Mit Ferdinand Tönnies zum bedingungslosen Grundeinkommen!

Der Soziologe Ferdinand Tönnies bringt Klarheit in die gesellschaftliche Kakophonie und zeigt, warum die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens unabdingbar ist.

Rechte Kräfte erstarken, der Verlust des „heimelig“ Vergangenen wird bedauert und der Ruf nach Gemeinschaft plätschert im crescendo [1] durch die Gesellschaft.

Der Nationalstaat in seiner gegenwärtigen Ausformung ist ein recht junges Konstrukt, das in Europa besonders während des 18. Jahrhunderts ins politische Machtinteresse rückte. Primäres Ziel war es, durch die Schaffung eines gemeinschaftlichen Zugehörigkeitsgefühls, also Identität durch Nationalität, die Folgen von Armut und Misere zu dämpfen.

In Zeiten von Europa (sozusagen „EU first“) zerbröckelt die Kraft der Nation als gemeinschaftsstiftendes legato [2]. Deswegen müssen Alternativen her. Doch zu lange konzentrierten sich die politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsträger primär auf die Belange ihrer Klientel, zu lange spielte man im Beziehungsgefüge staccato [3].

Das Spannungsverhältnis Gemeinschaft versus Gesellschaft nach Tönnies

Vor diesem Hintergrund lohnt sich ein genauerer Blick auf die Unterscheidung Gemeinschaft und Gesellschaft, wie sie der Soziologe Ferdinand Tönnies [4] bereits 1887 in seinem Werk „Gemeinschaft und Gesellschaft“ einführte. Tönnies sieht die Gemeinschaft als „reales und organisches Leben“ an, in welcher das Gemeinsame vor dem Einzelnen steht. Der sogenannte Wesenwille, der sich durch Gesinnung, Gemüt und Gewissen kennzeichnet, dominiert hier. Im Gegensatz hierzu stellt die Gesellschaft eine „ideelle und mechanische Bildung“ dar, wo der Einzelne vor dem Gemeinsamen steht und der sogenannte Kürwille (ein Übergewicht des Denkens) herrscht.

„In dem Begriff der Gesellschaft wird aber das Verhältnis der Indifferenz (welches richtigerweise ein Nicht-Verhältnis heißen müßte) oder der Feindseligkeit, als ein vorher gegebener Zustand angenommen, welcher sich dann in gewissen einzelnen Fällen zu einer Übereinstimmung verschwindet oder angleicht.“

Materielle Ungleichheit impliziert ein psychologisches Ungleichgewicht

Diese gesellschaftliche Indifferenz des Einzelnen besteht jedoch de facto nicht mehr in Deutschland. Am politischen Küchentisch wird gerne vom „Auseinandergehen der Schere zwischen Arm und Reich“ gesprochen, soziologisch von einer Verfestigung der „sozialen Undurchlässigkeit“. Diese materielle Ungleichheit impliziert jedoch auch eine zunehmende psychologische Ungleichheit, wie bereits Erich Fromm [5] konstatierte:

„Je stärker (…) eine Gesellschaft ökonomisch, sozial und psychologisch zerfällt, je mehr die bindende und prägende Kraft der Gesamtgesellschaft bzw. der in ihr herrschenden Klasse schwindet, desto größer werden auch die Differenzen der psychischen Struktur der verschiedenen Klassen.“

Richtigerweise muss zusätzlich von einem „Auseinandergehen der Denkweisen zwischen Arm und Reich“ oder einer Verfestigung „psychologischer Undurchlässigkeit“ gesprochen werden.

Fehlende gemeinschaftliche Basis lässt keinen Raum für Mitgefühl

Die intellektuelle urbane Elite ist genauso wenig in der Lage wie die provinzielle Masse sich in den jeweils anderen hineinzuversetzen. Beispielshalber findet der gut situierte Wähler keinen Zugang zur Lebenswirklichkeit des gefühlt-abgehängten oder tatsächlich abgehängten AfD-Protestwählers und umgekehrt. Wo die Welt der Privilegierten sich mit für sie ideell-existenziellen Fragen von der „Slow-Food“-Kantine über emissionsfreie Motoren bis hin zu regelmäßigen Selbstfindungskursen auseinandersetzt, stehen im Lebensmittelpunkt der Protestler das Lösen materiell-existenzieller Probleme, wie etwa die Finanzierung des Lebensunterhaltes bei steigenden Mietpreisen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder das Sichdurchschlagen in einem verhassten Job.

Die einen verstehen nicht, weil es ihnen materiell gut geht. Die anderen verstehen nicht, weil sie materiell leiden.

Doch mit Verstehen ist nicht das rationale, sondern das empathische Verstehen gemeint. Beide Milieus sind schon so weit auseinander, das gemeinsamkeitsstiftende Moment beider so weit entkräftet, sodass keine gemeinsame Basis besteht, die ein gemeinschaftliches „Wir“ begründen könnte. Sowohl die einen als auch die anderen betrachten sich gegenseitig als Fremdkörper, der keines Mitgefühls, keiner Empathie bedarf.

Das Gesellschaftlich-Ökonomische unterminiert den Individualismus

Zurück zu Tönnies kommend, äußert sich hierin eine Dominanz gesellschaftlicher Verhältnisse beziehungsweise eines ökonomischen Charakters. Denn

„(…) die elementare gesellschaftliche Tatsache liegt im Tauschakt vor, (…), insofern als er sich zwischen Individuen vollziehend gedacht wird, die einander fremd sind und nichts miteinander gemein haben, also wesentlich antagonistisch oder einander geradezu feindlich gegenüberstehen.“

Doch gerade solche Überbetonung eines rationalen, zweckmäßigen Verhältnisses unterstützt eine Entfremdung zwischen unterschiedlichen Milieus und unterdrückt das Entstehen von Individualismus. Denn nach Tönnies stellt die Gemeinschaft den Ursprung des Individualismus dar, der zu seiner vollsten Entfaltung der Gesellschaft bedarf. Ohne Gemeinschaft kann also kein Individualismus entstehen.

Als Urtypus der Gemeinschaft betrachtet Tönnies die Familie, deren Zerfall er unter anderem durch den Einfluss städtischer Kultur konstatiert.

„Sie wird einem Verein ähnlich [dem Typus der Gesellschaft], der seinen Zweck außer sich hat, der wesentlich Mittel zu ausgesprochenen und nicht ausgesprochenen, offenen oder verborgenen Zwecken seiner Begründer und Mitglieder ist, (…)“

Der Rückzug des Gemeinschaftlichen fördert reaktionäre Forderungen

Die Bestrebungen der Gesellschaft stehen denen der Gemeinschaft diametral entgegen. Die Gesellschaft will Fortschritt, die Gemeinschaft Stillstand, die Gesellschaft will Bewegung, die Gemeinschaft will Ruhe. Gesellschaft und Gemeinschaft stehen im ständigen Clinch, wobei die Gesellschaft die Gemeinschaft zunehmend vereinnahmt.

„Die Hast und Unruhe fortwährender Neuerung, das Allfließen, Dauer nur im Wechsel, erfüllen jenes. Dann neigt es dazu, dieses sich zu idealisieren: antik wird modern. Man sehnt sich zurück zur Natur, man sucht die alten Scharteken wieder hervor, preist und pflegt alte Lebensformen und alte Sitten, findet auch an der Religion wieder Geschmack, entdeckt im Einfachen, Hausbackenen echten Stil und kunstgerechte Formen.“

Das dal niente [6] der reaktionären Heimatrufe, einem „Zurück zur Natur“, sind logische Konsequenzen einer sich nur auf Rationalität berufenden gesellschaftlichen Fixierung der letzten Jahrzehnte. Das bedeutet wiederum die Vernunft nicht als eine rein analytisch-zweckrationale zu begreifen – wie es heutzutage Usus ist –, sondern zusätzlich als eine gemeinschaftsstiftende, wie bereits Tönnies darlegte.

Gemeinschaftliche Formationen werden zerstört

Ferdinand Tönnies erfasste drei Arten der Gemeinschaft:

(1) Verwandtschaft,
(2) Nachbarschaft und
(3) Freundschaft.

Der Verwandtschaft gehört ein Zusammenwesen an, das qua Blut ein Gefühl der Zusammengehörigkeit weckt. Nachbarschaft hingegen entsteht durch räumliche Nähe und wechselseitiger Interaktionen (Zusammenwohnen). Freundschaft wiederum entsteht in einem gemeinsamen Geiste, das wiederum einen Wesenwillen schafft (Zusammenwirken).

Alle drei Gemeinschaftsformen sind jedoch gefährdeter denn je:

(1) die Verwandtschaft etwa durch den Anstieg von Singlehaushalten und Alleinerziehender,
(2) die Nachbarschaft beispielshalber durch eine beruflich- und mietpreisbedingt steigende Mobilität und
(3) Freundschaft durch die Schwächung beider vorangehender Formen.

Das zeigt: Die Überbetonung gesellschaftlicher Merkmale beziehungsweise eines rein ökonomischen Denkens zerstört das Gefüge der Gemeinschaft. Diese ist jedoch für die individuelle Entwicklung essenziell. Denn erst im Schoß einer empathischen Gemeinschaft kann das Subjekt seine Individualität entwickeln. Gleichzeitig jedoch bedarf das Subjekt auch der Gesellschaft, durch die es erst zu seinem innersten Selbst gelangen kann.

Der Rechtsruck ist logische Konsequenz gesellschaftlicher Entwicklungen

Aktuell-politische Geschehnisse exemplifizieren dieses Spannungsverhältnis zwischen „Gemeinschaft/Gesellschaft“. Allein die Fixierung auf rein ökonomische Interessen und die hiermit einhergehende Zerstörung von Gemeinschaften und ihren Entstehungsbedingungen, und das Auseinanderdriften der Gesellschaft, erweckten im „gemeinschaftsentwurzelten“ Subjekt ein Gefühl der Heimat und ermöglichten somit nicht nur den Aufstieg der AfD, sondern öffneten vor allem den Profiteuren der neoliberalen Strategie die Tore ins Herz der Demokratie, wo sie nach der politischen Macht greifen.

Das bedingungslose Grundeinkommen kann die Gesellschaft zusammenhalten

Man könnte nun annehmen, die Herkulesaufgabe bestehe darin – angelehnt an Ferdinand Tönnies – ein alternatives gemeinschaftsstiftendes Ideal zu schaffen, wie es die Politik versucht. Denn nichts anderes stellt ihr vehementes Engagement für Europa oder das Klima dar. Doch dafür ist es zu spät. Der Zerfall der Gesellschaft ist zu weit fortgeschritten, wie etwa die schwindende Kraft der Volksparteien verdeutlicht. Ideale stellen keinen gemeinsamen Nenner, keinen sozialen Kitt mehr da. Deswegen muss dieses gemeinschaftsstiftende Moment an anderer Stelle gesucht werden.

Sofern man sich die Dominanz des Ökonomischen vergegenwärtigt, bleibt für die Aufgabe, den gesellschaftlichen Zusammenhalt sicherzustellen, nur ein fähiger Kandidat übrig: das liebe Geld. Nur dieses kann in unserer Gesellschaft als Gemeinschaftsstifter fungieren und das bedeutet konsequenterweise die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Nur dieses besitzt die Kraft das rechte crescendo in ein diminuendo [7] zu verwandeln. Und nur das bedingungslose Grundeinkommen besitzt auch die Kraft, den Zerfall der Gesellschaft in einen Zusammenhalt umzukehren.


Quellen und Anmerkungen

[1] crescendo ist ein Begriff aus der Musik und bedeutet so viel wie „lauter werdend“.

[2] legato bezeichnet in der Musik das gebundene Spielen einzelner Noten.

[3] staccato findet als Begriff in der Musik Verwendung. Gemeint ist eine spezielle Technik (des Spielens), durch die eine gespielte Note kürzer klingt als es der eigentliche Notenwert vorschreibt.

[4] Ferdinand Tönnies (1855-1936) gilt als Klassiker der Soziologie, der sich in seiner Arbeit zeitlebens mit dem Gegensatz Tradition/Moderne beziehungsweise Gemeinschaft/Gesellschaft auseinandersetzte. Sein Werk „Gemeinschaft und Gesellschaft“ aus dem Jahr 1887 gilt als Grundlagenwerk der Soziologie.

[5] Erich Fromm (1900-1980) war ein deutsch-US-amerikanischer Psychoanalytiker und Gesellschaftkritiker, der auch in einem intensiven Austausch mit der Frankfurter Schule stand. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Die Furcht vor der Freiheit“ (1941), „Anatomie der menschlichen Destruktivität“ (1974) und „Haben oder Sein“ (1976).

[6] dal niente ist ein aus der Musik kommender Begriff. Er meint so viel wie das Leiserwerden bis zur Lautlosigkeit.

[7] diminuendo ist in der Musik das allmähliche Verringern der Lautstärke. 


Literatur

Fromm, E. (1932). Über Methode und Aufgaben einer analytischen Sozialpsychologie. Zeitschrift für Sozialforschung, Bd. 1, S.18-54.

Tönnies, F. (1887). Studien zu Gemeinschaft und Gesellschaft (Hrsg. K Lichtblau). Wiesbaden: Springer VS.


Über die Autorin: Deborah Ryszka (Jahrgang 1989), M. Sc. Psychologie. Nach universitär-berufspsychologischen Irrwegen in den Neurowissenschaften und Erziehungswissenschaften nun mit aktuellem Lager in der universitären Philosophie. Sie versucht sich so weit wie möglich der gesellschaftlichen Direktive einer hemmungslosen öffentlichen Selbstdarstellung bis hin zur Selbstaufgabe zu entziehen. Mit Epikur ausgedrückt: „Lebe im Verborgenen. Entziehe dich den Vergewaltigungen durch die Gesellschaft – ihrer Bewunderung, wie ihrer Verurteilung. Lass ihre Irrtümer und Dummheiten und gemeinen Lügen nicht einmal in der Form von Büchern zu dir dringen.“


Foto: Toa Heftiba (Unsplash.com)


Weitere lesenswerte Artikel

  1. Ja, alles bekannt und stimmig – und wer handelt jetzt, wer führt denn das BGE ein?

    Wer bestimmen will, welche Autos vom Band kommen – muß selbst Produzent werden!
    Das Volk siehe GG Art. 146 (bzw. Art.120, Art.133) – hat die Aufgabe, sich als Rechteträger selbst zu organisieren.

    Es macht keinen Sinn, in einem System, welches Autos nur auf Profit produzieren kann – geschenkte Autos vom Band laufen zu lassen – genauso wenig macht es Sinn, in einem bestehenden Uhrwerk lediglich ein paar Zahnrädchen auszuwechseln. Das Ganze wird dann ins Chaos oder in die Dysfunktionaltiät laufen !!!

    Statt also „Rädchen“ wechseln, mit der hohen Wahrscheinlichkeit einer System-Dysfunktionalität, lieber gleich oben ansetzen und eine eigene Fabrik bauen (war man ja schon mal 1848 dabei) … (was nach der Gesetzeslage völlig legal ist!! – lediglich mangelt es an Mut und deswegen werden tausende von Nebenschauplätzen ins Feld geführt, wo man ja etwas tun könnte – Wer?)

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    1. Sich in/zu Gemeinschaften zusammenfinden, wäre der erste Schritt. Die Autorin beschreibt aber eben genau, dass dies nicht passiert. Jetzt frage ich, wie kann diese Vereinzelung aufgebrochen werden, um sich zB. als Rechteträger zu organisieren, der Gehör findet. Da muss irgendwo eine Initialzündung sein. Generalstreik vielleicht? Aber werde sollte den auf die Beine stellen?

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  2. Die Hereinnahme von Tönnies‘ Überlegungen zu Gemeinschaft und Gesellschaft ist eine Bereicherung. Doch der Schluss bzw. die Schlussfolgerung ist dann schon sehr wenig begründet. Warum sollte das Geld Zusammenhalt bringen? Es könnte die Abgehängten ruhig stellen. Aber Zusammenhalt?
    Ich vermute, dass eine Bewegung von unten
    https://neue-debatte.com/2018/09/02/politik-und-leben-verbinden/
    auch die Einkommenssicherung hinbekäme. Die Anhänger von Commons würden sicher nicht das Geld für die Lösung halten, sondern heftig argumentieren, dass Geld Menschen einander entfremdet. Geld ist m.E. verfremdetes Versprechen, das uns global in die Ausweglosigkeit führt.
    G.K.

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    1. Ja, nicht das Geld an sich stiftet Zusammenhalt, eher schon das
      Bewußtsein, dass wir alle uns in gegenseitiger Abhängigkeit befinden und somit auch gegenseitig uns eine bedingungslose Existenzsicherung ermöglichen (können). Diese denkt jegliche unbezahlte (Sorge)Arbeit mit und schafft erst die Voraussetzungen für Wirtschaften/Erwerbsarbeit .
      https://inabea.wordpress.com/category/wic-wirtschaft-ist-care/

      Eine bedingungslose Existenzsicherung sollte nicht alleine monetär gedacht werden. Ernährung, Gesundheit, Bildung, Nahverkehr… dürfen keine verhandelbare Ware sein und müss(t)en allen zur freien Verfügung sein.

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  3. Wie ist es möglich, dass Gemeinschaften und/oder Gesellschaften sich verändern und sogar auflösen? Weil Gemeinschaften, als auch Gesellschaften dem Wandel und der Veränderung unterliegen. Nichts ist statisch auf dieser Welt. Die Ideologien, die angeblichen Werte einer Gemeinschaft sind gleichzeitig Zusammenhalt und Zerstörung. Die Umbrüche, die wir heute beobachten, resultieren aus dem Scheitern der gesellschaftlichen Lebensmodelle, die immer eine Unterwerfung des Individuums bedeutete. Deshalb gibt es so viele unterschiedliche Gemeinschaften in denen Individuen versuchen sich „wiederzufinden“, die bis zu einem gewissen Grad der Anpassung in einer Gesellschaft existieren können. Sind die Gegensätze zu stark, sind Konflikte unvermeidbar. Insofern ist der Traum einer intakten Gesellschaft/Gemeinschaft Utopie, weil Gemeinschaft immer aus vielen Einzelwesen besteht und die Individuen durch den Prozess der Assimilierung psychisch Erkranken(Kinder töten Kinder?!) und somit alle anderen, sprich die Gemeinschaft infizieren können, sobald sich ein Individuum nicht mehr mit der Gemeinschaft identifizieren kann. Sprich, die persönliche Weiterentwicklung behindert wird, zum angeblichen Wohle der Gemeinschaft.

    Man kann versuchen diese Menschen zu „heilen“, aber wer weiss, ob nicht die Gesellschaft krank ist?

    Bestenfalls kann es nur ein Miteinanderleben geben, in dem die persönliche Freiheit eines jeden Menschen oberste Priorität ist und somit durch die gegenseitige respektvolle Achtung der anderen „Persönlichkeiten“ untereinander, ein gesundes, friedvolles Miteinander möglich ist.

    Es ist offensichtlich, dass ohne Gemeinschaft, oder sollte man besser sagen, ohne ZusammenARBEIT, kaum ein Überleben möglich wäre in dieser Welt. Aber handelt es sich dabei wirklich um Gemeinschaft, oder nur um eine ausbeuterische, ressourcenfressende Zweckgesellschaft, in der der Einzelne nur überlebt, wenn er/sie sich einfügt und sich dem System unterordnet, anstatt sich frei und kreativ einbindet?

    Das BGE mag ein Anfang sein, aber es ist noch ein sehr weiter Weg bis hin zu einer Gesellschaft, die die Kreativität ihrer schwächsten Mitglieder fördert und liebevoll begleitet, was wiederum das Fundament für eine geistig, gesunde, dynamische Gesellschaft ist.

    „Auf mich selbst achtend, achte ich auf den anderen,
    auf den anderen achtend, achte ich auf mich selbst.“
    (Buddhistische Weisheit)

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  4. Wer erkennt in seinem näheren gesellschaftlichen Umfeld eine liebenswerte Tendez zu einem brennenden Wunsch zu echten Veränderungen des herrschenden Systems?
    Ohne eine Reform des Grundgesetzes hin zu einer Verfassung vom Volke hat keiner eine Rechtssicherheit, um den Großkonzernen gezielt ans Leder zu gehen. Die meisten Ermittler der Steuerfahnder werden doch von höherer Stelle zurückgepfiffen. So entgeht halblegal dem so genannten Souverän ein Milliardenbetrag, der dringend für die Bildung, Kultur, Infrastruktur und alle wirklich positiven Werte benötigt wird.
    Veränderung braucht Kraft, Druck und die absolute Sicherheit, das richtige zu tun.

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    1. @Uwe Leonhardt: Ohne eine Reform des Grundgesetzes hin zu einer Verfassung vom Volke hat keiner eine Rechtssicherheit.

      JA, Umsetzung von GG Art. 146 – das ist eine Möglichkeit. Dazu bedarf es nur einer 1% Kohärenz im Deutschen Volk.
      Ist aber bis jetzt noch nicht geschehen.

      Gewohnheiten zu durchbrechen ist bekanntlich schwer. Wer an ein schlimmes, weil Natur zerstörendes und krankmachendes Auto gewöhnt ist, dem kann man nicht bei kommen mit selbstgebastelten Fahrradwegen oder einer zukünftig zu verwirklichenden Öffi-Mobilitätsstruktur. Dem kann man erst mal nur ein ANDERES Auto hinstellen, welches aber „unter der Haube“ ganz anders, viel „Mensch und Umweltfreundlicher“ agiert usw.

      Da besteht dann eine reelle Chance, daß dieser Mensch tatsächlich seinen Hintern in das NEUE VEHIKEL bewegt.

      Die Menschen hier sind an einen Staat gewöhnt. Wer etwas bewegen will, kann zur Zeit eben nur ein ANDERES (Staats)Vehikel offerieren – was im übrigen schon geschehen ist. So kann ein friedvoller und leidloser Übergang organisiert werden.
      Unter der „Haube“ ist dieser Staat nämlich souverän: ER besitzt die Finanzhoheit (Geldschöpfung) und DESHALB ist für ALLE ZWECKE des GEMEINWOHLS immer GENÜGEND FINANZIELLE MITTEL vorhanden. Das Geldsystem ist also nicht nur ZINSFREI sondern auch SCHULDFREI !!!
      Unter dieser „Haube“ gibt es auch kein „Bildungssystem“ – sondern nur den finanziellen Rahmen im Sinne der Freiheit der Menschenentwicklung eine solche zu ermöglichen in einer Vielfalt, die vor Ort die Menschen SELBST entscheiden.
      Und viele weitere „technische“ Veränderungen, um einen NÄHRENDEN und GEMEINWOHLORIENTIERTEN Rahmen zu geben zur Individualentwicklung.

      Also, was würdet ihr/ Sie sagen: lohnt sich ein solches Übergangs-Vehikel, könnte „man“ da nicht einsteigen und MITGESTALTEN ??? !!!!!
      Das BGE stünde gar nicht mehr zur Diskussion, da von vornherein Teil des Rechts auf Existenz und verfassungsbedingt schon umgesetzt…

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  5. @Jürgen Elsen
    Das Vehikel, das Sie evtl. glauben zu meinen, hat ein total unökologisches Outfit. Keiner hat bis jetzt wirklich auf dem Schirm, was die E-mobilität tatsächlich für Schäden an der Umwelt in sich birgt. Hybrid wäre eine Übergangslösung – vielleicht. Was heißt unter der Haube? Zur Geldschöpfung- Sie müssten eigentlich wissen, dass die Banken bei jeder Kreditvergabe tatsächlich das Geld drucken und die Freiheit der Staatsfinanzen an ganz anderen Premissen zappelt. Ich glaube, dass Sie keine Vorstellung von den Mächten in unserem ach so schönem Land besitzen, sonst würden Sie nicht so euphorisch von Einsteigen und Mitmachen daherschreiben. Wer sich hier echt progressiv Richtung Veränderung bewegt, sollte sich dessen absolut bewusst sein, dass er sofort auf dem Radar des Innenministeriums und auf der Staatsfeindeliste verortet wird. Falls Sie wirklich glauben, dass am fahrbaren Untersatz die Welt genesen wird, so erkenne ich Sie tatsächlich ob Ihrer anderen recht ordentlichen Beiträge nicht wieder. Das Netzwerk der Finanzindustrie hat sich durch alle erdenklichen menschlichen und moralischen Barrieren gebrannt, so dass es durch Goodwill und simplen Glauben an das Gute in uns allen nicht seinen verdorbenen Kurs ändern wird. Ich habe meinen ersten Ausführungen wirklich nichts hinzuzufügen- ausser es kann einer Veränderung/ Verbesserung nur derjenige tatsächlich beistehen, der sich selbst aufgibt, der für eine Sache kämpfen wird, deren Ergebnis er mit grosser Warscheinlichkeit nicht mehr erleben wird. Jesus sagte zu seinen Jüngern angeblich: Wer mir folgen will, soll Vater und Mutter, Weib und Kind verlassen. Ich kann es nachvollziehen – aber es ist keine schöne persönliche Zukunft. Das sollte man bei allem Optimismus der Fairnis halber sagen dürfen. Glauben Sie mir trotzdem, dass ich weiterhin nicht Dirk C. FLECK Recht geben möchte, der da vielleicht treffend sagt: Der Drops ist gelutscht. Ich will solange mein Herz schlägt, immer wieder nach Lösungen Ausschau halten. Nur sind die bisher angebotenen mir einfach zu naiv und uns Deutschen geht es in Summe einfach noch viel zu gut.
    LG
    Uwe Leonhardt

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    1. War wohl mißverständlich von mir ausgedrückt. Ich habe davon abgesehen aber auch nirgendwo von E-mobilität gesprochen. Das „Auto“ war nur eine Analogie im Sinne einer „Staatskarosse“ die (Staats)System(struktur) darstellt und im allgemeinen der Mensch es eben einfacher hat, zwischen für ihn scheinbar „ähnlichen“ Strukturen zu wechseln, als etwas komplett Neues anzugehen (disruptive Change). So kann man einen Frühstücks-Brotfanatiker eher vom Roggen- zum Dinkelbrot bewegen, als zu einem Smoothie oder Salatteller am morgen ;-)

      Ich hatte u.a. auch noch erwähnt, daß unter der Haube der neuen Staatskarrosse z.B. dann auch das BGE schon integriert ist … es kann sich also nicht wirklich um ein Auto handeln …

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  6. Bedingungsloses Grundeinkommen für alle ist nicht finanzierbar, höchstens durch höhere Verbrauchssteuern. Aber das wäre dann wieder ungerecht. Die Grundsicherung! ist zu reformieren. Hartz IV reicht nur für das Lebensnotwendige. Teilhabe an der Geselschaft ist dabei nicht! berücksichtigit und führt zu Politikverdrossenheit.

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    1. @fibeamter, wie kommen Sie darauf, dass ein BGE nicht finanzierbar sei? Die Wertschöpfung in Deutschland liegt bei über 2,4 Billionen (30.000 EURO pro Kopf). Da ist Geld genug im Land, es haben bloß die falschen Leute, wie Heiner Geißler mal bemerkte.

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      1. @VonSeiten: Stichwort Wertschöpfung, genug Geld im Land – es haben bloß die falschen Leute …
        ich stelle hier und in anderen Blogs usw. immer wieder fest, daß die Menschen überwiegend von den Vorstellungen ausgehen, die ihnen eingetrichtert wurden. Ich meine jetzt aber nicht den Kommentator VonSeiten ;-)

        So wird z.B. davon ausgegangen, daß ein „Staat“ Steuern erheben muß. Wirklich ???
        WENN der Staat TATSÄCHLICH der SOUVERÄN auch in der FINANZHOHEIT ist, ist Steuern nichts anders wie Äpfel einsammeln, die man vorher ausgegeben hat. Man kann es sich nämlich dann auch gleich sparen !

        Hat der Staat die Finanzhoheit bedeutet dieses, er gibt nicht nur JEDEN EINZELNEN GELDSCHEIN selbst heraus, sondern es impliziert, daß es KEINE PRIVATEN BANKEN oder andere Institutionen gibt, die in irgendeiner Art und Weise Geld SCHÖPFEN können.

        Ein solcher Staat kann also JEDERZEIT GELD drucken, wenn die GEMEINSCHAFT ein solches braucht. Und er weiß JEDERZEIT auf das Genaueste, wie viel Geld gedruckt wurde und maximal im Umlauf sein kann.
        Hierdurch hat er jederzeit die Möglichkeit gegen „Inflation“ oder „Deflation“ gegenzusteuern.

        In dem ein solcher Staat nur Geld schöpft für Gemeinwohlwertezuwachs (also KEINE privaten Interessen Einzelner „bevorzugt“ oder „vorzieht“ !!!) entsteht eine enorme Wertschöpfung, die also das ausgegebene Geld deckt.

        Und zu @fibeamter: ein BGE sei nicht finanzierbar (was wohl als Argument gedacht ist, es könne nicht umgesetzt oder eingeführt werden) fällt mir spontan ein: also der Zins und Zinseszins und das Schuldgeld ist nicht finanzierbar. Bis heute wurde von keiner Regierung auch nur eine einzige müde Mark (EURO) zur Schuldenbegleichung aufgewandt.
        Es wurden aber Milliardenbeträge nur für Zinszahlungen getätigt !!!
        (vielleicht dämmert es jetzt auch dem ein oder anderen warum und FÜR WEN ein „solcher Staat“ Steuern erheben muß !!!!)
        Man sieht also ganz klar: Zinsen sind NICHT FINANZIERBAR !!!! – Aber TROTZDEM wird dieses System täglich propagiert und „am Start“ gehalten. Daß also etwas nicht finanzierbar ist und DESWEGEN nicht eingeführt werden könnte ist durch den „Tatbestand“ des Zinssystems selbst wiederlegt (obwohl dieser Tatbestand eigentlich das Zinssystem widerlegt – es steht heut halt vieles 180 verkehrt rum ;-)

        Genug Geld im Land – es haben nur die falschen Leute. Sehe ich anders: es haben genau die Leute, die es haben wollen, denn es sind die, die das (Geld)System erfunden haben, weil es ihnen immense Machtvorteile verschafft.
        So lange die Masse jedoch im Sklavenbewußtsein dämmert, hat sie auch keinen Anspruch auf dieses Geld und sie wird es als Masse auch nie so verfügbar haben, wie diejenigen, welche Macht damit anstreben und umsetzen.

        Das Geld ist auch deswegen bei den Richtigen, weil wir, „die Masse“ es immer noch nicht geschafft haben ECHTE GEMEINSCHAFTEN zu bilden. Die meisten von uns kennen keine Gemeinschaft außer der Zwangsgemeinschaft (siehe Morgentau – für ihn scheint jede Form von Gemeinschaft zwanghaft zu sein oder sich zwanghaft zu entwickeln)
        Nun kenne ich persönlich verschiedenen Gemeinschaft der Freien, aber noch mehr Gemeinschaft der Illusion der Freien. Insofern kann ich die Argumente und Bedenken von Morgentau auch gut nachvollziehen. Leider ist das so auch der noch bestehende „Normalzustand“.
        Klar, im Sinne von Max Stirner müßte jeder erst mal Anarchist werden. Nur dann oder danach kann es zur freien Gemeinschaftsbildung kommen. Das BGE wird diese jedoch keines Falls promoten, sondern eher das Gegenteil, weil die Menschen eben noch überwiegend im Sklavenbewußtsein denken und handeln.

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        1. @ Jürgen Elsen und die anderen…

          Zitat:
          „WENN der Staat TATSÄCHLICH der SOUVERÄN auch in der FINANZHOHEIT ist, ist Steuern nichts anders wie Äpfel einsammeln, die man vorher ausgegeben hat. Man kann es sich nämlich dann auch gleich sparen !“

          Der Staat und die Steuern ist schon gelinde gesagt eine Irreführung. Der Staat sind wir und es ist unser Geld. Bestenfalls gibt es in einer Gesellschaft „Angestellte“ die unser Volksvermögen verwalten. Aber selbst davon sind wir meilenweit entfernt!

          Ich frage mich immer, wieso denken die Leute eigentlich das Richtige, aber schrecken dann vor der einzig logischen Konsequenz zurück?
          Jeder weiss, dass das jetzige Geldsystem etwas für die Tonne ist und auch noch ungerecht dazu.
          Und es ist auch bekannt, dass Geld keinen Wert besitzt. Wenn wir wirklich „gerecht entlohnen“ würden, dann müsste Mutter Erde das ganze Geld erhalten, denn ohne den von uns geklauten Rohstoffen und Grundstücken, hätten wir noch nicht einmal das täglich Brot.

          Also, das Model Kapitalismus ist gescheitert. Aber kaum jemand wagt den Sprung ins kalte Wasser, das Geldsystem komplett abzuschaffen, sondern lieber hält man an verschiedenen Zwischenlösungen fest. Man kann es auch umdrehen und JEDER Mensch auf der Welt erhält jeden Monat 5000 Euro und es werden bei Bedarf Geldscheine einfach nachgedruckt.
          Aber ganz gleich wie wir es drehen und wenden, es ist einfach unsinnig mit einer geklauten Ware Handel zu treiben.

          Nur nachhaltiges Produzieren und gleichwertiger Zugang für alle Menschen, ohne Gewinnbestrebungen macht wirklich Sinn.
          Ganz gleich wie ein einzelner Mensch sich einbringen möchte, alle profitieren gleichermassen davon. Und das ist für mich eine intakte, gesunde Gemeinschaft, ohne Zwang, Reglementierungen, Vereinsmeierei und vor allem ohne Staat.

          Ich weiss, dass ist für sehr viele Menschen eine unerreichbare Utopie und das häufigste Gegenargument lautet meist: Und die Menschen die nichts tun, sollen auch davon profitieren?
          Da ist es wieder, das Wort mit dem Generationen gehirngewaschen wurden, – PROFIT!
          Und das andere schlimme Wort, zumindest für die Deutschen, ist wohl: Nichts tun.

          Wenn jeder Mensch das tun kann wonach er/sie sich berufen fühlt, dann kann man die Nichtstuer bequem mit „durchfüttern“. Aber selbst der „faulste“ Mensch kann ein Leben lang nicht nichts tun.
          Und um beim „Profit“ zu bleiben. Wenn alle Menschen gleichermassen von allen Menschen „profitieren“, dann ist selbst ein Milliardär nur ein Bettler.

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