Wo der Pfeffer wächst

Als ich nach abklingendem Blut- und Vollmond einen kleinen Spaziergang an Tankstelle, Kanal und Park wagte, sah ich Menschen. Viele Menschen. Zu viele Menschen.

Sie standen herum und zückten Kameras, Handys und Stative. Es war um Mitternacht, sie sahen glücklich und zufrieden aus, und es waren um die 30 Grad. In der Nacht nach dem Vollmond entstand folgendes Gedicht:

Hey, Du kleine Pomeranze,

Ich schenk‘ Dir mal ’ne Pfefferpflanze.

Gut gegossen und gepflegt,

Wird sie dann ins Beet gelegt.

 

Hör‘ doch, hör‘ doch, wie sie spricht!

Ätsch: Ich hör’s und Du man nicht.

Wenn des Guten wird zuviel,

Ist verdorben manches Spiel.

 

Mensch, wie lang‘ warst Du allein,

Ohne dieses Pfefferlein!

Pfleg‘ es nur, und zieh‘ es groß!

Dann bist Du mich endlich los.


Christian FerchÜber den Autor: Dr. Christian Ferch studierte Linguistik, Philosophie und Religionswissenschaft mit den Schwerpunkten Semantik, Kommunikationstheorie und Religionskritik. Er war Chefredakteur der Studentenzeitung „Die Spitze“ und schrieb seine Dissertation unter dem Titel „Elemente einer allgemeinen Kommunikationstheorie“ an der Freien Universität Berlin.


Foto: Alex Read (Unsplash.com)


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