Bärensuppe: Bilbo Calvez im Gespräch mit Christopher Hoyer über Terra Preta

Können Sie sich vorstellen, dass ein Gärtner nicht nur den Boden beackert, sondern auch das Klima?

Sagt Ihnen Climate Farming etwas? Haben Sie von dem Projekt „Humus Bildung hoch zwei“ schon einmal gehört? Genau! Es geht um Terra Preta – Schwarzerde.

Bilbo Calvez war auf der Suche nach Antwort auf die wichtigen Fragen der Gegenwart wieder „On the Road“. In der Nähe von Göttingen traf die Künstlerin den Landschaftsarchitekten und Umweltplaner Christopher Hoyer. Er ermittelt den ökologischen Wert eines Ortes oder einer Landschaft und sucht nach Antworten, zur Kompensation von Umweltschäden.

Eine besondere Herausforderung stellt die voranschreitende Versiegelung der Böden durch Bebauung dar. Das leuchtet ein: Wo eine Straße oder ein Haus gebaut wird, da kann eben nichts mehr wachsen. Der ökologische Wert der bebauten Fläche sinkt dramatisch. Was kann dagegen getan werden?

Der Staat kennt nur eine Antwort: Bußgelder. Damit wird das Problem aber nicht beseitigt, sondern lediglich verdeckt und verschoben. Der Emissionshandel ist so ein Beispiel. Wer dem Klimawandel aber entgegentreten will, der sucht nach konkreten Lösungen.

Von Permakultur bis zum Kompostklo

Christopher Hoyer skizziert im Gespräch mit Bilbo Calvez die ökologische Situation der Gegenwart, beleuchtet die langfristigen Folgen der Lebens- und Wirtschaftsweise und beschreibt, was konkret getan werden könnte, um Umwelt und Mensch in Einklang zu bringen. Eine Antwort findet sich in der Schwarzerde. Diese Bodenart besteht aus einer Mischung von Holz- und Pflanzenkohle, Fäkalien, Dung und Kompost.

In Deutschland finden sich Schwarzerden zum Beispiel in der Magdeburger Börde, der Hildesheimer Börde und im Thüringer Becken. Schwarzerden bieten gute Bedingungen für den Ackerbau, u.a. wegen der hohen Wasserleitfähigkeit, der leichten Erwärmbarkeit und dem reichen Bodenleben. Bakterien spielen eine entscheidende Rolle.


Weiterführende Hinweise:

  • Das Gespräch mit dem Landschaftsarchitekten und Umweltplaner Christopher Hoyer ist Teil des Kunstprojekts „Die Bärensuppe“, dessen Kern die Auseinandersetzung mit der Vision einer geldlosen Gesellschaft bildet.
  • Mercedes Kordasch (Auszubildender), Peter Hinske (Schüler) und Andreas Heilmann (Berater) unterstützten Bilbo Calvez als Kamerateam.
  • Bilbo Calvez war im Sommer 2017 mit der Bärensuppe auf Tour und begeisterte zahlreiche Menschen für die Vision einer geldlosen Gesellschaft. Informationen über das Projekt und die Tour sind auf der Homepage der Bärensuppe zu finden.

Über Bilbo Calvez: Die französische Multimedia-Künstlerin und Friedensaktivistin stammt aus Paris und wuchs in der Banlieue auf. Sie ging nach Deutschland, arbeitete unter anderem als Filmcutterin und konzentrierte sich dann auf die Kunst. Durch Ausstellungen und Projekte wie Publik-PrivatSitzbankkulturFaces of Love und  Die Bärensuppe wurde sie bekannt. Bilbo Calvez lebt in Berlin. Mehr Informationen gibt es auf ihrer Homepage und ihrem YouTube Channel.


Foto: Bilbo Calvez

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