… unsere Unendlichkeit

Ein Gedicht über Leben, Streben und Zufall.

Zufall ganz leise
schimmernd im Raum
mitten im Zwielicht
des Lebens

allgegenwärtig
erahnen wir kaum
die uralte Kreuzung
unseres Strebens

jeder muss täglich
die Fragen
nach nehmen und geben
und Antwort
ertragen

sind sie am Ende vergebens

auf zu den Früchten
sucht unsre Hand
neidisch und mild
nie alleine
wirft schnell der Zufall
um uns ein Band
Umarmung und Tränen
sind fühlbar das Seine

verneinen und wärmen
und streicheln und streiten
beklagen und schwärmen
darf Zufall bereiten

Leben und Tod im Vereine

und greifbar nur kaum
sind Nehmen und Geben
unendliche Grenzen
des Strebens
doch mitten im Raum
ist Hoffnung
endloses Sehnen
des Lebens

Leben fürs Leben
den Zufall benennen
und leben im Leben
liebkosen und trennen
gewollt auch

nichts ist vergebens


Frank Nöthlich (Foto: Privat)Über den Autor: Frank Nöthlich wurde 1951 in Neustadt/Orla (Thüringen) geboren. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und sechs Enkelkinder. Er studierte Biologie, Chemie, Pädagogik, Psychologie und Philosophie von 1970 bis 1974 in Mühlhausen. Nach dem Studium war er an verschiedenen Bildungseinrichtungen als Lehrer tätig. Von 1985 bis 1990 war er Sekretär der URANIA-Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse. Später arbeitete er als Pharmaberater und ist heute Rentner und Buchautor (www.briefe-zum-mensch-sein.de). Er sagt von sich selbst, dass er als Suchender 1991 in der Weltbruderkette der Freimaurer einen Hort gemeinsamen Suchens nach Menschenliebe und brüderlicher Harmonie gefunden hat.


Foto: Steve Halama (Unsplash.com)


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