Umkämpfte Städte: Ist das Wohnen in London und Wien noch leistbar?

Eine Buchbesprechung aus dem Jahr 2017 über den Einzug des plutokratischen Geldes in die Großstädte London und Wien.

Plutokratie ist die Herrschaft des Geldes. Nicht Können, Talent, Begabung oder Fleiß sind die entscheidenden Voraussetzungen für die soziale Teilhabe, sondern das Vermögen bestimmt in der Plutokratie den Platz des Menschen in der Gesellschaft.

Boom und Bust leben nicht nur in London  Tür an Tür. Trotz linker Bürgermeister wie Kenneth Robert „Ken“ Livingstone, von 2000 bis 2008 erster direkt gewählter Bürgermeister der Hauptstadt des Vereinigten Königreichs, konnte der Finanzsektor seine Dominanz ausbauen – der „Einzug des plutokratischen Geldes“ gilt in Englands Metropole als eine der Ursachen für die Zunahme von Obdachlosigkeit und sozialer Spaltung, auch hervorgerufen durch die Anonymität der Besitzenden.

Der Schweizer Journalist Peter Stäuber beschreibt in seinem Buch „London – Unterwegs in einer umkämpften Metropole“ (ISBN: 978-3-85371-408-9) eine Stadt in Aufruhr. Er zieht einen Bogen von den sichtbaren Unruhen 2011 in Ost-London mit ihren repressiven Folgewirkungen bis zu den großteils unsichtbaren Konflikten, ausgelöst zum Beispiel durch rücksichtslose Bauprojekte.

Während seiner Recherchen sprach Stäuber mit Bankern, Immobilienmaklern, aber auch Hausbesetzern und Obdachlosen.

Was den Wohnungsmarkt betrifft, ist Wien laut der Soziologin und Stadtforscherin Mara Verlič im Vergleich zu anderen Großstädten noch gut aufgestellt. Der Hauptgrund ist, dass sich in Wien über 40 % des Wohnraums in öffentlicher Hand befinden – weit mehr als in London.

Die Buchbesprechung und die Darstellungen von Mara Verlič und Peter Stäuber erlauben nicht nur einen Rückblick auf die Wohnraumsituation in Wien und London im Jahr 2017, sondern machen deutlich, dass sich in der Gegenwart der Kampf um den Wohnraum in den Großstädten noch weiter verschärft hat und die ökonomisch benachteiligten Schichten gezielt aus den Städten verdrängt werden. Aber es gibt Lösungsansätze aus der Zivilgesellschaft …

Die Buchbesprechung fand am 18. Januar 2017 im Depot/Wien statt und wurde von Idealism Prevails aufgezeichnet.

Moderiert wurde die Veranstaltung von dem Journalisten, Verleger und Historiker Hannes Hofbauer.


Zur Person: Peter Stäuber ist Journalist und Übersetzer. Er wurde 1982 in St. Gallen geboren und studierte Anglistik und Geschichte in Zürich, Wien und Aberdeen. Seit 2010 lebt und arbeitet er in London. Stäuber schreibt vor allem über britische Politik, Wirtschaft und Kultur. Er ist Korrespondent der Schweizer Wochenzeitung WOZ und verschiedener deutschsprachiger Medien wie die Neue Zürcher Zeitung und der Freitag. Stäuber gehört dem Journalisten-Netzwerk Weltreporter an.


Über Idealism Prevails: Als unabhängige Medienplattform baut Idealism Prevails unter dem Motto „To Make The World A Better Place“ seit Sommer 2016 einen Ort zur gesellschaftlichen Begegnung und Bewusstseinsbildung auf. Idealism Previals berichtet bilingual und abseits des Medien-Mainstreams, veröffentlicht Berichte, Veranstaltungsreports und gestaltet Events mit dem Ziel, den Dialog über die Herausforderungen unserer Gesellschaft zwischen Experten und der Bevölkerung zu intensivieren. Mehr Informationen auf www.idealismprevails.at


Foto und Video: Idealism Prevails


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