Yuriko Yushimata – Der Heilige Geist

In der Nacht kam der heilige Geist über sie. Sie spürte wie er ihr zwischen die Beine fuhr.
Sie schrie. „Nein, Nein, ich will nicht!“
Doch es half nichts. Die Engel flöteten. „Gelobt sei der Herr, ein Kind wirst Du ihm gebären.“
Sie schlug nach ihnen.
Einen der Engel erwischte sie mit einer übergroßen Fliegenklatsche. Doch der tote Engel bekam nur Hörner und stach mit einer Mistforke nach ihr.
Wie sollte sie das alles Robert erklären?
Schweißgebadet wachte sie auf. Ein Alptraum.
Nicht ohne Grund.
Sie war völlig zerschlagen.

Sie durchwühlte die Badezimmerschubladen. Irgendwo musste sie noch einen Schwangerschaftstest haben und es war lange genug her.
Dann fand sie ihn.
Sie schloss sich auf dem WC ein. Sie zitterte.
Vielleicht hatte der Traum ja eine Bedeutung, vielleicht wusste ihr Körper Bescheid.
Es durfte nicht sein.
Dann das Ergebnis. Negativ, negativ! Sie war zu erschöpft um erleichtert zu sein. Sie hätte sich immer noch ohrfeigen können.
Nie wieder, nie wieder, würde sie bei einem One-Night-Stand auf Verhütung verzichten.

Sie hatte einfach zu viel getrunken gehabt, aber auch das war keine Entschuldigung.

Außerdem, was für ein Scheißtyp, der hätte doch auch dran denken können.

FIN


Foto: Peter Fogden (Unsplash.com).

Yuriko Yushimata wurde als Distanzsetzung zur Realität entworfen. Es handelt sich um eine fiktionale und bewusst entfremdete Autorinnenposition, die über die Realität schreibt. Die SoFies (Social Fiction) zeigen in der Zuspitzung zukünftiger fiktiver sozialer Welten die Fragwürdigkeiten der Religionen und Ersatzreligionen unserer Zeit. Teilweise sind die Texte aber auch einfach nur witzig. Sie befindet sich im Archiv der HerausgeberInnengemeinschaft Paula & Karla Irrliche (www.irrliche.org). Spiegelung und Verbreitung der Texte sind ausdrücklich gewünscht!

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