Dokumentarfilm: Sie stehlen unseren Müll – Von Lumpensammlern zu Recyclern

Gaby Weber beschreibt in ihrem Dokumentarfilm, wie sich die ärmsten Menschen Argentiniens einen Raum in der Müllwirtschaft erkämpften. Skizziert wird eine weltweit einzigartige soziale wie ökologische Erfolgsgeschichte, die durch eine neoliberale Politik bedroht ist.

Früher nannte man sie „Cirujas“, Lumpensammler – schmutzige Streuner, die im Slum wohnten und im Müll von Buenos Aires wühlten. Heute sind sie Recycler und gehen einem Beruf nach. Sie bevölkern die Straßen der argentinischen Hauptstadt und holen Pappe, Papier, Metalle, Glas und Plastik aus den Müllcontainern oder vom Bürgersteig und liefern es in den „grünen Zentren“ ab. Dort wird das Material sortiert und als Rohstoff zur Wiederverwertung verkauft.

In ihrem neuen Dokumentarfilm „Sie stehlen unseren Müll: Von Lumpensammlern zu Recyclern“ beschreibt die Journalistin Gaby Weber, wie sich die ärmsten Menschen Argentiniens einen Raum in der Müllwirtschaft erkämpften und skizziert eine weltweit einzigartige soziale wie ökologische Erfolgsgeschichte, die durch eine neoliberale Politik bedroht ist.

Die Cartoneros protestieren gegen einen Gesetzesvorschlag der konservativen Regierung von Präsident Mauricio Macri, teure Müllverbrennungsanlagen im Ausland einzukaufen, statt Abfall wiederzuverwerten.

Vor zehn Jahren, Macri war noch Bürgermeister von Buenos Aires, wollte er die „Cirujas“ sogar ins Gefängnis werfen lassen, weil sie „Müll stehlen“ würden. Heute sind Macris Worte nur noch als Peinlichkeit aufzufassen. Die Cartoneros sind längst in das städtische Abfallsystem eingebunden. Sie bekommen einen festen Lohn, tragen Arbeitsuniformen und sind in der Krankenversicherung. Dieser bescheidene soziale Aufstieg gefällt nicht jedem.


Gaby Weber (Aufnahme von Frank C. Müller; CC BY SA 3.0)

Gaby Weber (Foto: Frank C. Müller; CC BY SA 3.0).

Über Gabriele „Gaby“ Weber: Die Publizistin mit dem Schwerpunkt deutsch-lateinamerikanische Beziehungen wurde 1954 in Stuttgart geboren und studierte an der Freien Universität Berlin Romanistik und Publizistik. Sie gehörte 1978 in West-Berlin zu den Gründungsmitgliedern der taz. 1982 wurde Gaby Weber am Lateinamerika-Institut promoviert.

Sie ging nach Südamerika und berichtete etwa ab Mitte der 1980er-Jahre als freie Korrespondentin aus Montevideo (Uruguay) und von 2002 an aus Buenos Aires. Weber arbeitet hauptsächlich für den Rundfunk und veröffentlichte mehrere Reportagen und Recherchen zur Geschichte von Nachrichtendiensten. Außerdem verfasste sie zahlreiche Bücher.

Auf der Webseite www.gabyweber.com finden sich weitere Informationen zu Gaby Weber und ihren Dokumentarfilmen und Reportagen.


Fotos: Gaby Weber und Frank C. Müller


 

Frau zeigt das Peace Zeichen in einem VW Käfer. (Foto: Jeremy Bishop, Unsplash.com)

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