Status quo

Ein Gedicht über die erbärmlich stolze Leid-Kultur.

geraubt sind Früchte und Gebräuche
verlogen lockt perverser Glanz
Kindern schmerzen kranke Bäuche
Afrika im Taumeltanz

die schlanke Frau im Blechbehälter
verkauft ein Kind mit Streichelhaut
Hunger frisst die Tropenwälder
Indios kauen bitt’res Kraut

Fremde kaufen sanfte Schöße
Mädchenfleisch für etwas Geld
stumm erstickt der Weisheit Größe
der Geldmoloch beherrscht die Welt

an Stricken hängen Marionetten
umgarnte Herzen kauft man nur
in Hirnen spuken Bilderketten
erbärmlich stolze Leid-Kultur

der Moloch wird gefüttert
mit Schweiß und Opferblut
mit Gier und Wahn
bedeckt er unsre Augen


Frank Nöthlich (Foto: Privat)Über den Autor: Frank Nöthlich wurde 1951 in Neustadt/Orla (Thüringen) geboren. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und sechs Enkelkinder. Er studierte Biologie, Chemie, Pädagogik, Psychologie und Philosophie von 1970 bis 1974 in Mühlhausen. Nach dem Studium war er an verschiedenen Bildungseinrichtungen als Lehrer tätig. Von 1985 bis 1990 war er Sekretär der URANIA-Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse. Später arbeitete er als Pharmaberater und ist heute Rentner und Buchautor (www.briefe-zum-mensch-sein.de). Er sagt von sich selbst, dass er als Suchender 1991 in der Weltbruderkette der Freimaurer einen Hort gemeinsamen Suchens nach Menschenliebe und brüderlicher Harmonie gefunden hat.


Foto: Nicola Ricca (Unsplash.com)


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