Die Betriebsgruppe GoG und die politische Atmosphäre um 1968

„Wenn wir Flugblätter verteilten, bildeten sich Autostaus von 200, 300 Metern Länge. Und die wollten die haben. Man griff danach.“

Robert Schlosser arbeitete viele Jahre als angelernter Arbeiter, Facharbeiter und technischer Redakteur in verschiedenen Industriebetrieben. Anfang der 1970er war er als Bandarbeiter bei Opel in Bochum. Bis heute ist er im Interesse sozialer Emanzipation aktiv.

Labournet. tv hat ihn für einen Dokumentarfilm über die Gruppe oppositioneller Gewerkschafter (GoG) interviewt. Schlosser spricht über die politische Atmosphäre in der Zeit um 1968:

„Wenn wir Flugblätter verteilt haben, (…) standen teilweise drei, vier Organisationen hintereinander bei Opel vor den Werkstoren. Und es bildeten sich Autostaus von 200, 300 Metern Länge. Und die wollten die haben. Man griff danach. Die wurden eifrigst im Betrieb auch gelesen und es wurde teilweise auch darüber gestritten und diskutiert.“

Die Gruppe oppositioneller Gewerkschafter existierte seit 1972. Sie hat jahrzehntelang als Teil der Belegschaft des Bochumer Opel Werks kämpferische Betriebsarbeit gemacht und dabei nichts unversucht gelassen, um dem Unternehmen Zugeständnisse abzutrotzen und den kapitalistischen Normalbetrieb bei Opel zu bekämpfen.

Um die gesammlten Erfahrungen der GoG jedem zugänglich zu machen, arbeitet Labournet.tv an einem Dokumentarfilm über die Geschichte der oppositionellen Gewerkschafter, der Bochumer Opel-Belegschaft und den „Wilden Streik“ von 2004, dem vielleicht wichtigsten Arbeitskampf, der je in der Region ausgetragen wurde. Der Film soll im Herbst 2018 fertiggestellt sein.

Dafür wird die Unterstützung der Crowd gebraucht!

Labournet.tv hat eine Unterstützungskampagne auf Startnext eingerichtet, um die nötigen finanziellen Mittel zur Realisierung des Films zu sammeln. Jeder kann mitmachen!

Der Film ist für alle, die heute in Industriebetrieben arbeiten. Und für alle, die sich für Kämpfe am Arbeitsplatz interessieren. Eigentlich für alle Lohnabhängigen!

Das gesammelte Geld wird benötigt, nicht nur um den Film fertigzustellen, sondern auch, um Lizenzrechte zu erwerben für das historische Filmmaterial, Plakate zu drucken und die Aufführungen zu bewerben. Und für die Reisekosten, die bei der Filmtour anfallen.

Die Aktionen und das Engagement der Belegschaft bei Opel in Bochum über vier Jahrzehnte hat gezeigt, dass der Widerstand gegen Arbeitsverdichtung, Lohndumping, Leiharbeit, Prekarisierung und die Reduzierung des Menschen auf seine Arbeitskraft erfolgreich sein kann. Die GoG sorgte für stärkere Verbindung, Selbstbewusstsein und Solidarität unter den Beschäftigten – diese wird in der Gegenwart dringend gebraucht.


Informationen zum Videointerview

DIE ATMOSPHÄRE UM 1968

Deutschland: 2018
Länge: 5 Minuten
Realisierung: Labournet.tv

Das Video ist Teil des Filmarchivs von Labournet.tv, einem Projekt von Content – Verein zur Förderung alternativer Medien e.V.

Zur Spendenkampagne auf Startnext geht es hier …


Titelbild: Beverly Buckley (Pixabay.com; Creative Commons CC0)


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