicht, dass das Universum das Böse zugelassen hat. Das Böse wird definiert durch gesellschaftliche Konventionen, genauso wie das Gute. Kultur und Religionen haben immer noch massgeblichen Einfluss darauf. Ich erinnere an die Hexenverbrennungen. Wer war nun der /die Böse, die Hexen, oder die katholische Kirche? Ich behaupte niemand, denn die Menschen damals hatten ein anderes Wissen/Bewusstsein/Aberglauben. Und selbst in der heutigen Zeit würden wir einen „echten Magier“ (um bei Ihrem Terminus zu bleiben) sofort wegsperren. Jesus hätte es in der heutigen Zeit nicht mal mehr bis ans Kreuz geschafft, sondern würde schon vorher getötet.

        Objektiv gesehen gibt es weder gut noch böse, es gibt nur Lernprozesse, auch für Triebtäter. Und natürlich stellt auch er komplexe Planungen an, ansonsten könnte er sich nicht seiner Opfer bemächtigen.

        Zudem würde ich gerne den Begriff Schwarzmagier gegen „die Unwissenden“ austauschen, denn Schwarzmagier impliziert, dass diese Menschen Macht hätten. Sie schreiben selbst, dass er um die Intuition weiss, welche die „Menschheit erwecken“ könnte. Aber dadurch dass er sie anderen vorenthält, durch eine illusionäre, materialistische Scheinwelt, bringt er sich selbst um den Genuss, der materialistischen Befreiung/die Freiheit/Liebe. Und das wiederum beweist seine Unwissenheit und Dummheit. Deshalb haben Mächtige auch keine wirkliche Macht. ;-)

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  3. Gerhard Kugler 24. März 2018 um 9:19

    Was in Artikel und Kommentaren noch wenig oder gar nicht zum Ausdruck kommt, ist das Zusammenwirken der Menschen, ihre Kooperation. Wissen lebt von Sprache. Auch wenn ich vor mich hinspreche (z.B. einen Artikel schreibe), ist die Interaktion mit anderen (z.B. ihren Artikeln) unverzichtbar. Und Macht ebenso. Herr Ferch hat es in einem anderen Artikel bereits angedeutet, wo er auf die Reaktion der Beherrschten eingeht.
    Wissen und Macht sind Teile von Kooperationen. Gelungenen oder misslungenen. Wissen ist „mittelbarer‘ Teil von Zusammenwirken. Auf gegenwärtigem Stand. Mittels Intuition (s.Elsen) in noch kaum beackerte Bereiche ausgreifend. Aber ohne den Hintergrund der Kooperation sinnlos.
    In einer respektvollen Kooperation sollten Macht und Wissen als vorübergehende Geschenke der anderen betrachtet werden, die man so gut wie möglich bereichert zurückschenkt.
    Unsere Zeit, unser derzeitiges System überbetont das Individuum. Das versucht, sich Wissen (z.B. in Patenten) und Macht zu krallen. Und verarmt dabei. Dem Mächtigen hilft dann nur noch Gewalt. Und er wird einsam.
    G.K.

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    1. Gerhard Kugler 24. März 2018 um 15:03

      Im drittletzten Abschnitt habe ich mich vertippt: Es soll „mitteilbar“ heißen.
      G.K.

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    2. Danke, Herr Kugler!

      Ich empfehle ein Buch eines amerikanischen Soziologen: Richard Sennet: »Zusammenarbeit«. –
      Der gute Mann hat desweiteren Bücher über »Autorität« sowie »Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität« verfasst. –
      Meinten Sie meinen Artikel zu »Meinungsfreiheit und der Zwang zur Hyperindividualität«? Dann sind Sie ein treuer Leser!

      Gruß aus Berlin,

      Dr. Christian Ferch

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