Katalonien und die gelbe Flut

Die Farbe Gelb wird in Katalonien als Zeichen der Solidarität und des Protestes gegen die Inhaftierung von Politikern und Aktivisten der Unabhängigkeitsbewegung getragen. Doch die gelbe Flut hat noch ganz andere Gründe. Es geht um Würde und das Recht auf Selbstbestimmung.

Nein. Ich rede nicht von den Importen aus China oder von der „neuen Seidenstraße“. Ich rede von der kleinen, bescheidenen gelben Schleife, die so viele Katalanen – Jung und Alt – tragen. Am Revers, an der Bluse, am Einkaufskorb oder wo auch immer.

Ich rede von den gelben T-Shirts, von den gelben Schals, den gelben Krawatten, den Wäscheklammern, den Regenschirmen, die immer mehr Bürger Kataloniens tragen im friedlichen und stillen Protest gegen die Inhaftierung von Frauen und Männern, die keine Verbrechen begangen haben, sondern sich friedlich und demokratisch für das Recht auf Selbstbestimmung Kataloniens einsetzten. Und die nun wegen willkürlicher Anklagen, die sogar die spanischen Gesetze verletzen, als politische Gefangene hinter Gittern sind oder im Exil.

Die Farbe Gelb ist zu einer empörten und sichtbaren Flut des Protestes gegen diese Ungerechtigkeit geworden. Auf den Straßen Kataloniens, auf Demonstrationen, den Rängen der Fußballstadien und im Alltag. Ich habe in meinem Artikel „Der rebellische Charme der Farbe Gelb“ schon darüber geschrieben. Die Flut nimmt nicht ab, sondern sie nimmt an Stärke zu.

Selbst am 23. April, dem Sankt Georgs Tag, an dem sich die Katalanen üblicherweise vor allem Bücher und rote Rosen schenken, wurden massiv gelbe Rosen an die Menschen überreicht, die man liebt.

Die „Gelbe Flut“ versetzt die spanische Zentralregierung in Madrid, die mithilfe der Zwangsverwaltung die Macht in Katalonien an sich gerissen hat, offenbar in Rage. Die stille Hoffnung, die Empörung der Bürger über den Umgang mit den Unabhängigkeitsbefürwortern würde ein kurzes Strohfeuer sein, wird bitter enttäuscht.

Als Reaktion gibt Madrid weitere sinnlose Befehle aus, die die Entschlossenheit und den Widerstand der katalanischen Bevölkerung, die diese „gefährliche“ und „subversive“ Farbe Gelb aus Protest tragen, aber noch verfestigen wird.

Zum Beispiel wurde in Madrid beim Endspiel der Copa del Rey de Fútbol, dem spanischen Fußballpokal, zwischen dem FC Barcelona und dem FC Sevilla, bei dem rund 23.000 katalanische Fußballfans anwesend waren, von der Polizei alles beschlagnahmt, was gelb war: Schals, Schleifen, T-Shirts (auch wenn diese unter einem T-Shirt mit den Farben des FC Barcelona getragen wurden).

Es war eine verrückte Aktion der Polizei, die zum Lachen verleiten müsste, wäre die Situation nicht gleichzeitig ernst und absurd. Dass der FC Barcelona das Spiel und damit den spanischen Fußball-Pokal gewinnen konnte, ist sportlich bedeutsam, gesellschaftspolitisch aber reine Nebensache.

Ja. Primär richtet sich die gelbe Flut gegen die willkürliche Inhaftierung von unbescholtenen Bürgerinnen und Bürgern, die sich für die Unabhängigkeit Kataloniens aussprechen und die dabei nicht zur Gewalt anstacheln, sondern aufrufen zur Friedfertigkeit und Besonnenheit.

Doch der gelbe Protest hat noch viel weitergehende Gründe, die mit jedem einzelnen Menschen zu tun haben. Es geht um die Würde und das Recht auf Selbstbestimmung.

Der großartige Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes lautet:

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ [1]

Von der unantastbaren Würde ist in der spanischen Verfassung im Artikel 10 die Rede, als einem der „Grundsteine der politischen Ordnung und des sozialen Friedens“.[2]

Die gelben Protestzeichen werden genau aus diesem Grund getragen, nämlich wegen der Befürchtung, dass die Würde eines jeden Bürgers genauso missachtet werden könnte, wie es jetzt bei den inhaftierten oder mit internationalen Haftbefehlen verfolgten Unabhängigkeitsbefürwortern geschieht. Oder ist es etwa kein Angriff auf die Würde, wegen falscher Anklagen ins Gefängnis gesteckt zu werden, und ein halbes Jahr später immer noch auf den Prozess zu warten, so wie es zum Beispiel Jordi Sánchez und Jordi Cuixart tun müssen?

Ich weiß, viele Menschen werden vermutlich sagen, wenn Politiker und Aktivisten das Gesetz gebrochen haben, was sollte sie sonst erwarten, außer das Gefängnis? Das stimmt. Aber der Witz ist, dass die Anklagen wegen Rebellion, Aufruhr oder Veruntreuung selbst nach dem spanischen Gesetz unhaltbar sein dürften. Zum einen gab es keine Gewalt seitens der Unabhängigkeitsbefürworter, die Voraussetzung für Rebellion und Aufruhr, und auch der Vorwurf der Veruntreuung öffentlicher Gelder für die Durchführung des Unabhängigkeitsreferendums kann keinen Bestand haben, weil internationales Recht wahrgenommen wurde.

Kataloniens Präsident Carles Puigdemont. Foto Krystyna Schreiber

Kataloniens Präsident Carles Puigdemont bei einer Demonstration für die Freilassung von Jordi Cuixart und Jordi Sanchez. (Foto: Krystyna Schreiber)

Das spanische Verfassungsgericht hatte im Vorfeld das Unabhängigkeitsreferendum vom 1. Oktober 2017 für illegal erklärt. Demnach hätten die jetzt Inhaftierten (und davon auch nicht alle) höchstens wegen Ungehorsam angeklagt werden können, nicht aber wegen der Bestrebung nach Unabhängigkeit für Katalonien.

Dieses Anliegen hätte nie Gefängnis bedeutet, sondern vielleicht das Verbot nach sich gezogen, öffentliche Ämter zu bekleiden. Aber selbst dies ist fraglich. Die nun inhaftierten Unabhängigkeitsbefürworter und die im Exil befindlichen wie Kataloniens Regionalpräsident Carles Puigdemont oder Marta Rovira hatte das internationale Recht, das ein verbindlicher Teil der spanischen Verfassung ist und Vorrang vor nationalem Recht genießt, auf ihrer Seite.

In Artikel 10 (2) der spanischen Verfassung heißt es:

„Die Normen, die sich auf die in der Verfassung anerkannten Grundrechte und Grundfreiheiten beziehen, sind in Übereinstimmung mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und den von Spanien ratifizierten internationalen Verträgen und Abkommen über diese Materien auszulegen.“

Prof. Dr. Alfred de Zayas, der UN-Sonderberichterstatter für die Förderung einer demokratischen und gerechten internationalen Ordnung, hat eindringlich darauf hingewiesen, dass Selbstbestimmung ein fundamentales Menschenrecht ist:

„Kein Staat kann sich auf das Recht der territorialen Integrität berufen, um das Recht auf Selbstbestimmung zu unterlaufen. […] Spanien muss daran erinnert werden, dass die Selbstbestimmung ein Recht der Völker ist und kein Vorrecht von Staaten, das sie gewähren oder verweigern können.“[3]

Es ist demnach die spanische Zentralregierung, die geltendes Recht gebrochen hat und weiterhin bricht. Und dennoch steht nicht Madrid unter Anklage, sondern selbst die Farbe der mächtigen Sonne und des duftenden Ginsters sieht sich mit der Unbotmäßigkeit konfrontiert. Spain is different – noch einmal mehr. Leider …


Über den Autor: Pere Grau stammt aus Barcelona. Er wurde 1930 geboren und erlebte die Franco-Diktatur. Er arbeitete als Büroangestellter und beschäftigte sich autodidaktisch mit Kunst und Literatur und schrieb Gedichte. Anfang der 1960er-Jahre emigrierte Pere Grau nach Deutschland. Er veröffentlicht auf seinem Blog regelmäßig Berichte über Katalonien und die dortigen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen.


[1] Grundgesetz auf: www.bundestag.de [abgerufen: 01.05.2018]

[2] Spanische Verfassung auf: www.verfassungen.eu/es/verf78-index.htm [abgerufen: 01.05.2018]

[3] Alfred de Zayas: „Demokratie ohne Selbstbestimmung ist keine Demokratie“ (vom  28.10.2017) auf: www.welt.de/debatte/kommentare/article170138808/Demokratie-ohne-Selbstbestimmung-ist-keine-Demokratie.html  [abgerufen: 01.05.2018]


Fotos: Krystyna Schreiber und Derek Truninger (Unsplash.com)


 

Like a Boss. (Foto: Brooke Lark; Unsplash.com)

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  1. Jürgen Elsen 2. Mai 2018 um 20:25

    Daß es hier um Macht und nicht um Recht geht, dürfte offensichtlich sein.
    Aber beim Recht geht es nicht um Gerechtigkeit – wie, so verstehe ich diesen Artikel, es ein Anliegen des Autors und auch vieler anderer ist. Das Recht ist eine „normative Wissenschaft“ und in Spanien wie auch in der BRD gilt das geschriebene Recht (es kann z.B. kein Gewohnheits- oder Naturrecht im Strafverfahren angewendet werden).

    Wir haben somit eine „Ansammlung von Normen“, welche anzusiedeln sind als Begrifflichkeiten und insoferne nur den „Kopf“ repräsentieren.

    Möchten wir aber in die Gerechtigkeit kommen, so bedarf es der Wahrnehmung aus dem Herzen (nicht Bauch!).

    Somit bildet das geschriebene Recht, „der kalte Kopf“, per se einen Widerspruch zu dem, was Gerechtigkeit genannt werden kann aus der Empathie des Herzens.

    Allein die Richterkanzel, welche sich ÜBER den Häuptern der anderen erhebt, zeigt diesen Widerspruch. Denn wie kann „Gleichheit“ gelebt werden, wenn Augenhöhe nicht gewahrt ist ?

    So kann das Recht vielfältig ausdifferenziert werden und es wird dadurch nur mehr von denen einsehbar und verständlich, die sich „professionell“ damit beschäftigen. Es gibt also eine „Rechtselite“ und ebenso eine „Elite“ die sich solche „Eliten“ leisten kann.
    Auch hier müssen wir konstatieren, daß das geschriebene Recht per se in einem Widerspruch zu seinen „eigenen Ansprüchen“ steht und nicht auf dem Boden von Gerechtigkeit.

    „Unser“ Rechtssystem kommt schließlich immer noch aus dem alten Rom und war ein oder ist, wie wir immer wieder feststellen müssen, ein raffiniertes Unterdrückungswerkzeug.

    Einzig und allein geht es dabei darum URTEILE zu fassen. Was diese dann mit Gerechtigkeit zu tun haben, da können wir ja dann den entsprechenden Einzelfall begutachten …

    Im Sinne der Gerechtigkeit geht Recht ganz einfach: Niemand hat anderem Verlust und/oder Schaden zuzufügen. Geschieht dies trotzdem, bedarf es einer Wiedergutmachung bzw. im schwerwiegend bedrohlichen Fall der in Gewahrsamnehmung der leidzufügenden Person(en). In dem Fall tritt die (Solidar)Gemeinschaft für die Wiedergutmachung ein.

    Eine Bestrafung dagegen ist immer ein Darüberhinwegsetzen mit Mitteln, die, wenn sie das Individuum anwendet, selbst Bestrafung finden würden. Das römische Rechtssystem ist ein „2-Sorten-Recht“: privates und öffentliches Recht.
    Im öffentlichen Recht darf ich z.B. töten (Todesstrafe) – im privaten Recht nicht. Vor diesem Recht sind eben nicht alle gleich ;-)
    Und das sehen wir auch hier wieder …
    Was die Katalonen anstreben, müßten eigentlich alle Völker anstreben: die Staatsgründung aus dem Volk heraus.
    Das wäre gelebter GG Art. 20 – alle Staatsgewalt geht vom Volke aus …

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    1. Wolf Sauter 3. Mai 2018 um 20:04

      Ein wunderbarer Artikel von Grau. Auch ich trage eine gelbe Schleife an meinem Anorak, auch ich protestiere gegen die ungeuherlichen Massnahmen der Rechtsextremen in Madrid, die sich mangels Mehrheit im Parlament per Dekret von ihren Freunden in den oberen Gerichten Massnahmen absegnen lassen,die gegen Würde und Menschenrechte verstossen. Für mich gab es ein vor und nach dem 1. Oktober. Als Europäer war ich gegen einen neuen Staat, habe aber wohl das Recht der Katalanen auf ein Referendum bejaht. Die grauenhaften Bilder im Fernsehen haben mich umschwenken lassen: mit diesem gewalttätigen Staat möchten wir Katalanen nichts zu tun haben. Dass inzwischen alle Lügen der Guardia Civil enttarnt wurden, dass selbst der Finanzminister Montoro darauf besteeht, dass es nie Veruntreuung von öffentlichen Geldern gegeben hat, weil die Finanzen der Generalitat von Madrid aus seit 2015 mit der Lupe kontrolliert werden wird Rajoys Rachegelüste vollends zunichte machen. Puigdemont kann wohl nicht Präsident der katalanischen Regierung werden, aber er wird weiter aus dem Exil für die Sache der Katalanen kämppfen. Derweil tragen wir die gelbe Schleife aus Protest gegen die absolut ungerechte Inhaftierung von neun katalanischen Politikern. So etwas gibt es nur bei Putin, Orban, Endorgan und natürlich bei den Chinesen und Nordkoreanern.

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  2. hj_allemann 3. Mai 2018 um 10:37

    „Primär richtet sich die gelbe Flut gegen die willkürliche Inhaftierung von unbescholtenen Bürgerinnen und Bürgern, die sich für die Unabhängigkeit Kataloniens aussprechen und die dabei nicht zur Gewalt anstacheln, sondern aufrufen zur Friedfertigkeit und Besonnenheit.“ Wie bitte?

    Es gibt einige politischen Gefangenen und Exilierte in diesem Konflikt. Schlimm. Denn damit wird leider eine Bewegung kriminalisiert, die eine sehr große Minderheit in Katalonien betrifft. Es sind auch Leute betroffen, die Sachbeschädigungen auf den Autobahnen in Katalonien als Demonstration begriffen haben und einige andere bescheuerte, völlig überzogene Maßnahmen der spanischen Regierung. Aber letzteres kennen wir ja auch aus Deutschland, denken wir nur an die Polizeiaktionen und völlig überzogenen Urteile anläßlich des G20 Gipfels 2017 in Hamburg.

    Was ist das eigentlich Schlimme daran? Es wird seit Wochen in fast allen Medien nur noch über die juristische Lage debattiert. Die tatsächliche Situation in ganz Spanien und den Ländern, in denen Katalanen leben, gerät völlig aus dem Blickfeld. Und Herr Grau, der Autor dieses Artikels versteigert sich dann sogar anklagend zu der Behauptung: „Es geht um die Würde und das Recht auf Selbstbestimmung.“

    Schauen wir mal nach Fakten.

    Katalanen leben in Spanien vor allem in Katalonien, auf den Balearen, in der Comunidad Valencia und außerhalb im Roussillon (Frankreich) und auf Sardinien (Italien). Überall sind sie in der Minderheit.

    Die Verfassungen aller spanischen Nationen verlangen Zweisprachigkeit, wobei eine Sprache Spanisch sein muß, denn nur so kann man sich in ganz Spanien verständigen. Was passiert in Katalonien? Wer einen Laden in Barcelona hat, darf ihn in allen Sprachen benennen, nur nicht auf Spanisch. Dann wird man bestraft.

    Ein katalanischer Polizist, der einen Bericht auf Spanisch verfaßte, wird mit dem Abzug eines halben Monatsgehalts bestraft. (https://www.eldiario.es/rastreador/desobediencia-superior-vendido-debate-lengua_6_750035024.html)

    Auf Ibiza herrscht Ärztemängel, weil Ärzte sich dem Sprachdiktat nicht unterwerfen wollen. Auch Reinigungspersonal wird entlassen, wenn es kein Katalan spricht. (http://www.elmundo.es/baleares/2017/10/22/59ebb7a0e2704ed43b8b45c2.html) Tausende demonstrieren auf den Straßen unter dem Motto: „Sprachen heilen nicht!“

    Deutschlehrer werden auf Mallorca entlassen, weil sie kein Katalan sprechen. Mitte April flüchten 2 weitere Ärzte von Mallorca.(http://www.elmundo.es/baleares/2018/04/11/5acda56ee2704e21318b4578.html)

    Ich habe eine endlose Liste von Diskriminierungen von Spanischsprechern in den katalanischen Ländern. Das würde hier im Kommentar zu weit führen, erwähnen muß man nur noch, daß in den Schulen Spanisch völlig verdrängt werden soll. Gerade erst hat ein Gericht erneut versucht, diesem Treiben der Nationalisten in Valencia Einhalt zu gebieten. (http://www.abc.es/espana/comunidad-valenciana/abci-justicia-declara-ilegal-decreto-pluriliguismo-valenciano-discriminar-castellano-aulas-201804261609_noticia.html#ns_campaign=rrss-inducido&ns_mchannel=abc-es&ns_source=fb&ns_linkname=noticia.foto&ns_fee=0)

    Die EU ist bereits besorgt und befragt die katalanische Regierung zur Diskriminierung des Spanischen in den Schulen. (https://politica.elpais.com/politica/2018/04/24/actualidad/1524576743_758941.html#?id_externo_nwl=newsletter_diaria_noche20180424m)

    Und Gewaltlosigkeit?

    Am 28. Oktober 1990 wurde von der Zeitung El Periodico auf der Seite 26 ein Plan zur Rekatalanisierung aufgedeckt. Ein rechtsextremer Plan zur Indoktrinierung der Bevölkerung Kataloniens, der über biologische Maßnahmen, idelogische Ausrichtung der Schulen und Massenmedien nichts ausläßt, was zu der heutigen Situation geführt hat. Ein sehr erfolgreicher Plan, wie man zugeben muß. Im Ergebnis gelingt das mit Bestechung in Form von Regierungsämtern zugunsten der Nationalisierungspolitik. (Z.B.: Der katalanische Präsident verdient mit 145.000 Euro fast doppelt so viel wie der spanische Präsident mit 78.000 – https://blogs.elconfidencial.com/espana/tribuna/2017-07-15/cataluna-dinero-espana-nos-roba-financiacion-embajadas_1415678/) Oder mit Sticheln der Madrider Regierung so lange, bis sie die Zwangsverwaltung ausrufen mußte. Man erinnere sich an das Hin- und Her bei der Unabhängigkeitserklärung von Puigdement. So wurde eine Gewaltspirale in Gang gesetzt setzt.

    Wie ist da der letzte Stand? Lehrer in Katalonien denunzieren Kinder von Angehörigen der Guarda Civil öffentlich in der Schulklasse.(https://elpais.com/ccaa/2018/05/02/catalunya/1525261559_571182.html) Nunja, mögen da einige einwenden, das ist ja nur Sippenhaft und keine Gewalt. Tja, so sind sie, die Nationalisten. Verhauen werden die Schüler hinterher ja von anderen und sie waschen ihre Hände in Unschuld.

    Wie paßt das denn alles in Ihr Bild von Friede, Selbstbestimmung und Würde, Herr Grau?

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  3. hj_allemann 4. Mai 2018 um 9:22

    Berichtigung. Im 5. Absatz muß es natürlich heißen, die Katalansprechenden sind in der Minderheit. Nicht die Katalanen an sich.

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  4. Thilo Klaus Elme 4. Mai 2018 um 11:22

    Und da waren sie wieder unsere typischen Argumente…
    Nichts Neues von H.Grau.
    Ich möchte nur mal ein paar Beispiele aufzeigen an denen man erkennen kann wie unterdrückt die Katalanen doch sind.
    1. Öffentliche Fernseh- und Radiosender: Nicht nur TV3 und Catalunyaradio, praktisch alle öffentlichen katalanischen Sender haben ausschliesslich Programm auf Katalan. Es soll ein paar rühmliche Ausnahmen geben, die kenne ich aber leider nicht. Und selbst nationale (also spanische) Radiosender sind in vielen Gebieten von Katalonien schlecht zu empfangen.
    2. Öffentliche Webseiten: Grundsätzlich alle auf Katalan, ich rede hier nicht so sehr von Gencat.cat, sondern von den Seiten der Gemeinden, der Vereine und Föderationen, der öffentlichen Einrichtungen, Überall wird einem Katalan serviert und es gibt zwar bei einigen (aber nicht allen) ein Knöpfchen mit dem dann teilweise der Google-Translator eingeschaltet wird, aber das ist auch nur ein Notbehelf.
    3. Lokale Zeitungen: Grundsätzlich auf Katalan. La Vanguardia und El Periódico waren immer nur auf Spanisch, seit einigen Jahren gibt es auch (subventionierte) katalanische Ausgaben.
    4. Öffentliche Veranstaltungen, Schulveranstaltungen etc. : Es erstaunt einen schon, wenn mal nicht Katalan gesprochen wird. Zweisprachigkeit zur Integration ist auf jeden Fall die Ausnahme. Das gilt auch schon für die entsprechende Reklame für diese Veranstaltungne. In grösseren Städten kommt zweisprachigkeit noch vor, auf den Dörfern ist praktisch kein Spanisch mehr zu sehen oder zu hören.
    5. Briefe von der Schule, von Behörden: Kommt selbstverständlich auf Katalan. Ich habe auch mal im Baskenland gelebt, dort kam alles zweisprachig, allein aus dem Grund, dass selbst viele Ur-Basken Schwierigkeiten gehabt hätten die baskischen Texte zu entziffern. Bei immerhin mehr als der Hälfte der spanischen Muttersprachler wird aber vorausgesetzt, dass sie mit dem Katalan schon irgendwie klar kommen.
    6. Und die unsägliche Inmersion Linguistica, die ja angeblich ein Riesenerfolgsmodell sein soll, die dazu führt, dass selbstverständlich der Unterricht an Schule und Universität auf Katalan geführt wird. Mehr als ein Erasmus-Student hat hier plötzlich merken müssen, dass er in Spanien kein Spanisch lernen wird.
    All dies zusätzlich zu den ganzen Punkten, die H.Allemann angegeben hat.
    Wer wird hier unterdrückt?
    Es geht hier nicht mehr darum das Katalan zu verdrängen, sondern zu einer ehrlichen Zweisprachigkeit zu kommen, die auch verfassungsrechtlich und im katalanischen Estatut so verankert ist (einer der Paragrafen, die vom Verfassungsgericht gekippt wurden, war eben der, der die katalanische Sprache über die Spanische stellte).
    Dass die spanische Regierung in diesem gesamten Prozess ein eher unglückliches Bild abgibt ist sicherlich richtig, aber wenn dumme und ungeschickte Regierungen ein Grund für die Abspaltung von Teilen des Landes sein würden, dann würden alle Länder der Welt wohl in kleine und kleinste Teile zerfallen. In Spanien gibt es ein funktionierendes Rechssystemen mit allen verfassungs- und menschenrechtlichen Garantien in denen angebliche und wirkliche Ungerechtigkeiten angezeigt und verurteilt werden.
    Noch eine Bemerkung zu diesen Absatz von H.Grau:
    „Die nun inhaftierten Unabhängigkeitsbefürworter und die im Exil befindlichen wie Kataloniens Regionalpräsident Carles Puigdemont oder Marta Rovira hatte das internationale Recht, das ein verbindlicher Teil der spanischen Verfassung ist und Vorrang vor nationalem Recht genießt, auf ihrer Seite.“
    Ich kenne keinen EU-Staat, bei dem internationales Recht Vprrang vor nationalem Recht geniesst, dass wäre auch ein Unding. Das internationale Recht ist in der Verfassung verankert (hier hat H.Grau recht), aber die nationalen Rechte sind immer vorrangig, Und wie es in einem Rechtsstaat nunmal ist, hat jeder Bürger das Recht den Rechtsweg auszunutzen und wenn er sich nicht korrekt behandelt fühlt, kann er bis zur EU oder zur UNO führen, aber erst NACHDEM der Rechtsweg im eigenen Land ausgenutzt wurde. Nicht schon vorher, wie das H.Puigdemont gerne machen würde. Deshalb wurden entsprechende Petitionen ja auch abgelehnt.
    Und nebenbei ist H.Puigdemont nicht mehr Regionalpräsident und er ist auch nicht im Exil, sondern auf der Flucht vor der spanischen Justiz.
    Und dann noch ein Wort zu den friedlichen, pazifistischen und demokratischen „Katalanen“ (hier werden natürlich immer nur die Separatisten gemeint, alle anderen sind „fachas“, „colonos“, „inadaptados“, „charnegos“ und ähnliche Freundlichkeiten, die man täglich hört und liest).
    Gestern wurde im katalanischen Parlament mit der Mehrheit der Separatisten ein Vorschlag der Unionisten gekippt, in der die Bespitzelung und Verfolgung von katalanischen Reportern und Politikern untersucht werden sollte. Braucht man nicht, wir tun ja solche Sachen nicht…
    Und heute wird in einem Eilverfahren (Eile warum?) eine Gesetzesänderung abgestimmt, nach der ein katalanischer Präsident auch gewählt werden kann, wenn er nicht anwesend ist. Die komplette Opposition ist (natürlich) vehement dagegen, die entsprechendenn Fachgremien haben verfassungsrechtliche Bedenken dagegen geäussert und die spanische Regierung wird Verfassungsbeschwerde dagegen einlegen, aber da es eine Separatistenmehrheit gibt, wird dieser Entwurf wohl angenommen werden. Demokratie pur…
    Man stelle sich mal vor, dass die Bayern einen Ministerpräsidenten wählen sollen, der mit Haftbefehl gesucht wird und sich auf Mallorca aufhält und natürlich nicht dran denkt zurückzukommen. Regierung per Skype… Also wer da nicht den Kopf schüttelt…

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    1. Wolf Sauter 5. Mai 2018 um 20:01

      Sie gehören offensichtlich zu den Deutschen, die es nicht nötig haben, die Sprache, Geschichte und Kultur der katalanischen Nation zu studieren. Ein schwerer Mangel. Wir leben hier in Katalonien. Katalonien wurde 1714 in einem blutigem Krieg von den bourbonischen Truppen unter Philipp V gegen den Willen des katalanischen Vokes in eine Monarchie gezwungen, die sie niemals mochten

      Es ist doch klar, dass es ab 1978 Nachholbedarf gab, um den Schülern in Katalonien ihre Muttersprache in Wort und Schrift beizubringen. Entsprechende Schulgesetzte gelten seitdem für alle Schüler, auch diejenigen, die aus anderen Gebieten Spaniens eingewandert sind.

      Man hört in Barcelona und den umliegenden Gemeinden überwiegend Kastilisch. Erst jetzt wo die politische Situation, (unter Anwenddung des Paragraphen 155) einer Diktatur gleicht, wo ein unbedachtes Wort zu einer Anzeige wegen Hassparolen führen kann. Wenn ich in ein Geschäft gehe grüsse ich auf katalanisch und werde zunächst auf castellano angesprochen.Erst wenn ich darauf bestehe, dass ich katalanisch sprechen möchte, erinnert man sich an die schöne katalanische Sprache. Alte „charnegos“ haben nie katalanisch gelernt, die Ausländer an der Spitze die Deutschen meckern nur andauernd, dass sie nichts verstehen. Sie finden es ganz normal in grosser Runde lauthals ihr Deutsch zu reden, aber sie sind ärgerlich wenn Katalanen ihre Muttersprache sprechen

      In Katalonien kann man an die 100 Fernseh- und Radiosender sehen und hören. Darunter sind vier katalanische, alle anderen senden auf Kastilisch. Wir schauen nur die Nachrichten von TV 3, weil wir den Propagandasender von Rajoy TV 1 nicht mögen. Zeitungen? Hier gibt es alle Zeitungen Spaniens, selbst solche rechtsradikale, wie „La Razón“ ode „ABC“. Letztere hat Franco gerne gelesen. Es gibt zwei katalanische Zeitungen und ein paar regionale Blätter. „La Vanguardia“ und „El Periódico“ erscheinen seit einiger Zeit zweisprachig. Na und? Wo ist das Problem? Ich erinnere daran, dass Katalanisch laut Verfassung erste Amtssprache ist, kastilisch kommt erst an zweiter Stelle!!!

      Der Artikel von Herrn Grau ist so gut, dass alle Einwände Ihrerseits im Sande verlaufen…

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  5. hj_allemann 8. Mai 2018 um 19:06

    Ein schwerer Mangel, Herr Sauter? Worin besteht denn der Mangel, wenn mich die katalanische Sprache und Kultur nicht interessiert? Worin besteht der Mangel, wenn mich die bayrische, die sorbische, die friesische Kultur, die Kultur der egal wer nicht interessiert?

    Dieser kulturellen Überheblichkeit begegnet man ständig, wenn mit den Separatistas umgehen muß. Begreift doch bitte, daß Eure Kultur Eure Kultur ist und nicht unsere Kultur! Macht mit Eurer Sprache und Kultur, was Ihr wollt. aber zwingt sie nicht anderen auf. Wobei – Was ist Kultur und Sprache? Die wandelt sich ständig. Es gibt weder eine rein katalanische Kultur und Sprache, noch gibt es die für Deutschland. So wenig wie das Kreuz zur bayrischen Kultur gehört, gehört kulturelle Einseitigkeit und Unveränderlichkeit zu Katalonien. Zu Katalonien gehört definitiv eine spanischsprechende Mehrheit, die auch Katalan versteht, aber möglichst nicht Spanisch sprechen soll.

    Diese katalanische Einsprachigkeit wird teilweise per Gesetz erzwungen, gegen Artikel 6 der katalanischen Verfassung. Läden in Barcelona dürfen in allen Sprachen beschildert sein, Katalanisch, Englisch, Kisuaheli, aber nicht in Spanisch. Da wird der Ladenbesitzer bestraft.

    Ihre Behauptung, sie müßten in Barcleona darauf bestehen, Katalanisch sprechen zu dürfen, dürfte wohl unter den Begriff „alternative Fakten“ fallen.

    Tatsache ist, daß in Valencia erst vor kurzem die Anweisung an alle Angestellten im öffentlichen Dienst ergangen ist, daß ein Gruß an Besucher immer erst auf Valenciano zu erfolgen hat, so lächerlich und kleinlich geht es zu. Die neuen Hinweistafeln auf der Burg in Denia, einer touristischen Hochburg in Spanien, sind alle nur auf Valenciano. Ist das Großmannsucht oder Kleingeistigkeit? Ich weiß es nicht.

    Und schön, daß sie auch wissen, daß die Deutschen andauernd meckern, daß sie nichts verstünden. „Sie finden es ganz normal in großer Runde lauthals ihr Deutsch zu reden…“ Ich weiß nicht, mit wem Sie sich hier immer zusammen tun. Auf unserem Fußballplatz zum Beispiel spielen Kinder aus Marokko, England, Polen, Rumänien, Deutschland, dem Ort, Spanien, Kolumbien, Holland etc.. Die dabei benutzten Sprachen sind Englisch, Spanisch und manchmal Valenciano. Ganz freiwillig, weil man sich einfach verstehen will und der Trainer, der Valenciano als Muttersprache hat, spontan natürlich diese häufig, aber nicht nur benutzt. Der Umgang mit Sprache ist hier ungezwungen. Nur in der Schule wird dann plötzlich Valenciano erzwungen. Dieser Zwang führt dazu, daß einige Schüler mittlerweile von Fuckenciano sprechen. Haß wird generiert. Völlig unnötig.

    Auch schön, daß Sie in Ihrem Beitrag nicht vergessen, Franco zu erwähnen. Separatistas lieben es, von ihrer eigenen rechts-nationalistischen Einstellung abzulenken, in dem sie Gegener Nähe zum Faschismus unterstellen. Ist aber nicht so. Die Separatists sind genauso rechts und nationalistisch wie die Madrider Zentralregierung. Kein Deut besser. Unter den Unionisten in Spanien findet man jede politische Richtung, wobei die Ablehnung der PP und der PSOE stark ist, denn von denen fühlt man sich verraten.

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    1. Wolf Sauter 9. Mai 2018 um 19:44

      Sie bringen Beispiele aus Valencia. Aber ich lebe in Katalonien. Vor kurzem noch regierten die Faschisten vom PP, da war natürlich alles noch in Ihrem Sinne. Da wurde das katalanische Fernsehen abgeschaltet und das „Valenciano“, ein übler Dialekt des Katalanischen, fast so wie in der Francozeit verboten. Nun haben eben auch die valencianos Nachholbedarf. Finde ich vollkommen normal. Vielleicht schiessen sie dabei ein wenig über das Ziel hinaus, ihre „Sprache“ zu verbreiten.

      Sie interessieren sich nicht für fremde Sprache und Kulturen? Oh weh Herr allemann, da tun sie mir aber sehr leid. Ich habe zweimal einen Katalanischkurs besucht, einen für Anfänger und einen für Fortgeschrittene. Über meinem Schreibtisch hängt ein Diplom, dass mir bescheinigt, dass ich Katalanisch in Wort und Schrift beherrsche. Eine meiner fünf Sprachen, neben Englisch, französisch, Deutsch und Kastilisch. Sollte ich nach Serbien geraten, würde ich natürlich auch diese oder jede andere Sprache erlernen. Ich bemittleide deutsche Landsleute, die vierzig Jahre odernoch länger die Gastfreundschaft der Katalanen geniessen und sich mit einer absoluten Sturheit gegen diese 1000 Jahre alte Kultursprache stemmen.

      Ganz furchtbar finde ich, wenn sich jemand beschwert, dass er ein amtliches Schreiben vom Rathaus oder vom Verkehrsamt auf katalanisch bekommt und behauptet, er könne es nicht verstehen. [HINWEIS ADMIN: Nachsatz gelöscht. Bitte berücksichtigen Sie bei einer Kommentierung die in der Netiquette aufgeführten Hinweise.]

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  6. Thilo Klaus Elme 11. Mai 2018 um 17:51

    Ich wusste gar nicht, dass wir uns von früher kennen, H.Sauter! Anders kann ich mir nicht erklären, woher Sie wissen wollen, dass ich die katalanische Geschichte, Sprache und Kultur nicht studiert habe…

    Sie haben ja anscheinend reichlich „objektive“ Geschichtsbücher gelesen.
    Zitat: „Katalonien wurde 1714 in einem blutigem Krieg von den bourbonischen Truppen unter Philipp V gegen den Willen des katalanischen Vokes in eine Monarchie gezwungen, die sie niemals mochten“ Dieser Satz ist so falsch, dass man schon drüber lachen muss.
    1. Katalonien war zu der Zeit Teil des Königreichs von Aragón, Barcelona war ein Prinzipat und wurde vom Prinz von Aragón und Conde de Barcelona regiert,
    2. „in einem blutigem Krieg von den bourbonischen Truppen unter Philipp V“: Ich glaube sie sprechen hier über den spanischen Erbfolgekrieg in dem Katalonien ja eher Nebenschauplatz war. Nachdem Felipe V 1701 offiziell zum spanischen König gekrönt war und sich auch in Barcelona vorstellte und dort nach langer Zeit mal wieder die Cortes durchführte, setzte er den beliebten Vizekönig Georg von Hessen-Darmstadt ab und tauschte ihn gegen den ihm getreuen Grafen von Palma aus, daurch änderte sich die Stimmung in Barcelona zusehends in Richtung der Habsburger. Im folgenden Erbfolgekrieg kämpften die Katalanen dann auf Seiten dieser Habsburger.
    3. „gegen den Willen des katalanischen Vo(l)kes“ – Wirklich? Dann war ja Katalonien eine der ersten Demokratien in Europa, das ist spektakulär!
    4. „in eine Monarchie gezwungen, die sie niemals mochten“ – Zumindest in meinen Geschichtsbüchern und auch in Wikipedia, finde ich, dass Katalonien seit 1479 von Vizekönigen regiert wurde, die von der spanischen (Castilla-Aragón) Krone eingesetzt wurden. Nachdem dann sich Barcelona bis zuletzt gegen den borbonischen Gewinner des Krieges, der bereits 1713 geendet hatte, widersetzte, wurden zur Bestrafung nach der Eroberung am 11.9.1714 viele Privilegien der Barceloneser abgeschafft und mit dem „eisernen Besen“ das Widerstandsnest auf Kurs gebracht. Das es hierbei sicherlich blutig zuging, war zu der Zeit sicherlich nicht ungewöhnlich. Erstaunlicherweise wurde dieser Tag später zum katalanischen Nationalfeiertag ernannt.

    So viel also zum Thema Geschichte…

    Ich könnte jetzt meinen kompletten Artikel von oben wiederholen, da sie ihn ja offensichtlich nicht gelesen bzw. nicht verstanden haben, aber das würde uns nicht weiterbringen.

    „Wenn ich in ein Geschäft gehe grüsse ich auf katalanisch und werde zunächst auf castellano angesprochen“ – Ich weiss nicht in welchen Städten Kataloniens Sie sich bewegen, aber dort wo ich normalerweise bin höre ich so gut wie immer zuerst Katalan. Stört mich nicht, ist aber so. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass es eine Stelle der „Normalización lingüistica“ gab,bei der man sich beschweren konnte, wenn man in einem Geschäft nicht zuerst auf Katalan angesprochen wurde (woran erinnert mich das doch?). Mittlerweile ist man moderner und es gibt die „Catalapp“ in der man online und in Echtzeit ein Geschäft denunzieren kann, wenn einem die Qualität des Services auf Katalan nicht gefallen hat. Die Reaktion auf eine entsprechende App für Spanisch würde mich mal interessieren…
    Auch in Katalonien gibt es die Anweisung in öffentlichen Einrichtungen, die Besucher zuerst auf Katalan anzusprechen, man sieht es sozusagen als „nationale Pflicht“ einem ausländischen (das schliesst Spanier mit ein) Besucher die Sprache („1000 Jahre alte Kultursprache“, sagen Sie) nahezubringen, damit er sie lernt. Verständigung ist da eher zweitrangig.
    Klingt überzogen? Ist alles belegbar, es gab sogar eine entsprechende Anweisung im Notfalldienst SEM in dem verlangt wurde im Zweifelsfall „einfachere Worte“ zu benutzen, oder sogar „unterstützenden Zeichnungen“ zu machen und nur wenn gar nichts anderes mehr geht, durfte auf Spanisch ausgewichen werden.
    „Ich erinnere daran, dass Katalanisch laut Verfassung erste Amtssprache ist, kastilisch kommt erst an zweiter Stelle!!!“ – Da lesen Sie wohl eine Verfassung, die aus der gleichen Quelle stammt wie ihre Geschichtsbücher. „Alternative Fakten“ nennt das H.Allemann sehr treffend, Posverdad – nennt man das hier.
    Ist übrigens wirklich nett von den (nationalistisch-separatistischen) Katalanen, dass sie es zulassen, dass auch die Zeitungen aus Madrid dort gekauft werden können und dass man auch spanische TV-Sender sehen darf. Netter wäre es, wenn man vielleicht auch lokal mal etwas auf Spanisch zu lesen oder zu hören bekäme…

    Zusammenfassend möchte ich nur nochmal auf den Widerspruch in den Aussagen der meisten (ich glaube eigentlich allen, aber ich will nicht verallgemeinern) katalanischen Erznationalisten hinweisen, die die aktuelle Unterdrückung des Spanischen im öffentlichen Leben für eine Massnahme halten, die durch die (vermeintliche) Unterdrückung des Katalan unter Franco gerechtfertigt ist.
    Was viele Katalanen (mehr als die Hälfte!) wollen, ist die offizielle Zweisprachigkeit, ein friedliches Miteinander, dass aber von den radikalen Nationalisten komplett abgeleht wird.
    Soviel zum Thema Demokratie.

    P.S.: „„Valenciano“, ein übler Dialekt des Katalanischen“ – lassen Sie dass keinen echten Valencier hören…

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  7. Wolf Sauter 12. Mai 2018 um 20:21

    Zunächst einmal: mein Beitrag galt nicht elme sondern allemann.

    Aus Mangel an Zeit kann ich heute keine Lehrstunde in Geschichte erteilen, werde dieses aber – vielleicht morgen – nachholen. Die Daten, über die Elme verfügt, sind nur teilweise richtig. Vor allem vergisst er immer wieder, dass Catalunya schon deshalb eine Nation ist, weil es eine eigene Geschichte, eine eigene Sprache, ( im IX. Jahrhundert erstmals durch Dokumente belegt) und eigene Traditionen hat. Spanien ist ein Vielvölkerstaat. Die politische Einheit war immer fiktiv, weil erzwungen. Eine Nation bleibt immer eine Nation, auch wenn sie auf brutale Weise in einen fremden Staat gezwungen wird. Ich erinnere an Polen, mehrmals aufgeteilt zwischen Nachbarn. Auch Norwegen gehörte bis 1906 zu Dänemark, 400 !!! Jahre lang. Jüngere Beispiele? Die Auflösunf der Sowjetischen Republiken, das Yugoslawien von Tito und letztens die Trennung von Tschechen und Slowaken.Soweit vorerst.

    Es gibt in der Tat ein „echtes“ katalanisches Volk und zahlreiche Einwanderer aus allen Ecken Spaniens, aus Süd – und Mittelamerika die hier wohnen, aber sich nicht integriert haben. Auch viele Ausländer aus der EU, darunter rund 243 Tausend Deutsche, die sich ebensowenig integrieren, mit kleinen Ausnahmen. Die sind natürlich gegen eine katalanische Republik, weil sie eben keine Katalanen sind und auch nicht werden wollen. Ausserdem gibt es noch zahlreiche Bürger der Oberschicht und Geschäftsleute, die kein Risiko eingehen wollen. Das sorgt bei einer Wahl dann eben für knappe Verhältnisse. Logisch, nicht war?

    Ich lebe seit 1940 in Catalunya, mit wenigen Unrerbrechungen. Ich habe die üble Francozeit erlebt und das allmähliche Erwachen des katalanischen Selbstbewustseins, als ich 1968 das erste mal aus Deutschland zurückkehrte. Da habe ich mich spontan anpassen wollen. Und das ist mir sehr gut bekommen. Als Rentner kehrte ich das zweite mal 2000 aus Berlin nach Hause zurück und machte spontan einen gehobenen Sprachkurs. Daher bin ich sauer, wenn mich in meiner Gegend, einer Nachbargemeinde von Barcelona, alle Welt ständig auf castellano anquatscht
    .
    Absoluter Unsinn ist, dass es amtliche Instruktionen gibt, alle Besucher eines Geschäftes auf katalanisch anzusprechen. Wann bitte sehr, ist es mal vorgekommen dass man im „Corte Inglés“ auf castellano angesprochen wird? Wenn ich irgendwo anrufe, etwa wenn ich eine Visite beim Arzt verlangen will, kommt ein Band. Da werde ich gefragt, ob ich auf castellano oder catalán sprechen will. Bei jeder sonstigen Auskunft ebenso. Dass es vereinzelte schlecht erzogene Katalanen gibt, die so tun als verstünden sie kein castellano kenne ich nur vom Hören/Sagen. Diese vereinzelten Fälle werden von den „Experten“ dann herum erzählt und als gängige Sitte verkauft. Man merke sich: der Katalane ist vielsprachig und gebildet, Im Unterschied zu den meisten Einwanderern, die oft mit einem Slang reden, den man kaum vertehen kann.

    Natürlich bilden sich valencianische Nationalisten ein, sie hätten eine eigene Sprache. Die Sprachexperten der Universität Valencia sagen genau das Gegenteil: das valencià ist eine sprachliche Veränderung des Katalanisch, ebenso wie das Katalanisch der Balearen oder der Franzosen im Rousillon.

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  8. Gehts in der Sache noch weiter oder bleibt es bei wechselseitigem Geschichtsunterricht? Mich interessiert, wie die Unabhängigkeitsfrage gelöst werden kann/wird, weil das für ganz Europa Signalwirkung hat. Entweder freie Entscheidung der Völker oder Repression durch Staaten (deren Legitimation infrage gestellt ist). Wer könnte das besser beantworten, als diejenigen, die in Katalonien und Spanien leben und zusammenleben?

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    1. Wolf Sauter 13. Mai 2018 um 21:50

      Ich hatte in der Tat vor den Unkundigen in diesem Forum eine sachliche Geschichtslektion zu vermitteln, basierend auf wissenscahftlich erforschten Daten, die mir vorliegen. Aber es ist richtig: dieses Hin und Her führt zu nichts und wirkt auf Dritte sicher langweilig
      .
      Es ist zu viel verlangt, eine Antwort auf das Wie und Wann der Unabhängigkeitsfrage zu verlangen. Die katalanischen „independistas“ haben ihre Marschroute, die sich über eine sehr lange Übergangsregelung erstrecken mag. Allen ist bewusst, dass es kurzfristig keine Katalanische Republik geben wird, obwohl das selbstverständlich das Hauptziel bleibt.Eben dieses wollen die Opositionsparteien um jeden Preis verhindern. Seit ein paar Stunden wissen wir immerhin, dass die linksradikale Partei CUP bei der Abstimmung morgen- Montag – nicht gegen Torrà stimmen werden, der Präsidentenkandidat, den Puigdemont als „Plan D“ vorgeschlagen hatte. Wenn Madrid nicht erneut quer schiesst, wird Torrà ab morgen eine katalanische Landesregierung bilden. Eine Bedingung, die die baskische Volkspartei PB Rajoy abgestrotzt hat, damit er mit deren Stimmen den Haushaltsetat absegnen kann ist, dass der Paraagraph 155 der Verfassung ausser Kraft gestzt wird. Er hat Katalonien die vergangenen fünf Monate institutionell und wirtschaftlich schwer geschadet. Besonders haben die damit verbundenen Massnahmen praktisch zu diktaturähnlichen Verhältnissen geführt. Rajoy hat bereits angedroht, dass er nicht zögern würde, erneut den Paragraphen 1555 anzuwenden und die katalanische Regierung absetzen würde, wenn sie etwas „Recdhtswiedriges“ durchführen würden. Unter diesen Umständen lässt sich wohl kaum eine Unabhängigkeisfage lösen.

      Kein Wort hat Rajoy darüber verloren, mit der neuen Regierung in Barcelona zu reden, geschweige zu verhandeln, obwohl er von allen Seiten, einschliesslich Junckers dazu aufgefordert wurde, Die Ktalanen, hingegen warten auf ein Signal aus Madrid.Der Ursprung des Konfliktes lag m. E. nach eindeutig beim Mangel an Bereitschaft von Seiten der Zentralaregierung, über gerechtere finanzielle Bedingungen zu reden.

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  9. Thilo Klaus Elme 15. Mai 2018 um 11:54

    Aus den Aussagen von H.Sauter lassen sich seht gut die Ursachen des Konflikts herauslesen und vielleicht kann man hier auch den Kern einer Lösung finden. So wie er denken viele „Katalanen“:
    Zitat: „Es gibt in der Tat ein „echtes“ katalanisches Volk und zahlreiche Einwanderer aus allen Ecken Spaniens, aus Süd – und Mittelamerika die hier wohnen, aber sich nicht integriert haben. Auch viele Ausländer aus der EU, darunter rund 243 Tausend Deutsche, die sich ebensowenig integrieren, mit kleinen Ausnahmen. Die sind natürlich gegen eine katalanische Republik, weil sie eben keine Katalanen sind“
    Diese Aussage stimmt im Kern mit den Aussagen vom neuen „President“ Torra überein und heisst nichts anderes als: „Wir sind die echten Katalanen, alle anderen sind nur unangepasste Einwanderer!“
    Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen…
    Hier kommt eine Überheblichkeit zum Vorschein, die wirklich schwer zu ertragen ist und an Deutschland vor dem zweiten Weltkrieg erinnert. Es gibt also „echte“ und „unechte“ Katalanen, „Wir“ und „Die“, Menschen mit allen Rechten und andere die weniger Rechte haben. Interessant ist, wenn man genau hinschaut und nachfragt ist diese Grenze doch nicht mehr so ganz klar und kommt letztlich dahin, dass Du nur ein echter Katalane bist, wenn Du
    a.) Katalanisch sprichst und zwar exklusiv und auch immer darauf bestehst auf Katalan angesprochen zu werden
    b.) In Katalonien geboren bist oder dich so fühlst als wärst Du hier geboren (;-))
    c.) Alle katalanischen Gebräuche annimmst, Sardanas tanzt, Musik nur auf Katalan hörst und nur TV3 siehst
    d.) und natürlich gegen Spanien bist.
    Machst Du das alles dann bist Du integriert, sprichst Du aber lieber Spanisch, findest Sardanas langweilig, TV3 einseitig und magst Spanien, dann gehörst Du nicht dazu, auch wenn Deine Familie seit 500 Jahren in Katalonien lebt.

    HIER ist das Problem, DAS katalanische Problem, das hat nämlich nichts mit der Finanzierung zu tun, es geht hier um Fremdenfeindlichkeit, einseitiges Denken und Ausgrenzung. Freiheit, Offenheit, Multikulturalität? Fehlanzeige!

    Der katalanische Übermensch, der verächtlich auf alle Einwanderer herabschaut, denkt und teilweise auch sagt, dass diese Leute eigentlich nichts in SEINEM Katalonien zu suchen haben und es eine Unverschämtheit findet, dass diese „Charnegos“, also Einwanderer, sich dann auch noch anmassen in der Politik mitreden zu wollen. Die sollten doch froh sein, dass sie in Katalonien leben und arbeiten dürfen und nicht in ihrer andalusischen Lehmhütte verhungern müssen!

    Sorry, ihr lieben katalanischen Arier, so funktioniert das Ganze nicht in einer Demokratie! Ich bin Deutscher und lebe schon viel länger in Katalonien, als viele Mitglieder der CUP an Jahren zählen, meine Kinder sind hier geboren und aufgewachsen , mein Katalan ist leidlich, ich spreche aber lieber Spanisch, Sardanas finde ich langweilig, aber deutsche Volkstänze auch und ich habe hier glaube ich schon genügend Steuern gezahlt, damit ich ein Recht habe hier mitzureden, Und so wie mir geht es vielen anderen, und wenn sie auch noch aus dem Rest Spaniens kommen, dann haben sie alle Rechte in Katalonien mitzureden.
    Hier muss Dialog her, aber der abgedroschene Satz, dass doch bitte Rajoy kommen muss und immer er Schuld ist, wenn nicht geredet wird zieht langsam nicht mehr. Dialog bedeutet ich lasse mit mir reden, aber wie es Xavier Domenech, eigentlich keiner von dem man Freundschaft mit Rajoy vermuten würde, am Samstag ausdrückte: Ihr Dialog war: Entweder Referendum oder Referendum, später war es „entweder Puigdemont oder Puigdemont“ und jetzt ist es „Entweder Puigdemont oder wen immer Puigdemont bestimmt“. Und mit der Wahl von Quim Torra wurde jetzt jemand gewählt, der mit Sicherheit weiterhin den Konfrontationskurs fährt.

    Echter Dialog muss unter Katalanen anfangen, ich lasse mich gerne vom Film Invictus inspirieren, wenn ich sage wir brauchen „Springboks for Catalonia“…

    P.S. Wer übrigens glaubt, dass meine Aussagen oben übertrieben sind, nur extreme Aussagen von Spinnern sind, denen rate ich den interessanten Artikel im Spiegel über den neuen President Torra zu lesen. Hier ein paar Perlen aus der Feder dieses „Demokraten“, der jetzt mit Spanien verhandeln soll:
    „Die Spanier wüssten nur zu „plündern“, schrieb er im Juni 2012 auf Twitter. Ein anderes Mal twitterte er: „Der Faschismus der Spanier, die in Katalonien leben, ist unendlich pathetisch, ekelhaft und plump.“ Oder: „Scham ist ein Wort, das die Spanier schon vor Jahrhunderten aus ihrem Wörterbuch eliminiert haben.“ Oder: „Wir sind seit 1714 von den Spaniern besetzt.“ Die Tweets sind längst gelöscht, Torra hat einen anderen Twitteraccount und drückt sich heute gemäßigter aus. Aber seine Kritiker hatten sie archiviert – und kramen sie nun wieder hervor.“

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  10. Wolf Sauter 19. Mai 2018 um 16:46

    Es macht wenig Spass mit jemad zu diskutieren, der so einseitig und aus meiner Sicht fanatisch gegen die Katalanen vorgeht. Seine Version entspricht derjenigen zahlreicher Deutschen in Katalonien, die nicht begreifen, weil sie nicht bereit sind zu begreifen. Liebevoll, sarkastisch spricht man hier von den „Caps quadrats“, zu spanisch „cabezas cuadradas“, zu deutsch „Quadratische Köpfe“. Es ist nicht lange her, dass ein deutscher Verein, der sich „KdF“ nennt (sprcht für „Kreis deutscher Füihrungskräfte“) den Parlamentspräsidenten zu einer Feier einlud. Torrent, damals das oberste Haupt in Katalonien, sollte zur Situation in Katalonien Stellung nehmen. Da stand unvermittelt, während seiner Rede einer vom KdF namens K, J.auf und machte von seiner „freien“ Meinungsäussrung Gebrauch. In allerübelster Weise beschimpfte er die katlanischen Patrioten und sagte wortwötlich zu Torrent: „Ihr seid total verlogen, ihr gehört alle eingespert“! Das ist so wie wenn ein eingebürgerter Türke zum bayerischen oder schwäbischen Parlamentspräsidenten beleidigt hätte. Nicht auszudenken, so ein Eklatt!

    Ich habe keine Lust mehr, zum x-ten Mal jemandem zu wiedersprechen, der aus meiner Sicht nicht die geringste Ahnung hat, was sich hier abspielt. Geschweige denn dass er eine Ahnung hat, (und schlimmer noch:nicht haben will), was sich in der tausend Jahre alten Nation Katalonien abgespielt hat. Ich bezeichne mich als Deutsch-katalane, habe gestern gerade meinen verlängerten deutschen Pass abgeholt. Ich liebe Spanien und die (nicht rechtsradikalen) Spanier. Aber ich fühle mich in erster Linie meinen katalanischen Gastgebern verbunden. Wie ich schon oft bemerkt habe, bin ich Europäer bis ins Knochenmark. Vor dem 1. Okober war ich absolut gegen einen katalanischen Staat. Die brutale und menschenverachtende Vorgehensweise der spanischen Regierung gegen friedliche katalanische Wähler hat mich und viele Verwandte und Freunde umdenken lassen. Mit diesem Staat kann Katalonien nicht zusammenleben. Erstaunlich, dass die Gegner von Katalonien die Verbrechen der spanischen Polizei so heruntergespielt hat. Weil sie von den Behörden ignoriert wurden, bzw, gutgeheissen wurden, weil sie weder von Rajoy noch vom König weder erwähnt, geschweige denn bedauert wurden? Weil der geschasste Chef der katalanischen Polizei Trapero sich gerichtlich verantworten muss, weil er nicht ebenso seine Polizisten auf die Wähler einknüppeln liess? Dass nach wie vor katalanische Politiker in Untersuchungshaft sitzen, einige bereits acht Monate lang, weil sie bei einer Voksbefragung mitgemischt haben, die auch die spanische Vefassung nicht verbietet? Alle Anklagepunkte des spanisch „patriotischen“ Richters Llamela wurden inzwischen von Europäischen Gerichten abgeschmettert. Llamela droht über kurz oder lang ein Verfahrung des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg wegen „fortgestzter und wissentlicher Rechtsbeugung“. Es wird noch lange dauern, bevor es einen katalanischen Staat gibt, frei, demokratisch, mit unabhängigen Gerichten. Derweil werden die Katalanen dafür kämpfen, dass die provisorische Verfassung von 1978 zu einer modernen und demokratischen Verfassung geändert wird. Weg mit dem zentraalistischen Staat und hin zu einem Bundestaat der autonomen und freien Länder nach deutschem Muster.

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  11. Thilo Klaus Elme 21. Mai 2018 um 10:31

    Es macht wenig Spass mit jemandem zu diskutieren, der so einseitig und aus meiner Sicht fanatisch gegen die „Nicht-Separatisten“ vorgeht. Seine Version entspricht derjenigen zahlreicher „Katalanen“ in Katalonien, die nicht begreifen, weil sie nicht bereit sind zu begreifen.
    Ich lass das dann auch mal…

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