Hab‘ keine Angst, glaube an Deine innere Stimme und versuche es!

Alex Ross nahm für Neue Debatte am Europäischen Humanistischen Forum in Madrid teil. In einem Kurzinterview sprach sie über die Bedeutung von alternativen Medien für die jungen Menschen.

Was ist die Rolle der unabhängigen Medien?

Alex Ross: Eine der Funktionen der alternativen Medien ist es, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Arbeit zu publizieren und es ihnen somit zu erlauben, ihre eigene Version, ihre eigene Geschichte darzulegen. Ich persönlich hatte nie die Gelegenheit, meine Arbeit zu veröffentlichen, und so habe ich 2016 beschlossen, es selber zu tun. In dem Moment, wo ich mich mit einem alternativen digitalen Medium verbunden habe, öffneten sich Türen für meine junge Stimme, um gehört zu werden.

Es ist für junge Menschen sehr schwierig, selber zu publizieren, ihre Arbeit auszustellen, ihr Werk sichtbar zu machen und so ihren Weg zu gehen. Wir werden ständig auf unser Alter reduziert, was für uns bedeutet, dass die Menschen meinen, wir hätten nichts zu sagen, weil wir noch nichts erlebt hätten und deshalb auch nichts in uns wäre. Mit den alternativen Medien ist das jetzt alles einfacher geworden und ich habe festgestellt, dass es auch bereits viele Anlaufstellen gibt.

Können Bürger Informationen generieren und Medienschwerpunkte schaffen?

Wir brauchen Medien, die von vielen Menschen geführt werden, und nicht Medien, wo sich die Macht nur auf ein paar Familien konzentriert. Wir müssen es den Lesern erlauben, ein Mitspracherecht bei der Themenauswahl zu haben, so dass die Macht von vielen Menschen geteilt wird und nicht nur von einigen wenigen.

Im Bezug auf das Motto des Forums ‚Was uns verbindet‘, wie können wir unsere gemeinsame Arbeit mit den Medien und sozialen Bewegungen verstärken?

Dazu brauchen wir Gelegenheiten wie an diesem Wochenende, um sich zu treffen, sich auszutauschen und diese Arbeit gemeinsam weiterzuführen. Wir dürfen nicht auf die hören, die uns sagen, wir sollen uns da raushalten. Das bringt gar nichts!

Im Gegenteil, wir müssen auf unsere innere Stimme hören. Die Stimme, die dir sagt: ‚Nimm die Gelegenheit war! Auch wenn es ein Risiko ist, ich will es versuchen.‘ Die Stimme, die dir sagt: „Hab‘ keine Angst, glaube an dich und an deine innere Stimme und versuche es!“


Redaktioneller Hinweis: Alex Ross widmet sich dem Schreiben und der kreativen Malerei. Ihre Themen sind die kleinen schönen und die großen hässlichen Dinge des täglichen Lebens. Sie gehört zum Team von Neue Debatte, einem Partner von Pressenza. Beim Europäischen Humanistischen Forum in Madrid hielt sie einen Vortrag im Arbeitsbereich „Unabhängiger Journalismus und sozialer Aktivismus“ und nutzte die Gelegenheit zur weiteren Vernetzung von Neue Debatte mit alternativen Medien und sozialen Bewegungen in der ganzen Welt. Das Kurzinterview mit Alex Ross erschien erstmals auf der Webseite des Humanistischen Forums und bei Pressenza.


Foto: Neue Debatte


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  1. Ich (88) habe auch immer versucht, meine Meinung kundzutun, aber nicht einmal meine Leserbriefe wurden abgedruckt. So können wir uns freuen, dass es die Neue-Debatte gibt, die eine freie Meinungsäußerung zuläßt und auch wünscht. Wir müssen viel Werbung dafür machen.

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  2. Hallo, Alex,

    ein schöner Artikel! Bei der »inneren Stimme« muss ich sogleich immer an den inneren Gott denken: Das Wort »Enthusiasmus« kommt daher; es bedeutet: »innerer Gott«. – Nun sind die Zeiten so, dass es weder Götter noch Autoritäten mehr gibt; auch scheint es so, dass einer »Besessenseinsweisheit« (-> Enthusiasmaus) eine »Erfahrungsweisheit« diametral nicht entgegen-, sondern gegenübersteht. Das durfte ich einst einmal an der Universität erfahren, lernen… –
    Der Zettel mit Deinem Literaturtipp »Hans-Joachim Maaz: Die narzisstische Gesellschaft« liegt hier noch auf meinem Plattenspieler; ich habe da andere Bücher, welche ‚Narzissmus‘ eben nicht als pathologisch diffamieren, sondern einfach zu beschreiben versuchen:

    1. Kernberg, Otto: »Borderlin-Störungen und pathologischer Narzißmus«
    2. Kohut, Heinz: »Narzißmus«
    3. Mahler, Margret: »???«
    4. Lacan, Jacques: »???«

    Es existieren also immer noch mehr Gedanken zu einem Schlag-Wort (Du bemerkst das militeristische Präfix), als gemeinhin angenommen wird.

    Doch Erkenntnis als Lebenshilfe? – Das funktioniert eben nicht immer…. –

    Herzliche Grüße aus Berlin & weiter so!

    Christian Ferch

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