Ein Jahr nach dem Unabhängigkeitsreferendum: Was ist los in Katalonien?

Am Dienstag, den 25. September 2018 (19-21 Uhr), lädt der ANC Hamburg zur Veranstaltung „Was ist los in Katalonien?“ in die BIB – Bühne im Bürgertreff Altona-Nord (Gefionstraße 3, 22769 Hamburg) ein.

Der Journalist Ralf Streck, Marti Estruch i Axmacher (Journalist, Politiker und ehemaliger Gesandter der Generalitat von Katalonien in Berlin) und die Spanien-Korrespondentin und Neue Debatte Autorin Krystyna Schreiber berichten über die aktuelle Situation in Katalonien aus ihrer Sicht und stellen politische Perspektiven in einer Podiumsdiskussion vor.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Die Assemblea Nacional Catalana ANC (ANC Deutschland e.V. i. Gr.) ist eine Bürgerinitiative, die sich für die Unabhängigkeit Kataloniens einsetzt. Mehr Informationen auf www.anc-deutschland.cat.

Zum Hintergrund

Katalonien erlebt zur Zeit eine der größten gewaltfreien und demokratischen Volksbewegungen der letzten Jahrzehnte in Europa. Am 1. Oktober 2017 fand ein Referendum über die Frage der Schaffung einer katalanischen Republik statt. An der Abstimmung, die vom spanischen Verfassungsgericht im Vorfeld für illegal erklärt und verboten wurde, beteiligten sich rund zwei Millionen Menschen. Die nach Katalonien verlegte spanische Polizei ging massiv gegen die Abstimmungsteilnehmer vor. Durch Polizeigewalt wurden mehr als 1000 Menschen verletzt.

Dienstag, 25. September 2018, Veranstaltung. Was ist los in Katalonien. Mit Ralf Streck, Marti Estruch i Axmacher, Krystyna Schreiber. (Grafik: ANC Hamburg)
Dienstag, 25. September 2018, Veranstaltung: Was ist los in Katalonien? Mit Ralf Streck, Marti Estruch i Axmacher, Krystyna Schreiber. (Grafik: ANC Hamburg)

In den Tagen und Wochen nach der Abstimmung wurden neun Parlamentarier und zwei Vertreter gesellschaftlicher Organisationen inhaftiert, weitere sieben gingen ins Exil, darunter der katalanische Präsident Carles Puigdemont. Die spanische Justiz verfolgte ihn mit einem Internationalen Haftbefehl unter anderem wegen dem Vorwurf der Korruption und der Rebellion. Puigdemont wurde im März in Schleswig-Holstein festgenommen, kam in Haft, wurde aber später unter Auflagen freigelassen. Der I. Strafsenat des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts sah die Auslieferung wegen des Vorwurfs der Rebellion als von vornherein unzulässig an. Die spanische Justiz zog den Auslieferungsantrag daraufhin zurück.

Die Situation in Katalonien ist nicht nur ein Thema für die Katalanen, sondern stellt grundsätzlich die Frage, wie demokratische Rechte in Europa gelebt und geschützt werden können. Wie können neue basisdemokratische Prozesse ihren Platz finden, bei denen es nicht um Abgrenzung und Ethnie geht, sondern um gemeinsame inklusive Werte für alle Menschen, in einer offenen Gesellschaft ohne Korruption und ohne zentralistische Machtpolitik.

Weitere Termine

Mittwoch, 26.09.2018 – Köln

„Was ist los in Katalonien? Demokratie- oder Unabhängigkeitsbewegung?“
Bericht, Dokumentarfilm „1-O“ und Diskussion mit dem Journalisten Ralf Streck und Bernhard von Grünberg (ehemaliger Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen; SPD).

Zeit und Ort: 19-22 Uhr, Alte Feuerwache Köln – Melchiorstraße 3, 50670 Cologne

Veranstalter: ANC Köln und in Kooperation mit dem Katalanischen Kulturzentrum Köln e.V.

Donnerstag, 27.09.2018 – Frankfurt

„Was ist los in Katalonien? Demokratie- oder Unabhängigkeitsbewegung?“
Bericht, Dokumentarfilm „1-O“ und Diskussion mit dem Journalisten Ralf Streck.

Zeit und Ort: 19-21 Uhr, Goethe-Universität Frankfurt, IG-Farben-Haus, Seminarraum 251.

Veranstalter: ANC Frankfurt

Samstag, 29.09.2018 – Stuttgart

„Katalonien: Demokratie- oder Unabhängigkeitsbewegung? – mit Ralf Streck“

Zeit und Ort: 12-14 Uhr, Griegstraße 18, 70195 Stuttgart

Veranstalter: ANC Stuttgart

Sonntag, 30.09.2018 – Luxemburg

„Was ist los in Katalonien? Demokratie- oder Unabhängigkeitsbewegung? – mit Ralf Streck“.

Zeit und Ort: 18:30–20:00 Uhr, Ort: Centre Catala de Luxemburg, 2533, 88 Rue de La Semois, 2533 Luxembourg.

Veranstalter: ANC Luxemburg

Über den Dokumentarfilm „1-O“

Der Film zeigt die Ereignisse vom 1. Oktober 2017, dem Tag des Referendums über die Unabhängigkeit Kataloniens. Produktion: Kommunikationsgruppe MEDIAPRO.


Titelbild/Symbolfoto: Krystyna Schreiber.

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