Im Wendekreis von Liebe und Hass: Über das Elend der Pornografie

Radio Nostalgie – Deutsche Romantik & Vintage, um 1973.

Die Pilzesammlerin

Wir sehen drei schnauzbärtige Männer in Jägeruniform; einer mit Filzhut auf einem Hochsitz, der andere weitgehend grundlos im Unterholz verfangen und der dritte reinigt seine Schrotflinte.

Vögel pfeifen.

In der nahen Lichtung erscheint eine sehr hübsche junge Frau. Sie bückt sich gelegentlich und füllt dabei ihren Korb. Es dürfte sich also um eine Pilzexpertin handeln. Die drei Jäger und Sammler werfen sich vertrauliche Blicke zu. Sie entledigen sich nach und nach ihrer Lederhosen. Die Beute scheint ihnen gewiss.

So was geht natürlich auch mit Feuerwehrmännern, Rohrverlegern et cetera.

Cut

Nach einem kurzen Erschrecken angesichts des nun nackten Trios entscheidet sich die Sammlerin fürs erste zum seriellen Saugen an den geschwollenen Gliedern der kecken Kameraden. Im weiteren Verlauf des auf 30 Minuten angelegten Spielfilms wird sie von jedem der Jungs überall dort belangt, wo offenbar Lust entsteht. Stöhnen, Lächeln, weich gezeichnet wie irgendwie Woodstock oder so was in der Art.

L.A. Woman 2018 – „Anal Destruction“

Im schmerzverzerrten Gesicht der Profifrau ein erpresstes Lächeln. Die eingeschnürten Silikonbrüste des kunterbunt tätowierten Körpers sind violett verfärbt. Eine Socke, auf der Hilfiger steht, tritt gegen das rotierende und mit Latex überzogene Rundbett. Der erstaunte Konsument sieht drei stattliche Penisse in ihrem Anus zucken. Dazu Grunzen, Stöhnen, Metallica-Sound.

Der von Schminkspuren versudelte Kopf wird sechshändig in ein randvolles Urinal getaucht. Während sich der Star des Ganzen erbricht, spritzen die Komparsen das noch verfügbare Ejakulat über den Frauenleib. Auf dem Display wird der nächste Clip ankündigt – noch härter, noch gnadenloser. Busty Foxx leckt dazu ihre sämigen Lippen und stiert wie eine hypnotisierte Schlachtkuh ihrem weltweiten Kundenstamm in die feuchten Augen.

Der fruchtbare Schoss

Max Hardcore [1] ist ein hochverdienter US-Pornostar und damit der optimale Zeuge, um der X-Rated-Szene einen sozio-ästhetischen Überbau zuzuordnen.

Ich denke mal, Frauen verstehen ihr Leben heute viel besser und sind sich auch ihres wahren Zwecks bewusster denn je. Dieser Zweck ist es, das Auffangbecken der Liebe zu sein und damit meine ich konkret die Funktion als Fickpuppen.aus: Pornland - How Porn Has Hijacked our Sexuality (2010)

Mehr als 70 % des kontaminierten Materials entstehen hinter den Fassaden endlos monotoner Mittelklassevillen im San Fernando Valley westlich von L.A., einem Stadtteil, der nicht ohne Hintersinn auch als „Synagoge Satans“ bezeichnet wird. Der industrielle Schichtbetrieb zwischen Hollywoodschaukeln und Infinity Pools bedient sich aus dem Frischfleischfundus meist farbiger und osteuropäischer Wesen sowie gebrochener Kids aus den weißen Waisenhäusern, Drogenheilanstalten und Obdachlosenheimen. Angetrieben wird die große Sexmaschine von einem Mix aus Hormonspritzen, Crack und Opiaten.

Im Einvernehmen mit ihrer derangierten Klientel erfinden die Producer und Regisseure ständig neue Kitzel und Grenzwerte von Brutalität und Folterfreuden. Die Memoiren etwa von Jenna Jameson [2] oder Linda Lovelace [3] berichten aus dem Innenleben dieser Körper- und Seelenvernichtungsbranche und von Tausenden von Suiziden, Überdosen und sonstigen Kollateralschäden. Außer dem Krieg dürfte es kaum noch eine weitere Branche geben, bei der das einkalkulierte Ableben am Ende der natürlichen Verwertungskette steht.

Sex und das Dumme

Pornohefte und Pornofilme – hochwirksam und dabei ohne jeden Anspruch. Im Gegenteil: Wenn sich bedeutende Regisseure oder gar feministische Künstlerinnen um einen anderen Ansatz auf dem animalisch-niederschwelligen Feld bemühen, endet das stets im Debakel. Was zählt, ist die Nahaufnahme des Kopulierens, Hämmerns, Stampfens, Ergießens, Rein und Raus auf dem Fließband des zuckenden Fleischs. Und vor dem Display des heimischen Masturbatoriums sind alle Menschen gleich – Herr und Knecht, Physiker und Schwachkopf. Die Triebabfuhr als demokratische Größe. Wo aber wurzelt die Macht dieser primitiven Bilderfluten?

Hurenbilder gab es schon immer. Die alten Griechen und Römer, Pompeji, die Zeichnungen des Rokoko, Courbet, Schiele, die Pin-ups der Pariser Fotografen, die verwackelten Super-8-Filme, Playboy, Hustler, Beate Uhse und so weiter. Und ja, das hatte mit Eros zu tun, mit Lebenslust, Verführung, Sinnlichkeit. Irgendwann wurde es grenzwertig und dann hinterließ die Flut jede Menge Abschaum.

Zielobjekt Mann

Als Ergebnis dieser anschwellenden Sozialisation müssen wir konstatieren, dass es ein Leichtes ist, gerade die Männer mit sexuell aufgeladenen Triggern zu steuern. Warum genau deren Neuronalsystem beim bloßen Aufleuchten von Titten, Arsch und roten Lippen außer Kontrolle gerät, könnte man eines Tages den Memoiren der Clintons entnehmen.

Da spielen sicher Erinnerungs- und Belohnungsreflexe mit, die biochemischarchaische Fortpflanzungsfaktur und auch ästhetische Reize. Die nackte Frau scheint das ganz große Versprechen in sich zu tragen – ein Idealfall für die kapitalistische Warenwelt. Der Sex-Trigger korreliert immerhin auch mit Liebe und Sehnsucht, Berühren, Begehren, Lust, Befriedigung, Erfüllung, Ekstase. Gleichermaßen im Gepäck befinden sich Sünde, Scham, Schuld und das unbewusste Sublimationschaos.

Am Haken des Sex-Sells-Marketings will alles gewollt werden: Schnaps, Fernreisen, Autos, Gemälde, Drogen, Aktien, noch mehr Sex und notfalls sogar eine SPD-Mitgliedschaft. Keine obszöne Geste kann misslungen genug sein, um nicht den klügsten Mann zum lächerlichen Clown zu machen. Und selbst die toten Masken all der Stormy Daniels [4] lassen all die US-Präsidenten plötzlich nackt dastehen, wie das Dylan in seinem „It’s allright, Ma“ besang.

Spaß durch Freude

Machen wir uns nichts vor: Die Pornoindustrie hat mittlerweile nahezu alles trojanisiert, was man unter Eros, Liebe und Sex versteht. Es geht ihr bei diesem sanktionsbefreiten Durchmarsch aber nicht nur um Milliardenprofite, sondern um die systematische Zerstörung von Menschen und ihren Beziehungen. Zig Millionen kaum verdauliche Videos kursieren im Netz und werden jederzeit von jedermann kostenlos und in Sekundenschnelle abgerufen [5].

Während sich die Grenzen des sexuell Dargestellten täglich in kühnste Höhen erweitern, hat sich das Einstiegsalter für die schwer verdaulichen Bilderfluten bei acht bis neun Jahren eingependelt [6]. Hardcore ereignet sich so offenkundig wie gleichzeitig unsichtbar und führt – obwohl alle ethisch-moralischen Säulen unseres sonst so empfindlichen Werteregimes verletzt und verhöhnt werden – eine wirtschaftlich höchst erfolgreiche Existenz.

Gegen das sich vor allen Augen ereignende globale 24/7-Gemetzel der X-Rated-Industrie erhebt sich keine Stimme – nicht aus Brüssel oder Berlin, auch keine aus den Kulturministerien, dem Kinderschutz oder all den scheinheiligen Stiftungen für Sozialhygiene. Offenbar soll sich der freie Markt, sprich die Hersteller selbst um die desaströsen Folgen des epidemischen Pornokonsums kümmern. Oder die Schulen oder Dunya Hayali. Doch Porno ist das Top-Tabu im Juste Milieu.

Die amerikanische Wissenschaftlerin Gail Dines ist eine der wenigen Autorinnen, die sich der pseudoliberalen Akzeptanz entgegenstellt. Sie schrieb in ihrem 2010 erschienenen Langessay „Pornland“:

Wir wissen derzeit noch nicht genau, was die Konsequenzen des exzessiven Pornokonsums für unsere Kultur, Sexualität, Identitäten und Beziehungen bedeuten. Klar ist nur: es handelt sich um ein massives soziales Experiment, dessen Labor die reale Welt ist, ich, Sie, wir alle. Auch ohne empirische Beweisführung behaupte ich, dass alle davon Betroffenen systematisch entmenschlicht werden und sie am Ende ihrer gesamten Sexualität beraubt werden.Gail Dines

Langer Hebel, große Leere

Mögen sich die Männer am längeren Hebel wähnen, so zählen auch sie zu den Verlierern im Spiel, etwa beim Vergleich mit den hochgetunten Helden der Leinwand, den solariengelben Muskelpaketen, die sich widerstandslos Zugang zu den schönsten Models verschaffen, sie zu den absurdesten Penetrationen verleiten und anstatt einer polizeilichen Anzeige kurioserweise um ein „Bitte noch mehr“ an Erniedrigung angefleht werden.

Das alles verwirrt und vergiftet. Und dann sind ja noch die Frauen und Kinder an der Reihe. Kurz gesagt: Porno 2018 hinterlässt einen gigantischen seelischen Scherbenhaufen und unsere hypersexualisierte Moderne geleitet uns in eine nackte Leere.

Gimme Shelter

Die Signale und Botschaften dieser so dummen wie raffinierten Pornografie fügen sich geschmeidig ein in das Mosaik der aktuellen Militarisierung, Brutalisierung und Parzellierung der westlichen Lebenskultur. Ihre hasserfüllten Bilder erzählen von brodelnden und wuchernden Gewaltfantasien. In der zelebrierten Verachtung der Frau drückt sich ein allumfassender Selbsthass aus, eine hemmungslose Lust an Plünderung, Ausbeutung und Sadismus. Der Amok des Darknet bahnt sich seinen Weg in den öffentlichen Raum. Anales Vergewaltigen dreijähriger Kids inklusive authentischem Erwürgen – kein Problem. Nicht billig, aber der Kunde ist König und jeder muss zu seinem Glück kommen müssen, sagte schon Crowley [7].

Hardcore ist nur eine Facette der Welt, die vor unseren Augen in den Abgrund torkelt, ohne Standpunkt, ohne Autorität, ohne Haltung, ohne Halt, ohne Führung. Die Aufgabe der Pornoindustrie im großen Endspiel ist die Zerstörung des Liebens, des Begehrens, Umarmens. Ihr Ziel ist die Auslöschung der Pubertät und das Züchten einer dopaminverseuchten Armee aus toxinierten Zeitbomben. Das nostalgische Gegengift ist: Liebe machen.


Quellen und Anmerkungen

[1] Paul F. Little ist ein US-amerikanischer Pornodarsteller und Produzent. Seit den 1990ern ist er in der Pornoindustrie tätig und wurde bekannt für gewalttätige Filmdrehs. Little nutzt unter anderem das Pseudonym Max Hardcore. Mehrfach wurden gegen ihn Strafverfahren eingeleitet. 2007 wurde Little in Tampa (Florida) wegen der Verbreitung obszöner Schriften angeklagt und im Oktober 2008 zu 46 Monaten Gefängnis verurteilt. Schon 2004 war Little für seine Lebensleistung als Pornodarsteller, Regisseur und Produzent in die Hall of Fame des AVN Award – ein Filmpreis der US-Erotikbranche der seit 1984 jährlich in Las Vegas vergeben wird – aufgenommen worden. AVN steht für Adult Video News. Bei AVN handelt es sich um ein Medienunternehmen (Print- und Online-Magazine aber auch Verbrauchermessen) mit Sitz in Kalifornien.

[2] Jenna Jameson (eigentlich Jenna Marie Massoli) ist eine ehemalige US-amerikanische Pornodarstellerin, Pornoproduzentin und Geschäftsfrau. Als Darstellerin soll sie in über 160 Filmen mitgewirkt haben. Jameson gilt als eine der bekanntesten und berühmtesten Pornodarstellerinnen der Welt. Ihre Autobiografie How to Make Love Like a Porn Star: A Cautionary Tale erschien 2004 und wurde sechs Wochen in der Bestseller-Liste der New York Times geführt. Co-Autor des Buches war Neil Strauss, ein Journalist, der für die Zeitschrift Rolling Stone schreibt und für die New York Times.

[3] Linda Susan Boreman (1949 – 2002) war eine der bekanntesten US-amerikanischen Pornodarstellerinnen der 1970er Jahre. Sie starb an den Folgen eines Autounfalls. 1972 spielte sie unter ihrem Künstlernamen Linda Lovelace in Deep Throat von Gerard Damiano (Drehbuch und Regie) mit. Es wurde der profitabelste Pornofilm aller Zeiten. Die Produktionskosten beliefen sich auf rund 25.000 US-Dollar. Linda Lovelace erhielt eine Gage von 1200 Dollar. Deep Throat soll nach Schätzungen rund 600 Millionen Dollar eingespielt haben.

[4] Stormy Daniels (bürgerlich Stephanie Gregory Clifford) ist eine US-amerikanische Pornodarstellerin und Pornoregisseurin. Sie wurde 2018 außerhalb der Pornobranche bekannt durch ihre angebliche Affäre mit dem heutigen US-Präsidenten Donald Trump, der diese bestreitet.

[5] Safersurfing.rog: Porno-Seiten beliebter als Instagram. Auf: https://www.safersurfing.org/porno-seiten-beliebter-als-instagram (abgerufen am 10.1.2019).

[6] Informationen und Daten auf https://www.culturereframed.org (abgerufen am 10.1.2019).

[7] Aleister Crowley (1875 – 1947) war ein britischer Schriftsteller, Bergsteiger und Okkultist. Er bezeichnete sich als den Antichrist und führte ein ausschweifendes Leben. Seine sexuell aufgeladenen Schriften erlangten in der 1970ern Popularität.


Foto: Alex Block (Unsplash.com).

Reporter und Essayist | Webseite

Wolf Reiser ist Reporter und Essayist und pendelt zwischen München und Athen. Er schreibt für alle nennenswerten Blätter im deutschsprachigen Raum und ist Autor mehrerer Bücher, Hörspiele und Filmskripte. Weitere Informationen unter www.wolf-reiser.de.

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18 Responses

  1. jele sagt:

    Gute Zustandsbeschreibung der wichtigsten Facette unserer kaputten Menschengesellschaft: Die Geschlechterbeziehung. Aber das Niederträchtige daran, nämlich die grundsätzliche Ungleichstellung der Frau bis hin zur Verächtlichkeit im globalen, gewaltverherrlichenden Herrschaftssystem treibt auch außerhalb der westlichen Pornoindustrie ihr Unwesen seit tausenden von Jahren. Dass in einem solchen globalen Gewaltsystem überall alles immer mehr eskaliert bis ins Bodenlose, ist einfach nur logisch.

  2. Wolf-Dieter sagt:

    Die Pornografie bedient die Marktnische „Verlust an Intimität“. Die Filmproduktion erfolgt unter kommerziellem Gesichtspunkt: die Darsteller sind in der Regel nicht ausgebildete Schauspieler, die Drehbuchautoren, Kameraleute und Regisseure regelmäßig fachliche Quereinsteiger.

    Die dramaturgische und darstellerische Leistung ist also durchwachsen. Das mag man ebenso beklagen wie die Qualität der Zeichentrickfilme im Kinderprogramm – und es ist ebenso Banane.

    „Die Pornoindustrie hat mittlerweile nahezu alles trojanisiert, was man unter Eros, Liebe und Sex versteht.“ – (Nö hatse nich.) Moralinsaures Gesülze. Braucht keiner.

    • jele sagt:

      Moralinsaures Gesülze? Das ist es, was die Menschheit ins Unglück gestürzt hat: Die Diskriminierung ihrer Gefühlswelt.

      • Wolf-Dieter sagt:

        Warum moralinsauer: das Attribut „trojanisiert“ ist voll verschwurbelt (also leuchtet nicht ein), klingt aber „böse“. Der Tonfall der Vor-ʼ68er, als man das Pornokino nur mit hochgeschlagenem Mantelkragen betrat, um nicht so leicht erkannt zu werden.

        Probleme haben wir, sicher, Stichwort Genderismus, aber ganz bestimmt ist Pornografie keines davon. Im Gegenteil eher eine Drainage von Problemen.

        • jele sagt:

          Mir leuchtet dieser Satz mit dem „trojanisiert“ total ein. Das ist eine klarsichtige Ansage und überhaupt nicht verschwurbelt. Verschwurbelt finde ich da eher ihre „Marktnische Verlust an Intimität“. Soll das etwa heißen, dass es eigentlich natürlich sei, Sexualität derart auszuleben, wie hier beschrieben und die Pornoindustrie das nur öffentlich macht?

          Hinweis Admin: Nachsatz gelöscht. Bitte bleiben Sie bei Fragestellungen, die sich auf den Kommentar beziehen.

          • Wolf-Dieter sagt:

            Leuchtet dir ein? Großartig. Dann kannst du ihn mir ja erklären.

            • jele sagt:

              Der Begriff „Trojaner“ geht auf die Antike zurück, als das belagerte Troja mit einer List erobert wurde. Die Angreifer machten ein Friedensangebot mit einem monumentalen Geschenk, einem riesigen Pferd aus Holz. Aber das Pferd war hohl und voller schwer bewaffneter Krieger…

              • Wolf-Dieter sagt:

                Danke, soweit bekannt. Des weiteren als Metapher für für Schadsoftware, die bei Pornografie ja nun epochebedingt naheliegender. Der Autor schreibt nun Pornografie sei trojanisiert. Ich kann es drehn und wenden, es ergibt keinen Sinn.

  3. Morgentau sagt:

    Was will man denn erwarten von einer männerdominierten, frauenfeindlichen Welt?
    Sex sells, der menschen(frauen)verachtende, kapitalistische Werbespruch prangert an jeder Litfasssäule, Werbetafel, dudelt im Radio und wird durch die Glotze stündlich in die Gehirne eingebrannt. Selbst Kleinkinder (rosa und blau) wurden/werden mit Barbie und Ken (Puppen) schon angefixt. Genderwahn und Frühsexualisierung sind doch nur Auswüchse einer kranken Gesellschaft die mit Raketen als Phallussymbole rumprahlen und Kriege verherrlichen.
    Zwangs- und Kinderprostitution als geiler Urlaubstrip, nicht nur in die 3. Welt.
    Und als wenn das noch nicht schlimm genug wäre, vergehen sich Geistlich Gestörte an unseren Kindern und erteilen als Militärpfarrer ihren Segen zum nächsten Krieg.

    Aber das alles gibt es ja nicht nur erst seit heute, das gibt es, solange es Menschen gibt.
    Heute wird es nur viel schneller, bis in den letzten Winkel der Welt transportiert.

    • jele sagt:

      Genau. Mit Beginn dieser patriarchalen, kriegerischen Hirtenkultur, unsrer Zivilisation, war natürlich der Sexualtrieb, dem naturbedingt alle Menschen mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert sind- das Ideale Manipulationssfeld für die jeweils herrschende Klasse. Und dieser verbrecherischen Manipulation konnte bis heute kaum etwas entgegen gesetzt werden. Beschneidung ist z.B. Körperverletzung und müsste schon längst überall verboten sein. Wenn die Sexualität in der westlichen Kultur jetzt vor allem zum Geldmachen missbraucht wird, so wird sie anderswo brutal unterdrückerisch und vergewaltigend gegen das Weibliche eingesetzt:Vermummung der Frauen, Kinderehen, Prügelerlaubnis für Ehefrauen. Und das auch noch gottbefohlen. Was hat die Menschheit eigentlich mit der angeblichen Aufklärung erreicht? Die Gewalt hat immer nur zugenommen, parallel zum ungebremsten Bevölkerungswachtum.

    • jele sagt:

      Morgentau, Du schreibst zuletzt: „Aber das gibt es ja…..schon…solange es Menschen gibt“. Das glaube ich allerdings überhaupt nicht. In der Zeit der Matriarchate, vor 7-10 000 Jahren z.B. waren die Menschengesellschaften egalitär organisiert und in der Zeit vor der letzten Sintflut sollen die Menschen z.B. noch keine Tiere gegessen haben. Ich bin mir sicher, dass die Menschen nicht von Anfang an so versiffft waren. Das Ganze ist eine überlebensgefährliche degenerative Erkrankung. Gewalt heißt diese Krankheit am Menschtum. Die gibt es in dieser zerstörerischen, lebensfeindlichen Form bei keiner anderen Spezies und hat vermutlich vor etwa 10 000 Jahren mit Beginn des Patriarchats die Menschheit befallen. Wenn das so wäre, wie Du schreibst, dann wäre die uns bekannte Geschichte nicht durchsetzt mit diesen bekannten Erleuchteten. Ihr Wissen war oder ist Erb-Wissen. Und die gesamte Anatomie des Menschen ist bis heute sichtbar nicht auf Gewalt ausgelegt.

      • Morgentau sagt:

        @jele
        @jele

        Ich muss Dich leider enttäuschen. Knochenfunde aus Kenia belegen Massaker auch vor 10.000 Jahren. Zudem möchte ich auf das Milgram-Experiment (Folter ohne Not) aufmerksam machen, aus den 60er Jahren und das 2009 wiederholt wurde, mit erschreckenden Ergebnissen.

        Und so genannte Erleuchtete hat es in allen Epochen gegeben, aber sie konnten sich nicht behaupten. Im Gegenteil, sie wurden verspottet, verfolgt und ermordet.

        Aber ganz gleich, ob genetisch vererbt, gezüchtet, oder evolutionsbedingt, Gewalt ist bis heute im Menschen tief verwurzelt und sie lässt sich anscheinend in jedem Menschen aktivieren. Es grenzt wirklich an ein Wunder, dass wir bis heute überlebt haben.

        • jele sagt:

          Ich bin da ganz anderer Ansicht. Unsere Geschichtswissenschaft ist genauso einseitig patriarchal überlastig eingestellt, wie unsere übrige Wissenschaft. Das Milgram-Experiment ist auch nur ein wissenschaftlich-patriarchales Totschlag-Argument, das man sich ganz genau ansehen muss.
          Prof.med.Joachim Bauer, Neurologe, Arzt und Psychotherapeut, schreibt in seinem Buch „Schmerzgrenze“ darüber: „viel zitiert, nie genau gelesen“. Es fehlerhaft zu interpretieren, scheint politischer (Herrschafts-)Wille zu sein.
          Es wurden erwachsene Normalbürger von der Straße mit kleinen Barzahlungen dafür geworben, an einem Experiment in der angesehenen Yale-University teilzunehmen. Ihnen wurde erklärt, sie sollten als „Lehrer“ überwachen, wie gut andere erwachsene Versuchspersonen(die „Schüler“) einen Wort-Erinnerungstest absolvierten(es ging um die korrekte Erinnerung und Wiedergabe einer Wortliste). Die „Schüler“ waren in einem Nebenraum plaziert. Sie waren für die Lehrer“ nicht zu sehen, aber zu hören. Die „Lehrer“ wurden nun angewiesen, die für sie nicht sicht-aber hörbaren „Schüler“ bei jedem Fehler mit einem Elektroschock zu bestrafen. Sie wurden instruiert, die Intensität des Schocks(der angeblich am Arm der „Schüler“ appliziert war) mit jeder Strafmaßnahme zu steigern. Hinter jedem „Lehrer“ stand ein weiß bekittelter Untersuchungsleiter, der die Rolle einer wissenschaftlichen Autorität ausübte. Mit zunehmender Stärke der Stromstöße hörten die „Lehrer“ die bestraften „Schüler“ entsprechende Schmerzenslaute ausstoßen. Wenn die Lehrer zögerten, die „Schüler“ mit immer intensiveren Schocks zu bestrafen, wurden sie vom hinter ihnen stehenden Versuchsleiter schroff angewiesen, sie hätten die Schocks weiter zu steigern. „Nun machen Sie schon, es gehört zum Experiment“. In der von Milgram erzeugten Druck-Situation gaben 63% der „Lehrer“ dem Druck der hinter ihnen stehenden Autorität nach und verabreichten, wie gefordert, die schmerzhaften Strafen. Alle Versuchspersonen zeigten jedoch starkes Widerstreben, die Schocks auszuteilen. Viele hatten nach dem Experiment Nervenzusammenbrüche und zeigten Symptome einer posttraumatischen Störung.
          Entscheidend aber war ein bei Zitierung der Milgram-Experimente so gut wie immer unterschlagener, aber äußerst wichtiger Bestandteil des Experiments: Keiner der als „lehrer“ fungierenden Teilnehmer verabreichte die stärker werdenden Schocks, wenn hinter ihm nicht nur ein, sondern zwei weiß bekittelte Untersuchungsleiter standen und der zweite nach der Aufforderung des ersten, die Schocks auszuteilen, sagte: „Sie brauchen es nicht zu tun, wenn sie nicht wollen!“. Bei genauer Betrachtung halten die Milgram-Experimente also keineswegs, was sie im Dienste der Aggressionstrieb-Theorie aussagen sollen, im Gegenteil. Sie zeigen, was auch zahllose neurowissenschaftliche Studien heute eindeutig belegen: Psychisch durchschnittlich gesunden Menschen, die nicht unter äußerem Druck stehen und die durch niemanden provoziert wurden, ist es zuwider, anderen Leid zuzufügen. Ähnlich wie mit Milgrams Studien verhält es sich mit Philip Zimbardos fragwürdigen EXperimenten.So weit also Professor Joachim Bauer.

          Ich bin schon lange der gut begründeten Ansicht,dass man in der heutigen sog.“Wissenschaft“, die in der Regel von Politik bzw. Großindustrie bezahlt wird, so ziemlich alles „beweisen“ kann, was von den Geldgebern gerade gewünscht wird. Der von Freud erdachte und von Konrad Lorenz eifrig aufgegriffene sog. „AggressionsTrieb“ ist ein folgenschwerer Irrtum. Und wer sich damit auf Darwin beruft, hat wiederum Darwin nicht richtig gelesen. Ich schrieb hier an anderer Stelle schon, dass viele Menschen gar nicht wissen, wie sie in der patriarchalen Denke verstrickt sind. Davon gilt es sich jetzt, zu befreien. Dies erachte ich als das Wichtigste überhaupt.

          • Morgentau sagt:

            @jele

            Ich stimme zu, wir müssen uns von der patriarchalen Denke befreien. Doch wie war es möglich, dass es überhaupt dazu kam? Oder besser gesagt, dass es so gewalttätige Ausmasse annahm. Selbst Religionen sind davon durchdrungen. Und warum braucht es einen 2. Versuchsleiter in Deinem Bsp., um die Folter zu beenden?
            Mag sein, dass ein Teil der Menschen friedfertig sind, dennoch lassen sie sich verführen, von den wenigen, die es ja gibt und nicht zu verleugnen sind.

            Andererseits sollte man auch die Frage stellen, wo beginnt Gewalt? Mord, Krieg und Folter sind doch nur krankhafte finale Auswüchse. Verbale Beschimpfungen, Beleidigungen, Respektlosigkeit, Erniedrigungen, Missachtungen, Ignoranz uvm. gehören wohl auch dazu.
            Ist es nicht auch eine Art der Gewalt, dass durch meinen Lebensstandard andere Menschen, z.Bsp. in der 3. Welt, leiden müssen?

            Und nicht zuletzt natürlich die Frage, ab wann ist eine gewaltfreie Grenze überschritten?
            Wenn es ums nackte Überleben geht? Ich meine Familie verteidigen, oder um Nahrung und Wasser kämpfen muss? Bei einigen Menschen reicht schon eine persönliche Beleidigung aus.

  4. jele sagt:

    Ich bin froh, dass Sie mir in diesem Punkt der dringend notwendigen Befreiung aus der patriarchalen Denke zustimmen. Eine andere, freiere Denkart wird immer noch viel zu wenig praktiziert. Es geht nicht darum, dass die Menschen „böse“ sind, sondern darum, dass sie geistig zu „besetzt“ sind, quasi vergewaltigt, um aus dem Teufelskreis heraus zu kommen. Das kann man auch genau an dem oben beschr. Experiment erkennen. Kurt Derungs, Herausgeber und einziger männliche Autor in dem von mir oben genannten Buch über die Diskriminierung der Matriarchatsforschung, schreibt über seinen eigenen Befreiungsprozess: „Das Ergebnis war eine länger Zeit einer schwierigen aber notwendigen Entsozialisierung von den patriarchalen Selbstverständlichkeiten, die als herrschende Normen gleichsam „naturgegeben“ erscheinen“.
    Dass bei Ausgrabungen unzählige Göttinnen-Skulpturen gefunden wurden, davon ist in der patriarchalen Geschichtsschreibung nichts von Bedeutung zu finden. Mit aller Selbstverständlichkeit wird als unverrückbare Tatsache ein ewig patriarchaler Gott angenommen. Derungs schreibt auch: „Tatsächlich beschäftigt sich die Matriarchatsforschung auch mit Religionen, jedoch nicht in einem herrschaftsideologischen Sinn. Niemand wird gezwungen, etwas gegen seinen Willen zu glauben“.
    Ich möchte zum Ganzen dazufügen, dass ich selbst erst vor etwa 10 Jahren auf die Matriarchatsforschung gestoßen bin, weil Claudia von Werhof, eine bekannte Matriarchatsforscherin(z.B. Die Gründerin von „Planetare Bewegung für Mutter Erde“(www.pbme-online.org) mir dieses inhaltsreiche Büchlein zugesendet hatte. Der Auslöser meiner Abwendung von diesem bestehenden Gewaltsystem war schon in den 1970er Jahren mein Mitleid mit den missbrauchten Tieren und gleich danach mein immer mehr sich festigendes Misstrauen gegen die herrschende, verindustrialisierte Medizinwissenschaft mit ihren grauenhaften Tierversuchen und mit ihren Leiden und Qualen gewesen, die sie über die Menschheit gebracht hat. (Ich habe Jahrzehnte lang unter einer Amalgamvergiftung schwer gelitten, ohne dass irgendein Zahnarzt oder Nervenarzt mir damals eine richtige Diagnose stellen konnte. Den Grund meines schweren Leidens mit unerträglichen Trigeminusschmerzen musste ich selbst durch ein kleines, aufklärerisches Heftchen finden, dass damals zu meinem Glück in einem Bio-Laden herumlag. Nicht die Schulmedizin hat mich gerettet, sondern ich selbst und die alternative Naturheilmedizin. Wenn ich nicht sowieso schon skeptisch gegen diese gewesen wäre, weil ich schon als Kind homöopathisch erfolgreich behandelt worden war, wäre ich an der Schulmedizin zu Grunde gegangen.)

  5. VonSeiten sagt:

    Der Artikel ist hervorragend, auch wenn er – das liegt eben in der Natur der Sache – ein paar Punkte nicht so genau darstellt, die ich zum Beispiel als wichtig erachte. @Wolf-Dieter hat einen angesprochen: „Die Filmproduktion erfolgt unter kommerziellem Gesichtspunkt.“ Das scheint das Grundübel. Alles und jeder wird zu Geld gemacht und erst danach folgen Fragen von Ethik und Moral. Aber selbst wenn die aufgeworfen würden, es finden sich „Kunden“, ähnlich wie bei Drogen oder Alkohol, wenn man sich an die Prohibition in den USA erinnert. Die Verbreitung des „Produkts“ ist über das Netz kinderleicht geworden, nicht wie in der Vergangenheit, wo Sexhefte illegale unter dem Ladentisch verkauft wurden. Der Geist ist aus der Flasche und niemand holt ihn zurück, würde ich sagen.

  6. jele sagt:

    Wolf-Dieter/VonSeiten: Qui bono?

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