Die Untertanen-Macher

Die Qualitätsmedien promoten brutale Erziehungsmethoden mit Nazi-Tradition.

„Terrorzwerge“, „kleine Tyrannen“, „kleine Egoisten“ — mit dem Image von Kindern in neueren Erziehungsratgebern und Dokumentarfilmen steht es nicht zum Besten. Im Einklang mit einem sich immer mehr verhärtenden Zeitgeist wird „unterdrückten“ Eltern da oft geraten, mit harten Bandagen gegen ihren Nachwuchs vorzugehen. Ihr natürliches Mitgefühl sollen Erwachsene besser hintanstellen, denn aus den lieben Kleinen soll ja später mal was werden: brave Angestellte und Soldaten zum Beispiel.

Erstaunliches passiert seit kurzem: In den Qualitätsmedien wird ein Dokumentarfilm hochgelobt, der sich „Elternschule“ nennt. Zwei Filmemacher — Jörg Adolph und Ralf Bücheler — haben in einer Gelsenkirchener Kinderklinik gefilmt und es mit ihrem Film bis in die Kinos geschafft!

Im Fokus stehen Eltern, die mit ihren Nerven am Ende sind: Ihre Kinder schreien stundenlang, verweigern das Essen, haben einen Wutanfall nach dem anderen, schlafen nicht, sind aggressiv, hauen und beißen — der blanke Horror! Die Eltern sind am Ende mit ihrer Kraft — sie fühlen sich als Opfer ihrer Kinder, die ihnen das Leben zur Hölle machen …

Der Kinderpsychologe Dietmar Langer hat die Lösung! Er bezeichnet den Säugling als das egoistischste Wesen auf dem Planeten und wenn dem nicht Einhalt geboten wird, stehen die Eltern bald mit dem Rücken zur Wand!

Wow — Johanna Haarer lässt grüßen! Johanna Haarer war eine Lungenfachärztin und hatte profunde Kenntnisse vom Wesen junger Menschen. Sie entwickelte ihre eigene Erziehungstheorie und war eine große Verehrerin von Adolf Hitler. Dieser war begeistert von Frau Haarer und machte so sehr Werbung für sie, dass es nicht lange dauerte und ihr wunderbarer Erziehungsratgeber „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ stand bei allen Eltern, die etwas auf die Erziehung ihrer Kinder gaben, im Bücherschrank!

Bei Haarer ist zu lesen, dass Kinder — also auch Säuglinge, die laut Dietmar Langer einfach nur egoistisch sind — nichts anderes im Sinn haben, als ihre Eltern zu quälen, sie in einen Ausnahmezustand zu bringen und dabei auch noch strategisch vorgehen [1].

Um die Worte Dietmar Langers zu benutzen: Sie wollen ihre Eltern „weichkochen“, sie wollen, dass sie sich ihrem Willen unterwerfen und es die Aufgabe der Eltern sei, dies rechtzeitig und mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterbinden [2].

Eltern, die es versäumt haben, rechtzeitig zu handeln, deren Kinder schon zu kleinen Terroristen geworden sind, gehören für ihn in ein Trainingslager [3]. Dieses Training kann folgendermaßen beschrieben werden: Die kleinen Terroristen werden absichtlich in Stress versetzt und wenn sie dann anfangen zu schreien oder sich zu wehren, ist die Strategie der Trainer: hart bleiben, nicht sprechen, stattdessen einfach ignorieren!

Schließlich propagierte schon die fantastische Johanna Haarer die absolute Härte gegen Kindertrotz [4]! Und wenn die kleinen Terroristen nur richtig trainiert werden, dann werden sie später einmal flink wie die Windhunde, hart wie Kruppstahl und zäh wie Leder.

Essen: Bei Essensverweigerung wird es erst im Guten versucht. Funktioniert das nicht — es funktioniert natürlich nicht, schließlich ist die Strategie der kleinen Terrorzwerge, im Hungerstreik zu bleiben, um ihren Willen durchzusetzen — setzt die Zwangsernährung ein: Der kleine Terrorist wird festgehalten von einer starken und kräftigen Krankenschwester, deren Körper sich komplett über den kleinen Terroristen wirft und mit Gewalt wird ihm so über einen Löffel die Nahrung in den Mund gepresst. Der kleine Terrorist hat keine Chance gegen so eine körperlich Übermacht und muss seine Strategie aufgeben — er isst!

Schlafen: Der kleine Terrorist kommt in die sogenannte „Mäuseburg“, dort soll er das Schlafen lernen. Die Strategie des kleinen Terroristen ist, dass er seine Eltern mit Schlafentzug foltert — Schlafentzug ist eine beliebte Folter bei Strafgefangenen –, um einzufordern, dass ihm rund um die Uhr die volle Aufmerksamkeit gegeben wird. Diese Strategie wird gebrochen, indem dem kleinen Terroristen nachts keinerlei Aufmerksamkeit geschenkt wird, sein Brüllen und Schreien wird ignoriert. Nach wenigen Tagen hat der kleine Terrorist seinen Widerstand aufgeben und schläft freiwillig — die von ihm ausgedachte Strategie hat keine Wirkung mehr.

Auch hier übernehmen diese Aufgabe die Trainingsexperten der Kinderklinik, weil es die Eltern in der Regel nicht schaffen, mit solcher Härte die Strategien ihrer kleinen Terroristen zu durchbrechen. Weil diese es — sehr zum Leidwesen der Experten — geschafft haben, dass ihre Eltern am Stockholmsyndrom leiden und Mitgefühl für die kleinen Terroristen entwickelt haben. Dieses Mitgefühl muss unbedingt behandelt werden, weil es dem Umerziehungstraining nur schadet! Die Eltern müssen in der Elternschule lernen, hart zu werden: gegen sich selbst und vor allen Dingen gegenüber ihren kleinen Terroristen.

Nach drei Wochen im Trainingslager ist das Wunder vollbracht: Aus dem kleinen Terrorzwerg ist ein sanftmütiges, braves und glückliches Kind geworden!

Nie wieder wird es sich gegen Autoritäten zu Wehr setzen, auch nicht, wenn aus ihm ein erwachsener Mensch geworden ist! Als großer Mensch wird er brav seine Eltern, seine Vorgesetzten und seine Regierung verehren.

Sollte es dann so richtig darauf ankommen, wird er sein Land mit Glückseligkeit und ganzer Hingabe verteidigen — flink wie ein Windhund, hart wie Kruppstahl und zäh wie Leder!

Das hat mit Johanna Haarers Pädagogik auch wunderbar geklappt. Am besten wäre es folglich, wenn sich auch die Dietmar-Langer-Pädagogik im ganzen Land und bei allen Eltern durchsetzen würde. Dass das auch wirklich passiert, dafür sorgen die Medien: Das Qualitätsblatt Süddeutsche Zeitung titelt: „Für jeden, der selbst Kinder hat, ist der Film ein Muss“ oder „… ein Einblick in eine verunsicherte Gesellschaft, die sich mit Autorität schwer tut und ihren Instinkten kaum noch traut.“

Und auch der WDR tut in einer Filmdoku [5] sein Bestes, damit wirklich alle Eltern das Geheimnis einer guten Erziehung endlich lernen. Von diesem Sender wurde sogar der Filmemacher Ralf Bücheler interviewt, der noch einmal bestätigte, wie wichtig diese Doku für alle Eltern sei. Er selbst hat viel während der Dreharbeiten für den Umgang mit seinen kleinen Terroristen gelernt [6].

In der ZDF-Sendung „Volle Kanne“ kam der Wunderpsychologe und Wunderpädagoge Dietmar Langer selbst zu Wort [7]. Und auch die ARD darf hier nicht fehlen: Wie gehen wir richtig mit unseren Kindern um — und mit uns selbst? Wenn Familien in chronischen Stress geraten, können sie Hilfe suchen in der Kinderklinik Gelsenkirchen. „Elternschule“ zeigt, wie ganzheitliches Verhaltenstraining mit Psychotherapie und Erziehungscoaching funktionieren kann [8].

Und bitte, jetzt nicht zum Verschwörungstheoretiker werden und denken: Oh je, wie schrecklich, hier werden Eltern und Kinder absichtlich „abgerichtet“ mit dem Ziel, wieder ohne Gefühl Kriege führen zu können. Eltern, denen das Mitgefühl für ihre eigenen Kinder abtrainiert wurde, schicken ihre Kinder auch ohne Bedenken in den Krieg. Und Kinder, die sich nicht mehr wehren dürfen, weil sie in großer Not sind, da ihre Eltern aufgrund eigener Bindungsstörung mit ihnen keine gesunde Beziehung leben können, müssen alles Lebendige in sich aufgeben und unterdrücken. Sie werden zu gehorsamen Untertanen, die dann, wenn nötig auch blind in den Krieg ziehen, wenn es ihnen befohlen wird.

Und bitte kein Aufschrei — bitte, bitte nicht! Nicht auf die vollkommen irrsinnige Idee kommen, dass in dieser Klinik institutionelle körperliche und psychische Gewalt angewendet wird. Niemals würde es dafür Werbung in unseren Qualitätsmedien geben und auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht. Schließlich wissen alle, dass Kinder per Gesetz ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung haben und dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Also kann es überhaupt nicht sein, dass in einer deutschen Kinderklinik nicht sorgfältig darauf geachtet wird, dass dort keine Gewalt zum Einsatz kommt und selbstverständlich wird die Würde des Menschen geachtet.

Doch ein Säugling ist halt noch kein Mensch, dass muss doch endlich mal verstanden werden! Das sind so richtige Egoisten, da hat Dietmar Langer schon recht. Aus diesen Plagegeistern müssen erst noch Menschen gemacht werden. Mit Gefühlsduselei, wie zum Beispiel einer liebevollen Bindung, kommt man da nicht weit.

Dann werden nämlich aus egoistischen Säuglingen furchtbar trotzige, wütende und Eltern folternde kleine Terroristen. Wer ihnen das durchgehen lässt und nicht energisch diese alles zerstörende Kleinkindenergie unterbindet, dem fliegen bald die Bauklötze an den Kopf und noch schlimmer: Dessen Kinder werden zu einer echten Gefahr für unseren so wohlmeinenden Sozialstaat! Im schlimmsten Fall organisieren die sich später noch. Anfänge sind schon sichtbar, zum Beispiel bei der Demokratischen Stimme der Jugend. Die fordern doch tatsächlich ein freies Schulsystem — also das geht ja nun mal gar nicht [9].

Wer etwas anderes behauptet, wird zurecht Verschwörungstheoretiker genannt und glaubt, die Erde sei eine Scheibe.


Trailer: Elternschule

Persönliche Anmerkung

Als Mutter und Omi habe ich viel Mitgefühl mit den Eltern, die in dieser Klinik Hilfe suchen! Ich weiß, wie es ist, Kinder zu haben, die nicht schlafen wollen, die schreien und sich nicht beruhigen lassen — ich kenne die Verzweiflung! Mein Sohn und meine Tochter hatten Neurodermitis — das war schlimm, für meine Kinder und für mich! Bei meinem Sohn wurde mir empfohlen, ihn mit 6 Monaten allein in eine Klinik an der Nordsee zu geben, damit ich mich mal erholen kann — das war für mich ein völlig verrückter Vorschlag einer wohlmeinenden Ärztin!

Zum Glück war ich nicht allein, meine Mutter hat mich damals sehr unterstützt — sie war für meinen Sohn da, wenn ich nicht mehr konnte! Ich weiß, viele Eltern haben so eine Unterstützung nicht — sondern fühlen sich alleingelassen, wissen nicht, warum ihr Kind so reagiert, wie es reagiert!

Heute weiß ich, warum meine Kinder eine Neurodermitis entwickeln mussten. Auch wenn es eine genetische Disposition gab, Traumata waren die Auslöser — und meine Kinder wissen das auch. Wenn Kinder so reagieren, wie es in dem Film gezeigt wird, dann liegt es nicht an den Kindern, sondern an einer Bindungstraumatisierung, die die Eltern und deren Eltern erlitten haben. Um das zu verstehen, empfehle ich den Vortrag von Prof. Franz Ruppert „Trauma, Angst und Liebe“ [10].

Als Eltern tragen wir keine Schuld daran, dass wir ein Bindungstrauma erlitten haben, doch es liegt in unserer Verantwortung, es nicht an unsere Kinder weiterzugeben. Und diese Verantwortung können wir zu jeder Zeit übernehmen, auch dann noch, wenn unsere Kinder schon erwachsen sind! Wobei es natürlich sehr viel hilfreicher und wichtiger ist, die Verantwortung so früh wie möglich zu übernehmen. Das erspart viel Leid und viel Kummer — für beide Seiten. Mein größter Wunsch ist, dass die Eltern, die ihre Kinder zur Behandlung nach Gelsenkirchen brachten, erkennen können, was sie da mit sich machen ließen und was ihren Kindern angetan wurde.

Mein Wunsch an Dietmar Langer ist, dass er seine eigenen „Täteranteile“ (vergleiche hierzu die Traumatheorie nach Prof. Franz Ruppert) erkennt, sich erinnert, was ihm als Kind passiert ist, und aufhört, Kinder und Eltern weiter in Traumatisierungen hineinzutreiben. Wenn ihm das gelingt, gehört ihm meine größte Achtung, weil ich weiß, wie schwer das ist!

Katharina Saalfrank ist das gelungen! Sie hat erkannt, in welchen „Täterstrukturen“ sie in der Sendung „Die Super-Nanny“ unterwegs war! Heute übernimmt sie dafür die Verantwortung und setzt sich mit Engagement für eine bindungsorientierte Begleitung von Eltern und Kindern ein! Katharina Saalfrank hat meine Hochachtung — weil ich diese Herausforderung aus eigener Erfahrung kenne!

Wenn wir unser Zusammenleben auf diesem Planeten verändern wollen, müssen wir aufhören, uns gegenseitig zu traumatisieren. Doch damit das gelingt, müssen wir offen und ehrlich miteinander sein, unser Opfersein erkennen und für unser daraus resultierendes Tätersein die Verantwortung übernehmen. Leicht ist das nicht — wahrscheinlich ist das die größte Herausforderung, vor der wir stehen, doch es geht! Und immer mehr Menschen haben auch die Bereitschaft dazu!

Eltern, die in Gelsenkirchen waren und sich bewusst darüber werden, welche Gewalt ihnen und auch ihren Kindern widerfahren ist, können sich gerne an mich wenden.


Quellen und Anmerkungen

[1] https://www.zeit.de/wissen/geschichte/2018-07/ns-geschichte-mutter-kind-beziehung-kindererziehung-nazizeit-adolf-hitler

[2] https://m.focus.de/familie/erziehung/familie-kinofilm-elternschule-tausende-eltern-sind-entsetzt-ein-kinderarzt-schlaegt-alarm_id_9771653.html

[3] https://www.kaenguru-online.de/themen/medien/elternschule-nichts-fuer-schwache-nerven.html

[4] https://www.unerzogen-magazin.de/download/?b=false&artID=439

[5] https://www1.wdr.de/fernsehen/west-art/doku-elternschule-100.html

[6] https://www1.wdr.de/fernsehen/west-art/ralf-buecheler-102.html

[7] https://www.zdf.de/verbraucher/volle-kanne/dokumentarfilm-elternschule-100.html

[8] https://www.ardmediathek.de/tv/kinokino/Der-Dokumentarfilm-Elternschule/BR-Fernsehen/Video?bcastId=14913678&documentId=56808536

[9] https://www.youtube.com/watch?v=c9dxEgGQhDk

[10] https://www.youtube.com/watch?v=WU344Ld3dOU


Birgit Assel (Foto: Rubikon.news)Über die Autorin: Birgit Assel ist Diplom-Sozialpädagogin und Traumatherapeutin. Seit 1998 ist sie in eigener Praxis tätig, seit 12 Jahren mit dem Schwerpunkt „Traumatherapie“ in Zusammenarbeit mit Franz Ruppert, seit 9 Jahren Anbieterin von Weiterbildungen, Aufbaukursen und Supervisionen.

 


Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 InternationalRedaktionelle Anmerkung: Das Werk erschien auf Rubikon – Magazin für die kritische Masse und ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.


Foto: Karly Santiago (Unsplash.com)


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  1. Ich arbeite seit Mitte September seit langer, langer Zeit wieder in einem Kindergarten und weiß nicht, ob ich das sehr lange aushalte, auch hier wird mit Angstmacherei „gezogen“ und gebrochen, für mich geht das gar nicht!
    Ja, Frau Haarer lässt grüßen :(

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  2. Dietmar Langers: »Sie wollen ihre Eltern „weichkochen“, sie wollen, dass sie sich ihrem Willen unterwerfen.«

    Das Wort »sie« muß nur ausgetauscht werden gegen das Wort: »Machtgeile«
    Klar wird dann auch, daß die Eltern das Volk sind.
    Klar wird dann auch, daß das Volk seine Aufgabe als Eltern verpennt.
    Klar wird dann auch, daß diese »Eltern« jemand brauchen, der ihnen durch Leiderfahrung in den Hintern tritt.
    Diese unrühmliche Aufgabe übernehmen dann die »Machtgeilen«

    Mit dieser Aufgaben- und Rollenverteilung haben wir uns für traumatische Erlebnisse entschieden.
    Wir haben uns für die Abspaltung von unseren eigenen Fähigkeiten, Verantwortlichkeiten und Aufgaben entschieden.

    Daß die Bildung »inspiriert« durch die Mächtigen eine Verbildung ist, wird nicht erst seit Aristoteles kommuniziert (der Schüler ist kein Eimer, den man zu befüllen habe!).

    Nun gab es aber gerade in Deutschland die meisten Alternativen und Versuche, menschengerechte »Pädagogik« (es geht eigentlich um das Lernen zu jeder Zeit in jedem Alter !!!) an den Start zu bekommen.
    Nur interessiert das die Wenigsten. Nein, es ist kein Geldproblem – darauf kann ja alles abgewälzt werden – es ist ein MUT-Problem oder sagen wir: mangelnde Zivilcourage.

    Unser Verhalten wirkt. Die Probleme von heute, begründen sich größtenteils aus Unterlassungshandlungen aus der Vergangenheit.
    Eigenverantwortung heißt nicht Lammentieren (wie ich das hier jetzt mache), sondern aus Erkenntnis handeln. Dazu braucht man eben Mut. Mut ist eine Herzensqualität. Das Gegenteil sind Krankheiten.

    Es gibt immer Alternativen (darf ich hier nicht nennen, wird zensiert) .. und es hängt davon ab, ob wir sie nutzen oder nicht.

    Bildet euch nach eurem inneren Sinn, dann wächst das Herz. Viel Erfolg.

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  3. Angst essen Seelen auf. Eine Angstgesellschaft, die vorgibt eine Spassgesellschaft zu sein, um die Ängste zu kaschieren, die zwangläufig in einem erfolgsbasierten Leistungsdrucksystem entstehen. „Haste was, biste was.“ Und das wird von Generation zu Generation weitergegeben. Kaum ein Jahr alt werden Kinder in Kitas abgegeben, weil der barbarische Überlebenskampf auf dem Arbeitsmarkt Prioritäten fordert. Nestwärme, Zuwendung und Liebe, die eigentlich die uneingeschränkten Prioritäten sein müssten und die notwendigen Veränderungen einer Gesellschaft zum Positiven bewirken würden, sind einer inhumanen Familienpolitik zum Opfer gefallen.

    Von Nichts kommt nichts, lautet da die Maxime, obwohl die Natur uns eines Besseren belehrt, erschafft sie doch unermüdlich neues Leben aus dem Nichts. Doch das kann nicht sein, so würde doch all unser Tun und Handeln ad absurdum geführt. Der ganze Stolz unserer Nationen, aufgebaut auf unzähligen Kriegen und Klassenkämpfen. Doch heisst es nicht auch, die Vögel säen nicht und ernten doch? Eine der christlichen Lehren mir denen Kinder infiltriert wurden und werden. Aber wie glaubwürdig mag das sein, wenn so genannte Geistliche es ja auch nicht allzu wörtlich nehmen und lieber die „liebevolle Hand“ anlegen an unsere Kinder, die „Geistliche“ und Kinder von ihren Eltern so schmerzlich vermissten?

    Und wieder eine Vergewaltigung in der Erziehung unserer Kinder, denn wie sollen sie diesen und die vielen anderen anerzogenen Widersprüche in ihrem Leben auflösen?

    Der Traum der Menschheit, traumatisiert seine Kinder und mutiert zum erwachsenen Albtraum.

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  4. Ähm Katarina Saalfrank ? Ernsthaft jetzt ? Das sieht hier auf einem zufällig ergoogelten Youtube Beitrag von 2017 aber ganz anders aus ! Nix von wegen Reue…

    Wenn sie schon sowas raushauen bitte mal seriöse Quellen anführen !

    So gut ich den Text von Ihnen auch finden mag, Fr. Assel, mit ihrem überkandidelten Lob auf eine Frau, die mit der öffentlichen zur Schau Stellung in einer grenzwertigen Doku-Soap eines eben so grenzwertigen TV-Senders richtig Kohle und Ruhm scheffelt und bei der nicht wenige soziopathische Grundzüge zu entdecken glauben, diskreditieren sie sich gerade selber….ist nicht gerade die Saalfrank mit ihrer Sendung DIE von ihnen kritisierte „Terrorkinder-Ex-und-Hopp-Padagogik“ nach Nazi-Lesart ?

    Der berüchtigte Jan Böhmermann hat doch erst kürzlich die Methoden der Privaten bei der „Herstellung“ solcher Verdummungsprogramme sehr unterhaltsam aufgedeckt…..Stichwort : „Verafake“..

    Nein, von diesem Dreck kann sich die Saalfrank nicht reinwaschen…auch nicht mit Heerscharen von Anwälten…und so naiv, nicht zu wissen was da abgeht und plötzlich darüber die Gnade plötzlicher Erleuchtung und anschliessnder Reue zu erfahren – wer will das glauben ?

    Ich muss dabei eher an solche Gestalten wie Carsten Maschmeier denken auch wenn die Saalfrank wesentlich telegener ist und das auch hervorragend einzusetzen weiß….

    Da bin ich aber mal gespannt ob es darauf eine Antwort gibt…ich lasse mich ja gern vom Gegenteil überzeugen.

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  5. Hallo, ich recherchiere gerade in eigener Sache Tür Elternschule und habe eine Rückfrage zum Artikel. Es wäre super, wenn sich Birgit zeitnah bei mir melden könnte :)

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    1. Bitte richte Deine Anfrage an die Redaktion (redaktion [at] neue-debatte.de). Sie wird an die Autorin weitergeleitet.

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  6. Ich habe den Film am Wochenende gesehen und kann Ihre Kritik nicht teilen. Diese kommt überwiegend unsachlich und polemisch daher und verwendet das Vokabular von Verschwörungstheoretikern („Qualitätsmedien“), was den ganzen Artikel sehr unangenehm zu lesen macht. Vor allem haben Sie (erschreckend für jemanden mit Ihrer Qualifikation) den Ansatz überhaupt nicht verstanden. Es geht nicht das geringste bisschen darum, die Kinder zu traumatisieren. Das erklärt Herr Langer im Film auch. Die Familien sind ja nicht umsonst in dieses Programm gekommen, und die Nöte der Eltern werden im Film auch deutlich. In einer gesunden Erziehung gehören Grenzen dazu, das Kind muss lernen, was es mit seinen Strategien bewirken kann und was nicht. Das schließt sich nicht mit einer liebevollen fürsorglichen Bindung aus. Diese zu führen benötigt seitens der Eltern jedoch viel Selbstsicherheit. In Zeiten der Helikoptereltern herrscht oft eine Überängstlichkeit, in der Erwachsene nicht mehr zwischen echter Not und „Theater“ unterscheiden können. Wenn unsichere Eltern es verpassen, dem Kind seine Welt zu strukturieren (das können Kinder noch nicht), entgleitet es ins Chaos – die Folgen sieht man ja bei den Eltern im Programm. Die stehen unter großem Druck und Stress, was für ihre Kinder ja auch sehr unangenehm ist.
    Der Egoismus des Kleinkindes wird im Film mitnichten moralisch gewertet, sondern evolutionsbiologisch erklärt, damit Eltern das Verhalten des Kinds besser verstehen und lernen, zwischen echter Not und dem kindlichen Grenzen-austesten zu unterscheiden. Ein Kampf, den ich als Vater – wie alle Eltern – oft genug führe (und auch öfter mal verliere).
    Zudem werden die Kinder nicht gebrochen, sondern letztlich lernen sie die Fähigkeit zur Selbstregulation, zur Eigenständigkeit und Selbstwirksamkeit – Rüstzeug fürs Leben, das sie so oder so brauchen. Denn die Eltern können nicht immer für sie da sein (was auch die angesprochenen Helikoptereltern nicht verstehen).
    Und nein, ich bin weder von der Filmfirma noch von der Klinik bezahlt, das zu schreiben, das ist allein meine Meinung.

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