Ideologiefrei – Wider den konstruierten Zwangsgemeinschaften

Die Nationalstaaten verordneten ihrer Bevölkerung das Gefühl von Gemeinschaft in Gestalt von Staatskonstruktionen, deren Konkurrenzdenken in zwei Weltkriegen mündete. Seit dieser Zeit wird den Menschen ein vereintes Europa als Ideal einer friedlichen Gemeinschaft vermittelt. Es bleibt eine Utopie.

Bis heute wird weitgehend ausgeblendet, dass sich stabile Gemeinschaften nicht „von oben“ als Zwangsgemeinschaften verordnen lassen, sondern sich „von unten“ durch Kooperation entwickeln. Deswegen muss es Aufgabe des Staates sein, Bedingungen für das Gelingen von Gemeinschaften zu schaffen, und nicht diese zu entwerfen, weil ihm dazu schlicht die Fähigkeit fehlt.

Das runde Märchen

Sommer, 2006. Fußball-Weltmeisterschaft. Deutschland schwimmt in einem schwarz-rot-goldenen Meer von Fahnen. Es scheint wie der Ausbruch aus einer jahrzehntelangen Patriotismusstarre. Nationalstolz, Ekstase und Gemeinschaft so weit das Auge reicht. Statt eines wilden „Sommers der Liebe“ wie 1969 in Woodstock, erlebt die Nation ein rundes „Sommermärchen“ mit „Friede, Freude, Fußballkuchen“.

Viele empfanden die Zeit der WM als Hochstunde eines wiedergefundenen deutschen Patriotismus. Ist das wirklich so? Brachte 2006 ein neues-altes Gemeinschaftsgefühl? Umgab das „Sommermärchen“ ein einheitsstiftendes Momentum? Nein. Sechs Wochen Fußball reichen vielleicht, um ein oberflächliches Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen, aber nicht, um echte Gemeinschaft hervorzurufen. Dazu gehört weit mehr als ein rundes Leder, Fahnen und Dosenbier.

Das utopische Ziel der Gesellschaft, Gemeinschaft zu sein

Die Einbettung in Gemeinschaft ist ein soziales Grundbedürfnis. Die Aussicht auf Erfüllung des Wunsches nach Gemeinschaft wirkt somit verführend. Im Politischen durch das Andocken an eine politische Gruppierung inklusive Ideologie. Doch weder die rechte Ecke, mit ihrer Betonung des Nationalismus, noch die linke Ecke, die Gemeinschaft im Internationalismus verspricht oder die Mitte, die heute mit der Vision eines vereinten Europas lockt, können den Wunsch erfüllen.

Folgt man der Gemeinschaftsdefinition des Sozialtheoretikers Zygmunt Bauman [1] streben die unterschiedlichen Lager das gleiche Ziel an:

„Gemeinschaft – das Wort ist uns zum Synonym für ein verlorenes Paradies geworden, in das wir eines Tages zurückzukehren hoffen, und so suchen wir fieberhaft nach dem Weg dort hin.“Zygmunt Bauman (Sozialtheoretiker)

Das „rechte Projekt“, das die Ausgrenzung anderer Menschen über kulturelle Unterschiede betont – wir und die anderen – und den Nationalstaat propagiert, kommt der Gemeinschaft, zumindest oberflächlich gesehen, am nächsten. Aber warum nur auf den ersten Blick? Nach einer weiteren Definition Baumans ist eine Gemeinschaft nur so lange Gemeinschaft,

  • (1) wie sie sich von anderen Gruppen ausgrenzt,
  • (2) klein ist (für alle Mitglieder überschaubar) und
  • (3) autark ist (Ermöglichung des menschlichen Handelns in Gesellschaft).

Per definitionem schließt der Begriff der Gemeinschaft einen Nationalstaat wie auch die Vision einer „Europäische Union“ (EU) aus, weil beide zwar ausgrenzen, aber weder überschaubar sind, noch Autarkie bieten. Die EU ist somit als Konstrukt objektiv nicht imstande, die Lücke von Gemeinschaft und Gemeinschaftsgefühl zu füllen – weder gestern, noch heute oder morgen.

Gemeinschaftsbildung „von oben“ ist nicht stabil

Staatsgebilde, in denen Millionen Menschen zusammen leben, sind durch die Definition der Gemeinschaft nicht abzudecken. In der Rechtskonstruktion „Staat“ besteht die große Herausforderung des herrschenden Regimes darin, dem Staatsvolk, also den der Konstruktion zugerechneten Subjekten, die in der Regel in „echte“ Gemeinschaften wie zum Beispiel Familie, Freundeskreise, Nachbarschaften oder eben Fußballmannschaften eingebunden sind, zu vermitteln, dass innerhalb der politischen Konstruktion Überschaubarkeit, Abgrenzung – gegenüber anderen Völkern – und Autarkie gegeben seien, somit eine Staatsgemeinschaft existieren würde.

Um diese Verformung der Realitäten zu vollenden, sind Kunstgriffe notwendig, die eine Gemeinschaft im Sinne einer staatlichen oder nationalen Gemeinschaft suggerieren, ohne aber den definitorischen Anspruch an Gemeinschaft real zu erfüllen. Hierzu gehören vor allem Verweise auf eine gemeinsame Geschichte, eine gemeinsame Kultur, einen gemeinsamen Glauben, gemeinsame Werte und gemeinsame Feinde.

Ein Beispiel für eine von „oben“ verordnete Nationalstaatsgründung, die eine Gemeinschaft abbilden sollte, liefert das Königreich Italien. Es entstand 1861 auf dem heutigen Gebiet der Republica Italiana als Folge der Vereinigung ursprünglich eigenstaatlicher Fürstentümer und Regionen. Diesem Prozess gingen mehrere revolutionäre Erhebungen und die Italienischen Unabhängigkeitskriege voran.

Der neue Nationalstaat, der sich nach seiner Ausrufung als konstitutionelle Monarchie begründete, stürzte sich schnurstracks ins blutige Weltgeschehen. Das Königreich nahm am Raubzug zur Kolonialisierung Afrikas teil, kämpfte mit dem Osmanischen Reich um die Herrschaft in Libyen und beteiligte sich an beiden Weltkriegen. Im Juni 1946 war der Spuk vorbei und die Italienische Republik wurde ausgerufen. Und auch wenn sich der Nationalstaat Italien in der Gegenwart anschickt, sich gegenüber Flüchtlingen und Migranten abzuschotten, so existiert bis heute in der Bevölkerung kein wirkliches Interesse für Italien als Italien. Vielmehr verstehen sich die Neapolitaner als Neapolitaner, Venezianer als Venezianer und Römer als Römer.

Der „gemeinsame Feind“ schafft nur eine Anlaß-Gemeinschaft

Was ist mit den gemeinsamen, moralischen Werten, die die Regierungen im „freien Westen“ propagieren? Die unantastbare Würde des Menschen beispielsweise oder das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, sind in Artikel und Paragrafen gegossen. Diese lassen Raum für Interpretation. Die Worthülsen werden biegsam und je nach Interessenlage verbogen. Ein Beispiel liefert der Handel mit und der Verkauf von Kriegsgerät. Nicht moralische, sondern materielle Werte sind hier handlungsleitend.

Die moralischen Werte wurden in der politischen Debatte derartig strapaziert, dass der Verweis auf sie die sinnstiftende Wirkung verloren hat. Deswegen müssen andere Ziele her, um „den Laden“ im Inneren zusammenzuhalten.

Der Psychologe Muzafer Sherif konnte schon 1954 mit seinem bekannten Ferienlagerexperiment [2] nachweisen, das gemeinsame Ziele zwischen unterschiedlichen Gemeinschaften Frieden stiften.

Es ist keine Überraschung, dass trotz der Erfahrung zweier Weltkriege extern nach „gemeinsamen“ Feinden gesucht wird, die die „Retorten-Gemeinschaften“ bedrohen würden. Fast 20 Jahre nach 9/11 reicht der internationale Terrorismus und der gemeinsame „Krieg gegen den Terror“, dem Hunderttausende Unschuldiger zum Opfer gefallen sind, nicht mehr aus. Selbst wenn terroristische Gruppen außerhalb ihres Aktionsbereichs operieren, so verfolgen sie in erster Linie staatsinterne beziehungsweise auf ein bestimmtes Territorium begrenzte Ziele.

Als Trumpf wurde die Religionskarte gespielt. Es wird ein internationaler islamistischer Terrorismus unterstellt, wodurch der Islam per se diskreditiert wurde. Dieser Versuch erweist sich als untauglich im Angesicht der Kriege um Ressourcen und strategischen Einfluss, die mit Billigung oder unter direkter beziehungsweise indirekter Beteiligung westlicher Staaten unter anderem im Nahen Osten geführt werden. Eine offensiv-ablehnende Haltung gegenüber Russland und den USA bleibt auf dem europäischen Kontinent als Ausweg – China ist geografisch und gedanklich zu weit entfernt.

Verkrusten, isolieren, zerbrechen

Um aus den bisherigen Nationalstaatskonstruktionen auszubrechen und einen „moralisch sauberen“ neuen Superstaat Europa zu zimmern, müssen Attribute betont werden, die jeder Mensch gerne in Anspruch nimmt: Wohlstand, Sicherheit und Friedfertigkeit. Daraus ergibt sich, dass an anderen Orten soziale Unsicherheit und vor allem Aggressivität warten. Wohlstand, so die Logik, gibt es nur im Paket mit Armut, Sicherheit nur bei vorhandener Unsicherheit und Friedfertigkeit ist lediglich dann gegeben, wenn Krieg und Gewalt als Spiegel dienen.

Dies passt wiederum ins Verständnis von homogenen Gemeinschaften. In ihnen entspringt weder das Bedürfnis nach externer Kritik noch nach Reflexion noch nach Experimenten. Somit verkrusten die Denk- und Sichtweisen zunehmend. Das hat Konsequenzen. Sobald zum Beispiel neue soziale Verhaltensmuster auftreten, die in der Gesellschaft als nützlich erkannt und angenommen werden, und diese somit verändern, wird die homogene Gemeinschaft nicht durch Anpassung reagieren, sondern mit Widerstand, da sie zum Wandel kaum mehr fähig ist. Sie wird sich weiter isolieren und letztlich zerbrechen (siehe Bauman, 2009).

Somit offenbart sich ein grundsätzliches Missverständnis, was ein Staat überhaupt mit Gemeinschaft zu tun hat – er hat nichts mit Gemeinschaft zu tun.

Das Staatsgebilde ist die Ausformung einer Klassengesellschaft, in der die Macht- und Herrschaftsverhältnisse klar verteilt sind: wenige Individuen, die in der Gegenwart die Masse des Besitzes über Finanzunternehmen, Konzerne, Vermögens- und Immobilienverwaltungen auf sich vereinigen, herrschen über viele andere. Auch die politische Beteiligung, die sich final in Wahlen kanalisiert, ändert nichts an der Trennung. Die im großen Stil vorangetriebene Privatisierung von Gemeineigentum ist ein untrüglicher Indikator.

Konkurrenzdenken schadet dem friedlichen Nebeneinander unterschiedlicher Gemeinschaften

Der moderne Staat, der das Konkurrenzdenken nicht nur zwischen den Völkern betont, sondern die Individuen in Wettbewerb stellt – und damit die Aggressivität zwischen den Menschen fördert –, lässt sich durchaus mit einer Wiese vergleichen, auf der zahllose bunte Milchkühe in vielen kleinen Gruppen zusammenstehen. Wie im Politischen, zum Beispiel bei den extremen linken oder rechten Gruppierungen, weichen deren Ansprüche und Ziele teilweise eklatant voneinander ab. Was die Gruppen im Inneren zusammenhält, sind eigene, die Gemeinschaften beseelende, Ideologien. Nach Außen wird nach Abgrenzung gestrebt, folglich „die anderen“ Gruppierungen bekämpft.

Der Besitzer der wettbewerbsorientierten Wiese – in der Realität multinationale Konzerne, die in die Politik einsickern und die Gemeinschaften auflösen – steht derweilen am Zaun und beobachtet das Geschehen. Dabei ist er darauf bedacht, dass die einzelnen Gruppen in ihrem Wirkungsgrad überschaubar und somit jederzeit kontrollierbar bleiben. Kommt es durch ein übergeordnetes Ziel zu einer Annäherung der Gruppen, wodurch die Wettbewerbssituation aufgehoben wird, so wie es aktuell bei den Gelbwesten in Frankreich zu beobachten ist, werden die herrschenden Verhältnisse infrage gestellt.

Entsprechend kann sich das Verständnis vom Staat als Gemeinschaft nur auf einen bestimmten Ausschnitt aller gesellschaftlichen Gruppen beziehen, nämlich auf jenen, der die größten Übereinstimmungen in vor allem politischen und sozialen Fragen aufweist. Das setzt wiederum voraus, sich gegenüber den intranationalen Extremen abzugrenzen, um als Gemeinschaft zu existieren. Somit wird die Idee von Nation und/oder Staat als Gemeinschaft aller Subjekte ad absurdum geführt.

Der Staat strebt nach traditionaler Herrschaft

Als Konzentrat bleibt zuerst die Feststellung, dass moderne Staaten, nicht nur in Europa, politische Gewaltgebilde sind (vgl. Max Weber), deren Ursprünge auf Kriegerkasten und die manipulative Kraft von Priestern und Tempeln zurückgehen [3]. Sie bildeten sich mit den Zivilisationen heraus, verbündeten sich – je nach Notwendigkeit – mit anderen Machtgruppen oder bekämpften sie.

In der historischen Dimension der Staatenbildung lässt sich dies an unzähligen Kreuz- und Raubzügen, Glaubens-, Kolonial-, Eroberungs- und Vereinigungskriegen, Annektionen und Einverleibungen durch diplomatische Handlungen nachvollziehen.

Einigkeit bestand bei den rivalisierenden Gruppen immer darin, das gemeine Volk von der Macht fernzuhalten. Die Basis des Seins heutiger europäischer Nationalstaaten ist also die Verfestigung von althergebrachten Besitz- und Machtverhältnissen, deren Ursprung Gewalt ist. Diese wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nicht eingestellt, sondern die kriegerischen Handlungen wurden „outgesourct“ vorzugsweise nach Afrika und Indochina.

„Herrschaft soll heißen die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden.“ (Max Weber, Soziologe)[4]

Die staatliche legale Herrschaft, ein Gemisch aus Bürokratie und richterlicher Gewalt (Rechtspflege), die vor allem auf Verträgen beruht, die von den Beherrschten, wie aber auch von den Herrschenden eingehalten werden sollen, beginnt zu bröckeln.

Es ist zu erkennen, dass sich im politischen wie auch im gesellschaftlichen Raum die Herrschaft vom Recht entfernt, während das beherrschte Staatsvolk und seine Repräsentanten dem Recht mehr und mehr ausgeliefert sind. (vgl. Fritz R. Glunk, Regieren ohne Regierung).

Als Folge erfährt die legale Herrschaft immer weniger Unterstützung aus der Bevölkerung, was in zwingender Konsequenz zum Entzug der Legitimation und damit zum Ende der Herrschaft führt. Diese, sofern sie ihren Herrschaftsanspruch durchsetzen will, wandelt sich in einer Übergangsphase zur Tyrannei. Deren einzige Legitimation ist die Gewalt. Diese wiederum wird in Form von Revolutionen und Aufständen bekämpft.
Daher suchen Staaten vielfach nach Wegen, um die legale Herrschaft in traditionale Herrschaft zu überführen. Es gilt, die eigene Existenz als notwendige, weil Gemeinschaft ermöglichende, Konstruktion zu rechtfertigen. Fällt dieses Momentum aus, würde die Herrschaft noch mehr infrage gestellt.

Herrschaft aus Tradition speist ihre Legitimation aus dem Glauben der Beherrschten an eine Ordnung, die schon immer gegeben war und der daher gehorcht, also Legitimation erteilt werden müsse. Eine solche Gesellschaftsform, ähnlich der feudalistischen des europäischen Mittelalters, spaltet sich auf. Die dann gegebene Konstellation kann keine Gemeinschaft im Sinne der eingangs genannten Definition abbilden. Das Gemeinschaftsgefühl entfällt völlig: Der Herrscher wird zum Herren, die Beherrschten zu Untertanen.

Anlaß-Gemeinschaften erfüllen nicht die Aufgaben echter Gemeinschaften

Doch das Gemeinschaftsgefühl gehört zu den menschlichen Grundbedürfnissen. Der humanistische Psychologe Abraham Maslow [5] spricht von einem Liebes- bzw. Zugehörigkeitsbedürfnis, deren Erfüllung – in Kombination mit anderen Bedürfnissen – das Subjekt erst zum Subjekt macht. Doch um Gemeinschaften beizutreten, bedarf es erstmals welcher. Dies ist im Moment das eigentliche Problem: Es mangelt an verfestigten Gemeinschaftsformen. Und der Wille zum Exzess ist das Resultat fehlender echter Gemeinschaften.

In einer durch Mobilität, Flexibilität und Globalisierung veränderten Lebenswirklichkeit zersprengen traditionelle Gemeinschaftsformen wie Familie oder Nachbarschaft; gleichzeitig sucht und schafft sich das Subjekt neue Ersatzgemeinschaften. Der Nachteil: das Subjekt geht überwiegend Anlaß-Gemeinschaften (vgl. Bauman, 2009) ein, um eine

„kollektive Absicherung gegen individuell erlebte Verunsicherungen“

zu erhalten.

Die Großstadt ist so eine Form von Anlaß-Gemeinschaft: künstliche, oberflächliche Bindungen, wie zwischen Igeln, bei denen die Stacheln wirkliche Nähe verhindern. Doch das durch die „Stacheldistanz“ hervorgebrachte unbefriedigende Gemeinschaftsgefühl erzeugt im Subjekt eine Spannung, die es versucht aufzulösen. Dies geschieht auf zweierlei Art:

  • (1) Rückzug ins Private.
  • (2) Angriff in die Öffentlichkeit.

Was beide Weisen vereint, ist der „Wille zum Exzess“. Der homo apathicus zieht sich verstärkend in das Private zurück, um sein Liebesbedürfnis zu verwirklichen. Warum? Die Gesellschaft erschwert seine Realisierungsformen als Paar, Familie oder Nachbarschaft, die mit der Steigerungslogik einer Leistungsgesellschaft zunehmend konfligieren, also in Konflikt geraten. Deswegen haftet dem Rückzug, als Ablehnung der Gesellschaft, etwas Exzessives an, weil es einen exzessiven Willen zum Mensch-Sein darstellt.

Der homo hyperactivus hingegen arrangiert sich mit der gesellschaftlichen Logik und seinem Unmensch-Sein. Er ist ein Kosmopolit, der in einer „gemeinschaftsfreien Zone“ (vgl. Bauman, 2009) lebt und Anlaß-Gemeinschaften eingeht. Sein „Wille zum Exzess“, als exzessive Affirmation gesellschaftlicher Verhältnisse verstanden, äußert sich in unruhigen, zerstreuten und grenzenlosen Verhaltensweisen – sei es als Workaholic, als Adrenalinjunkie oder als Sportfanatiker.

Ohnmacht stellt die Grundstimmung beider Charaktertypen dar, also des homo apathicus und des homo hyperactivus. Der „Wille zum Exzess“ ist eine Möglichkeit des Subjekts der Ohnmacht im Rahmen seines Möglichen zu entfliehen. Doch ist es damit getan? Findet das Subjekt auf eigene Faust das verlorene Paradies der Gemeinschaft?

Auf eigene Faust sicherlich nicht. Bedingungen einer materiellen Gleichheit und zur Selbstbestimmung kann das Subjekt nicht beeinflussen.

Es ist Zeit, Bedingungen für Gemeinschaft zu schaffen

Deswegen gibt es den Berufspolitiker und das Gesetz. Oder in den Worten Zygmunt Baumans:

„Die beiden Dinge, für die eine Gemeinschaft sorgen müsste, um die Pathologie unserer atomisierten Gesellschaft direkt entgegenzuwirken sind die Gleichheit der Ressourcen ohne die sich die Ohnmacht von Individuen de jure nicht von der Selbstbestimmung von Individuen de facto umwandeln lässt, und die kollektive Absicherung gegen individuelle Defizite und Schicksalsschläge.“Zygmunt Bauman

Die Vergangenheit kann man nicht ändern, doch die Zukunft lässt sich positiv gestalten – auch unter widrigen Umständen. Vorausgesetzt es findet ein Wechsel von der Konkurrenz zur Kooperation statt.


Literaturhinweise

Zygmunt Bauman: Gemeinschaften. Frankfurt a. M.: Suhrkamp (2009).
Abraham Harold Maslow: Motivation und Persönlichkeit. Olten und Freiburg i. B.: Walter (1977).
Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft (1922).


Quellen und Anmerkungen

[1] Zygmunt Bauman (1925-2017) war ein polnisch-britischer Soziologe und einer der profiliertesten Sozialtheoretiker. Bauman setzte sich unter anderem mit der Macht in der Postmoderne auseinander. Diese bewege sich mit der Geschwindigkeit elektronischer Signale. Sie sei daher schwer greifbar, exterritorial und physisch unabhängig. Macht rinnt im Sinne von Bauman daher durch Raum und Zeit. Sie würde sich vor allem nicht an die nationalen Grenzen halten, die in der Moderne durch Grenzkontrollen und Kriege zwischen den Machtblöcken verteidigt wurden.

[2] Muzafer Sherif (1906-1988) war ein türkischer Sozialpsychologe. Er wurde bekannt durch seine Forschungen zum sozialen Einfluss und Konflikten innerhalb und zwischen Gruppen. Mit seinem Ferienlagerexperiment konnte Sherif nachweisen, dass es zum Abbauen von Stereotypen nicht ausreicht, Kontakt zwischen verschiedenen Gruppen herzustellen, sondern es insbesondere notwendig ist, gemeinsame Ziele anzustreben und diese durch aktive Zusammenarbeit zu verfolgen.

[3] Dr. Reinhard Paulsen: Staatenbildung, Zivilisation und das Recht des Stärkeren.

[4] Max Weber (1864-1920) war ein deutscher Nationalökonom und Soziologe. Weber beeinflusste mit seinen Theorien vor allem die Wirtschafts-, Herrschafts- und Religionssoziologie. Bekannt sind zum Beispiel seine Unterscheidung von Gesinnungs- und Verantwortungsethik sowie das Prinzip der „Werturteilsfreiheit“. In der Wissenschaftstheorie wird unter der Anforderung nach Wertfreiheit verstanden, dass die Wahrheit eines Satzes unabhängig von seinem Gehalt beurteilt werden soll. Aussagen sollen nicht nur deshalb für richtig gehalten werden, weil sie dem eigenen Wertsystem aus Meinungen, Vorstellungen, Ideen und Idealen entsprechen, aber auch nicht als falsch gelten, weil sie dem eigenen Wertsystem eben nicht entsprechen. Weber vertrat die Position, dass Wissenschaftliche Theorien das Ziel verfolge, Fakten in der Welt zu beschreiben. Dafür seien Werturteile unerheblich. Um die Frage „Was ist in der Welt der Fall?“ zu beantworten, wäre eine Beantwortung der Frage „Was sollte in der Welt der Fall sein?“ irrelevant. Weber gilt als einer der Klassiker der Soziologie und der Kultur- und Sozialwissenschaften.

[5] Abraham Harold Maslow (1908-1970) war ein US-amerikanischer Psychologe. Er wurde bekannt durch die nach ihm benannte Bedürfnispyramide. Maslow differenziert zwischen Defizitmotiven, die einem Zustand des Mangels entspringen und Wachstumsmotiven, die auf eine Selbstvervollkommnung des Subjekts zielen. Diese Vollkommenheit kann erst erreicht werden, sofern die Defizitmotive bestehend aus (1) physiologischen Bedürfnissen, (2) Sicherheitsbedürfnissen, (3) Liebesbedürfnis und (4) Wertschätzungsbedürfnis erfüllt werden.


Foto: Adam Whitlock (Unsplash.com)

Deborah Ryszka (Jahrgang 1989), M. Sc. Psychologie. Nach universitär-berufspsychologischen Irrwegen in den Neurowissenschaften und Erziehungswissenschaften nun mit aktuellem Lager in der universitären Philosophie. Sie versucht sich so weit wie möglich der gesellschaftlichen Direktive einer hemmungslosen öffentlichen Selbstdarstellung bis hin zur Selbstaufgabe zu entziehen. Mit Epikur ausgedrückt: „Lebe im Verborgenen. Entziehe dich den Vergewaltigungen durch die Gesellschaft – ihrer Bewunderung, wie ihrer Verurteilung. Lass ihre Irrtümer und Dummheiten und gemeinen Lügen nicht einmal in der Form von Büchern zu dir dringen.“

Gunther Sosna studierte Psychologie, Soziologie und Sportwissenschaften in Kiel und Hamburg, und arbeitete im Bereich Kommunikation, Werbung und als Journalist für Tageszeitungen und Magazine. Er lebte über zehn Jahre im europäischen Ausland und war international in der Pressearbeit und Werbung tätig. Er ist Initiator von Neue Debatte. Regelmäßig schreibt er über soziologische Themen, Militarisierung und gesellschaftlichen Wandel. Außerdem führt er Interviews mit Aktivisten, Politikern, Querdenkern und kreativen Köpfen aus allen Milieus und sozialen Schichten zu aktuellen Fragestellungen.

17 Comments

  • Im Prinzip richtig. Deshalb verweise ich auf meine Petition ie change.org: Anwendung des Art. 23 Grundgesetz. Hier sind die Bedingugnen für ein demokratisches vereintes Europa enthalten. Wichtig hierbei der zwinend vorgeschriebene Volksentscheid über eine Verfassung des neuen Staates. Diese verfaasunggebnde Versammlung sollte dann von unten her gebildet werden entsprechend dem Subsidiaritätsprinzip. Damit der notwendige Volksentsxheid auch gelingt. Ein Vorschlag ist auf meiner Webseite [Hinweis Admin: Fehlerhafter Link. Link entfernt. Bitte schreiben Sie noch einmal den korrekten Link als Antwort.] – fibeamter nachzulesen. Diskussion erwünscht.

  • Die Autoren schreiben..

    „…Deswegen muss es Aufgabe des Staates sein, Bedingungen für das Gelingen von Gemeinschaften zu schaffen,..“

    weiter unten heißt es dann,

    „…Die Basis des Seins heutiger europäischer Nationalstaaten ist also die Verfestigung von althergebrachten Besitz- und Machtverhältnissen, deren Ursprung Gewalt ist…“

    Der 2. Aussage kann ich voll und ganz zustimmen. So ist es leider noch.
    Staaten sind Zwangsgemeinschaften auf Basis althergebrachter Besitz- und Machtverhältnisse deren Ursprung Gewalt ist.

    Deshalb wird sich meiner Meinung nach der Staat einen Teufel darum scheren und eben KEINE Bedingungen für ein Gelingen von Gemeinschaften schaffen. Er wird höchstens so tun als ob.

    Echte Gemeinschaften unter freien Menschen wird er nur so lange zulassen, solange seine ZWANGSHOHEIT nicht bedroht ist.
    Oder kann man auch aus Staaten austreten um wirklich freie Gesellschaftsmodelle auf den Weg zu bringen?
    Meines Wissens nicht, denn „der freie Bürger“ ist ein Märchen. Tatsache ist, die „Staatsbetreiber“ betrachten die Menschen noch immer als ihr Eigentum.

    Von Freiheit sind wir leider noch weit entfernt.
    Freie Gemeinschaften können sich erst dann wirklich etablieren, wenn sie niemanden mehr über sich haben, der die OBERHOHEIT beansprucht.
    Eine reine Machtfrage – wie gehabt.

    Also weiter: „Wider allen konstruierten Zwangsgemeinschaften“.

  • Mir gefällt dieser Artikel überhaupt nicht und ich habe mir nur deshalb die Mühe gemacht, ihn durchgelesen, weil Herr Sosna als Autor mit gezeichnet hat und ich in einem sehr guten Artikel hier schon seine klare, in die Tiefe gehende Sprache bewundern konnte, wovon in diesem Artikel allerdings nichts zu spüren ist. Im Gegenteil finde ich hier vieles viel zu oberflächlich, plakativ und auch einiges einfach unwahr. Zum Beispiel dies: „Als Trumpf wurde die Religionskarte gespielt. Es wird ein internationaler islamistischer Terrorismus unterstellt, wodurch der Islam per se diskreditiert wurde“ Es wird also damit behauptet, dass ein internationaler islamistischer Terrorismus nicht bestünde und unsere Herrschenden den Islam per se diskreditieren würden. Das ist beides schlicht nicht wahr. Der islamistische Terrorismus ist eine Tatsache, wodurch auch immer er entstanden ist und von wem auch immer er protegiert wurde bzw. wird und der Islam als Religion wird nicht nur von der neuen Linken und den Grünen in unantasbaren Schutz genommen, sondern von unserer gesamten Regierung. Eine Kritik, die bei allen anderen Religionen seit ich denken kann, völlig selbstverständlich war und auch praktiziert wurde und wird, ist hier doppelt verunmöglicht worden. Einmal durch den Islam selbst, wo er sogar lebensgefährlich sein kann und dazu noch von unserer herrschenden Politik, die hier Religionskritik als „rassistisch“ , nazistisch“ oder schlicht als „rechts“ bezeichnet. Dass gute Gemeinschaften nicht von den Herrschenden verordnet werden und auch nicht werden können ist doch wohl sowieso allen klar und gar nicht der Rede wert.
    Was will oder soll uns also dieser Artikel sagen? Dass gut funktionierende, ideologiefreie Gemeinschaften her müssen und bitteschön von unten? Ach nee!

    • @Jele Erst einmal vielen Dank für das vorangehende Lob. Das weiß ich zu schätzen. Nun aber gleich zu Ihrer Kritik, vor allem der angeblichen „Unwahrheit“. Sie schreiben: „Es wird also damit behauptet, dass ein internationaler islamistischer Terrorismus nicht bestünde und unsere Herrschenden den Islam per se diskreditieren würden.“

      Es gibt bis zum heutigen Tag keine verbindliche Definition, was internationaler Terrorismus und im konkreten Fall internationaler islamistischer Terrorismus sein soll, den Sie im Folgesatz Ihrer Kritik leider wieder verkürzen auf „islamistischen Terrorismus“. Es ist völlig unbestritten, dass es religiös motivierten Terrorismus, somit auch islamistischen Terrorismus gibt. Im Beitrag geht es aber um den „internationalen islamistischen Terrorismus“. Zahlreiche Versuche zur Definition wurden unternommen, um zu erklären, was dies sein soll. Doch es zeigt sich, dass sich das internationale Element, wie im Text genannt, auf einzelne Aktionen bezieht, die sich außerhalb eines bestimmen Staates oder Gebietes abspielen, aber das eigentliche Ziel der jeweiligen Gruppierung eben territorial bzw. räumlich begrenzt ist.

      International würde in Konsequenz außerdem bedeuten, es würde ein übergeordnetes Ziel existieren, das alle – durch den Islam motivierten – terroristischen Gruppen gemeinsam verfolgen würden. Dies würde voraussetzen, dass alle Gruppen, von der Abu Sayaf auf den Philippinen bis zur Hamas in Palästina oder der Boko Haram in Nigeria gemeinsam agieren, sich organisieren, absprechen und gemeinsam handeln. Gibt es dafür Belege? Ich habe keine finden können bisher, lediglich eine zunehmende Konzentration von terroristischen Aktionen in islamischen Staaten, vor allem im Nahen Osten, und auch terroristische Gruppierungen, die sich gegenseitig bekämpfen. Eventuell kommt al-Qaida der Begrifflichkeit nahe, aber diese steht eben als Organisation für sich. Sollten Sie dazu Belege finden, die die Internationalisierung plausibel begründen, lassen Sie mich dies bitte wissen.

      Dass der Islam als Religion in Schutz genommen würde, kann ich nicht nachvollziehen, da der Beitrag keine Religionskritik darstellt, der Islam nicht im Zentrum der Überlegungen steht, also nichts geschützt werden müsste, wenn man dies denn wollte.

      Sie schreiben dann: „Dass gute Gemeinschaften nicht von den Herrschenden verordnet werden und auch nicht werden können ist doch wohl sowieso allen klar und gar nicht der Rede wert.“ Wenn es so klar wäre, wie Sie schreiben, würde ja niemand auf den Gedanken kommen, von einer zum Beispiel westlichen Wertegemeinschaft zu sprechen oder im Zusammenhang mit der eventuellen Gründung eines „Superstaats Europa“ von einer Gemeinschaft der Menschen, während genau diese Gemeinschaft im Gigantismus nicht gegeben ist. Insofern erscheint mir persönlich die Frage unvermeidbar, wo das „Gemeinsame“ zu suchen sein soll, wenn es schon auf nationalstaatlicher Ebene kaum zu finden ist. Vielleicht stimmen Sie mir in dem Punkt zu, und dass unter Umständen ein Regionalisierungskonzept oder eine andere Konzeption, die Gemeinschaft berücksichtigt, diese Lücke schließen könnte, damit Gesellschaft als politische Konstruktion etwas ähnliches wie Gemeinschaft abbilden kann. Dies nur als Idee. Lassen Sie mich bitte wissen, was noch alles oberflächlich, plakativ und unwahr sein soll.

      • @ jele
        Sie schreiben:

        „…Dass gute Gemeinschaften nicht von den Herrschenden verordnet werden und auch nicht werden können ist doch wohl sowieso allen klar und gar nicht der Rede wert…“

        Das kann ich jetzt nicht nachvollziehen, wie sie darauf kommen, dass das nicht der Rede wert sein soll, angesichts dessen, dass
        so gut wie die ganze „Welt“ von Zwangsgemeinschaften, wie es Staaten nunmal sind, belagert ist und fast immer und überall geht es nur darum, welche Partei, welche Regierung, welche Gesetze u.s.w.

        Ich glaub, es ist fast andersherum, nämlich, dass sehr viele Menschen noch immer die Lösung in diesen Zwangsgebilden suchen, oder wie erklären sie sich die Tatsache, dass die Menschen noch immer zu den Urnen laufen bzw. die Lösungen noch immer in neuen Parteigründungsversuchen (wie z.B. zur Zeit wieder bei den Gelbwesten) gesucht wird?

        Und die Behauptung: „Das ist sowieso allen klar“, impliziert, dass sie auch mit allen gesprochen haben, was ich mir ehrlich gesagt, schwer vorstellen kann.

        Weiter schreiben sie:

        „…Was will oder soll uns also dieser Artikel sagen? Dass gut funktionierende, ideologiefreie Gemeinschaften her müssen und bitteschön von unten? Ach nee!…“

        Wenn das alles so klar ist, was schlagen sie vor? Worüber sollte man ihrer Meinung nach sprechen?

  • Wenn man heute Gedankenarbeit aus anderen Zeiten zur Klärung der aktuellen Problematik-Situation zu Rate ziehen möchte, so kann nur noch diejenige der ganz großen Geister dafür etwas her geben, die nicht nur „Kind ihrer Zeit“ gewesen sind. So wie Sokrates einmal sagte: „Wer wirklich für die Wahrheit kämpfen will, muss unbedingt zurückgezogen leben und darf sich NICHT mit Politik befassen. Wir haben heute eine nie da gewesene Situation in der Welt, die, wenn überhaupt, nur hellsichtige Menschen voraussehen konnten. Dieser Artikel kommt mir vor wie eine Semester- Fleiß- Arbeit an einer Uni ohne oder mit zu wenig eigenem Denken. Das zum einen, insgesamten persönlichen Eindruck von mir.
    Und so ist denn auch dieser eine Satz mir als besonders gedankenlos und plakativ aufgefallen, den Sie jetzt so vehement verteidigt haben, aber dennoch mir nicht erklären konnten. Wer hat denn „die Religionskarte gespielt“ und wer hat denn den „internationalen islamistischen Terrorismus unterstellt, den sie als nicht existent ableugnen? Wenn ein entsprechender Herrschafts-Glaube Menschen eint, der sie dazu veranlasst, auf der ganzen Welt Andersdenkende zu verfolgen und zu ermorden, der weltweit Bombenanschläge auf christliche Kirchen verübt und damit die ganze „nicht gläubige Menschheit“ bedroht bzw. bedrohen will, der emanzipierte Frauen auf der ganzen Welt zu Huren erklärt und für vogelfrei hält und so behandelt? Für mich ist das internationaler Terrorismus, egal. was Sie dazu noch alles schreiben wollen. Weder Sie noch ich können einen „verbindlichen Beweis“ für das erbringen, was Sie bzw. ich meine(n). Und wer alles das jetzt noch extra angeheizt und unterstützt hat, um eine fest sitzende Strenggläubigkeit als Menschen- Waffe für sich zu nutzen, steht noch auf einem ganz anderen Blatt. Mein Freund hat mir vorhin eine, wie ich finde, sehr kluge und treffende Formulierung zum Thema Islamproblematik gegeben: “ Das ausgegebene Verbot der Islamkritik ist die neue Inquisition.“ Und dieses Kritik-Verbot wird auch in allen Foren, die ich bisher kenne, brav eingehalten. Nur bei RT-Deutsch wird über die entsprechenden Vorkommnisse regelmäßig berichtet und diskutiert. Jetzt wieder ganz aktuell: „Explosionen bei Gottesdienst auf den Philippinen – mindestens 19 Tote.“ Aber das ist ja bei Euch alles nicht der Rede wert.

  • Gemeinschaft, ein Wort, das nicht nur in diesem Artikel, sondern auch auf diesem Blog ein wenig glorifiziert wird?
    Richtig ist u.a. die Feststellung, dass eine Gemeinschaft sich von anderen Gruppierungen absetzt. Und somit ist ein Konflikt fast unausweichlich. Ganz gleich, ob Familienfehden, Parteiengerangel, Vereinsmeierei, oder anders ideologisch und/oder religiös gefärbte Gruppierungen.
    Tatsache ist aber auch, dass es die „Weltgemeinschaft“ nicht geben kann, da (fast 8 Milliarden) Menschen nun mal verschieden sind. Zudem kann es keine intakte Gemeinschaft geben, wenn das Individuum „krank“ ist. Oder anders ausgedrückt, wenn wir selbst mit uns im „unreinen“ sind, so färbt das auch auf die Gesellschaft ab und umgekehrt. Denn wir sind immer Gesellschaft, auch wenn wir glauben, nicht daran teilzuhaben und uns ausgrenzen.

    Toleranz, Respekt und Achtung dem (anderen) Leben gegenüber ist nur möglich, wenn ich diese Eigenschaften auch auf mich selbst anwenden kann. Das gelingt durch Selbstreflexion, eigene Wertschätzung und Liebe und nicht durch staatliche, religiöse, oder gesellschaftliche Massenhypnose.

    Wir haben ein zuviel an Informationen, weil ein Grossteil einfach nur Mist ist. Der Volksempfänger und das Fernsehen waren der Grundstein für die Volksverblödung(sklavung). Das Smartphone ist die Weiterentwicklung, mit denen Gemeinschaft/Freundschaft in virtuellen Communities und persönliche Wichtigkeit durch ständige Erreichbarkeit suggeriert wird und somit schon das Wort Individuum vergewaltigt wird.

    Jeder Mensch ist per se ein Individuum. In der negativen Form fühlt sich der Einzelne einsam und getrennt vom Rest der Welt. Im positiven Sinn, ist das Individuum mit allem eins, fühlt sich mit allem verbunden, da es alles ist, da es auf der spirituellen Ebene keine Trennung gibt.

    Doch dieses Bewusstsein, wird durch die digitale Plastikwelt der Illusionen, des Materialismus’ zerstört und somit verkommt das Individuum zum Egoisten und begrenzt sich selbst, wodurch Gemeinschaft unmöglich wird. Bestenfalls eine konstruierte Zwangsgemeinschaft. Und genau das ist der Status Quo seit Jahrtausenden. Unterschiedliche Gemeinschaften konkurrieren und bekämpfen sich und niemand fühlt sich verantwortlich, denn es sind ja die anderen (Gemeinschaften), aber nie wir/ICH selbst. Deshalb ist die Welt so wie sie ist.

    Die weltweiten Kriege, der Ressourcenraub, die Weltverschmutzung, das Artensterben, die Ausbeutung der 3. Welt – für all das ist jeder Mensch verantwortlich. Und wenn jeder Mensch erstmal bei sich anfängt, um das irgendwie zu ändern durch sein persönliches Handeln und seine Lebensweise und somit andere (Familie, Freunde, Kollegen, Nachbarn) motiviert (Taten statt Worte und Bevormundungen), dann entsteht eine wirkliche (FREIwillige)Gemeinschaft. Aber nicht umgekehrt, erst eine Interessen(Zwangs)gemeinschaft/Partei gründen und dann mal gucken was passiert, denn das ist immer wieder gescheitert, weil zwanghafte eigennützige Interessen nun mal einen begrenzten Horizont haben.

    Viele werden jetzt wahrscheinlich einwenden, aber für das was „die da oben“ machen trage ich keine Verantwortung (da hört dann die Gemeinschaft auf ;-) ). Das höre ich immer wieder. Aber genau dieser Satz ist genau der gleiche Satz wie, ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber… Oder, wir brauchen ja Militär, um uns zu verteidigen. Auf die Automobilindustrie schimpfen und selber SUV fahren. Entsetzen über die Klimakatastrophen heucheln, aber Flüge über das Smartphone buchen. Wahlen sind alternativlos. usw. usw. usw.

    • @ Morgentau
      Danke für ihre Ausführungen, ich stimme ihnen in den meisten Punkten zu.
      An einem Punkt widerspreche ich aber.
      Sie schreiben:

      „…Tatsache ist aber auch, dass es die „Weltgemeinschaft“ nicht geben kann, da (fast 8 Milliarden) Menschen nun mal verschieden sind…“

      weiter unten schreiben Sie:

      „…Die weltweiten Kriege, der Ressourcenraub, die Weltverschmutzung, das Artensterben, die Ausbeutung der 3. Welt – für all das ist jeder Mensch verantwortlich…“

      Wenn sie sagen, dass alle Menschen verschieden sind und es eine „Weltgemeinschaft“ nicht geben kann, wo ich ihnen voll und ganz zustimme, dann ist aber auch nicht jeder Mensch für „die weltweiten Kriege, den Ressourcenraub….“ usw. verantwortlich, sondern es sind bestimmte Gruppen, die das machen und ich glaube, das muss man ganz klar ausdifferenzieren.
      Ich persönlichl kann keinen Krieg verhindern, kann den globalen Ressourcenraub nicht stoppen und auch nicht das Artensterben und die Ausbeutung (nicht nur) der 3. Welt. Ich bin auch nicht verantwortlich dafür, nicht einmal mitverantwortlich. Ich habe das nicht in Auftrag gegeben.

      Abschließend schreiben Sie noch:

      „…Viele werden jetzt wahrscheinlich einwenden, aber für das was „die da oben“ machen trage ich keine Verantwortung (da hört dann die Gemeinschaft auf ;-) )…“

      Ich trage da tatsächlich keine Verantwortung (und das gilt für die meisten Menschen so behaupte ich jetzt einmal), denn ich gehöre nicht zu dieser „Gemeinschaft“, ich wurde auch nicht gefragt und ich habe zu keiner „zerstörerischen Aktion“ meine Zustimmung gegeben.

      Ich glaube, wir sollten mit dem „Wir“ sehr aufpassen, es hält einer genaueren Analyse nicht stand.
      Ich sehe sogar eine große Gefahr darin, weil sich die Menschen schnell schuldig fühlen, für etwas, was sie selbst gar nicht angerichtet haben.

      • @Wolf K.

        Natürlich haben Sie nicht persönlich die Kriege in Auftrag gegeben. Und selbstverständlich sind Sie entsetzt über den Zustand unseres Planeten.

        Aber durch Ihren/unseren grenzenlosen Konsum und durch unseren (zumindest westlichen) Lebensstil forcieren wir die Katastrophen und schauen lieber weg, weil wir unseren Lebensstandard ja eigentlich geniessen. Der Markt hat sich auf uns eingestellt und produziert verschwenderisch in Unmengen. Haben Sie sich mal Gedanken darüber gemacht, wieviel Blut an einer Auto-, Handy-,Schmuck-, usw.-Produktion (Rohstoffe) klebt? Auch deshalb gibt es diese Kriege.
        Refugee Welcome! WARUM? Als Ablasshandel für das gute Gewissen?

        Es geht hierbei nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Verantwortung für das eigene Leben, um die Reflexion, was wir alle durch unsere Lebensart „anrichten.“

        Verantwortung hat nichts mit Schuld zu tun und wenn wir nicht immer verantwortlich handeln können, so machen wir uns auch nicht schuldig. Schuld ist eine unauflösliche Bürde, die moralische, ethische Verpflichtungen einfordert gemäss gesellschaftlicher, politischer und religiöser Konventionen, die weltweit variieren und somit schon völlig absurd sind.

        Der Widerspruch wird besonders deutlich, da wir uns meist nicht an diese gesellschaftlichen Abmachungen halten und ein Priester und/oder Richter uns eine Busse/strafe auferlegt, womit alles wieder bereinigt wird und wir einfach weitermachen können.

        „Auf mich selbst achtend, achte ich auf den anderen,
        auf den anderen achtend, achte ich auf mich selbst.“

        Das verstehe ich unter Verantwortung, und die sollte jeder zumindest in Betracht ziehen. Denn „die da oben“, sind deshalb da, weil wir es zulassen, sie gewählt haben, am liebsten genauso leben (in Saus und Braus) möchten, oder einfach nur weggucken und resignieren.

        Ich glaube, dass dieses WIR viel zu wenig zur Geltung kommt, aber nicht als kollektiver Schuldkomplex, sondern als verantwortliches Mitgefühl für jedes Lebewesen und diesen Planeten. Wir können nicht täglich Fleisch essen und behaupten, wir tragen keine Verantwortung für Regenwaldrodungen, Monokulturen, Pestizidvergiftungen, Artensterben, Wasserverschwendung, Klimakatastrophe, Massentierquälerei, Grundwasserverschmutzung und was da noch alles mit zusammenhängt.

        Können Sie es sehen und fühlen?

  • Um eine gut funktionierende Gemeinschaft bilden zu können, müssen sich heute Menschen ganz grundsätzlich in ihrem Innersten einig sein. Und diese innere Einigkeit kann meiner Ansicht nach heute nur noch dadurch entstehen, dass diese Menschen jeder für sich erkannt haben, dass Gewalt -in welcher Form auch immer- keine Zukunft hat und nie eine hatte. Und in logischer Konsequenz müssen diese Menschen festen, unumkehrbaren Willens sein, dementsprechend zu leben. Gewalt und der Glaube an Gewalt ist eine degenerative Erkrankung des menschlichen Geistes. In der Vergangenheit wurden solche Menschen allerdings immer schon verfolgt, wie z.B. die Urchristen, die noch unverfälscht nach der Lehre Jesu gelebt haben. Aber einen anderen Weg für uns Menschen, der aus dem ganzen Seelenschmutz und dem geistigen Umherirren herausführt, gibt es nicht.

  • @Morgentau

    Ja natürlich kann ich es sehen und auch fühlen, sonst würde ich hier gar nicht schreiben.

    Ich verstehe sehr wohl, was Sie meinen und gebe Ihnen recht, dass man im eigenen „Zuständgikeitsbereich“ diese Verantwortung übernehmen muss/sollte, aber das gebietet einem schon auch die innere Ethik, das Gewissen, wenn man nicht mehr komplett unbewusst durch die Gegend läuft.

    Ich zitiere:

    „…Aber durch Ihren/unseren grenzenlosen Konsum und durch unseren (zumindest westlichen) Lebensstil forcieren wir die Katastrophen und schauen lieber weg, weil wir unseren Lebensstandard ja eigentlich geniessen. Der Markt hat sich auf uns eingestellt und produziert verschwenderisch in Unmengen…“

    Ich weiß, was Sie damit meinen, aber ich glaube Sie verwechseln einerseits Ursache und Wirkung und zudem differenzieren dieses „Wir“
    andererseits auch viel zu wenig aus.

    Nicht der Markt hat sich auf mich eingestellt (uns, all jene, die westliche Lebensweise mit dem Massenkonsum gar nicht mehr wollen),
    sondern der Markt war vorher da, das Geldsystem war vorher da, das ausbeuterische Eigentumsrecht, das den Raubzug des Kaptialismus erst ermöglicht hat, war vorher da. Das haben weder Sie noch ich installiert, also sind wir dafür schon mal nicht verantwortlich.
    Und auch der Wachstumszwang richtet sich nicht nach uns (weil wir soviel konsumieren), sondern der ist systemimmanent.

    Wir sind da hineingeboren worden und wenn wir etwas ändern wollen, stellen wir fest, dass die Demokratie da so gut wie nichts zulässt, weil diese Demokratie eben auch nur als Fassade gedacht war und in Wahrheit eine Diktatur derjenigen ist, die dieses Ausbeutungsspiel zu ihren Gunsten betreiben.

    Wenn der Markt sich auf mich oder Sie oder uns (die wir das nicht mehr wollen), eingestellt hätte, dann gäbe es weder Sinnlos- noch Über- oder Unterproduktion und schon gar keine Produktion die „auf Blut aufbaut“.

    Ich könnte jetzt noch den ein oder anderen Punkt, den Sie geschrieben haben herausgreifen, wo Sie meiner Meinung nach auch zu wenig ausdifferenzieren und zu oft von „Wir“ sprechen, wo das so verallgemeinernd (aus meiner subjektiven Sicht) einfach falsch ist,
    aber ich höre hier auf, weil wir uns da wahrscheinlich nicht mehr näher annähern werden.

    • @ Wolf K.

      Sie schreiben der Markt war schon vorher da und dass Sie da nur rein geboren wurden. Nun, das mag sein, aber wenn das als Entschuldigung gelten soll, dann wird sich auch nichts ändern. Die Demokratie wird es nicht richten, denn wir hatten niemals eine.

      Es liegt an der Erziehung. Unsere und folgende Generationen haben/werden Konsum und Kapitalismus mit der Muttermilch bekommen. Deshalb ist es auch schwer vorstellbar in einer Welt ohne Geld, Handel, Marktwert und Arbeit zu leben.

      Wenn keine Nachfrage bestehen würde, so würde es auch nicht produziert! Als das Smartphone erfunden wurde, wie viele Menschen haben da nein gesagt und es nicht gekauft?
      Mittlerweile führen wir Kriege um Rohstoffe, damit auch unsere Kinder damit versklavt werden können.

      Und jetzt überlegen Sie mal, wieviele unnötige Produkte sich in Ihrem/meinen/unseren Besitz befinden. Und jetzt stellen Sie sich vor, WIR alle hätten diese Dinge nicht gekauft…

  • Mich stört an dem Artikel, dass die Überlegungen auf den Begriff „Gemeinschaft“ verengt werden, die sich per Definition auf kleinere Gruppen bezieht. Was ist mit Kategorien wie Gesellschaft, Natoin, Volk oder Klasse. Ein Zugehörigkeitsgefühl oder Solidarität kann sich auch zu Menschen entwickeln, die man nicht persönlich kennt.

  • Warum aufhören Herr K.? Sie haben miteinander gegeneinander Standpunkte vertreten. Das ist eben nicht immer Bauchpinselei. Das ist einfach nur ehrlich – und macht Sie beide liebenswert.

    Es wird hier sowieso keine Patentrezepte geben können, wie einer vernünftigeren Zukunft ( um das Wort Gesellschaft mal auszuklammern ) sicher der Boden bereitet werden könnte. Es brodelt im Hexenkessel der Befindlichkeiten auf vielen Gebieten und keiner weiß, wer die Suppe auslöffeln sollte, die immer unappetitlicher wird.

    Liebe Morgentau,
    und an dieser Stelle haben Sie wohl recht – es gibt nichts Gutes, außer man tut es…. Jeder muß bei sich zuerst anfangen und beginnen, sein eigenes restliches Leben so ökologisch wie nur möglich, bescheiden und vor allem mit ansteckender echter Freude sinnvoll zu verschenken. An Freunde, Familie und an die streikenden Kinder und Jugendlichen. Letzteren sollte jetzt unsere ganze Kraft und Unterstützung im Hinblick auf positiv veränderbare und lebenswerte Zukunft angedeihen.

    Allen eine friedvolle Nacht!

    Uwe Leonhardt

  • Mein letztes Kommentar wartet schon seit dem 28. auf Freischaltung. Hatte seitdem nicht mehr reingeschaut.

  • Ich finde, dass bei all diesen Debatten über unsere gegenwärtige Menschengesellschaft der Begriff „Gewalt“ viel mehr in den Fokus gerückt werden müsste. Warum nicht auch einmal eine Debatte über Gewalt an sich? Haben wir eigentlich alle das selbe Bewusstsein darüber? Ist überhaupt allen bewusst, dass diese ganze Zivilisation auf Gewalt aufgebaut ist, angefangen schon mit der traditionellen blutigen Ernährung?
    Das wäre doch jetzt der allerkleinste Schritt zum Besseren, wenn alle diese Friedliebenden damit nun endlich konsequent Schluss machen würden. Dass der nicht schon längst von viel mehr „Friedensbewegten“ wahr genommen wird, lässt mich immer wieder an dieser Menschheit verzweifeln. Er bezeugt eben diese meine Vermutung, dass sich viele noch gar nicht bewusst sind, wie sie tagtäglich das gesamte Gewaltsystem unterstützen.

  • Ein Wir-Gefühl lässt sich nicht durch einen materialistischen Staat oder EU-Superstaat, bzw sog. globale Eliten, welche nicht vom Volk ermächtigt wurden, erzwingen… die Konkurrenz der Opfergruppen, Opferkulte und damit zynisch betriebene psychologische Kriegsführung, das Stärken der Rachegelüste, das verachtenswerte Aufrechnung von altem und neuen Leid (Kolonialismus, Kriege,..) und die Unmengen Geld und dazu gehörende Propaganda die in diesem knechtenden Geiste um den Globus und in die Hirne und Herzen jagen, um weiter Destruktivität zu sähen, kann einer m.E. nur durch Demut und persönliche konkret gelebte Verantwortung begegnen… 😯

    Vielleicht hilft der Blick auf das Tier, dem der Mensch anscheinend sehr ähnlich ist – welches zwar auch kooperieren und teilen und spielen kann (wenn es satt ist;).. aber sein Nest, seinen Bau, sein Territorium wie der Mensch pflegt und hegt und schützt und verteidigt -> ein Stück (genommenes?) Land, Ressourcen, Know How, Eigentum, Ideen (wem gehört denn was wirklich? Ist der Staat nicht der größte Zuhälter von allen?) …zB. Erfinder, Künstler/innen, Unternehmer haben natürlicherweise ein Interesse an einem bestimmten Schutz und werden, wie beim Tier ebenso durch sein Rudel, seine Community, Familie, gegen Formen der Abwertung verteidigt..

    Der Einzelne im Ganzen mit entsprechender Bewusstheit begnadet kann dieses unwürdige Rattenrennen transformieren durch Gelassenheit und Unterscheidung. Gewalt in allen Formen und Ausprägungen klar differenzieren und benennen. Hier sind Intellektuelle mit entsprechenden Fähigkeiten und Möglichkeiten gefordert .. denn Pseudos, Systemtrottel haben wir schon genug.

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